Archiv der Kategorie: Namibia

Ein Besuch bei den San

21.07.2016 Besuch bei den Buschleuten (San)

Ziemlich kalt in der Nacht. Ich lese früh nur 8° für das Innere des Womos ab. Aber schnell steigt die Sonne höher und wir können draußen frühstücken. 10 Uhr geht es dann mit einem offenen Wagen mit dem Chef der Anlage als Fahrer zum nahegelegenen Buschmann-Camp, was auf dem Farmgelände beheimatet ist.k-S3020068Wir werden herzlich empfangen von einer älteren Frau, die offensichtlich hier das Sagen hat.k-S3020018 In ihrer Sprache mit den vielen Klicklauten begrüßt sie jeden einzelnen von uns mit Handschlag, wie auch die später hinzugerufenen Männer. Ihr genaues Alter ist nicht bekannt, aber der ältere soll schon zwischen achtzig und neunzig Jahre alt sein. Weitere Frauen mit kleinen Kindern stoßen dann noch hinzu und wir werden durch das Gelände geführt und mit Lebensweise und Gewohnheiten der Buschleute vertraut gemacht.

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ob's wirklich geschmeckt hat?
ob’s wirklich geschmeckt hat?

Die San leben seit 15.000 Jahren im südlichen Afrika und durchstreiften die Gebiete als Jäger und Sammler. Sie gelten als die älteste Bevölkerungsgruppe. Ihre eigentlichen Herkunft ist noch weitgehend unergründet. Als die weißen Siedler kamen wurden sie weitgehend verdrängt und ihrer Lebensgrundlagen beraubt. Etwa 27.000 bis 40.000 San soll es noch im heutigen Namibia geben. Heute leben nur noch wenige Hundert der San auf traditionelle Weise. Sie kleiden sich mit ledernem Lendenschurz und die Frauen tragen zusätzlich handgegerbte Tierhäute, in denen auch die Kinder auf dem Rücken getragen werden. Mit Giftpfeilen gehen sie auf Jagd. Das Gift stammt dabei von einer Raupe. Über Stunden muss das getroffene Wild verfolgt werden, denn das Gift wirkt langsam. Die San kennen etwa 250 verschiedene Pflanzen und sind Überlebenskünstler in der Wildnis.

Vom Chef der Farm bekommen wir alle ein Samenkorn, welches wir unter die Zunge legen sollen. Es dauert nicht lange, dann platzt es auf. Ein eigenartiges Gefühl, was aber deutlich machen soll, wie ein lange im Boden befindliches Samenkorn lagern kann und nur wenig Flüssigkeit ausreicht um es wieder zum Leben zu erwecken.k-S3020066

Nach der eindrucksvollen Führung findet im kleinen Dorf, was nur von fünf San bewohnt wird (eigentlich sind sie Nomaden) die übliche, aber vermutlich notwendige Vermarktung von Schmuck und Gebrauchsgegenständen der Buschleute statt, die alle handgefertigt sind. Ein Köcher mit Pfeilen und dazugehörigem Bogen haben es mir angetan.

Übersetzer gesucht
Übersetzer gesucht

Mit dem offenen Wagen geht es zurück zu unserem Camp, wo wir den Rest des Tages im herrlichsten Sonnenschein und unter wolkenlosem Himmel verbringen. Dabei steigt die Temperatur im Womo bis auf 30°.

Am Nachmittag besuchen wir dann noch einmal die Fütterung der hier gehaltenen Tiere, von Emu über Eule, Stachelschwein bis zu den Leoparden.

Jamal macht am Abend noch ein schönes Feuer am Platz und wir vernichten gemeinsam den restlichen Wein von Annes Geburtstag.

Unterwegs nach Windhoek

22.07.2016 über Gobabis nach Windhoek

k-S3030002Die B6 von der Zalda Guest Farm bis kurz vor Windhoek ist sehr gut und wir kommen gut voran. Über eine weite Strecke übernimmt Astrid heute das Steuer.k-S3030003 Nach 80 km legen wir in Gobabis, was so völlig anders aussieht wie die bisherigen afrikanischen Städte in den letzten besuchten Ländern, einen Stopp ein. Wir wollen endlich SIM-Karten bei MTC erwerben damit wir wieder unabhängig von WLAN-Angeboten, die meist kaum Datentransfers zulassen, in das Internet kommen. Im Shop von MTC werden wir gut bedient und unsere Smartphones werden auch gleich eingerichtet. Zuvor hatten wir noch im örtlichen SPAR unsere Vorräte aufgefüllt und an der gegenüberliegenden Tankstelle Namibische Dollar erworben, die zum südafrikanischen Rand 1:1 stehen. Beide Währungen werden hier akzeptiert, nur in Südafrika wird man dann den namibischen Dollar nicht wieder los. Also heißt es aufpassen, bevor wir das Land wieder verlassen. Aber bis dahin ist noch viel Zeit und wir wollen Namibia entdecken.

