Bastia und Abschied von Korsika

22.05.2017

Wir verlassen Saint Florent in Richtung Patrimonio und passieren wiederum zahlreiche Weingüter. Wir halten uns diesmal zurück, blicken nochmal auf Saint Florent und überqueren dann den Col de Teghime, den höchsten Punkt, bevor es auf der Ostseite nach Bastia hinunter geht. Im Navi hatte ich in der Innenstadt von Bastia einen Parkplatz gesucht, den wir ansteuern wollen. Einfacher gedacht als getan. Bastia empfängt uns mit dichtem Verkehr und das Navi will uns durch schmale Straßen führen. Nicht alle Anweisungen befolgen wir, verlieren aber unser Ziel nicht aus den Augen. Hilft uns trotzdem nicht, denn der Parkplatz ist durch uns nicht befahrbar. Nach weiteren Schwenks entschließen wir uns, doch gleich zu dem uns bereits bekannten Camp „Sable Rouge“ zu fahren und nehmen fast den gleichen Platz wieder ein.

Astrid erkundigt sich beim einchecken nach einer Busverbindung, die tatsächlich existiert. Mit Hilfe des Platzpersonals finden wir auch die nahe Haltestelle. Der kleine Bus fährt Gratis bis zum Place Nicola mitten im Zentrum.

Wir erwandern die Stadt auf der auf dem Stadtplan empfohlenen Route und passieren den großen zentralen Place Nicola, natürlich bestückt mit einer heroischen Statue von Napoleon.

nicht viel los um die Mittagszeit

Wir sehen uns die mit üppigem Marmor- und Golddekor ausgestattete Betkapelle „Oratoire de la Confrèrie de I’Immaculèe Conception“ an. Fresken aus dem 17.Jh. schmücken die Decke. Dunkle Holztäfelung und roter Damast sorgen für feierliches Ambiente.

Am Hafen essen wir gut zu Mittag und wenden uns dann der Zitadelle zu.

Über zahlreiche Stufen erreichen wir den Zugang und steuern auf die Kapelle St. Croix mit dem wundertätigen Kreuz zu.

Von hier oben haben wir einen guten Blick auf die Stadt und den Hafen und wir erkennen im Wasser den Tunnel, der das Hafenbecken unterquert.

der Tunnel ist gut zu sehen

Bastia sollte man bei einem Korsikabesuch durchaus gesehen haben, aber beim Blick über die Fassaden der Geschäfte hinaus und in Seitengassen spürt man den Verfall der Stadt, der weit über den üblicherweise als morbiden Charme bezeichneten Zustand hinaus geht.

Zurück zum Place Nicola ersteht Astrid noch Briefmarken für die restlichen Korsika-Karten, wir nehmen noch einen Kaffee und begeben uns zur Haltestelle um auf unseren Kleinbus zu warten. Als aus den veranschlagten zwanzig Minuten eine Stunde wird, beschwert sich Astrid in der Touristeninfo, die nach Rücksprache bestätigt, dass der Bus tatsächlich alle zwanzig Minuten gekommen ist. Wir haben den Fehler und damit die Wartezeit zu verantworten. Wir hatten immer auf einen Bus der gleichen Größenordnung wie bei der Herfahrt gewartet und dabei die neunsitzigen Kleinbusse ignoriert. Aber dann klappt alles, wir landen am Camp und genehmigen uns zum Trost einen kräftigen Drink und schauen den Boulespielern bei ihrem durchaus ernsthaft geführten Wettkampf zu und genießen die untergehende Abendsonne am letzten Abend unseres Korsika-Aufenthaltes.

Die Nacht wird kurz. Um sechs klingelt der Wecker und dann geht es zum Hafen und zur Fähre, mit der wir wieder auf das italienische Festland übersetzen wollen.

konnte kein Wort lesen

Das war nun unser letzter Tag in Korsika. Auch in Bastia mussten wir wieder viele Treppen überwinden um die kleinen Gassen zu erlaufen. Dadurch haben wir auch festgestellt, das sie hier wohl kaum eine Bauaufsicht haben werden denn die sehr vielen Bausünden an den alten Häusern waren schon sehr enorm. Von ‘Rustico’ war keine Rede mehr!! Das muss man mal gesehen haben, bloß nicht im Sommer wenn die großen Touristenströme einsetzen. Ich habe sowieso das Gefühl, das jetzt mehr Urlauber unterwegs sind.

