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Wir machen den Sommer länger- in Kroatien

Es wird Zeit euch etwas mitzuteilen. Eine Woche sind wir bereits unterwegs, haben nach Deutschland drei weitere Länder durchquert und sind in Kroatien angekommen.

Grund genug um nun langsam mit einem Bericht über unsere Tour in die Gänge zu kommen.

Abgereist sind wir am 04.09. Vom Tourbeginn zu Hause bis zum Verlassen Brandenburgs vergehen noch ca. 2 Stunden. Tanken, Einkaufen und Frühstück im Beetzsee-Center.

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Dann über Belzig auf die A9, später über weitere Autobahnen schließlich nach Donaustauf. Wir stehen auf einem kostenlosen Parkplatz in der Ortsmitte. Nur drei Womoplätze, aber wir nutzen einen PKW-Parkplatz. Spaziergang bis zum Chinesischen Turm und durch den Ort und an die Donau.

Die Donau bei Donaustauf
Chinesischer Turm

Ich beschließe am Morgen früh aufzustehen um an der Donau den Sonnenaufgang zu erwarten und hoffentlich schöne Fotos zu schießen. Mit einer entsprechenden App habe ich mich über die Richtung des Sonnenaufgangs informiert. Den Abend verbringen wir im Womo.

05.09.

5.45 Uhr meldet sich mein Handy-Wecker. Meine Foto-Sachen hatte ich bereits in meinem Rucksack verstaut und die Drohne im separaten Rucksack bereit gestellt.

Ich postiere mich unter der Donau-Brücke, baue zwei Stative auf für Camcorder und Kamera. Meine neue 360°-Kamera habe ich auch dabei. Der versprochene Nebel über der Donau hält sich in Grenzen und die Sonne kommt hinter den Wolken nicht zum Vorschein.

Ich mache dennoch ein paar Fotos und eine Timelaps-Aufnahme mit dem Camcorder. Auch das Handy und die Insta (360°-Kamera) kommt zum Einsatz. Auch die Drohne will ich starten. Dies gelingt auch nach mehreren Versuchen, aber ich habe leider nicht bedacht, dass sie unter der Brücke kein GPS-Signal empfängt. So trudelt sie ein wenig und schlägt gegen das Stativ. An zwei Rotoren brechen die Spitzen ab. Nicht so schlimm, ich habe noch Ersatz dabei. Aber nun will sie nicht mehr starten, da mir die Software ein neues Update meldet, welches nur über WLAN geladen werden kann, was ich hier nicht habe. Der Gesamterfolg fällt daher eher mäßig aus aber ich bin stolz auf mich weil ich mich endlich doch einmal aufgerafft hatte, so früh nach guten Fotogelegenheiten Ausschau zu halten.

Astrid schläft noch als ich wieder am Womo ankomme und ich bereite das Frühstück für uns.

Unser erster Weg führt uns dann zur Walhalla von Donaustauf. Wir sind früh da. Noch kein Touristenansturm. Die Ruhmeshalle beherbergt die Büsten berühmter Persönlichkeiten. Alte Exemplare und Neuere die von verschiedenen Künstlern zur Ergänzung gefertigt wurden. Beim Verlassen beschwert sich Astrid zu Recht darüber, dass viele der Neueren wenig Ähnlichkeit mit den abgebildeten Persönlichkeiten haben und die Beschriftungen nur schwer zu lesen sind.

Weiter geht es dann über Landstraßen bis Neubeuern um hier den Einstieg in die Deutsche Alpenstraße bis Bad Reichenhall zu finden. Der Stellplatz den wir dort schon einmal besucht hatten ist im Stellplatzführer leider nicht mehr zu finden, sondern nur ein kostenpflichtiger neben einer Therme. Dies und die Tatsache, dass der Tag schon ziemlich fortgeschritten ist bringt uns zu dem Entschluss, den Stellplatz in Neubeuern aufzusuchen und die Nacht hier zu verbringen.

Wir nehmen die Fahrräder und stoppen nur wenig später beim Bäcker. Lecker Kuchen und ein Cappuccino der den Namen auch verdient, weil er eine Crema hat. Beim Fleischer holt Astrid noch Grillvorräte und dann starten wir zu einer Tour auf dem Inn-Radweg. Eine Seite abwärts bis Nußdorf und auf der anderen Seite wieder zurück.

06.09.

Über Nußdorf gelangen wir zur Deutschen Alpenstraße. Nahe Ruhpolding machen wir Halt an der Chiemgau-Arena wo im Winter neben dem Ski-Springen auch der Biathlon-Weltcup stattfindet. Heute trainieren Jugendliche auf Ski mit Rollen und es wird geschossen. Auch Besucher dürfen Dienstags und Donnerstags Vormittags versuchen die Scheibe zu treffen. Für 15€ pro Schütze wagen wir es auch und es geht besser als erwartet. Astrid trifft sechsmal und ich siebenmal von 10 möglichen Scheiben.