Wir erkundigen uns noch nach einem Baumarkt und erhalten eine Wegbeschreibung. Nur wenige Schritte vom MTC werden wir fündig. Ich bin auf der Suche nach Sperrholz um unseren Kühlschrankblock im Womo fester zu verankern. Sperrholz ist allerdings nur in großen Tafeln erhältlich und ich begnüge mich daher mit 5mm starken Leisten um das Problem zu lösen. Im Lager lasse ich die lange Leiste noch in vier Stücke teilen, während wir mit dem Bon zu Kasse gehen. Im Kassenbereich entdecken wir dann noch einen aufgebauten Scottel-Braai, der uns im Krüger-NP so fasziniert hatte (erinnert ihr euch?). Allerdings ist das Ausstellungsstück auch das letzte Exemplar. Wir schlagen zu und warten dann geraume Zeit bis endlich ein großer Karton gebracht wird um das Gerät zu verpacken. Voller Stolz verstaue ich das Teil im Womo.

Wir verlassen dann das schon sehr europäisch anmutende Gobabis und nehmen die letzten 180 km unter die Räder. Eine unendliche Weite liegt vor uns.

Namibia ist immerhin mehr als doppelt so groß wie Deutschland, verfügt aber nur über 2,2 Mio. Einwohner. Damit entfallen auf einen Quadratkilometer nur 2,7 Einwohner im Gegensatz zu Deutschland mit 226,5 und damit etwa 84 mal soviel.

Kein Wunder, dass fast keine Siedlungen zu sehen sind. Allenfalls riesige Farmen und Lodges.

In Gobabis hatten wir mit Absicht kein Brot gekauft. 95 km danach soll es einen Farmstall geben, in dem auch Brot erhältlich ist, so die Information. Der Farmstall ist auch gut ausgeschildert, nur gibt es hier weder frische Produkte noch Brot, noch kann man hier einen Kaffee trinken oder etwas essen. Astrid kritisiert auch beim nächsten Briefing diese Info. Es handelt sich allenfalls um einen Kiosk mit sehr eingeschränktem Sortiment. Wir müssen aber deshalb nicht Hunger leiden.

Etwa 40 km vor Windhoek passieren wir den Abzweig zum Airport und nach weiteren 20 km erreichen wir das „Trans Kalahari Inn Hotel“, unser Standplatz für die nächsten zwei Nächte und gleichzeitig Standort des Wohnmobilvermieters BoBo-Campers mit dessen Mietmobilen Seabridge Touren im südlichen Afrika veranstaltet. Hier sollen auch unsere Gasflaschen wieder gefüllt werden, die wir heute früh bereits bei Renates Fahrzeug abgestellt hatten.

Am Abend erwartet uns ein sehr gutes Seabridge-Buffet im Restaurant.

 

Windhoek

23.07.2016 Stadtbesichtigung Windhoek

Ein Bus holt uns um 10 Uhr zur Stadtbesichtigung von Windhoek, der Hauptstadt Namibias, ab.

Mit dem Bau der Alten Feste wurde am 18. Oktober 1890 gewissermaßen der Grundstein für das moderne Windhoek gelegt, dass nach Auskunft unseres Busfahrers heute etwa 380.000 Einwohner zählt. Trotzdem ist das Zentrum recht überschaubar. Rund 100.000 der Einwohner wohnen in den beiden von Schwarzen bewohnten Vorstädten Katutura und Khomansdal, Relikte aus der Zeit der Apartheid.

Unser erstes Ziel ist die Christuskirche, weitere Sehenswürdigkeiten folgen bevor wir dann Gelegenheit für einen Stadtbummel und Mittagessen haben.

Christuskirche
Christuskirche
Clock-Tower
Clock-Tower

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Nationalmuseum
Nationalmuseum
Tintenpalast- Das Parlament
Tintenpalast- Das Parlament

Wir müssen recht lange auf unser Essen warten und der Bus fährt deshalb ohne uns zum Craft-Center. Wir laufen schließlich dahin, haben deshalb kaum noch Gelegenheit uns umzusehen und nehmen uns vor, am nächsten Tag unser Frühstück im Cafè des Centers einzunehmen.k-20160723_111617k-20160723_114408k-IMG_20160723_113832

k-20160723_133745Anschließend fahren wir mit dem Bus noch durch Katutura, der Vorstadt der schwarzen Bevölkerung. Der Vorort war zu Zeiten der Apartheid in Viertel für die einzelnen Volksstämme untergliedert. Diese Viertel sind heute auch weiter entwickelt als die eher ärmlichen Viertel derjenigen die erst in jüngster Vergangenheit durch die verstärkte Landflucht besiedelt wurden. Katutura heiß übersetzt soviel wie: der Ort , an dem man nicht lebt. Heute wird er von den ursprünglichen Bewohnern eher Matutura genannt: der Ort an dem man gern lebt. Die Unterschiede sind deutlich zu sehen.

Die Häuser der Alteingesessenen:

und die derjenigen die zugezogen sind:

Am Abend geht es mit dem Bus zu „Joe’s Beerhouse“, einer urigen Kneipe in Windhoek. Es ist zwar etwas kalt hier, man sitzt unter freiem Himmel, aber gutes Essen und gutes Bier entschädigen. Hier bekomme ich Schweinebraten mit Bratkartoffeln und Sauerkraut und dazu ein Urbock. Richtig nach meinem Geschmack.

