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vom Chobe-NP bis Gweta

16.-18.07.2016

Chobe-Nationalpark und Weiterfahrt nach Gweta

16.

Frühes Aufstehen ist angesagt für die Pirschfahrt die um sechs Uhr startet. Es ist ziemlich kalt und wir ziehen uns dick an. An dem offenen Fahrzeug in dem neben dem Fahrer sieben Personen Platz finden, erhalten wir noch warme Decken. Renate sitzt vorn beim Fahrer und übersetzt uns die Ausführungen des Fahrers zum Chobe-NP.

Der Chobe-Nationalpark wurde 1967 als erster Nationalpark Botswanas kurz nach dessen Unabhängigkeit gegründet. Im Gebiet des Parks existierte eine größere Siedlung, die nach und nach verkleinert wurde. Seit 1975 leben keine Menschen mehr im Park. Durch Erweiterungen in den Jahren 1980 und 1987 erreichte der Park seine heutige Ausdehnung von 10.566 km². Der Nationalpark wurde nach dem Fluss Chobe benannt, der die Nordgrenze des Parks bildet. Der Chobe kommt aus Angola; er wird dort Cuando genannt. Die Vegetation der Region besteht vornehmlich aus Baum- und Buschsavannen.

Chobe ist besonders für seine großen Elefantenherden bekannt. In der Trockenzeit 2004 sammelten sich etwa 30.000 Tiere im Nationalpark. Im Jahr 2009 ergaben offizielle Zählungen rund 120.000 Tiere. Im Gebiet des Savuti-Flusses werden junge und halbwüchsige Elefanten besonders während Dürreperioden regelmäßig zur Beute von Löwen.Das Chobe-Gebiet beherbergt zahlreiche weitere Großsäugetierarten. Große Raubtiere sind neben Löwen durch Fleckenhyänen, Geparde, Leoparden und Wildhunde vertreten. Steppenzebras kommen im Gebiet vor, ebenso Giraffen, Flusspferde und Warzenschweine. Der Park verfügt darüber hinaus über eine reiche Vogelwelt. (Wikipedia)

Etwa drei Stunden sind wir unterwegs und sehen außer der schönen Landschaft nicht sehr viele Tiere. Einige Elefanten in der Ferne, Büffel, Antilopen und Giraffen. Und zahlreiche Vögel. Leider keine Löwen und auch Rhinos nur in einiger Entfernung.

Spuren von Löwen und Elefanten
Spuren von Löwen und Elefanten

Wir sind halt ein wenig verwöhnt von Krüger-Park, Ngorongoro-Krater und Serengeti. Unterwegs machen wir noch einen kurzen Stopp und der Fahrer versorgt uns mit warmen Getränken und etwas Bisquit.k-S2980011k-S2980017 Die Sonne wärmt uns inzwischen und wir kehren zur Lodge zurück.k-S2980050k-S2980049

Bis zum Nachmittag ist Erholung angesagt, bis um 15 Uhr die Bootsfahrt auf dem Chobe-River beginnt, die uns für die eher magere Ausbeute der morgendlichen Pirschfahrt mehr als entschädigt. In den nächsten drei Stunden erleben wir eine solche Vielfalt und Menge an Tieren, dass wir einfach nur begeistert sind. Auf unserem Boot ist zwar noch eine weitere Reisegruppe von vorwiegend älteren Damen vermutlich aus Südafrika, aber da sie aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters sich kaum von ihren Plätzen erheben, behindern sie uns bei den Foto- und Videoaufnahmen nur wenig.

Der Chobe durchfließt mehrere Länder und bildet hier die Grenze zu Namibia, an dessen Ufer wir dicht vorbei fahren. Wir können uns kaum satt sehen an der Natur, den Uferstreifen, den Inseln und der Tierwelt. Ich reize meine Speicherkarte im Camcorder nahezu aus, so viel gibt es hier zu filmen und fotografieren. Dabei geht die Zeit wie im Fluge vorbei, die Sonne neigt sich und beim Sonnenuntergang legen wir wieder an der Lodge an. Den Sundowner an der Bar nehmen wir bereits im Dunkeln.k-S2980142k-S2980144

17.