Wenn mich jetzt jemand fragen würde welche der Inseln mir am Besten gefallen hat, kann ich nur sagen, jede für sich hatte seinen Reiz!! Hier auf Korsika kann man wunderbar wandern und klettern.Schon etwas mehr für den gehobenen Standard da ( jedenfalls auf unseren Wanderungen) sehr viele Steine und Geröll zu überwinden sind.

Mir scheint, das jeder Korse mindestens einen Hund besitzt (die meisten hören aber nicht auf Herrchen!!) es sehr viele rauchende Frauen gibt, die Ortsschilder oft übermalt sind und das die Biker aus aller Herrenländer sich hier treffen. Die Kurven und Serpentinen sind ja auch ideal dafür!!! Was ich aber noch vergessen hatte zu berichten ist, das auch schon auf Sardinien mir ein Vogel aufgefallen war der nur Nachts immer schreit. Aber so kontinuierlich immer im gleichen Abstand und der selben Tonlage,das ich manchmal wach lag um nur darauf zu warten, das er endlich mal Stimmbruch bekommt!! Nichts da, nur als wir einmal zwischen Kapelle und Friedhof schliefen, war es die sprichwörtliche ‘Totenstille’ !!

Ach und noch was, wir mit unseren kleinen Fahrrädern sind hier schon unterwegs aufgefallen. Denn wenn die Korsen und auch die Sardinier Fahrrad fahren, sind sie in voller Rennkleidung und auf Rennräder unterwegs, da können wir natürlich nicht mithalten !!

So das war’s erstmal von den beiden Inseln und von mir!

Ciao und Au revoir

zurück nach Sant‘ Florent

21.05.2017

Von unserem Camp sind es nur drei steile und enge Kilometer bis wir wieder auf der Hauptstraße angelangt sind und wir nun die herrliche Küstenstraße an der Westseite genießen können. Was uns sofort auffällt ist, dass, wie auf Sardinien, die Westseite blüht. Hatten wir schon angenommen die Landschaft Korsikas sei nicht so blühfreudig wie auf Sardinien, wissen wir nun Bescheid. Nur nicht, wieso im Westen alles blüht und im Osten nicht, geht dort doch die Sonne auf. Ein Grund könnte sein, allerdings reine Spekulation, dass hier die hohen Felsen die Wärme länger speichern. Sei es wie es sei, wir erfreuen uns jedenfalls an den Blumen.

Aber auch die Küste an sich hat so einiges an Schönheit zu bieten. Auch die Ortschaften sind sehr reizvoll. Auch Nonza, wo wir eigentliche einen Halt einlegen wollten. Aber hier herrscht so viel Trubel in den Restaurants an der Straße, dass wir keinerlei Parkmöglichkeit finden. So machen wir unser Picknick wieder auf freier Strecke mit schöner Aussicht.

Später kommen wir nördlich von Albos an der ehemals größten Asbestmine Europas vorbei, die von 1935 bis 1965 betrieben wurde. Die Abraumhalde und ehemalige Fabrikgebäude sind nicht zu übersehen.

Die folgenden Strände sind schwarz von angeschwämmten Schiefer der aus der Asbestmine stammt und sind zum Baden nicht geeignet.

Oft sehen wir an den Straßen wieder Genuesertürme und Ortschaften, die wie an den Berg geklebt erscheinen. Und riesige Mausoleen offenbar wohlhabender Familien. Sie finden sich überall verstreut im Gelände und haben vielfach erhebliche Ausmaße.

wer genau hinschaut, entdeckt mich vielleicht

Nur knapp dreißig Kilometer weiter kommen wir erst an zahlreichen Weingütern vorbei, bis sich der Kreis der Umrundung des Nordzipfels Korsikas in Sant‘ Florent schließt.

Wir suchen uns einen Campingplatz und fahren später mit den Fahrrädern die nur 2 km bis in den Ort. Hier empfängt uns buntes Treiben am Sonntag Nachmittag. Man spürt sofort, dass hier der Tourismus zu Hause ist. Aber auch die Bewohner geben sich beim Boule auf dem Hauptplatz ein Stelldichein.

und genau nachgemessen werden muss auch

Im Hafen liegen imposante Boote und er bietet auch die Kulisse für ein schönes Porträt von Astrid.

sieht sie nicht schön aus!

Wir steigen noch hoch bis zur Zitadelle bevor wir den Rückweg antreten. Am Platz gibt es auch noch ein paar schöne Fotomotive.