 

zum Waterberg

24.07.2016 von Windhoek nach Waterberg, ein Ort deutscher Geschichte

k-S3040002Die Gasflaschen sind voll und wir sind für die weitere Tour gerüstet. Nur meinen Adapter zur Füllung der Flasche habe ich immer noch nicht zurück, wie auch die zugesagte Entsorgung der Womo-Toiletten am Morgen nicht funktioniert hat. Auch jetzt ist der Adapter nicht aufzutreiben. Er befände sich im Auto, mit dem die Flaschen zum betanken gebracht wurden und dieses Auto sei jetzt auf dem Flughafen. Aber Renate sichert zu, dass sie den Adapter am Montag mitbringen wird. Sie bleibt noch in Windhoek zu einem Werkstattbesuch. Als Letzte, wie sonst, verlassen wir den Platz, denn wir wollen noch einmal in das Craft-Center um uns etwas umzusehen und zum Frühstück. Das Center öffnet erst um neun Uhr.

Auf dem Weg dahin wird noch getankt und Geld am Automaten gezogen. Astrid’s VISA-Card will er allerdings nicht. Aber mit beiden EC-Karten funktioniert es.

Gut gesättigt und mit ein paar Kleinigkeiten mehr im Womo verlassen wir gegen Mittag das Center und machen uns auf den Weg. Es ist Sonntag und die meisten Geschäfte haben geschlossen. Den SPAR in Windhoek, der heute geöffnet hat, suchen wir nicht auf, wir wollen in Okahandja einkaufen. Auch dort hat der SPAR heute auf, nur Alkohol gibt es am Sonntag nicht.

Quer durch Windhoek gelangen wir auf die B1 und sind damit wieder auf dem Trans-Kalahari-Highway. Endlose lange Straßen, aber gut ausgebaut. Nur die Abzweigungen unterwegs führen sofort auf Gravelroads, Schotterstraßen, die für uns weniger geeignet sind. Unterwegs immer wieder Hinweisschilder auf Warzenschweine, oder Motorola’s, wie sie auch genannt werden wegen ihres in die Höhe gestellten Schwanzes wenn sie auf der Flucht sind.

In Okohandja kaufen wir wie geplant ein und suchen anschließend die Rheinische Missionskirche, das älteste koloniale Gebäude Namibias, auf.

Rheinische Missionskirche
Rheinische Missionskirche

Okahandja war das bevorzugte Siedlungsgebiet der aus Betschuanaland, dem heutigen Botswana, eingewanderten Herero und Schauplatz zahlreicher blutiger Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Stämmen. Bedeutende Häuptlinge der Herero wurden hier geboren. Deshalb besuche ich auch noch einige Herero-Gräber, während Astrid im Womo auf mich wartet.

Kirche von Okahandja mit Hererogräbern:

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weitere Gräber im Gelände:

Die Maharero waren Häuptlinge der Herero.

Weiter geht es auf der B1 in Richtung Otjiwarongo und bevor wir den Ort erreichen, biegen wir nach rechts ab und sehen bereits in der Ferne das Waterberg-Plateau, ein Schauplatz deutscher Kolonialpolitik. Hier fand die entscheidende Schlacht zwischen der Deutschen Schutztruppe und den Hereros statt.k-S3040008Aber bevor wir das davor liegende Camp erreichen, sind 17 km Gravelroad zu überwinden. Keine leichte Aufgabe für unser Womo. Ich versuche zunächst mit hoher Geschwindigkeit die Querrillen zu überwinden, aber es schüttelt unbarmherzig. Also runter vom Gas. Aber beim abbremsen schüttelt es noch mehr, bis ich etwa auf 20 km/h angelangt bin. Jetzt ist es einigermaßen erträglich, aber trotzdem dem Womo nicht zuträglich. Wenn wir den Platz wieder verlassen, will ich es einmal mit weniger Luftdruck und weniger Luftfederung versuchen.k-20160724_164403

In der Nähe des Camps befindet sich der deutsche Soldatenfriedhof. Der Campingplatz ist großzügig angelegt aber teilweise sehr uneben. Wir brauchen etwas, bis wir den richtigen Platz für uns gefunden haben.

Ruhetag am Waterberg

25.07.2016 Ruhetag am Waterberg

In der Nacht kühlt es empfindlich ab und ich mache ab drei Uhr unsere Heizung auf kleinster Stufe an. Als ich um 6.30 Uhr wach werde, zeigt die aktuelle Temperatur auf dem Handy -1°. Gut das ich die Heizung angeschaltet hatte, denn unter 2° läuft der Boiler automatisch leer um Frostschäden zu vermeiden. Wir frühstücken spät und als die Sonne höher steht unternehmen wir beide eine Wanderung. Erstes Ziel der deutsche Soldatenfriedhof in der Nähe, der von der Deutschen Kriegsgräberfürsorge Namibia betreut wird. Hier liegen Gefallene der Schlacht am Waterberg 1904.

Astrid trägt uns in das Besucherbuch ein und wir studieren einige der Gräber.