Heute ist Fahrtag von der schönen Chobe-Safari-Lodge nach Gweta zum Camp „Planet Baobab“ über 390 km. Aber erst müssen noch etwas einkaufen und wir steuern noch einmal den „SPAR-Supermarkt“ in Kazungula an. Er hat auch heute am Sonntag geöffnet. Auch Geld müssen wir noch holen, was am Geldautomaten problemlos gelingt. Tanken müssen wir hier nicht denn unser Tank ist noch mehr als halb voll, sodass wir ohne Probleme bis Nata kommen sollten. Kurz nach dem Ortsausgang erblicken wir am Straßenrand noch eine Elefantenfamilie. Auch hier ist ein ganz kleiner dabei. Vielleicht ist es die Familie von gestern, die uns so begeistert hatte.k-S2980150k-20160717_085529 Wenig später wieder einmal eine Kontrolle, aber außer meinem Führerschein wird nichts verlangt und wir können sofort weiter. Auf der uns bereits bekannten A33 geht es Richtung Nata. Seinerzeit hatten wir in der Gegenrichtung nur einen Elefanten gesehen, einen toten der angefahren worden ist. Heute ist das völlig anders. Mehrere einzelne Elefanten und einige Herden begleiten uns heute und machen nochmal deutlich, dass Botswana ein Elefantenland ist.k-S2980155k-S2980154

Unterwegs dann wieder eine „Disease Control“. Bereits in Sichtweite halten wir an und packen unsere Frischfleischprodukte und Obst und Gemüse in unser Wäschefach. Aber bei der Kontrolle werden wir nicht überführt. Nur unsere Schuhe, diesmal nur zwei Paar, müssen wir desinfizieren und mit dem Auto durch Desinfektionsflüssigkeit fahren.

In Nata wird voll getankt, aber unsere ursprüngliche Absicht, weitere 9 km geradeaus zur „Nata-Lodge“ zu fahren, wo wir schon einmal gestanden hatten und dort etwas zu essen, geben wir auf. Wir sind noch nicht so hungrig.k-S2980161

Wir biegen ab auf die A3 Richtung Maun und fahren bis etwa 4 km vor Gweta auf das Planet Baobab Camp, was seinem Namen alle Ehre macht.

Viele auch alte Baobabs stehen hier.

Eigentlich war abgesprochen, dass vier größere Fahrzeuge nach rechts auf das Camp auf Overländer-Stellplätze fahren, während u.a. wir nach links sollen. Der Posten am Tor entscheidet aber anders. Wir fahren nach rechts und kratzen wieder einmal am Unterboden entlang auf einer ziemlichen Erhebung. Wir suchen uns einen Platz neben Klaus und Beate und auch vier weitere Fahrzeuge stehen hier. Zwei weitere wechseln dann auf die andere Seite, wir aber lehnen das Angebot zum umparken ab und bereuen es nicht. Wilfried und Ulrike sind bei uns und damit ist ein abendliches Lagerfeuer garantiert. Wir grillen gemeinsam und verbringen einen unterhaltsamen Abend.

18.

Heute ist Ruhetag und den kosten wir aus und schlafen etwas länger. Frühstück findet dann auch draußen statt, denn die Sonne wärmt bereits, obwohl es in der Nacht kühl und beim Aufstehen nur 12° im Womo waren.

Nach Abwasch und Müßiggang treffen wir uns um 11 Uhr zum Boule. Gabi und Herbert haben die entsprechenden Kugeln dabei und wir haben sehr viel Spaß.

Gewonnen!
Gewonnen!

Am Abend wird wieder gegrillt und wir sitzen anschließend in trauter gemütlicher Runde um das Lagerfeuer.

Okavango-Delta und weiter nach Namibia

19./20.07.2016 Okavango-Delta und Namibia

19.

Wir verlassen das schöne Camp „Planet Baobab“ und kommen auch ohne erneute Kratzgeräusche unter dem Womo die Ausfahrt hinaus auf die A3. Wir fahren Richtung Maun, wo wir für einen Mittags-Snack kurz Halt machen und tanken. Unterwegs sehen wir an der Straße noch Strauße, Zebras, Esel, Wildpferde. Bei einer großen Gruppe Geier am Straßenrand halten wir an. Sie zerlegen gerade ein verendetes Zebra. Es geht laut zu und die Geier zanken sich um die Reste.

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Nur wenige Kilometer weiter am Airport vorbei erreichen wir bereits das Sedia-Hotel, auf dessem Campground wir heute stehen werden. Direkt vor uns fließt der Okavango und zahlreiche Palmen säumen unseren Stellplatz.k-20160719_134632k-20160719_141727

Voller Erwartung verbringen wir die restliche Zeit bis zum Briefing und der anschließenden Abfahrt zum Airport. Dort erwartet uns ein weiteres Highlight. Ein Scenic-Flight in das Okavango-Delta. Man sollte es kaum glauben, aber der Maun-Airport ist ein internationaler Flugplatz und deshalb gibt es hier die „üblichen“ Sicherheitskontrollen. Und der Pass wird auch benötigt.k-S3010016 Zu sechs fahren wir mit Herberts Auto dahin und wir sechs finden auch in einem Flieger Platz. Ich habe erneut Glück und kann neben dem Piloten sitzen. Allerdings mit wenig Platz, denn vor mir befindet sich ein zweiter Steuerknüppel, der auch während des Fluges den Bewegungen des Piloten folgt. Ich bin versucht, auch mal das Steuer zu übernehmen, lasse es dann aber doch lieber. Nach kurzer Unterweisung wird gestartet. Der kleine Flieger rumpelt ein wenig, ist sehr laut und bewegt sich auch in der Luft ziemlich unruhig. Nicht alle finden das gut. Auch Astrid hat ein paar Probleme, aber die hängen vermutlich mit den Kopfschmerzen zusammen , die sie seit gestern plagen.