Die wenigen Orte die wir heute durchfahren sind, waren zum Teil so schmal, das ich manchmal Angst hatte, das wir die Gäste in den Cafe’s überfahren. Ich finde, da gehört schon Mut dazu sich so hinzusetzen. Aber sie werden sich denken, die Touri’s passen schon auf!!!

zum nördlichsten Punkt Korsikas

20.05.2017

Der Wind hatte in der Nacht stark zugenommen und ich bin gegen zwei Uhr vor das Womo um nach dem Rechten zu sehen. Geplant war, am morgen im Scottel Rührei mit Schinken zuzubereiten. Der immer noch stürmische Wind macht diese Planung zunichte und wir bleiben zum Frühstück im Womo.

Die Sonne scheint aber und deshalb geht es los. Zunächst nur drei Kilometer bis Bastia zum Büro der Fährgesellschaft Corsica und Sardinia Ferries. Aufpassen müssen wir in Bastia, wie auch gestern bei der Anfahrt schon, dass wir immer den richtigen Fahrstreifen erwischen denn einige führen durch Tunnel und die sind nur 2,60 m hoch. Etwas zu wenig für uns.

Wir lösen unser Ticket für die Überfahrt nach Livorno am Dienstag und machen uns auf den Weg nach Norden.

In Erbalunga legen wir einen Stopp ein und schlendern durch das niedliche Örtchen und den Hafen mit dem großen Genueserturm.

In der Boulangerie kaufen wir noch Baguette und ein paar süße Teilchen. Einen Blick in die Backstube dürfen wir auch noch werfen.

Wenige Kilometer vor der Nordspitze verlässt die Straße die Küste und schlengelt sich auf schmalen Pfaden zum Cap Corse und nach Tollare, dem nördlichsten Punkt den wir mit unserem Womo erreichen können.

Der „Pluto“ an der Nordspitze

Auch hier weht der Wind noch heftig und wir bleiben nicht lange, sondern wenden uns der Ostseite zu bis wir den Campingplatz l’Isulootu erreichen. Unterwegs nehmen wir noch schöne Eindrücke am Straßenrand mit.

unser heutiges Camp

Eins muß ich aber noch erwähnen, jetzt ist Schluss mit solch engen Straßen, das halten meine Nerven nicht mehr aus !!!! Am liebsten würde ich immer vorangehen um zu schauen ob was kommt. Egon dagegen wird immer gelassener ! Na toll !!

Aber wenn wir dann irgendwo am Straßenrand sitzen und die tolle Aussicht genießen, ist alles vergessen !!!!!

bis Bastia

19.05.2017

In der Nacht hatte es angefangen immer wieder einmal leicht zu regnen und auch am Morgen sieht es nicht so aus, aus würden wir heute viel unternehmen können. Ich habe mich schon damit abgefunden einen weiteren Tag hier zu bleiben, als es doch endlich aufklart. Nun fahren wir doch zum Parc de Saleccia nur drei Kilometer entfernt.

Er ist ganz hübsch angelegt aber leider blüht im Moment sehr wenig und einige der Pflanzen wiederholen sich für unseren Geschmack zu häufig. So fällt die Fotoausbeute nicht sehr üppig aus, aber ein paar schöne Aufnahmen sind dennoch dabei.

und zwei vierblättrige Kleeblätter habe ich auch gefunden

Hinter Lozari schwenken wir in die „Desert des Agriate“ ein, eine Halbwüste wie uns der Womo-Führer verrät. Wir sind aber überrascht, wie grün es hier ist. Kein Unterschied zur sonstigen Landschaft. Deshalb sind wir zügig durch und steuern auf St.-Florent an der Küste und vor dem Nordzipfel Korsikas zu.

Blick auf Sant’Florant

Bevor wir aber den Ort erreichen geht es noch einmal auf schmaler Piste auf eine Runde landeinwärts in das Nebbio-Tal und wir entdecken auf halber Strecke die kleine Kirche San Michele. Das pisanisch/romanische Bauwerk aus weißem Kalkstein und dunkelgrünem Serpentin wirkt mit dem viereckigen Glockenturm an der Spitze wie eine übergroße Giraffe. Besonders auffallend jedoch sind die vielen kleinen Ornamente und Skulpturen an der Fassade und im Fries.

Wir schließen die Runde wieder in der Nähe von St.-Florent wenden uns aber der Ostküste zu um ab morgen das Cap Corse entgegen dem Uhrzeigersinn zu umrunden.

Kurz vor Bastia finden wir auch einen Campingplatz am Meer und essen hier auch noch schön zu Abend.

u.a. Panacotta für 6€

Es kommt starker Wind auf, was eine unruhige Nacht befürchten lässt.