Der Waterberg selbst ist ein markanter Tafelberg, rund 48 km lang und 15 km breit und überragt seine Umgebung um etwa 200 m.

k-20160725_124947Auf dem Mission-Way bewegen wir uns bergan über Steine und Geröll und gelangen an die Ruinen einer ehemaligen Mission, von der nur noch Mauerreste übrig sind.

 

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k-20160725_115110k-20160725_114236Weiter führt uns dann der Weg bis zum Restaurant, wo wir auf einen Cappuccino einkehren, bevor wir dann über den Rasthaus-Way den Abstieg zum Camp in Angriff nehmen. Ein schöner Rundgang.

Erste Frühlingsboten:k-20160725_121246k-20160725_121204

Besuch am Platz:k-20160725_120838k-20160725_120816k-IMG_20160725_155716k-S3050001

Zwischenruf

Nun sind wir in Namibia, unsere vorletzte Station 😯 die Zeit vergeht jetzt viel zu schnell !!!
Aber eigentlich wollte ich euch noch etwas zu Botswana erzählen, hatte nur in letzter Zeit keine Lust zum Schreiben 😉
Dass ich ein großer Fan von den Baobab Bäumen bin (und die waren überall zu finden) hatte ich ja schon erzählt. Nun habe ich eine Sage dazu erfahren.
„Als Gott die Baobab’s erschuf, hatten sie immer was auszusetzen, mal fanden sie ihre Blätter zu klein, mal die Blüten zu unscheinbar und die Früchte nicht süß genug 😕. Dann hatte Gott die Faxen dicke und zog sie aus der Erde, stülpte sie verkehrt herum wieder rein und schwuppdiwupp, so sehen heute die Bäume aus 😄 „
Wenn man sie sich genau betrachtet, sehen die Äste auch wie Wurzeln aus, das haben sie nun davon 😉k-S3000014
Zu den Termitenhügeln kann ich auch noch was beitragen. Auf den Fotos seht ihr ja, dass sie teilweise ganz schön groß sind,dick und oben meistens eine Spitze haben die immer nach Westen zeigt. Das kommt daher, dass ja bekannterweise die Sonne im Osten aufgeht, es den Termiten dann an der Seite zu heiß wird und sie einfach im Westen, wo es kühler ist, weiter bauen 👍. So ein Hügel kann bis zu 80 Jahre alt werden und meist befinden sie sich noch an Bäumen, die sie dann zerlegen. Außen sind sie wie Beton, deshalb werden ja auch verlassene Termitenhügel von den Einheimischen abgebaut, mit Kuhdung gemischt und damit die Hütten verschmiert. So eine Art von Putz!k-20160725_114330
Na da staunt ihr, ich sag ja immer wieder, Reisen bildet 😛

Aber nun doch noch zu Botswana. Schade das wir das Land nicht noch mehr bereisen konnten. Da wir nicht die Zeit bzw nicht das richtige Wohnmobil dazu hatten. Es ist ein wunderschönes und freundliches Land. Viele Tiere, endlose Weiten einfach ein Besuch wert. Nie hatten wir Angst um uns und das Womo ( das gilt auch für unsere gesamte bisherige Reise)
Was mir aber auch aufgefallen ist, dass jetzt das eigentliche Afrika, dass wir bisher erlebt hatten, nicht mehr so vorhanden ist. Es sind viel mehr Touristen unterwegs und die ganze Infrastruktur ist darauf ausgerichtet. Schade für uns, wir finden es besser wenn wir nicht andauernd auf Touri´s stoßen 😉

Ach da fällt mir noch was ein. An dem Tag der Grenzüberschreitung zu Namibia hatte eine von uns ihren 60. Geburtstag. Das ganze Grenzgebäude von Botswana gab ihr zu Ehren ein Ständchen mit Tanzeinlagen, das ist Afrika pur 🎉
Ihr war das natürlich sehr peinlich, aber könnt ihr euch das in Deutschland vorstellen 😆

von Waterberg nach Tsumeb

26.07.2016 Besuch beim weltgrößten Meteoriten

Heute geht es über 270 km von Waterberg nach Tsumeb. Gestern hatte ich noch 0,5 bar von allen Reifen gelassen und die Zusatzluftfederung entlastet. Das macht sich bezahlt. Wir haben beide das Gefühl, dass wir etwas weicher über die 17 km Gravelroad kommen als gestern. Der Eindruck wird natürlich auch dadurch begünstigt, dass vor uns eine Art Schneepflug für Gravelroads unterwegs war, der die Strecke etwas begradigt hat.

k-S3050016Kurz vor dem Abzweig auf die Straße überholen wir ihn und haben immer noch ein gutes Gefühl was uns veranlasst, heute noch eine weitere Gravelroad in Angriff zu nehmen, die uns allerdings etwa 100 Mehrkilometer beschert. Aber erst zurück auf die B1 und dann nach Otjiwarongo.. Otjiwarongo hat etwa 22.000 Einwohner und liegt zwischen dem Otavi-Dreieck und Windhoek. Hier gibt es gutes Rinder- und Farmland. 1907 wurde der Ort an die Otavi-Eisenbahn angeschlossen die bis zur Küste nach Swakobmund führt. Dieser Sachverhalt ist auch der Grund für unseren Zwischenstopp. Auf dem Bahnhof steht noch eine Lok aus dieser Zeit. Eine originale Henschel-Lokomotive.