Der Alpenstraße folgen wir bis kurz vor Bad Reichenhall um dann nach Österreich zu schwenken. Richtung Zell am See. Wir suchen uns einen Stellplatz in Almdorf am Steinernen Meer kurz vor Maria Alm. Es ist ein Bauernhof, der aber mit Stromanschluss und Entsorgung aufwartet. Damit können wir unsere Fahrräder nachladen und auch unsere Toilette entleeren.

Ein Airstream auf einem Hotelneubau. Innen ist eine Sauna eingebaut.

Wir unternehmen noch eine Radtour Richtung Maria Alm und weiter bis Unterberg. Sehr schöne Landschaft, tolle Gegend und schöne Orte und ein toller Blick auf die Karstberge des Steinernen Meeres.

07.09.

Unser Ziel ab hier ist die Großglockner-Hochalpenstraße. Da aber heute das Wetter trüb und regnerisch ist, legen wir einen Ruhetag ein und bewegen uns nicht vom Womo weg. Der Regen wird später stärker und auch in der Nacht regnet es noch.

08.09.

Der heutige Tag sieht schon einmal besser aus. Es regnet nicht und der Himmel zeigt schon Wolkenlücken. In Saalfelden kaufen wir noch ein wenig ein und starten dann in Richtung  „Großglockner Hochalpenstraße“ nach Bruck.

Eine faszinierende Strecke liegt vor uns. 36€ werden an der „Kassa“ fällig. Und es lohnt sich.

Wir befahren die gesamte Strecke einschließlich des Abzweiges zum Gletscher.

Und eine Seilbahn bringt uns auch noch auf einen Gipfel. Nur leider dürfen wir nicht mehr aussteigen, wir sind die letzten Passagiere. Dafür fahren wir für den halben Preis.

Auf der Strecke nach Heiligblut, dem Ende der Hochalpenstraße, werden uns bei den steilen Abfahrten die Bremsen heiß. Ein Nothalt wird eingelegt und vorn rechts an der Bremsscheibe entstehen schon kleine Flammen die ich aber löschen kann. Am Straßenrand legen wir eine Pause ein. Die Abkühlung dauert sehr lange und wir entschließen uns einfach hier am Straßenrand stehen zu bleiben und zu übernachten.

09.09.

Am Morgen bin ich schon etwas gespannt ob unsere Bremsen von dem Manöver gestern gelitten haben. Nachdem alles zur Abfahrt bereit ist löse ich sachte die Handbremse um die Bremsanlage zu testen. Die Bremsen reagieren kaum, aber Schuld daran bin ich selbst. In meiner Aufregung hatte ich versucht die Bremsen zu testen ohne den Motor vorher zu starten. Da können die Bremsen natürlich nicht tätig werden. Auf der weiteren Fahrt bewege ich das Womo noch etwas verhalten bis ich sicher bin, dass die Bremsanlage pflichtgemäß ihre Aufgabe erfüllt. Und das tut sie.

doch noch ein Blick auf den Großglockner

Unsere weitere Route führt uns über einige Pässe (wir lassen die Autobahnen aus) nach Italien und zur Adria bis nach Grado.

hier müssen wir durch
und hier wieder raus
Ein erstes Eis auf italienischem Boden

Hier waren wir 2014 schon einmal mit Freunden auf dem großen Europa-Camp. Dieses steuern wir heute nicht an, zu laut zu voll, zu teuer. Wir nehmen stattdessen den zentrumsnahen Stellplatz.

Der ist auch mit Entsorgungsmöglichkeiten und Strom ausgestattet. Wir fahren dann mit unseren E-Bikes in den Ort, genehmigen uns einen Drink, schieben unsere Räder am Lungomare entlang und essen leckeren Fisch zu Abend.

Am Lungomare

Santa Eufemia
Ein Drink tut auch gut
Grado am Abend

10.09.

Wir verzichten weiter auf die Fahrt auf Autobahnen und gelangen über Triest nach Slowenien und dann nach Kroatien.                                   Unterwegs erreicht uns die Nachricht, dass einer unserer Freunde, mit dem wir auch 2014 auf dem Camp in Grado gestanden und auch 2012 die Marokko-Tour gefahren sind, nach langer Krankheit verstorben ist. Wir sind sehr betroffen und unsere Schlussfolgerung lautet deshalb zum wiederholten Male: wir genießen das Reisen und unser Leben, solange noch Zeit ist, das Geld reicht und die Gesundheit es zulässt.

Wir durchqueren Istrien bis an die Südspitze nach Pula und steuern die  „Campsite Arena Indije“ an, auf dem wir schon einmal in vorderster Linie am Ufer gestanden haben. Wir finden einen ansprechenden Platz, ich nehme ein erstes Bad und später genießen wir den Sonnenuntergang. Wir werden hier ein paar Tage stehen bleiben.

Wir leben noch – und wie !

14.09.

