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Tansania

12.06.2016 Abschied von Malawi und Ankunft in Tansania

Der Abschied von Malawi fällt nicht so leicht. Wir wären gern noch länger geblieben. Vielleicht irgendwann in unserem restlichen Leben kommen wir noch einmal wieder. In dieser Stimmung fordert mich Astrid dann auch gleich auf dem Weg zur Straße auf anzuhalten. Eine Frau mit ihren Kindern steht am Wegesrand. Und Astrid beschenkt sie mit Milchpulver, Keksen und unserem letzten (geliehenen) malawischen Geld.

Die letzte Kekspackung geht später auch noch an kleine Kinder am Straßenrand.

Wir hatten angehalten um uns eigentümliche Hügel, mit Zettel daran, aus der Nähe zu betrachten. Wir hatten gestern schon welche gesehen und wussten keine Erklärung dafür. Die Frau die in der Nähe war sagt, es sei eine Pflanze in dem Hügel. Manjoha soll sie heißen. Wenn wir sie richtig verstanden haben steht auf dem Zettel der Besitzer. Müssen wir wohl später mal erforschen.k-S2790003k-S2790004

Nach 135 km ist die Grenze erreicht. Die Ausreise aus Malawi erfolgt wie meist bei den Ausreisen relativ unproblematisch. Nach der ersten Schranke ins Buch eintragen, dann zum Zollgebäude, Exitcard beim „Immigration Exit“ abholen, ausfüllen, Pass abgeben und ausstempeln lassen, Carnet für das Fahrzeug ausstempeln, zurück zum Auto und an der nächsten Schranke nochmals in ein Buch eintragen. Schon fertig. Dauer etwa 45 min.

Aber dann Tansania. Am Grenztor stoppen, Auto registrieren und zum Zoll. Am Visa-Desk Formular abholen, ausfüllen, Pass abgeben, 50 $ pro Person löhnen. Zwischendurch gehe ich noch Richtung Grenze und lasse die Fahrzeugpapiere und meinen Pass kopieren. Und bin sofort umringt von Anbietern für SIM-Karten, Geldwechslern und weiteren Personen die mir irgendwas verkaufen wollen. Der Kopierer steht in einem kleinen Laden. Der Besitzer macht wohl gemeinsame Sache mit den Zöllnern, denn erst nach Zahlung von 5 $ erhalte ich meine Kopien obwohl im Zollgebäude auch Kopierer stehen. Zwischendurch hatte ich das Womo ein Stück zurückgesetzt, habe auch brav die Rückfahrkamera an und ecke genau darüber an einem Dachüberstand an. Zum Glück nur leichter Kunststoffschaden ohne weitere Beeinträchtigung.

Am Roadtaxtresen werden dann Carnet, Führerschein und die Kopien verlangt und dann heißt es warten, warten, warten. Etwa zwei Stunden. Man könnte meinen ein Lehrling sitzt hier, der jeden Buchstaben einzeln sucht. 25 $ sollten hier fällig werden, aber hier werden auf einmal tansanische Schilling verlangt, 55.000, die wir noch nicht haben. Erhard hilft aus. Quer über das gesamte Gelände begebe ich mich während der weiteren Wartezeit doch noch zu einem Wechselschalter und löse für Erhard einen 500€-Schein ein. Dafür gibt es über 1 Million tansanische Schilling. Mein Stapel für meine dreihundert Euro wird noch größer. Die großen Scheine sind ausgegangen.

Mit Allem dann zum nächsten Schalter, bezahlen, und nach etwa drei Stunden insgesamt ist das Prozedere abgeschlossen, nachdem auch die Visa erteilt und das Carnet für die Einreise gestempelt ist. Und das bei 29°.