Wir folgen weiter der B1 und erreichen Otavi. Hier wollen wir eigentlich in dem 2006 restaurierten Bahnhof Kaffee trinken. Aber der Bahnhof ist bereits wieder verfallen und von Kaffee keine Spur. k-20160726_115401k-20160726_115408Ein weiteres Ziel, das Khorab Memorial, welches an die Kapitulation der deutschen Schutztruppen erinnert ist auch nicht zu finden. Keinerlei Ausschilderung. Wir haben jetzt zwei Möglichkeiten, entweder direkt nach Tsumeb, unserem Tagesziel, oder einen Umweg über die B8 mit Besuch des weltgrößten Meteoriten, dem Hoba-Meteorit. Wir entscheiden uns für letzteres und damit für weitere 40 km Gravelroad. Wir folgen der B8 53 km und zweigen dann nach links auf die Gravelroad ab und sind begeistert. k-S3050007Ich beschleunige und finde schließlich bei 65 km/h im sechsten Gang die richtige Geschwindigkeit für diese Strecke und wir überwinden zügig die ersten 18 km, bevor eine Stichstraße direkt zum Meteoriten führt. Auf dem davor liegenden Picknickplatz stärkt sich gerade eine Gruppe Ausländer, vermutlich Spanier.k-S3050029 Am Eingang sind dann 70 N$ zu entrichten und schon führt ein schmaler Weg zum Ziel, dem Meteoriten. Endlich mal eine Sehenswürdigkeit die geschützt wird und auch gut vermarktet wird. War auch nötig, denn die Spuren am Meteoriten zeugen davon, dass hier wohl schon einige Besucher mit einer Eisensäge bewaffnet ein Stück mit nach Hause nehmen wollten. Der Meteorit, der den Namen Hoba nach der Farm trägt auf der er in den 1920-iger Jahren gefunden wurde, besteht zu 82,3% aus Eisen, 16,4% Nickel und 0,76% Kobalt. Berechnungen zufolge soll er vor ca. 80.000 Jahren hier auf die Erde gefallen sein. Er wiegt etwa 55 Tonnen und ist etwa 3m lang und 1m dick. Er ist freigelegt und um ihn herum eine Art Amphitheater angelegt worden.k-S3050034

Nach der Rückkehr sind die Spanier gerade beim Aufbruch. Gelegenheit für uns, endlich unseren Scottel einzuweihen. Die Montage erfolgt zügig und Astrid hat inzwischen den Speck und die Eier vorbereitet. Ein köstliches Mahl, zubereitet mit unserer neuen Errungenschaft.k-20160726_140145k-20160726_140156k-20160726_140806

Über eine andere Strecke, die am Ende nicht ganz so gut befahrbar ist, bewältigen wir erneut 18 km und gelangen nach weiteren 4 km auf geteerter Straße nach Grootfontein. Wir wollen eigentlich noch in das Museum im Fort, aber als wir nach Einkauf und Suche ankommen ist bereits zu, obwohl noch Öffnungszeit ist. Deshalb geht es direkt nach Tsumeb und wir kommen noch vor Sonnenuntergang an, der hier bereits gegen 17.30 Uhr vollzogen ist.

 

Etosha-Nationalpark

27.-01.08.2016 von Tsumeb in den Etosha-NP

27.

Heute ist keine Etappe zu bewältigen und wir bleiben einen weiteren Tag im sehr schön angelegten Kupferquelle Resort. Wir wollen den freien Tag nutzen um noch etwas einzukaufen und uns Tsumeb ein wenig anzusehen. Die ersten Bewohner die in dieser Gegend heimisch waren, waren die San. Tsumeb, ursprünglich „Tsomsoub“ verdankt seinen Namen den San. Er bedeutet „einen Brunnen graben, der immer wieder einstürzt“ und steht wohl in Bezug zu der sehr wasserarmen Region.

Tsumeb liegt etwa 1.280m hoch und hat etwa 11.000 Einwohner. Es ist eine sehr grüne Stadt, die auch einen sehr aufgeräumten Eindruck macht. Eine breite, von Jacaranda-Bäumen und Bougainvillea gesäumte Straße bestätigt diesen Eindruck. Die Hütten, in denen nach wie vor die Schwarzen getrennt von den Weißen leben, sehen wir erst bei der Ausfahrt aus der Stadt am nächsten Tag.

Eigentlich ist Tsumeb eine Industriestadt. Bereits die San haben hier Kupfer abgebaut und damit Handel getrieben. In einem Minenbetrieb wurden später Kupfer, Zink und Blei gewonnen, bis 1998 die Förderung wegen Unrentabilität eingestellt wurde. In den besten Zeiten arbeiteten bis zu 8.000 Menschen hier. Unter neuen Eigentümern lief die Produktion im Jahr 2000 wieder an.k-20160727_102357

In der Stadt sind noch viele alte Gebäude aus der Kolonialzeit zu sehen.