Calvi und Sant‘ Antonino

18.05.2017

Die Nacht war ruhig und wir konnten hier ungestört schlafen. Friedhofsruhe, wie Astrid angesichts des nahen Friedhofes bemerkt. Früh werde ich wach. Es sind wohl schon Wanderer unterwegs oder Jogger, die das Gelände für ihre sportliche Betätigung nutzen. Bei der zweiten Störung stehe ich auf und von nun an herrscht Ruhe. Astrid kann also ungestört, sie hat sich sowieso nicht stören lassen, weiter schlafen.

Hat von euch schon mal einer zwischen Friedhof und Kapelle geschlafen ? Jetzt weiß ich warum man von Totenstille spricht !!! Selbst die Vögel hielten den Schnabel!

Nach dem Frühstück machen wir uns auf nach Calvi, der Hauptstadt der Balagne. Oberhalb der Stadt trohnt die Zitadelle aus weißem Granit. Die Gassen und die Gebäude in der Festung zeugen von der einstigen Bedeutung des Ortes als Militärstützpunkt.

Christoph Columbus soll angeblich hier geboren sein. Einige Reste des ehemaligen Wohnhauses finden wir nach längerer Suche.

Kurz verabschieden wir uns von der Küste und gelangen über Lumio und Aregna zum einsam auf einem Berg gelegenen Sant‘ Antonio, was wir aus der Ferne schon gesehen, allerdings nicht identifizieren konnten. Wieder wie gewohnt steil und eng bergauf landen wir auf dem Parkplatz an der Kirche. Von Sant‘ Antonino behaupten die Korsen, es sei eines der ältesten der Insel und Zufluchtsort der Piraten gewesen. Mit groben Steinen gepflasterte Gassen und steile Treppen führen nach oben zu zahlreichen Restaurants und einer Barockkirche, in der es ziemlich muffig riecht.

Sant‘ Antonino gilt als eines der schönsten Dörfer Frankreichs und ist dafür auch ausgezeichnet worden.

Ein schöner Blick auf die Berge, die grüne Ebene und bis zum Meer entschädigt für die Mühe des Anstiegs. Zurück zum Meer folgen wir der Straße nach L’lle Rousse, wir wollen hier eigentlich noch einen Park besuchen. Aber wir entscheiden uns um, suchen den nächsten Campingplatz und legen die Füße hoch.

durch die Calanche nach Calvi

17.05.2017

Wir verlassen den schönen Platz mit Pool und steuern auf die Brücke und Kreuzung vor Porto zu, wo sich die Straße in drei Richtungen teilt. Porto Marina geradeaus (hatten wir gestern), rechts nach Norden Richtung Calvi (kommt nachher) und links vor der Brücke in die Calanche, eine Schluchtstrecke, die Astrid schon den Nachtschlaf gekostet hatte.

Gleich geht es bergauf, was die Möglichkeit bietet, nochmals einen Blick zurück auf Porto zu werfen. Danach können wir am Straßenrand korsische Kieselbrunnenbaukunst bewundern.

Es dauert auch nicht lange und die Strecke bestätigt alle Erwartungen. Am „Hundekopf“ geht es los mit den verwitterten roten Felsen, deren Formationen die Fantasie anregen.

der Hundekopf

Überall stehen sie herum in den unterschiedlichsten Stadien der Erosion, die durch Wind, Regen und Temperaturschwankungen hervorgerufen wird. Da es sich um Granit handelt, haben sich wohl die Straßenbauer auch darauf beschränkt nur soviel Platz zu schaffen, dass ein Auto gut durchkommt. Bei Gegenverkehr, denn wir häufiger haben, wird es schwierig. Dazu dann noch die überhängenden Felswände die es unmöglich machen die volle Straßenbreite auch wirklich zu nutzen. Aber in der Ruhe liegt die Kraft, wir kommen gut durch und haben auch noch Zeit unsere Umgebung zu bestaunen.

Wir müssen bis Piana, den nächsten Ort, weiterfahren, da es vorher keine Wendemöglichkeit gibt. Aber davor und auf der Rückfahrt gelingen uns noch schöne Bilder vom „Herz der Liebenden“.

das „Herz der Liebenden“

Gut das wir die Strecke überstanden haben, an den Stellen die ein bisschen breiter waren konnten wir problemlos den LKW ’s ausweichen ( immerhin hatte ich den Abgrund auf meiner Seite!!) Nur Wanderungen konnten wir dort nicht unternehmen, da es keine passende Stelle zum Parken für uns gab.

Wieder streifen wir Porto, aber folgen nun der D81 nach Norden über den Col de Croix aber immer in Küstennähe und mit schönen Ausblicken. Als wir uns dem Flusstal des Fango nähern, biegen wir zunächst nach rechts Richtung Manso ab und zu einer gut restaurierten Genueserbrücke.

