Bastia und Abschied von Korsika

22.05.2017

Wir verlassen Saint Florent in Richtung Patrimonio und passieren wiederum zahlreiche Weingüter. Wir halten uns diesmal zurück, blicken nochmal auf Saint Florent und überqueren dann den Col de Teghime, den höchsten Punkt, bevor es auf der Ostseite nach Bastia hinunter geht. Im Navi hatte ich in der Innenstadt von Bastia einen Parkplatz gesucht, den wir ansteuern wollen. Einfacher gedacht als getan. Bastia empfängt uns mit dichtem Verkehr und das Navi will uns durch schmale Straßen führen. Nicht alle Anweisungen befolgen wir, verlieren aber unser Ziel nicht aus den Augen. Hilft uns trotzdem nicht, denn der Parkplatz ist durch uns nicht befahrbar. Nach weiteren Schwenks entschließen wir uns, doch gleich zu dem uns bereits bekannten Camp „Sable Rouge“ zu fahren und nehmen fast den gleichen Platz wieder ein.

Astrid erkundigt sich beim einchecken nach einer Busverbindung, die tatsächlich existiert. Mit Hilfe des Platzpersonals finden wir auch die nahe Haltestelle. Der kleine Bus fährt Gratis bis zum Place Nicola mitten im Zentrum.

Wir erwandern die Stadt auf der auf dem Stadtplan empfohlenen Route und passieren den großen zentralen Place Nicola, natürlich bestückt mit einer heroischen Statue von Napoleon.

nicht viel los um die Mittagszeit

Wir sehen uns die mit üppigem Marmor- und Golddekor ausgestattete Betkapelle „Oratoire de la Confrèrie de I’Immaculèe Conception“ an. Fresken aus dem 17.Jh. schmücken die Decke. Dunkle Holztäfelung und roter Damast sorgen für feierliches Ambiente.

Am Hafen essen wir gut zu Mittag und wenden uns dann der Zitadelle zu.

Über zahlreiche Stufen erreichen wir den Zugang und steuern auf die Kapelle St. Croix mit dem wundertätigen Kreuz zu.

Von hier oben haben wir einen guten Blick auf die Stadt und den Hafen und wir erkennen im Wasser den Tunnel, der das Hafenbecken unterquert.

der Tunnel ist gut zu sehen

Bastia sollte man bei einem Korsikabesuch durchaus gesehen haben, aber beim Blick über die Fassaden der Geschäfte hinaus und in Seitengassen spürt man den Verfall der Stadt, der weit über den üblicherweise als morbiden Charme bezeichneten Zustand hinaus geht.

Zurück zum Place Nicola ersteht Astrid noch Briefmarken für die restlichen Korsika-Karten, wir nehmen noch einen Kaffee und begeben uns zur Haltestelle um auf unseren Kleinbus zu warten. Als aus den veranschlagten zwanzig Minuten eine Stunde wird, beschwert sich Astrid in der Touristeninfo, die nach Rücksprache bestätigt, dass der Bus tatsächlich alle zwanzig Minuten gekommen ist. Wir haben den Fehler und damit die Wartezeit zu verantworten. Wir hatten immer auf einen Bus der gleichen Größenordnung wie bei der Herfahrt gewartet und dabei die neunsitzigen Kleinbusse ignoriert. Aber dann klappt alles, wir landen am Camp und genehmigen uns zum Trost einen kräftigen Drink und schauen den Boulespielern bei ihrem durchaus ernsthaft geführten Wettkampf zu und genießen die untergehende Abendsonne am letzten Abend unseres Korsika-Aufenthaltes.

Die Nacht wird kurz. Um sechs klingelt der Wecker und dann geht es zum Hafen und zur Fähre, mit der wir wieder auf das italienische Festland übersetzen wollen.

konnte kein Wort lesen

Das war nun unser letzter Tag in Korsika. Auch in Bastia mussten wir wieder viele Treppen überwinden um die kleinen Gassen zu erlaufen. Dadurch haben wir auch festgestellt, das sie hier wohl kaum eine Bauaufsicht haben werden denn die sehr vielen Bausünden an den alten Häusern waren schon sehr enorm. Von ‘Rustico’ war keine Rede mehr!! Das muss man mal gesehen haben, bloß nicht im Sommer wenn die großen Touristenströme einsetzen. Ich habe sowieso das Gefühl, das jetzt mehr Urlauber unterwegs sind.

Wenn mich jetzt jemand fragen würde welche der Inseln mir am Besten gefallen hat, kann ich nur sagen, jede für sich hatte seinen Reiz!! Hier auf Korsika kann man wunderbar wandern und klettern.Schon etwas mehr für den gehobenen Standard da ( jedenfalls auf unseren Wanderungen) sehr viele Steine und Geröll zu überwinden sind.

Mir scheint, das jeder Korse mindestens einen Hund besitzt (die meisten hören aber nicht auf Herrchen!!) es sehr viele rauchende Frauen gibt, die Ortsschilder oft übermalt sind und das die Biker aus aller Herrenländer sich hier treffen. Die Kurven und Serpentinen sind ja auch ideal dafür!!! Was ich aber noch vergessen hatte zu berichten ist, das auch schon auf Sardinien mir ein Vogel aufgefallen war der nur Nachts immer schreit. Aber so kontinuierlich immer im gleichen Abstand und der selben Tonlage,das ich manchmal wach lag um nur darauf zu warten, das er endlich mal Stimmbruch bekommt!! Nichts da, nur als wir einmal zwischen Kapelle und Friedhof schliefen, war es die sprichwörtliche ‘Totenstille’ !!

Ach und noch was, wir mit unseren kleinen Fahrrädern sind hier schon unterwegs aufgefallen. Denn wenn die Korsen und auch die Sardinier Fahrrad fahren, sind sie in voller Rennkleidung und auf Rennräder unterwegs, da können wir natürlich nicht mithalten !!

So das war’s erstmal von den beiden Inseln und von mir!

Ciao und Au revoir

3 Gedanken zu „Bastia und Abschied von Korsika“

  1. Jeden Tag rasen wir auf eure Website für Fortsetzung
    Das kanns doch noch nicht gewesen sein
    Wo seid ihr denn jetzt

  2. Sehr schade.Waren doch nochmal sehr schöne Fotos dabei.
    Aber irgendwann ist ebend die Reise wieder zu Ende.
    Wir grüßen Euch aus dem sehr sonnigen und warmen Brandenburg

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