Die faulen Tage in Istrien gehen heute zu Ende. Wir haben es genossen, den schönen Campingplatz, den schönen Platz in der ersten Reihe, den täglichen Blick auf die Adria, die Sonne und alles darum herum. Die Abwechslung besteht einzig darin, das der Tag durch die Mahlzeiten unterbrochen wird, der sonst darin besteht, die Fischerboote abends raus aufs Meer und morgens zurück kommen zu sehen, die kleinen und großen Boote zu beobachten die den ganzen Tag in der Bucht stehen und bis auf wenige Ausnahmen abends wieder zurück kehren und hin und wieder baden zu gehen. Schön war’s, aber irgendwann ist’s genug.

Gestern hatten wir noch ein Highlight. In Pula begann die jährlich stattfindende „Visualia“ – Festival of Light. Ich packe alle Camera- und Videotechnik in meinen Fotorucksack, wir nehmen uns ein Taxi und stürzen uns in das Getümmel. Nach ein paar Orientierungsproblemen finden wir uns zurecht und staunen über die Lichtinstallationen. Ich mache auch ein Reihe Videos, aber leider habe ich vergessen, das Videoschnittprogramm auf meinem Laptop zu installieren. Deshalb werden die Videos später nachgereicht. Gegen Mitternacht sind wir wieder auf unserem Campingplatz.

Heute stand noch eine kurze Radtour auf dem Programm. Fahrradwege sind leider kaum vorhanden. Dies, und die Tatsache, dass die Sonne ziemlich brennt, lässt uns bald wieder zurück kehren.

 

Wieder Strandurlaub und faulenzen

19.09.

Einige Tage sind nun schon wieder vergangen und wir haben uns nicht allzuviel weiter bewegt.

Am Samstag den 15.09. hatten wir unser Camp Arena  Indjie  verlassen, nicht ohne noch einmal einen Blick auf die vor uns liegende Insel zu werfen. 

Wir fahren an der Küstenstraße weiter um die Südspitze Istriens herum und erreichen Brestova. Von hier wollen wir mit der Fähre auf die Insel Cres übersetzen. Kurz vor uns legt eine ab und wir müssen warten. Die Tickets lösen wir bereits und stellen uns in die größer werdende Schlange. Immer wieder versuchen Deutsche und Österreicher links an der Schlange vorbei zu fahren und müssen dann doch wieder kehrt machen. Irgendwann kommt die Fähre und in 20 Minuten haben wir die Insel Cres erreicht. Der Hauptort der Insel trägt den gleichen Namen und dort liegt unser Ziel, das      Camp Kovacine .  Wir suchen uns einen Platz aus im blauen Bereich, denn das Camp ist schön bunt aufgeteilt. Die strandnahen Plätze sind leider alle ausgebucht, aber wir stehen sehr gut und vermutlich ruhiger als in erster Reihe, denn es herrscht da doch einiger Verkehr, weil am Strand ein Durchgangsweg durch das Camp führt. Wir machen es uns gemütlich gehen jeden Tag baden, fahren mal mit den Rädern in die Stadt und mal mit einer Touristenbahn. Die Stadt konzentriert sich um den Hafen, wo auch zahlreiche Restaurants zu finden sind. Auch wir lassen es uns hier schmecken.

Eigentlich wollten wir heute das Camp verlassen und über die Insel Krk auf das Festland. Ich wollte gern noch einmal zu den Plitvicer Seen im gleichnamigen Nationalpark um hoffentlich schöne Fotos zu machen. Nur ist leider aktuell für die Gegend Regen angesagt und danach Temperaturen nicht höher als 16°. Das wollen wir uns nicht antun und verlängern hier noch. Vermutlich bis zum Samstag.

Wie es dann weiter geht folgt im nächsten Bericht. Eines noch: wir haben gerade festgestellt, dass wir auf einer Womo-Reise noch nie so oft baden waren wie jetzt und noch nie solange an einzelnen Standorten verweilt haben. Auch mal schön, zumal wir diesmal nicht auf der Suche nach touristischen Highlights sind.

Wir sind auf der Rückreise – aber ohne Stress

24.09.

Aus dem Samstag ist nun doch der darauffolgende Montag geworden.  Die ursprünglich schlechter werdenden Prognosen für das Wetter in den nächsten Tagen hatten sich relativiert. Erst für den Montag war nun bereits für den frühen Morgen Regen angekündigt. Aber den Sonntag haben wir noch einmal mit vollen Zügen genossen. Bei herrlichem Wetter haben wir eine Radtour zu beiden Seiten des Camps unternommen. Rechts herum geht es durch einen FKK-Strand bis zu einer sehr schönen Bucht und links durch Cres hindurch, am Jachthafen vorbei, wo uns auffällt, dass wir an der Tankstelle vor einigen Jahren schon einmal getankt hatten, weiter bis zum grünen Leuchtturm der dem Roten an unserem Camp genau gegenüber liegt. Ein schöner Fahrradweg führt bis dahin.

und nun noch die Karten einstecken

Am Nachmittag baden wir noch einmal ausgiebig und können uns kaum von dem schönen Strand und dem glasklaren Wasser trennen. Hier waren wir nicht zum letzten Mal.