Wieder zurück folgen wir dem Fango bis zu seiner Mündung bei Galeria. Ein terassenförmig angelegter Parkplatz lädt zur Pause und vielleicht auch zur Übernachtung ein. Unweit davon befindet sich auf einem kleinen Hügel die Ruine eines Torre.

Nicht nur der Bauarbeiter auf der untersten Terrasse stört etwas unsere Ruhe, auch der Preis von 20€ für die Übernachtung auf dem Platz stört mich, weil dafür eigentlich, außer dem Ausblick auf’s Meer, nichts geboten wird. Für zwei Euro mehr haben wir schließlich auf dem letzten Campingplatz sogar einen beheizten Pool gehabt.

Also weiter an der Küstenstraße. Wieder eine sehr enge Serpentinenstraße !! Ich hatte bereits im Womo-Führer gelesen, dass der nächstgelegene Platz erst im Juni öffnet. Deshalb schaue ich beim ADAC nach und finde einen auf der Strecke der bereits am 1.April geöffnet hat. Leider werden wir enttäuscht. Der Platz bei Argentella ist zu und wir stellen zudem fest, dass es sich bei diesem Platz um eben jenen handelt, der im Womo-Führer als erst im Juni geöffnet gekennzeichnet war. Ja so ist das eben.

Wir hoffen nun in Calvi fündig zu werden, wollen aber unbedingt vorher zur Wallfahrtskapelle Notre Dame de la Serra. Steil geht es hinauf zwischen Felsen hindurch und wir landen in einem lichten Pinienwäldchen unterhalb der über allem trohnenden Kapelle. Wir stellen unser Womo ab, wandern nach oben um dem herrlichen Ausblick über Calvi und den breiten Strand zu genießen und natürlich die Kapelle und die Statue zu begutachten.

Beim runtergehen entscheiden wir dann, dass dieser Platz auch gut zum übernachten wäre. Also bleiben wir und allmählich wird es ruhiger um uns herum. Nur drei junge Mädchen treffe ich bei der Kapelle noch an, als ich in der „Blauen Stunde“ noch einmal nach oben gehe um Bilder von der Sicht auf Calvi zu machen.

Meine App sagt mir, dass ab 0.08 Uhr das Zentrum der Milchstraße als Fotogelegenheit in Erscheinung tritt. Die Nacht ist klar, also warten wir. Ich tue mich schwer ein einigermaßen erträgliches Foto zu schießen. Da merke ich, dass ich mit den Feinheiten und Details der Einstellung an meiner neuen Kamera doch noch nicht ausreichend vertraut bin. Und eine Fernbedienung fehlt. Denn über eine Minute und mehr, den Auslöser ruhig gedrückt zu halten, gelingt nicht. Also gibt es zwar runde helle Punkte, aber kein scharfes Bild. Nachsitzen zu Hause ist deshalb angesagt.

Radausflug nach Porto

16.5.

In der Sonne sitzen, den Vögeln lauschen und dabei frühstücken, einfach herrlich. Wir haben beschlossen, noch einen Tag länger auf diesem Platz zu bleiben denn immerhin haben wir den Pool mit 27,5 ° noch nicht ausprobiert. Aber erst einmal die Fahrräder raus und mit geschätzten 80 Sachen die Landstraße in Serpentinen runter nach Porto. So gefällt es mir, aber wenn ich an den Anstieg denke, wird mir schon übel !!! Die “Stadt” ist schnell umrundet, eine richtige Touristenhochburg.

Ist ja auch traumhaft gelegen, herrlicher Strand und ganz ganz viele Restaurants. Boote werden angepriesen auch zum selbst fahren, aber der Preis schreckt doch ab ( 120€ für einen halben Tag )!!! Preiswerter ist die Besteigung des Wahrzeichens der Stadt, der 1549 erbaute Wachturm auf einem Felsvorsprung vor dem Hafen. Ein herrlicher Blick über die Mündung des Flusses Porto.

Egon auf dem Turm …
und Astrid an der Promenade (wo?) 

Nach einem leichten Mittagessen, geschützt vor der prallen Sonne, aber immer schön den Blick auf die vielen Touristen, geht es dann wieder heimwärts. Am Anfang lief alles wunderbar, aber die letzten 2 km musste ich ( in der prallen Sonne ) mein Fahrrad den Berg hochschieben. Aus lauter Mitleid blieb mein lieber Mann neben mir und so kamen wir beide schwitzend in unserem Camp an. Nur noch einen Gedanken, ab ins kühle Nass !!! Anschließend in die Sonne ( jetzt habe ich natürlich einen Sonnenbrand ) und den herrlichen Tag ausklingen lassen.