Auch das Museumsgebäude stammt aus dem Jahr 1915 und diente ehemals als Deutsche Privatschule. Heute ist ein sehr sehenswertes Museum hier beheimatet. Viel Interessantes aus der Kolonialgeschichte aber auch von der Kultur der San, der Ovambo und der Himba ist hier zu erfahren. Auch ein Waffenarsenal ist ausgestellt. Die Exponate stammen aus dem Otjikoto-See in der Nähe. Dort hatten die Deutschen die Waffen 1915 versenkt um sie vor dem Zugriff der Engländer zu bewahren. Das Museum ist im Privatbesitz und beschäftigt drei Angestellte, darunter ein Ehepaar mit dem wir uns kurz unterhalten. Wir erfahren, dass das Deutschtum immer noch hochgehalten wird, obwohl es zunehmend schwer fällt, weil der Nachwuchs fehlt. So haben sich auch Schützen- und Karnevalsverein zusammengeschlossen um sich gegenseitig bei der Brauchtumspflege zu unterstützen. Das Museum allerdings erfreut sich regen Interesses, vor allem bei Touristen.

Die Putzkolonne zieht auf unseren Platz
Die Putzkolonne zieht auf unseren Platz

28.07. – 01.08.2016

Vom Camp geht es zurück zur Hauptstraße und dann nördlich bis zum 20 km entfernten Lake Otjikoto, von dem wir gestern im Museum bereits erfahren hatten. Hier ist Eintritt zu entrichten, um auf einem Rundweg den kleinen See zu umkreisen. Auf dem Gelände steht noch eine alte Dampfmaschine, die wohl zur Wasserförderung diente. Ein Hinweisschild führt auf, welche Schätze noch nicht geborgen wurden.k-S3050054

Nach weiteren rund 80 km erreichen wir das „Von Lindquist Gate“ zum Etosha-NP und wenig später das erste der drei Camps die wir hier besuchen werden, Namutoni.

Die Etosha-Pfanne, ein Gebiet von 5.000 km² , 129 km lang und 70 km breit, ist vermutlich vor rund 12. Mio Jahren entstanden, als der Fluss Kunene, der hier in die Senke floss, seine Richtung änderte und damit der Zulauf abgeschnitten wurde. Da das Wasser nicht abfloss, sondern verdunstete, sind die Salze und Mineralien des Flusses zurück geblieben.

Blick in die Pfanne:

k-20160729_131527k-S3060042k-S3060040 Der Untergrund der Pfanne besteht aus Kalk und Ton und darüber befinden sich die Salzablagerungen. Alles weiß bis grau, wie auch der gesamte Boden im Nationalpark. Entsprechend viel Staub ist unterwegs und findet sich auch als Patina in und auf unserem Womo. Sämtliche Straßen im Park sind Gravelroads. Und nach dem Kommentar von Angelika aus Australien, wissen wir jetzt auch, dass der „Schneepflug“ „Grader“ heißt. Danke dafür.k-S3070057k-S3050095k-S3050069

Namutoni war mal Kontrollstelle während der Rinderpestepidemie nach 1897, später Grenzposten zur Kontrolle des Handels mit Ovamboland und 1902 wurde hier ein Fort erbaut, welches nur ein Jahr später von den Ovambo zerstört wurde. 1906 wieder aufgebaut, wurde es Standort einer deutschen Garnision. Seit 1950 ist es Nationaldenkmal und wird seit 1957 von Touristen besucht. Bevor wir das Camp befahren, suchen wir noch die naheliegenden Wasserlöcher auf und erblicken einige der hier lebenden Tiere.

Im Park besteht auf den Schotterpisten eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 km/h. Allerdings sind die Pisten nicht in einem so guten Zustand, wie seinerzeit diejenige zum Meteoriten. Wir versuchen zwar mal auf 60 km/h zu kommen, aber es schüttelt einfach zu stark. Besonders in einer Abbremsphase gerät alles in Schwingungen. So begnügen wir uns mit einem Tempo von 15 bis 20 km/h und haben dabei auch noch Gelegenheit nach Tieren Ausschau zu halten.

Alle drei Camps haben künstlich angelegte Wasserlöcher an denen man die Tiere beobachten kann.k-20160728_171731

Am nächsten Tag gehen wir wieder auf Pirsch und fahren am Abend das Camp Halali an, wo wir zwei Tage stehen werden.

k-S3070003k-S3070001Halali kommt aus dem Deutschen und bedeutet soviel wie „die Jagd ist zu Ende“. Im übertragenen Sinne heißt dies, die Jagd im Etosha hat ein Ende gefunden. Seit 1967 ist das Camp eröffnet und damit das jüngste unter den Rastplätzen. Es ist sehr ruhig und übersichtlich und wir stehen auf ausreichend Platz. Allerdings hatten wir am ersten Abend einen Fehler begangen. Wir hatten uns nahe an eine Feuerstelle gestellt bei der nicht weit entfernt ein Zelt stand. Am Abend kamen die Besitzer zurück und nutzten dann die Feuerstelle, was uns ziemlich beeinträchtigte. Mehr noch aber das nicht enden wollende Mitteilungs- und Fragebedürfnis eines der beiden Männer aus Sachsen. Am anderen Morgen haben wir uns einen neuen Platz gesucht, hatten Ruhe und eine Feuerstelle für uns, auf der wir dann am Abend unsere Würstchen bereitet haben. Und über uns wieder der fantastische Sternenhimmel, der hier in Afrika viel klarer und sternenübersäter ist als zu Hause.k-IMG_20160730_151333

Abendstimmung am Wasserloch
Abendstimmung am Wasserloch
Wo ist der Schakal?
Wo ist der Schakal?