Gut, dass ich am Abend alles bereits eingeräumt habe. Die Wetter-App hatte recht, ab sechs Uhr setzt Regen ein. Wir werden zügig fertig, ent- und versorgen unser Womo und starten wieder nach Brestova um wiederum mit der Fähre auf das Festland zu gelangen. Die Schlange vor der Fähre ist lang, aber wir kommen noch auf’s Schiff ohne warten zu müssen. Wir bleiben im Womo und genehmigen uns einen selbstgemachten Espresso.

Wieder an Land geht es durch Slowenien nach Italien, vorbei an Triest bis nach Tarcento. Wir machen hier nur Halt weil es hier einen Stellplatz gibt und wir nicht weiter fahren wollen. Und es soll einen Wasserfall geben, der vielleicht für mich ein schönes Fotomotiv abgibt.

25.09.

Heute folgt die Enttäuschung. Wir machen zwar eine schöne Fahrradtour aber der Wasserfall führt kaum Wasser und ist auch nicht direkt erreichbar.

das ist der Ersatz

Nach einem Espresso im Ort fällt die Entscheidung für die Weiterfahrt bis Arta Therme.  Unterwegs noch ein Stopp am schönen Lago di Cavazzo.

Auch in Arta Therme machen wir eine  schöne Fahrradtour in schöner Landschaft. Die Nacht wird ziemlich kalt und wir müssen heizen. Wir vermissen die Sonne und den Strand von Kroatien wohl wissend, dass das Wetter dort auch nicht mehr so ist wie es bei unserem Aufenthalt war.

26.09.

Es ist Mittwoch und wir fahren weiter bis nach Bruneck über sehr schöne Straßen die auch auf der Straßenkarte durch die grüne Markierung als touristisch interessant ausgewiesen sind.  Wir fahren durch die Dolomiten. Im Sextner Tal machen wir Halt und fahren mit der Seilbahn zum Ausblick zu den Drei Zinnen, Tre Cime auf italienisch. Eine herrliche Aussicht.

Bruneck kennen wir bereits aus einem früheren Aufenthalt, als wir auf Schloss Ripa eines der Mountain Museen von Reinhold Messmer besucht hatten. Heute tut es ein Spaziergang durch die Stadt.

27.09.

Nun ist bereits Donnerstag und wir fahren weiter Richtung Heimat, aber ohne Zeitdruck. Wir lassen wie in den letzten Tagen die Autobahnen aus, kaufen noch Äpfel hier in Südtirol und fahren über den Brenner und Innsbruck bis Mittenwald. Den letzten freien Platz auf dem Stellplatz ergattern wir unmittelbar unterhalb des Karwendelgebirges. Der Ort selbst ist sehr touristisch, aber wir suchen ihn am Abend ein zweites Mal auf um deftig zu essen. Zurück im Womo brauchen wir deshalb noch einen Crappa.

Morgen werden wir vermutlich noch hier bleiben um eine Wanderung in die Leutaschklamm zu unternehmen, aber dazu dann später.

Herrliche Wanderung und trotzdem Enttäuschung

28.09.

Wir haben die Ankündigung umgesetzt. Eine Wanderung in die Leutaschklamm, die auch Leutascher Geisterklamm genannt wird. Drei Wanderwege führen durch das Gelände, das wir vom Stellplatz aus auf ziemlich schmaler Straße erreichen und damit wieder auf österreichischem Staatsgebiet landen. Wir machen die große Runde die am entferntesten Punkt ziemlich beschwerlich ist, weil es sehr steil nach unten geht zum Wasserfallsteig. Unterwegs passieren wir auch die Panoramabrücke. Ich habe mein gesamtes Foto-Equipment dabei, weil ich Wasserfallbilder mit Langzeitbelichtung für eine seidige Wasserstruktur machen will. Auch sonst bieten sich zahlreiche Motive an abgelichtet zu werden. Die Wege sind alle kostenlos begehbar, nur der Wasserfallsteig kostet einen geringen Obulus, obwohl es hier ziemlich kühl, laut und nass ist. Aber so etwas kostet eben. Auch hier überqueren wir mehrfach die deutsch-österreichische Staatsgrenze. 

Für die Gesamtstrecke von etwas mehr als 5 km benötigen wir am Ende etwa 4 Stunden, Unterbrechungen wie Kaffee und Kuchen am Eingang zum Wasserfallsteig mit eingerechnet.

Blick auf Mittenwald und die Berge

Vom Parkplatz aus fahren wir zurück nach Mittenwald, durchqueren den Ort und nehmen die Landstraße Richtung Norden, vorbei an schönen Landschaften und Seen und machen einen letzten Zwischenstopp auf dem Weg nach Hause in Pfaffenhofen an der Ilm.

Es wird schon dunkel als wir ankommen und wir haben keine Lust noch irgendetwas zu unternehmen.

Am nächsten Tag geht es dann auf die Autobahn und am Nachmittag steht unser Womo wieder am vertrauten Platz unter unserem Carport. Unsere Kroatientour ist zu Ende. Das ist die erste Enttäuschung.