45 min sind wir in der Luft und über dem Okavango-Delta. Es ist wieder einmal fantastisch. Schon die Landschaft mit den vielen Flussarmen, die Savannen dazwischen und erst die vielen Tiere. Die Färbung der Bäume und Sträucher gibt dem ganzen einen schönen Rahmen. Ich bin nur am filmen und vergesse fast dabei, hin und wieder auch ein Foto zu machen. Aber Astrid hat auch die Kamera mit und schießt ein paar schöne Aufnahmen. Die Zeit vergeht tatsächlich wie im Fluge. Während ein paar andere Teilnehmer aus anderen Maschinen froh waren, dass die Zeit vorbei war, ging es für mich viel zu schnell. Auf jeden Fall ein sehr tolles Erlebnis, dass wir im nahen Biergarten noch ausgiebig auswerten.

Zurück auf dem Camp dauert es nicht lange, es ist Abend geworden, bei einem schönen klaren Vollmond. Wir gehen im Hotelrestaurant gut essen und haben auf der Terrasse einen unterhaltsamen Abend mit Berte und Hartmut.k-S3010044

20.

Es ist noch stockdunkel, als sich um 6.25 Uhr mein Wecker meldet. Wir wollen zwar zeitig los, aber der Grund für das frühe Wecken ist ein anderer, Anne hat Geburtstag, sie wird sechzig und das macht das Aufstehen leichter. Wir treffen uns bei Gabi, marschieren dann zu Annes Auto und machen gehörigen Lärm mit den mitgebrachten Töpfen und Deckeln. Und als sie das Auto verlässt ist sie so überwältigt, dass sie fast von der Treppe fällt. Wir bringen ihr ein Geburtstagsständchen, gratulieren sehr herzlich und verabschieden uns auch schon wieder. Jeder möchte so schnell wie möglich los.

Heute nehmen wir 520 km unter die Räder und haben den Grenzübergang von Botswana nach Namibia vor uns. Die Straße wird immer besser und bleibt auch so, sodass ich den Tempomat auf 100 km/h einstellen kann. Im Radio flotte Musik vom USB-Stick, wir singen und schunkeln mit und kommen so entspannt und gut voran. Unterwegs sehen wir wieder zahlreiche Tiere. 100 km vor Ghanzi ist wieder mit einer Kontrolle zu rechnen und wir packen rechtzeitig vorher wieder unsere Vorräte in das Wäschefach. Die Kontrolleure finden nichts, aber wir müssen wieder das Spielchen mit den Schuhen vollführen. Kurz davor war schon eine Kontrolle, bei der wir nur nach frischer Milch gefragt wurden. Vielleicht war dies eine Frischmilchsammelstelle.

In Ghanzi kaufen wir noch ein, rechnen dabei fleißig mit, denn wir wollen die restlichen Pula ausgeben. 260 Pula bleiben noch übrig, die wir vertanken wollen. Beim Tanken gebe ich auch gleich der freundlichen Schwarzen Bescheid, dass wir Diesel und davon für 260 Pula tanken wollen. Für 255 geht es rein in den Tank, dann ist er voll. Den Rest überlassen wir der Bedienung, die sich sehr darüber freut und „Dankie“ ruft, africaans für Danke.

Die restlichen Kilometer erledigen wir auch so beschwingt, nachdem wir ca. 40 km nach Ghanzi auf den Trans Kalahari Highway gestoßen sind. Die Grenzabfertigung auf beiden Seiten der Grenze läuft völlig entspannt. Es ist auch gerade nicht viel los hier.

20 km hinter Grenze geht es auch schon rechts auf die Zelda Guest Farm, auf der wir wiederum 2 Tage bleiben werden. Eine sehr schöne Anlage mit Restaurant und guten sanitären Einrichtungen. Natürlich unter weißer Leitung, wie so häufig.

Das Briefing wird noch einmal mit einer kleinen Feier für Anne verbunden, nachdem wir vorher einer Leopardenfütterung beiwohnen konnten. Der Abend klingt mit einem sehr guten Buffet im Restaurant aus.k-20160720_165254k-20160720_165509