Den zweiten Tag verbringen wir auf dem Platz und besuchen lediglich zweimal das hier befindliche Wasserloch, allerdings mit mäßigem Erfolg. Dafür treibt auf dem Platz ein Honigdachs sein Unwesen und plündert die Mülltonnen.

Neuer Morgen, neues Glück. Vor allem bei der Pirsch. Auf dem weiteren Weg zum Camp Okaukuejo, unserem letzten Standort im Etosha, machen wir erneut interessante Tierbeobachtungen. Auch wenn wir fast alle der hier anzutreffenden Tiere schon einmal gesehen haben, macht es doch immer wieder Vergnügen und die Speicherkarten der Kameras und Handys werden gefüllt.

Frühstück mit Löwen:

 

Okaukuejo ist das größte und auch das unruhigste Camp. Sehr voll, sodass wir uns Stellplätze teilen müssen. Hier befindet sich auch das Verwaltungs- und Forschungszentrum der Etosha-Pfanne und das Ökologische Institut. Kennzeichnend ist der 1963 gebaute Wasserturm der schon von weitem zu sehen ist.k-S3070060

Heute nun verlassen wir Etosha und fahren auf geteerter Straße über Outjo bis Kamanjab. Bevor wir den Park über das Andersson’s Gate verlassen, haben wir noch einmal Gelegenheit für schöne Fotos und Videos.k-S3080006k-S3080001k-S3080008

In Outjo, 7.000 Einwohner, machen wir nur einen kurzen Stopp, tanken Geld und Diesel auf und besuchen das „The Farmhouse“, wo es neben warmen Gerichten auch Kuchen und Torten gibt. k-20160801_111018Betrieben wird es von einer Namibierin, die lange in der Schweiz gelebt hat. Gegenüber befindet sich eine deutsche Bäckerei. Bei Florentiner und Schweineohr schlagen wir zu. Nach weiteren 150 km eintöniger und fast nur gerader Straße erreichen wir Kamanjab, ein kleiner aber zentraler Ort mit ca. 6.000 Einwohnern. Hier schlagen wir unser Lager im „Oppi Koppi Camp“ auf.k-S3080011

Da heute Schweizer Nationalfeiertag ist, geben die Schweizer heute Abend Einen aus und danach lädt einer unser Mitreisenden alle zum Abendessen ein.

Vor dem Abendessen erleben wir noch eine Gruppe Schulkinder, die uns traditionellen Gesang und Tanz darbieten.k-20160801_185125

Besuch bei den Himba

02.08.2016 Besuch bei den Himba

20 km in Richtung Outjo befindet sich das Otjikandero Himba Orphan Village. Ein Himba-Dorf in der Nähe des Filmhauses, das ehemals als Filmkulisse diente. Das Haus ist in einen Felsen gebaut und bietet heute die Möglichkeit hier zu übernachten.k-S3080013k-S3080017k-DSC00103k-DSC00102k-S3080122

k-S3080117k-S3080118Hier parken wir unsere Womo’s und werden zu einem Spaziergang zum Himba-Dorf abgeholt. Hier ist zwar kein traditionelles Siedlungsgebiet der Himba, aber es lässt sich von der Tradition und der Lebensweise ein Eindruck gewinnen.

Das heilige Feuer. Es ^darf nicht ausgehen und zeigt mit der Spitze immer zum Gral.
Das heilige Feuer. Es darf nicht ausgehen und zeigt mit der Spitze immer zum Gral.
Männer waschen sich mit Wasser. Frauen duschen nur mit Rauch.
Männer waschen sich mit Wasser. Frauen duschen nur mit Rauch.

Die Himba siedeln eigentlich weiter nördlich im Kaokoveld und im Süden Angolas. Etwa 7.000 Himba gibt es noch in Namibia. Sie sind Halbnomaden, aber ihre ursprüngliche Lebensweise ist in reiner Form kaum noch anzutreffen.

Typisch für die Frauen ist die rote Farbe der Haut. Sie stammt aus einem Gemisch aus Butter, zerstoßenen Kräutern und dem Pulver eisenhaltiger Gesteine. Männer fetten sich schwarz ein. Der Sinn besteht darin, den Feuchtigkeitsverlust der Haut zu mindern, aber auch als Schutz vor Kälte. Ein weiteres Kennzeichen ist das Ausschlagen der vier unteren Schneidezähne im jugendlichen Alter.

