Arbanasi und Veliko Tarnovo

20.09.
Busausflug nach Arbanasi und Veliko Tarnovo. Wir starten wieder um 9 Uhr und fahren erst in das nur wenige Kilometer entfernte Arbanasi was auf einem Kalksteinplateau liegt mit schöner Aussicht auf Veliko Tarnovo. Unklar ist bis heute ob der Ort auf die Osmanen oder bulgarischstämmige Bevölkerung zurück geht. Für die Bewachung des Passes nach Veliko Tarnovo genossen die Bewohner jedenfalls Steuererleichterungen und andere Privilegien und wurden so reich. Sie bauten schöne Häuser auf Steinfundamenten, die ein hölzernes Obergeschoss tragen und von Mauern umgeben sind. Wer heute neu bauen will, muss im selben Stil bauen. Das können sich auch heute nur reiche Bulgaren leisten. Die größte Attraktion ist die Kirche Christi Geburt, die wir besichtigen. Ein großer Flachbau der schlicht ist und von außen durch nichts an eine Kirche erinnert, allenfalls durch die daneben an einem Holzgerüst aufgehängte Glocke, beherbergt im Inneren fantastische Fresken von Heiligen und biblische Szenen mit denen die Wände und die Gewölbedecken ausgemalt sind. Leider darf nicht drinnen nicht fotografiert werden. Zahlreiche Darstellungen sind einmalig in Bulgarien oder auch weltweit und machen die Kirche zu einer der schönsten. An manchen Stellen ist noch der Ruß belassen worden der die Malereien lange überdeckt hat. Die Darstellungen sind alle von hohem Symbolgehalt. Heute ist die Kirche entweiht, da sie Museum geworden ist. Deshalb finden in ihr keine Gottesdienste mehr statt.

Nach einem kurzen Rundgang im Ort besteigen wir wieder den Bus und fahren nach Veliko Tarnovo, eine der schönsten Städte Bulgariens. Im Osten befindet sich die vom Fluss Jantra fast völlig umschlossene Ruine der Festung Carevez. Veliko Tarnovo war vom 12. bis 14. Jh. die Hauptstadt des zweiten Reiches. Heute ist sie Universitätsstadt, mit einer schönen Altstadt. Die Bergfestung war seit dem 4.Jahrtausend v. Chr. bewohnt. Im 12.Jh. machte sie Zar Peter zur Hauptstadt des 2. Bulgarischen Reiches. Die Zaren Bulgariens bewohnten den Zarenpalast bis die Osmanen 1393 die Bulgaren schlugen und die Festung schleiften. Einiges ist inzwischen restauriert worden.

Wir bummeln noch ein wenig durch die Altstadt, bis wir um 15 Uhr wieder den Bus besteigen und zu einer Weinprobe fahren. Hier empfängt man uns mit gedeckter Tafel, mit Käse, Wurst und Brot und zahlreichen Probiergläsern. Die Getränke, Weis- und Rotwein, Sekt und Dessertwein werden sachkundig vorgestellt. Mit Ausnahme des Dessertweines handelt es sich ausschließlich um trockene Weine, nichts süßes, wie man es früher aus Bulgarien gewohnt war. Besonders interessant ist ein Sekt der aus mit Gewürzen versetztem Wein hergestellt und nach Herausnahme der Gewürze mit Kohlensäure behandelt wird. Sehr gut als Aperitif zu trinken.

Nicht mehr hungrig und durstig fahren wir zum Campingplatz um aber nur diejenigen abzusetzen, die sich nicht für ein gemeinsames Abendessen nach bulgarischer Art in einem Dorf angemeldet hatten Wir haben uns angemeldet und müssen da jetzt auch noch durch. In einem schönen Garten, in dem es aber bald kühl wird, werden wir empfangen. Und wieder essen und trinken. Manches, besonders das Dessert ist nicht nach unserem Geschmack. Aber wir haben einen schönen Abend, besuchen noch die kleine Schmuckwerkstatt im Haus und sind aber dann doch froh, als es zurück geht.