Ab in den Süden

26.04.2017

Wir verlassen den Campingplatz „Le Saline“ in Calasetta und kommen ohne erneut durch die engen Gassen des Orten zu müssen nach San Antioco. Über den Damm fahren wir wieder auf das Festland, sofern man von Sardinien als Festland sprechen kann, und wenden uns Carbonia zu. An der Tankstelle fragen wir nach der Straße „Via Gramsci“ in Carbonia. In dieser Straße soll sich der Shop von 3ITA, dem Mobilfunkanbieter mit dem uns Domenico schon den Kontakt vorbereitet hat, befinden. Das Navi zeigt uns die Straße nicht an, wie wir später herausfinden weil sie vollständig „Via Antonio Gramsci“ heißt.

Wir finden den Shop, verständigen uns leidlich und verlassen ihn mit zwei SIM-Karten für je 10GB Datenvolumen. Als wir in unser Womo steigen, hat Astrid überraschenderweise wieder ein Netz auf der Basis von ALDI-Talk. Das verstehe noch einer. So behalten wir zunächst eine SIM-Karte in Reserve.

Sehr zum Verdruss von Egon hatte ich schon wieder Internet und nicht er !

Von Carbonia aus nehmen wir die Straße in Richtung Narcao um vor Villaperuccio erneut Halt zu machen. Unser Ziel ist die Nekropole von Montessu, eine weitere eindrucksvolle, steinzeitliche Gräberanlage.

zerschossenes Eingangsschild, hoffentlich kein böses Omen

Ein sehr weitläufiges Gelände, durch das sich mehrere Wege ziehen. Um an die einzelnen Anlagen zu gelangen sind einige steile Aufstiege nötig. Etwas weniger als die Hälfte der Anlage sehen wir uns an, dann sind wir ziemlich erschöpft. Auch weil es zunächst unter der Mittagssonne sehr heiß und später, bevor einige Regentropfen fallen, sehr schwül ist.

Die Anlagen sind sehr sehenswert und wir staunen darüber, wie doch die Menschen der Steinzeit in der Lage waren, solche Höhlen aus dem Fels herauszuschlagen.

Auf dem Parkplatz angekommen, wo wir jetzt noch einsamer sind als vor unserem Aufstieg, genehmigen wir uns zur Erfrischung erst einmal ein Eis, bevor wir weiter über Teulade durch sehr schöne Landschaft zur Costa del Sud, der Südküste, gelangen. Hier hoffen wir einen Platz zu finden, auf dem wir uns etwas länger aufhalten können.

Da mein lieber Mann immer der Meinung ist wir sind kein Lastwagen und die Verkehrsschilder in den Orten nicht für uns bestimmt, hatten wir wieder einmal voll zu tun um aus dem Ort raus zukommen. Viel zu schmal für so ein Fahrzeug und dann noch rechts und links geparkte Autos, dann wieder eine Gasse und vor uns ein Trauerzug dem wir im Schritttempo folgten, aber Pech gehabt, viel zu schmal die Gasse !!! Ein junger Italiener hatte schon seine Kumpels raus geklingelt um sich das Schauspiel von Egons Rangiererei anzuschauen. Aber Pech für ihn und Glück für uns, mein lieber Mann schaffte es mit Bravur !!!!!! Auf jeden Fall aber werden wir in Zukunft doch die Verkehrsschilder besser beachten und uns nicht überschätzen !!

Der erste Campingplatz allerdings, laut Womo-führer ganzjährig geöffnet, hat geschlossen. Auf dem nächsten Platz empfängt uns ein freundlicher Herr, der mit seinem Elektroroller auf uns zukommt. Wir finden einen sonnigen Platz, stellen uns so auf, dass wir die Sonne von früh bis abends genießen können und legen die Füße hoch.

Im Stromkasten neben uns nisten Vögel.

Nur wenige Meter trennen uns vom Strand. Auf einem Spaziergang dahin entdecken wir Flamingos und schauen den Versuchen eines Surfers zu, die perfekte Welle zu finden. Er scheint noch nicht so perfekt zu sein, denn es gelingt ihm kaum, sich weit genug vom Strand zu entfernen.

Vor dem Womo lassen wir den Abend ausklingen, auch wenn nebenan zwei kurz zuvor angekommene italienische Fahrzeuge mit Kindern an Bord unsere idyllische Ruhe vorübergehend stören. Die Größe des Platzes hätte es nicht erforderlich gemacht, dass sie sich so dicht neben uns aufstellen. (Am anderen Morgen verlassen sie bald den Platz)

Es ist schon lustig, es brauchen sich nur zwei Italiener treffen, schaut man nicht hin, denkt man eine ganze Gruppe trifft sich zum Plausch !! Aber dieser melodische Klang in der Stimme, einfach herrlich !!

Nun erstmal richtige Ruhetage (27.+28.04.), mal gemalt, dann wieder Bilder angeschaut oder sich mit der Kamera beschäftigt das muss auch mal sein.Beinahe hätte ich unsere Radtour vergessen !