Ajaccio

12./13.05.2017

Nach dem Ruhetag gestern, bei trübem und regnerischem Wetter, lacht heute morgen wieder die Sonne und wir machen uns auf den nur 11 km langen Weg nach Ajaccio. Wir sind schnell fertig, frühstücken werden wir in der Stadt.

Ajaccio ist Hauptstadt Korsikas und Departementshauptstadt. 1492 von den Genuesen gegründet, entwickelte es sich zu einem florierenden Handelsplatz. 1769 erblickte hier Napoleon das Licht der Welt. Später war er bei den Korsen nicht besonders gut gelitten. Das hat sich heute wieder gewandelt, wie an allen Ecken und Enden in der Stadt festzustellen ist. Sie haben wohl gemerkt, dass sich Ajaccio mit Napoleon touristisch besser vermarkten lässt.

Wir suchen uns einen Parkplatz am Hafen und schlendern dann, vorbei am Kopfbahnhof der Inselbahnstrecke, durch die bunten Straßen und über einen Wochenmarkt. Am Ende finden wir ein Kaffee, wo wir in der Sonne frühstücken können.

Der Bahnhof von Ajaccio

Weiter durch geschäftige Straßen und vorbei am Musèe Fesch mit einer massigen Skulptur des Kardinals im Innenhof, gelangen wir zum Place Marèchal Foch über den Napoleon Bonaparte wie ein römischer Imperator aus weißem Marmor gehauen wacht. Ein Löwenbrunnen vervollständigt das Ensemble. Auch hier herrscht reges Markttreiben, es ist schließlich Samstag.

Kardinal Fesch
Napoleon Bonaparte

Am hinteren Ende des Platzes startet eine kleine Bahn zu Stadtrundfahrten. Wir erwerben Tickets und müssen noch 25 Minuten bis zur Abfahrt warten. Als die Zeit ran ist, sind wir immer noch die einzigen Interessenten. Wenig später erhalten wir unser Geld zurück und machen uns zu Fuß auf den Weg in Richtung Zitadelle. Betreten verboten, noch hat das Militär hier die Oberhand.

Die nahe gelegene Kathedrale hält ihre Türen leider auch verschlossen. Also wandern wir weiter durch schmale Gassen, vorbei am Maison Bonaparte, dem ehemaligen Wohnhaus der Familie. Einen Besuch sparen wir uns, denn von dem ehemaligen Inventar ist fast nichts erhalten.

Interessant sind aber die teils klassischen Gebäude und mancher Blick in die Innenhöfe. Nochmal geht es über den gut sortierten Markt und wir schlagen zu, Gemüse, Baguette und leckerer Käse landen in unseren Einkaufstüten.

Unter dieser Last müssen wir uns erst einmal ein Plätzchen zum Verweilen suchen. In einem Straßenrestaurant werden wir fündig und stärken uns bei einem leckeren großen Salat, den wir uns zum Glück teilen, so beladen ist der Teller. Gut gesättigt geht es zum Womo. Unser Weg führt uns nun ins Landesinnere Richtung Corte, der heimlichen Hauptstadt.

Eine gute Entscheidung, denn es erwartet uns eine schöne Strecke, die zur bisher landschaftlich schönsten auf Korsika wird, als wir sie Richtung Tavera verlassen um wieder einmal auf sehr schmaler Straße die Berge zu erklimmen. An der Cascade du Voile de la Marièe, dem „Brautschleierwasserfall“ legen wir einen Stopp ein. Das Wasser fällt meist nicht frei, sonder gleitet an dem Fels hinab und bildet einen Wasserschleier. So kann man vielleicht den Namen erklären, aber es soll auch eine Sage dazu geben. Ich klettere den mühsamen Weg hinauf, während Astrid zum Glück unten geblieben ist und auf mich wartet.

Weiter geht es durch die herrliche Bergwelt mit Gipfeln, die teilweise mit Schneeresten bedeckt sind. Man könnte sich fast an die Schweiz und Heidiland erinnert fühlen. Zurück auf der Hauptstraße, schlängelt sich auch diese sehr kurvenreich weitere 400 Höhenmeter hinauf bis zum Col de Vizzavona mit fantastischen Ausblicken.

An der Bahnstrecke entlang, die den Berg durch einen Tunnel überwindet, fahren wir durch den Ort Vizzavona und biegen im nächsten Ort,Tattone, zum Bahnhof und dem gegenüberliegenden Campingplatz ab. Am Bahnhof machen wir Halt und suchen vergeblich einen Fahrplan. Es scheint als würde hier kein Zug verkehren, allenfalls in der Hochsaison. Weit gefehlt, wie wir auf dem Campingplatz erfahren. Ein umfangreicher Fahrplan den wir an der Rezeption erhalten gibt Auskunft. Allerdings halten die Züge nur wenn man sich entsprechend bemerkbar macht, erfahren wir. Der Test folgt morgen.

War das ein herrlicher Tag, ganz nach meinem Geschmack!!! Eine super schöne Strecke hatten wir uns ausgesucht, kaum Autos, schmale Pfade, enge Serpentinen und wir mittendrin! Glücklich in Ajaccio angekommen, die Sonne lachte und wir bummelten durch die engen Gassen, schlenderten über den Markt und schauten uns natürlich auch die architektonisch teilweise sehr schönen Bauten, an. Bei all dem kam dieser französische Flair rüber den ich schon vermisst hatte!! Dann noch Akkordeonbegleitung beim Essen, was will man mehr !

Ein Gedanke zu „Ajaccio“

  1. Hallo ihr beiden.
    Das scheint ja wirklich ein toller Tag gewesen zu sein.
    Egon,du musst dich auf die Gleise zum Halten stellen.Sonst denkt er du winkst ihm nur zu.
    Weiter so. Bis bald.

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