Schlimmer ist es heute. Ich will den Bericht zum Abschluss bringen und finde die Bilder von der Wanderung durch die Leutaschklamm nicht wieder. Vermutlich habe ich die Speicherkarte in der Kamera formatiert, bevor ich die Bilder auf den Rechner gezogen habe. Dummheit muss betraft werden. Deshalb finden sich in diesem Artikel auch nur Handyfotos.

Aber zweierlei muss ich noch los werden. Der Tank unseres Womos muss sich geweitet haben. Bevor wir nach Kroatien gekommen sind hatten wir in Slowenien getankt; Italien war zu teuer. Mit dieser Tankfüllung sind wir nach Kroatien, von dort auf die Insel Cres, wieder zurück auf das Festland und durch Slowenien, durch Südtirol (Italien) und bis nach Österreich. Dort haben wir wieder getankt und sind bis nach Hause gekommen. Das hatten wir noch nie geschafft.

Und das Zweite: anders als hier zu Hause sind Biker mit herkömmlichen Fahrrädern in Südtirol und im Süden Deutschlands, aber auch in den Urlaubsgebieten in Kroatien absolute Exoten. Alle fahren E-Bike. Auch Pärchen, älter als wir, sind sogar häufig mit E-Mountainbikes unterwegs, die man eher jüngeren Semestern zuordnen würde.

So, dass soll es nun gewesen sein. Vielleicht folgt im Oktober noch eine Kurztour in den Elsass. Bis dahin, Tschüss und eine gute Zeit.

Sardinien wartet auf uns!

15.04.2017

Nach 6 Tagen und etwas mehr als 1500 km wird es endlich Zeit mit dem Reisebericht zu beginnen. Ein Reisebericht der ursprünglich unsere Tour auf die Insel Korsika zum Inhalt haben sollte. Aber wenige Tage vor Abfahrt und nach einem Blick in das Internet, der für Korsika noch keine ansteigenden Temperaturen offenbarte, habe ich Astrid einen anderen Vorschlag unterbreitet. Unser neues Ziel soll Sardinien sein. Und wenn noch Zeit bleibt, können wir immer noch nach Korsika, bei dann angenehmeren Temperaturen. Astrid war einverstanden und dann wird es jetzt so gemacht.

Am Montag den 10.04. sind wir ohne Stress gestartet und bis nach Ansbach in Bayern gekommen bis uns klar war, es reicht für heute.

Wir finden auch den Stellplatz nahe der Innenstadt dank vorhandener Koordinaten. Und auch Strom gibt es hier wie im Stellplatzführer angegeben. Der Platz ist auch gut besucht.

Nachdem wir uns stadtfein gemacht haben, begeben wir uns auf direktem Wege in die Altstadt der etwas mehr als 40.000 Einwohner zählenden Stadt Ansbach.

Ansbach, „Anschba“ im hiesigen Dialekt, – Markgräfliche Residenzstadt in Mittelfranken

ist Regierungshauptstadt von Mittelfranken und ehemalige Residenz der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, kann auf eine über 1250-jährige, bewegte und wechselvolle Geschichte zurückblicken.

Die Stadt, die heute 40.000 Einwohner zählt, liegt an der historischen Burgenstraße und grenzt an den waldreichen Naturpark Frankenhöhe. Durch seinen Reichtum an historischen Sehenswürdigkeiten und Schätzen nimmt Ansbach unter den Städten Frankens eine besondere Stellung ein. Beeindruckende Baudenkmäler wie die Hofkanzlei, die Kirchen St. Johannis und St. Gumbertus, die Residenz mit ihren 27 Prunkräumen und die prächtige Orangerie im Hofgarten zeugen von der glanzvollen Vergangenheit der einstigen Residenzstadt.

Heute prägen moderne Bildungseinrichtungen wie die Hochschule Ansbach, mittelständische Industrieunternehmen aus den Bereichen Kunststoffverarbeitung, Nahrungsmittel und Elektrotechnik, die verschiedenen Verwaltungseinrichtungen und ein attraktives innerstädtisches Einzelhandelszentrum die einstige Garnisonsstadt. (Wikipedia)

Am nächsten Tag führt uns unsere Route nach Benglen bei Zürich. Wir besuchen unsere lieben Freundinnen Barbara und Ruth, mit denen wir schon einige Touren in der Gruppe (Marokko, Südosteuropa und Türkei) aber auch individuelle Touren in der Schweiz und in Deutschland gemacht haben. Die Wiedersehensfreude ist auf beiden Seiten riesengroß und wir verbringen einen sehr schönen Abend miteinander. Nach gemeinsamen Frühstück am anderen Morgen geht unsere Fahrt weiter. Uns bleiben noch ein paar Tage bis zur Fährüberfahrt nach Sardinien. Und was fällt uns deshalb als nächstes Ziel ein. Ja, wir haben es wieder getan, wir landen in Cannobio am Lago Maggiore, unserem ehemals so heißgeliebten Ort für zahlreiche Kurzurlaube in den Neunzigern und anfangs der Zweitausender Jahre. Bis wir beim letzten Aufenthalt eigentlich entschieden hatten, nie wieder hierher zu kommen, weil sich so vieles, und vieles nicht zum Guten nach unserer Ansicht, verändert hat.