In der Nacht konnte ich überhaupt nicht gut schlafen, da ich schon Albträume hatten wegen der Fahrt morgen !! Im Reiseführer hatte ich nämlich gelesen, das die Calanche sehr eng ist , viele überhängende Felsen hat und für Ausflugsbusse und Womos viel zu schmal ist !! In meinen Träumen sah ich uns eingekeilt zwischen all den Autos !!!

Aber es kam alles ganz anders.

über Corte nach Porto

15.05.2017

Am Morgen sind die Berge um uns herum noch einmal in schönem Licht und klar zu sehen. Dennoch wollen wir weiter. Wieder nach Corte, wie gestern, aber heute mit dem Womo. Wir genießen die Aussicht auf die Berge um uns herum und machen diverse Stopps um alles im Bild festzuhalten. Auch die große Eisenbahnbrücke, eine Stahlkonstruktion. Der Konstrukteur war kein geringerer als Gustave Eiffel, der Erbauer des Eiffelturmes in Paris.

In Corte müssen wir erstmals auf Korsika unsere Vorräte auffüllen, danach geht es weiter über Castirla, mit anschließendem Stopp für einen Imbiss.

Durch die Scala di Santa Regina, eine äußerst schmale Straße durch eine bezaubernde Schlucht, immer am Fluss Golo entlang, der tief unten mit wenig Wasser dahin treibt, führt unsere weitere Fahrt.

sieht doch aus wie ein Pudel, oder?

Oftmals müssen wir warten, oder uns nah am Fels entlang eine Lücke suchen um weiter zu kommen. Aber gegenseitige Rücksichtnahme wird auch hier groß geschrieben und manch ein PKW muss wegen uns zurück setzen, damit sich wieder etwas bewegt. Aber die Aussichten sind einfach umwerfend. An einer Wand stehen in Nischen kleine Heiligenfiguren. Vielleicht sind sie denjenigen gewidmet, die nicht so erfolgreich durch diese Strecke gekommen sind.

An einem Stausee legen wir eine Kaffeepause ein und genießen das tolle Panorama.

In Casamaccioli ist in der Kirche eine Marienstatue zu bewundern. Hier wird jedes Jahr im September der wundersamen Art und Weise gedacht, wie die Heilige Muttergottes mit dem Christuskind in den Ort gelangte.

Anschließend geht es durch dichte Kiefernwälder, oftmals tummeln sich Schweine am Straßenrand, bis sich irgendwann der Wald lichtet, die umliegenden Berge wieder frei sichtbar sind und wir uns dem Col de Vergio auf 1475 m nähern. Hier steht eine große Christusstatue mit der Inschrift: „Liebet einander alle, so wie ich euch geliebt habe“.

5 km weiter machen wir noch einmal Halt bei einem Aussichtsparkplatz bevor es stetig bergab in Richtung Porto an der Küste geht. Etwa 3,5 km davor steuern wir einen Campingplatz an, dessen Stellplätze nur über eine steile Rampe zu erreichen sind. Könnte schwierig werden, deshalb folgen wir dem Hinweis auf einem etwa 1000 m entfernten Campingplatz und haben hier mehr Erfolg. Wir stehen gut und werfen alsbald den Grill an.

Mit der Bahn nach Corte

14.05.2017

9.52 Uhr soll der Zug gehen und wir stehen entsprechend früh auf. Am Ende müssen wir uns dann doch beeilen um pünktlich zu sein. Vielleicht war auch das der Grund dafür, dass Astrid kurz vor dem Bahnsteig ausrutscht und der Länge nach hinfällt. Ich habe jedenfalls einen gehörigen Schreck bekommen. Das Knie ist leicht lädiert aber die Hose ist ganz geblieben. Dableiben lehnt Astrid ab, so warten wir also auf den Zug, der auch halbwegs pünktlich einläuft. Da ich von der Einfahrt natürlich noch ein Foto machen muss, ist Astrid verantwortlich dafür, dass der Zug auch hält, denn hier ist nur Bedarfshaltestelle. Nach entsprechendem Blickkontakt tut er das auch. Es ist ein richtiger Triebwagen mit modernen Anhängern und keine Touristenbahn, wie wir irrtümlich glaubten. Und bereits gut besetzt ist er auch. Durch traumhafte Landschaft hindurch kommen wir nach mehreren Stopps nach ca. 45 Minuten in Corte an. Hier haben wir heute auch Glück, eine Touristenbahn steht vor dem Bahnhof, hat auch schon Fahrgäste und wir fahren auch mit. 40 Minuten soll die Tour dauern, allerdings verlassen wir die Bahn bereits nach etwa der Hälfte der Strecke für einen Besuch der Zitadelle hoch auf dem Fels. Heute unterziehen wir uns auch einmal einem Museumsbesuch. Ausgerüstet mit Audio-Guide erfahren wir hier einiges über die Geschichte Korsikas, seiner Bewohner und deren Alltag. Auch anhand vieler Exponate aus der Kultur und dem Leben der Korsen. Das Freigelände der Zitadelle erwandern wir uns noch bevor wir dann zu Fuß in die unterhalb der Zitadelle gelegene Altstadt gehen. Es ist im Grunde alles sehr übersichtlich.