Die Rinde hilft gegen Kopfschmerzen
Die Rinde hilft gegen Kopfschmerzen

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Nach dem Besuch des Dorfes fahren wir in Richtung Otjiwarongo und biegen dort in Richtung Omaruru ab. Nach 10 km soll eigentlich die Einfahrt zur Farm kommen, die wir als Ausweichquartier zum eigentlichen Zielort Khorixas anfahren. Mit Ausnahme der zwei offroadtauglichen Fahrzeuge. Es gibt dort bei Khorixas zwar Sehenswürdigkeiten, aber der Rest der Gruppe, so auch wir, haben Zweifel, ob wir diese mit unseren Fahrzeugen erreichen können. Deshalb die Farm, die wir nach mehreren erfolglosen Versuchen (keine Beschriftung und unzutreffende km-Angaben) dann auch finden.

Omaruru, Wein und Spitzkoppe

03. und 04.08.2016 Omaruru, Wein und Spitzkoppe

k-S3090003Wir haben auf dem Farmgelände gut geschlafen und lassen uns jetzt Zeit bevor wir die nur 125 km bis Omaruru über Kalkfeld angehen. In Omaruru wollen wir noch eine Kaffee trinken aber leider ist das Kaffee neben dem schönen Wronski-Haus erst ab 17 Uhr geöffnet.k-20160803_110841 Durch das trockene Flussbett des Omaruru-Flusses, erreichen wir über eine kurze Gravelroad die Kristall-Weinkellerei, wo noch eine Führung stattfinden wird.

Seit Mitte der 90-iger Jahre wird hier in bescheidenem Umfang Wein angebaut, vorwiegend der weiße Colombard und der rote Ruby Cabernet. Beides trockene Weine, die aber nicht sehr lagerfähig sind. Leider herrscht Wasserknappheit und die Erträge des letzten Jahres sind eher bescheiden ausgefallen. Geerntet wird der Wein, der ohne Chemieeinsatz auskommt im Februar und März.k-20160803_165336Auf einem Nachbarfeld werden Kaktusfeigen angebaut, aus denen ein Branntwein hergestellt wird. Wegen der Verbreitung einer Wolllaus ist hier allerdings eine chemische Bekämpfung dieses Schädlings nötig.k-20160803_165450k-20160803_170103 Auch ein namibischer Grappa wird gebrannt, der wegen Markenschutz hier Nappa heißt.k-20160803_170446 Dies und mehr erfahren wir bei der Führung, nachdem wir uns zuvor im Garten des im kappholländischen Stil gebauten Hauses mit Kaffee und leckerem Kuchen gestärkt hatten.k-20160803_170531

Im Anschluss findet eine Verkostung der Weine statt. Der rote findet nicht unsere ungeteilte Begeisterung.

Am Abend gibt es erstmals ein kaltes Abendbrot. Sehr leckere Wurst, guter Schinken u.a. aus Kudu-Fleisch und schmackhafter Käse. Danach werden dann die härteren Sachen verkostet.

Nach einer ruhigen Nacht auf dem Hof der Kellerei machen wir uns auf den Weg um uns hier noch etwas umzusehen, denn auch Omaruru hat in der namibischen Geschichte eine gewisse Rolle gespielt. Auch hier erhoben sich im Januar 1904 die Herero, denn die unter dem Kommando von einem Hauptmann Franke stehende Garnision war schwach besetzt. Dem Hauptmann ist ein 1908 erbauter Turm gewidmet, der leider verschlossen ist. k-20160804_085735k-20160804_085822k-20160804_085922Daneben befindet sich ein historisches Schlachtfeld, dass als solches aber nicht mehr zu erkennen ist.k-20160804_085956

Der nächste Besuch gilt der Holzschnitzerei Tikoloshe, in der aus Wurzelholz des Mopane-Baumes einzigartige Kunstwerke, besonders in Tiergestalt geschnitzt werden, die auch in Windhoek zu erhalten sind.

Ein kurzer Besuch im Baumarkt, ich brauche noch ein paar Schrauben, schließt die Runde durch den Ort ab und wir fahren Richtung Karibib auf der C33. Hier kommen wir dann wieder auf die B2 und damit wieder den Trans-Klahari-Highway.k-S3100001

In Usakos müssen wir dann runter von der Straße, ein LKW hat sich quergestellt, aber wir finden trotzdem den Bahnhof und die hier abgestellte alte Schmalspurlok.k-S3100002

22 km nach Usakos zweigen wir dann auf die Gravelroadstrecke Richtung Spitzkoppe ab. Wir sind optimistisch und erinnern uns an die Aussage von gestern, keine der künftigen Gravelroadstrecken sei so schlecht wie die im Etosha-NP. Am Ende der Strecke wissen wir es leider besser. Ich hatte zwar kurzzeitig versucht auf ein Tempo von ca. 60 km/h zu kommen, aber es war nicht durchzuhalten. Wir und unser Womo wurden wieder einmal kräftig durchgeschüttelt.

Der wunderschöne Naturplatz inmitten der Felsformationen der Spitzkoppe entschädigte und wir trauten uns sogar einige der Felsen zu besteigen. Besonders fotogen ist die Felsenbrücke. Die große Spitzkoppe, 1.728m hoch und 1949 erstmals bestiegen, wird auch das Matterhorn Namibias genannt.