Zumindest suchen wir nicht den überteuerten Campingplatz vom letzten Mal auf, sondern stehen auf einem neuen Stellplatz. Dabei haben wir Glück, dass wir noch einen Platz finden. Zahlreiche andere Womo’s steuern am Abend und in der Nacht noch diesen Platz an und müssen schließlich wieder kehrt machen oder stehen in den Seitenstraßen, wie wir später entdecken. Wir bleiben zwei Nächte und besuchen das immer wieder sehenswerte Städtchen mit der Promenade direkt am Lago Maggiore. Aber erneut müssen wir feststellen, dass weitere alteingesessene Geschäfte aufgegeben haben und die Atmosphäre der früheren Jahre weiter verloren geht. Dafür ist das Preisniveau gestiegen.

Auf jeden Fall verwöhnt uns das Wetter, wie auch am nächsten Tag in Cremona mit 24° und herrlichem Sonnenschein. Eigentlich hatten wir erwartet leere Straßen und geschlossene Geschäfte vorzufinden. Schließlich ist Karfreitag. Aber der ist wohl in Italien kein Feiertag.

Wir sind zunächst der Überzeugung noch nie in Cremona gewesen zu sein. Aber ich hege Zweifel, als wir den Stellplatz, ein Großer Parkplatz am Stadion, ansteuern. Mir kommt das alles hier ziemlich bekannt vor. Aber Zweifel bleiben auch bei mir, als wir die schöne mittelalterliche Innenstadt aufsuchen. Diese Zweifel werden wir wohl erst zu Hause bei der Durchsicht alter Reiseunterlagen zerstreuen können.

Cremona ist eine Stadt in der Lombardei, Italien, am linken Flussufer des Po inmitten der Po-Ebene mit 71.901 Einwohnern. Zugleich ist Cremona Verwaltungssitz der gleichnamigen Provinz.

Die Stadt wurde insbesondere bekannt durch die Geigenbauerfamilien Amati, Guarneri und Stradivari. Cremona wurde 218 v. Chr., also im selben Jahr wie Placentia (Piacenza), von den Römern als Vorposten gegen die gallischen Stämme gegründet. Es wurde 190 v. Chr. mit 6000 neuen Siedlern verstärkt und bald eine der blühendsten Städte Norditaliens. Wahrscheinlich bekam die Stadt 90 v. Chr. die Rechte eines Municipiums. (Wikipedia)

Heute am Samstag besuchen wir nochmals die Innenstadt, sehen uns das Violinmuseum an und im gleichen Gebäude eine Fotoausstellung bedeutender Fotografen des 20. Jahrhunderts, die Kriege und Not in Indien, Südkorea und Vietnam dokumentiert haben. Andere wiederum haben Berühmtheiten des Filmgeschäfts abgelichtet, wie z.B. Marilyn Monroe, Clark Gable und James Dean, und für das TIME-Magazin gearbeitet.

Anschließend geht es auf eine vergleichsweise kurze Etappe bis nach Pavullo nel Frignano, einem Ort nicht weit von Modena und der Ferrari-Hochburg Maranello.

Auf dem anvisierten kleinen Stellplatz an einem Park finden sich wieder zahlreiche Wohnmobile. Alles Italiener. Vielleicht auf Osterausflug.

Hier haben wir wieder Strom und ich kann meinen Laptop an das Netz hängen. Ich kann ihn zwar während der Fahrt über den Wechselrichter immer wieder nachladen, aber am Abend macht er schnell schlapp. Das Alter eben (vom Laptop!). Und das heißt, ich brauche einen Neuen.

 

unterwegs nach Livorno

16.04.2017

Gut und lange geschlafen. Nur die Italiener neben uns machen störende Geräusche. Es hört sich an, als würden permanent alle Schränke aus und anschließend wieder eingeräumt. Aber die Sonne begrüßt uns. Im Womo ist es noch etwas kühl und ich mache die Heizung an damit mein Schatz zu Ostern nicht am Frühstückstisch frieren muss.

Gegen 11 Uhr verlassen wir den Platz nachdem alle üblichen erforderlichen Arbeiten erledigt sind. In Google-Maps stellen wir für unsere heutige Übergangsroute nach Livorno, wo wir morgen Früh nach Sardinien einschiffen werden, auf „Autobahnen vermeiden“. Für die 156 km werden uns 3,5 Stunden Fahrtzeit angezeigt. Das heißt, entweder zahlreiche Ortsdurchfahrten mit den üblichen unzähligen Kreisverkehren wie gestern, oder aber, und das wird sich als zutreffend erweisen, kleine und schmale Straßen durch bergiges Gelände. Es ist eine fantastische kurvenreiche Tour auf der SS12, viel Natur und Ausblicke auf noch schneebedeckte Berge. Diese Route mussten wir selbstverständlich für ein Picknick unterbrechen.

Sehr sehenswert auch die Ponte della Maddalena, oder auch Ponte Diavolo (Teufelsbrücke) genannt. Die Steinbrücke aus dem 14. Jahrhundert überquert bei Borgo a Mozzano den Fluss Serchio.