Corte ist nicht besonders groß, obwohl es während der nur 15 Jahre andauernden Unabhängigkeit im 18. Jh. unter Pascquale Paoli einmal Hauptstadt war. Ca. 7.500 Einwohner hat die Stadt, dazu kommen noch einmal 4.500 Studenten die hier an der einzigen Universität Korsikas studieren.

Wir gelangen zum Place Gaffori. Hier steht auch eine Bronzestatue des korsischen Freiheitskämpfers vor seinem Wohnhaus, dessen Fassade noch von den Löchern genuesischer Kugeln gezeichnet ist. Weiter durch enge Gassen, vorbei an vielen Restaurants, gelangen wir zum Place Paoli, dem bereits erwähnten „Vater des Vaterlandes“ und Gründer der Universität. Wir schlendern weiter, kehren hier und da mal ein oder gönnen uns ein Eis, aber bis uns der Zug um 17.22 Uhr zurückbringt bleibt immer noch viel Zeit. Ein Abstecher in die Eglise de l’Annonciation, der Verkündigungskirche, und der Kapelle St. Croix dauert auch nicht wirklich lange.

Wir begeben uns abwärts noch auf einen Abschnitt eines ausgeschilderten Rundweges der über schmale Gassen und viele Stufen nach unten führt und auch mal direkt über die Terrasse eines angrenzenden Hauses. Die Hängebrücke über den Zusammenfluss von Restonica und Tavignano verkürzt uns den Weg in die Unterstadt, wo sich auch der Bahnhof befindet. Und immer noch ist soviel von der Zeit bis zur Zugabfahrt übrig. Auch anderen Mitfahrern von heute morgen geht es ähnlich, denn die Bänke der Stadt und später am Bahnhof sind voll von Leuten, die ebenso wie wir noch die restliche Wartezeit überwinden müssen.

Pünktlich bringt uns der vollbesetzte Zug dann doch nach Tattone und unserem Camp.

So das war’s wieder einmal, heute am Muttertag lag „ Muttern am Boden“!!!! Na toll !! Der totalen Länge nach lag ich auf der Erde, bloß gut das es keiner weiter gesehen hatte.Ich dachte schon das war es gewesen mit dem Ausflug, aber tapfer hatte ich den ganzen Tag durch gehalten.Es war schon witzig mit anzusehen, wie man immer wieder die gleichen Leute in dem Städtchen traf die mit uns im Zug saßen.Die werden wie wir sich die Stadt größer vorgestellt haben, so hatten wir zu tun, die Zeit bis zur Abfahrt sinnvoll zu überbrücken.Auf jeden Fall sollte man aber diese schöne Strecke mal mit dem Zug abfahren, denn mit dem Auto kommt man gar nicht so hoch.Ist schon eine tolle Leistung die die Erbauer da vollbracht hatten.

Ajaccio

12./13.05.2017

Nach dem Ruhetag gestern, bei trübem und regnerischem Wetter, lacht heute morgen wieder die Sonne und wir machen uns auf den nur 11 km langen Weg nach Ajaccio. Wir sind schnell fertig, frühstücken werden wir in der Stadt.

Ajaccio ist Hauptstadt Korsikas und Departementshauptstadt. 1492 von den Genuesen gegründet, entwickelte es sich zu einem florierenden Handelsplatz. 1769 erblickte hier Napoleon das Licht der Welt. Später war er bei den Korsen nicht besonders gut gelitten. Das hat sich heute wieder gewandelt, wie an allen Ecken und Enden in der Stadt festzustellen ist. Sie haben wohl gemerkt, dass sich Ajaccio mit Napoleon touristisch besser vermarkten lässt.