Vorher hatten wir die Provinz Emilia Romana verlassen und befinden uns nun in der Toscana. Nachdem wir die Bergwelt hinter uns gelassen haben steuern wir auf Lucca zu, was wir noch aus unserem ersten Italienurlaub Anfang der neunziger Jahre kennen und steuern dann an Pisa vorbei auf Livorno zu. Zunächst kurven wir etwas ziellos in Livorno umher. Für den Hafen ist es noch zu früh. Erst nach acht, wenn das letzte Fährschiff beladen ist, wollen wir hin und im über Nacht verschlossenen Hafengelände im Womo übernachten.

Am letzten Tankstopp verweilen wir deshalb eine Weile, bis wir dann das Hafengelände ansteuern. Zwei Womo’s stehen bereits hier, ein Franzose und ein Deutscher, die ebenso wie wir davon ausgehen, dass wir hier gemeinsam richtig sind.

Überfahrt und Ankunft auf Sardinien

17.04.2017

Die Nacht ist vorbei bevor der Wecker um sechs Uhr klingelt. Es ist schon Bewegung draußen, wie auch am Vorabend schon, obwohl nach dem Womo-Reiseführer das Hafengelände von 22 bis 6 Uhr geschlossen sein soll. Um uns herum stehen weitere Womo’s aber auch PKW. Der Andrang hält sich für eine große Fähre, wie sie hier verkehren, allerdings in Grenzen. Es ist zum Glück noch Vorsaison.

Es dauert nicht lange, da kommt auch schon ein Mensch in gelber Warnweste und scannt unser Ticket und klebt uns einen Strichcode an die Windschutzscheibe. Damit ist alles erledigt. Und wir hatten extra noch einmal nach gebucht, weil auf dem ersten Ticket eine Fahrzeuglänge von 5,01 bis 6m stand. War mein Fehler. Aber wir wären offensichtlich auch mit diesem Ticket durchgekommen.

Eine Kabine haben wir für die sechseinhalbstündige Überfahrt nicht gebucht und suchen, nachdem wir die Ausfahrt aus dem Hafen vom Oberdeck verfolgt hatten, gleich erst einmal die Cafeteria auf um ein Frühstück zu nehmen.

Anschließend sind in der Lounge alle Ecksofas von Leuten belegt, die sich hier zum Schlafen niedergelegt haben. Nicht lange müssen wir auf den unbequemen Sesseln ausharren und ich erblicke ein freies Ecksofa, als ich mit einem Drink von der Bar zurück komme. Nun können wir es uns auch bequem machen und die Augen vorübergehend schließen. Wir kommen an den Inseln Capraia Isola und Elba vorbei und landen dann in Golfo Aranci, unserem Zielhafen.

Das Ausschiffen geht zügig vonstatten und wir steuern gen Norden. Unser erster Halt Capo d’Orso, „Bären-Kap“, eine der großen Naturattraktionen im Norden Sardiniens und eines der Wahrzeichen. Die bizarr verwitterten Tafonifelsen weisen skurrile Formen auf und der gigantische Felsen am Ende des Weges hat die Form eines Bären.

Weiter geht es Richtung Palau bis zum Campingplatz Baia Saraceno. Sieht zunächst noch ziemlich verlassen aus und auch die Rezeption ist unbesetzt. Wir finden einen schönen Platz und machen es uns bequem. Bei einem Rundgang stellen wir fest, dass doch einige Wohnmobile hier bereits Station machen und auch das Restaurant hat geöffnet. Zwei Nächte werden wir hier bleiben und uns morgen mit der weiteren Planung unserer Inselrundreise beschäftigen.

Na sowas. Hat der Selfie-Stick doch schon ausgelöst.
Jetzt ist es besser.

La Maddalena, La Caprera und Capo Testa

19.04.2017

Gestern haben wir wie angedeutet die Füße hoch gelegt. Und mit der weiteren Route sind wir noch nicht sehr weit in der Planung gekommen. Ich habe mich mit der Technik , insbesondere mit meiner neuen Kamera beschäftigt und ein paar Experimente gemacht.

Heute nun wieder auf Tour. Wir fahren nur in den wenige Meter entfernten Ort Palau und steuern den Hafen an , setzen mit der Fähre nach La Maddalena über, eine vorgelagerte Insel, die mit der durch einen Damm verbundenen Nachbarinsel La Caprera einen Nationalpark bildet. Nur La Maddalena ist bewohnt. Wir nehmen aber gleich den Abstecher über den Damm nach La Caprera. Die einzige Straße führt bis vor ein nationales Heiligtum, das Garibaldi-Museum. Hier muss jeder Italiener einmal gewesen sein. Der legendäre Garibaldi hatte sich hier etwa die Hälfte der Insel gekauft und mit Frau(en) und Kindern seinen Ruhesitz eingerichtet und hier seine letzten Lebensjahre verbracht. Wir besuchen das Museum mit dem Sterbehaus und erhalten zum Glück eine deutsche Erklärung an die Hand.