Wir suchen uns einen Parkplatz am Hafen und schlendern dann, vorbei am Kopfbahnhof der Inselbahnstrecke, durch die bunten Straßen und über einen Wochenmarkt. Am Ende finden wir ein Kaffee, wo wir in der Sonne frühstücken können.

Der Bahnhof von Ajaccio

Weiter durch geschäftige Straßen und vorbei am Musèe Fesch mit einer massigen Skulptur des Kardinals im Innenhof, gelangen wir zum Place Marèchal Foch über den Napoleon Bonaparte wie ein römischer Imperator aus weißem Marmor gehauen wacht. Ein Löwenbrunnen vervollständigt das Ensemble. Auch hier herrscht reges Markttreiben, es ist schließlich Samstag.

Kardinal Fesch
Napoleon Bonaparte

Am hinteren Ende des Platzes startet eine kleine Bahn zu Stadtrundfahrten. Wir erwerben Tickets und müssen noch 25 Minuten bis zur Abfahrt warten. Als die Zeit ran ist, sind wir immer noch die einzigen Interessenten. Wenig später erhalten wir unser Geld zurück und machen uns zu Fuß auf den Weg in Richtung Zitadelle. Betreten verboten, noch hat das Militär hier die Oberhand.

Die nahe gelegene Kathedrale hält ihre Türen leider auch verschlossen. Also wandern wir weiter durch schmale Gassen, vorbei am Maison Bonaparte, dem ehemaligen Wohnhaus der Familie. Einen Besuch sparen wir uns, denn von dem ehemaligen Inventar ist fast nichts erhalten.

Interessant sind aber die teils klassischen Gebäude und mancher Blick in die Innenhöfe. Nochmal geht es über den gut sortierten Markt und wir schlagen zu, Gemüse, Baguette und leckerer Käse landen in unseren Einkaufstüten.

Unter dieser Last müssen wir uns erst einmal ein Plätzchen zum Verweilen suchen. In einem Straßenrestaurant werden wir fündig und stärken uns bei einem leckeren großen Salat, den wir uns zum Glück teilen, so beladen ist der Teller. Gut gesättigt geht es zum Womo. Unser Weg führt uns nun ins Landesinnere Richtung Corte, der heimlichen Hauptstadt.

Eine gute Entscheidung, denn es erwartet uns eine schöne Strecke, die zur bisher landschaftlich schönsten auf Korsika wird, als wir sie Richtung Tavera verlassen um wieder einmal auf sehr schmaler Straße die Berge zu erklimmen. An der Cascade du Voile de la Marièe, dem „Brautschleierwasserfall“ legen wir einen Stopp ein. Das Wasser fällt meist nicht frei, sonder gleitet an dem Fels hinab und bildet einen Wasserschleier. So kann man vielleicht den Namen erklären, aber es soll auch eine Sage dazu geben. Ich klettere den mühsamen Weg hinauf, während Astrid zum Glück unten geblieben ist und auf mich wartet.

Weiter geht es durch die herrliche Bergwelt mit Gipfeln, die teilweise mit Schneeresten bedeckt sind. Man könnte sich fast an die Schweiz und Heidiland erinnert fühlen. Zurück auf der Hauptstraße, schlängelt sich auch diese sehr kurvenreich weitere 400 Höhenmeter hinauf bis zum Col de Vizzavona mit fantastischen Ausblicken.

An der Bahnstrecke entlang, die den Berg durch einen Tunnel überwindet, fahren wir durch den Ort Vizzavona und biegen im nächsten Ort,Tattone, zum Bahnhof und dem gegenüberliegenden Campingplatz ab. Am Bahnhof machen wir Halt und suchen vergeblich einen Fahrplan. Es scheint als würde hier kein Zug verkehren, allenfalls in der Hochsaison. Weit gefehlt, wie wir auf dem Campingplatz erfahren. Ein umfangreicher Fahrplan den wir an der Rezeption erhalten gibt Auskunft. Allerdings halten die Züge nur wenn man sich entsprechend bemerkbar macht, erfahren wir. Der Test folgt morgen.

War das ein herrlicher Tag, ganz nach meinem Geschmack!!! Eine super schöne Strecke hatten wir uns ausgesucht, kaum Autos, schmale Pfade, enge Serpentinen und wir mittendrin! Glücklich in Ajaccio angekommen, die Sonne lachte und wir bummelten durch die engen Gassen, schlenderten über den Markt und schauten uns natürlich auch die architektonisch teilweise sehr schönen Bauten, an. Bei all dem kam dieser französische Flair rüber den ich schon vermisst hatte!! Dann noch Akkordeonbegleitung beim Essen, was will man mehr !