Dann geht es wieder zurück über den Damm nach La Maddalena und wir umrunden die Insel auf der Küstenstraße, „strada panoramica“.

Zurück am Hafen, finden wir die Fähre schon voll vor und wir müssen auf die nächste warten. Ab 15.30 Uhr dürfen wir wieder auf den Parkplatz und dann die nächste Fähre nehmen. Schnell haben wir die kurze Entfernung überwunden und fahren weiter Richtung Westen. Der Campingplatz in Porto Pozzo hat noch nicht geöffnet, deshalb nehmen wir noch den Abstecher nach Capo Testa, den nördlichsten Punkt Sardiniens in Angriff, nachdem wir Santa Teresa Gallura, die nördlichste Stadt Sardiniens, mit einem kurzen Stopp beehrt haben. Sie liegt nur 18 km von Bonifacio entfernt, dass bereits auf Korsika liegt.

Auch hier am Capo Testa viele Steinformationen, die „Friedhof der Steine“ genannt werden wegen der skurrilen Formen. Ein wahres Stein-Labyrinth. Die Unterwasserwelt vor Capo Testa gilt als eines der schönsten Tauchreviere der Welt.

Wenige Kilometer weiter finden wir in Vignola Mare einen schönen Campingplatz. Er ist mit allem ausgestattet, relativ Preiswert mit ADAC-Camp-Card und erhalten noch einen Gutschein mit 10% Preisnachlass für das Restaurant. Die Zufahrt zu den Plätzen auf unserem Areal sind ziemlich schmal für längere Wohnmobile, deshalb stellen wir uns ganz nach vorn und stehen hier gut. Das Restaurant ist nur eine Pizzeria, aber außerhalb des Platzes werden wir fündig und essen hier sehr gut und stilvoll (ohne Rabatt).

über Porto Torres nach Alghero

20.04.2017

Weiter geht es auf der schönen Küstenstraße. In dem kleinen Dorf Paduledda nehmen wir die Stichstraße zur Küste und gelangen nach 4 km zur Isola Rossa, benannt nach der vorgelagerten roten Insel. Auch hier gibt es eine neue Marina.

Zurück auf der Hauptstraße wenden wir uns jetzt Castelsardo zu und finden eine malerische auf einem Felsvorsprung befindliche Altstadt.

Wir haben aber anderes vor. Wir suchen einen Fels der wie ein Elefant aussehen soll. Die Womoführer-Beschreibung ist etwas unpräzise und wir kurven eine Weile umher. Dies führt allerdings dazu, dass wir in Sedini, ein originelles Felsenhaus „San Rocca“ entdecken. Den Elefantenfels finden wir dann auch noch.

Nächstes Ziel, Porto Torres. Von den Römern gegründet ist die Stadt heute von etwa 21.000 Einwohnern bewohnt. Wir parken am Hafen und machen einen Spaziergang in die Stadt. In der Basilika San Gavino aus dem 11.Jh., der größten romanische Kirche Sardiniens, beginnt gerade eine Totenmesse. Hunderte von Besuchern sind hier anwesend. Heiraten und sterben sind in Italien ein teures Unternehmen.

Wir schneiden nun die nordwestliche Inselspitze ab und fahren vom Norden her Richtung Alghero. Unterwegs passieren wir das mit 650 ha größte Weingut Sardiniens „Sella & Mosca“. Gleich daneben besuche ich noch die steinzeitliche Gräberstätte „Anghelu Ruju“ die etwa aus der Zeit 3300 v.Chr. stammt. Insgesamt 38 verzweigte Felsgräber sind hier freigelegt worden. Wahrscheinlich befand sich darüber der ehemalige Ort, von dem allerdings nichts erhalten ist.

Alghero wurde von den Genuesern gegründet, geriet später unter spanische Herrschaft. So nennen die Sarden sie noch heute „spanische Stadt“. Am Hafen entlang erstreckt sich eine Stadtmauer mit ihren Bollwerken auf denen nachgebaute Verteidigungsanlagen stehen.

In Alghero suchen wir den angegebenen Campingplatz. Wir finden ihn, aber leider ist er noch geschlossen. Ein weiterer Stellplatz in der Stadt existiert nicht mehr. Schließlich stellen wir uns auf den großen Parkplatz am Hafen und übernachten hier ungestört, nachdem wir noch einen Spaziergang durch die Altstadt unternommen haben. Viel Trubel herrscht hier. Vermutlich wird Schulabschluss gefeiert, denn viele Jugendliche sind unterwegs und auf den Straßen liegen bunte Bänder.

Zahlreiche Geschäfte sind hier mit rosa Behältnissen, die mit Blumen bepflanzt sind, geschmückt und überall finden wir ebenfalls in rosa gestrichene Fahrradteile und Felgen an den Wänden. Aufklärung liefern Wimpel an den Laternen. Hier wird am 5.Mai der 100. Giri d’Italia gestartet. 3 Etappen werden auf Sardinien ausgetragen. Das werden wir uns nicht entgehen lassen.