Endlich in Tansania und nach ersten Löchern in der Straße nun auch auf glattem Asphalt unterwegs. Hier werden Bananen angebaut, aber vor allem auch Tee. Große Plantagen sehen wir, frische grüne und auch bereits abgeerntete.k-S2790015k-S2790017k-S2790018

Nur noch 45 km bis Tukuyu. Aber bis dahin schrauben wir uns auf 1.650 m und verlieren 10° an Temperatur. Vulkanberge und tiefe Täler prägen das Landschaftsbild. Wir sind im ehemaligen „Deutsch-Ostafrika“ und Tukuyu war als „Neu-Langenburg“ ehemaliger Bezirksamtssitz. Gegründet 1899. Wir stehen heute auf dem Gelände des Landmark-Hotels. Schnell parken, etwas essen im Hotel und ab zum Vodacom-Shop der extra für uns öffnet und SIM-Karten erwerben. Da alle hier anstehen, dauert das Ganze etwa 4 Stunden. Die Afrikaner haben die Ruhe weg. Zwischendurch habe ich am Auto den Schaden notdürftig behoben, während Astrid weiter anstand. Am Abend ist dann nicht mehr viel los mit uns. Kein Restaurant- oder Barbesuch. Nur noch schreiben, hochladen und Ruhe ist.

Zwischenruf

Nun sind wir in Tanzania 😊 mein Gott ich weiß manchmal nicht mehr in welchem Land wir gerade sind, es geht alles so schnell. 
An der Grenze mussten wir etliche Zeit auf der tansanischen Seite warten. Ehe der Beamte alles vom Carnet abgeschrieben hatte, ich kann euch sagen, das dauerte und dauerte. Alles mit afrikanischer Ruhe, einer arbeitet, 3 gucken zu 😔 aber vielleicht gewöhnen wir uns noch daran.
Dann der Schaden am Auto, Egon fuhr beim rückwärts fahren an ein überstehendes Dach und peng schon schepperte es, wieder einmal platzte die Plaste auseinander. Ich denke wenn wir wieder zu Hause sind, und Egon überall das Klebeband abmacht, fällt unser Womo auseinander 😢
Aber lieber am Auto als bei uns. Das kann man alles irgendwie ersetzen.
Auch haben wir leider unseren ersten Malaria Fall bei uns in der Gruppe, Eine die sich immer einsprühte und auch immer sehr vorsichtig war, sie hatte es erwischt. Nun liegt sie erstmal zur 24 Stunden-Überwachung im Hospital und wir alle hoffen, dass sie schnell wieder zu uns stoßen kann. Schließlich hatten wir schon viele schöne gemeinsame Abende verbracht. Wir drücken die Daumen 😊👍

Übrigens sind wir euch jetzt eine Stunde voraus. Ätsch.

Zwischenruf

14.6.

War das gestern ein Sch….Tag !!!
Alles fing so harmlos an. Wir sind als Erste gegen 7.10 Uhr vom Platz, da wir unterwegs frühstücken wollten und die Etappe ohnehin sehr lang war. Die Gegend war traumhaft, Bananenplantagen und Kaffeeanbaugebiete säumten die Straßen und wir kamen bis auf 2200m Höhe! Wir hatten auch das Gefühl, dass es den Menschen zum Teil hier besser geht, die Häuser waren auf jeden Fall größer. Alles war so schön, bis wieder ein paar Potholes auftauchten und wir mit 60km/h rüber bretterten und plötzlich dicht danach ein riesiges Hump auftauchte ,ich kann euch sagen, nur Fliegen ist schöner 😨. Wir kamen dermaßen unsanft auf dass ich dachte, der hintere Teil von unserem Womo ist abgebrochen 😢. Nach unserem Halt sah das Womo so aus.k-S2800005 In der Heckgarage war eine Colabüchse explodiert, der Weinkarton gerissen, die Kleiderständer aus der Halterung gesprungen und die Kleiderbügel zum Teil verbogen 😵. Wir hatten die Sch… voll !!!
Aber eigentlich im Nachhinein hatten wir doch noch Glück, denn wenn wir nur mit weniger km/h rüber gefahren wären, hätte unser Womo womöglich aufgesetzt! !
Es ging dann weiter, eine Baustelle nach der anderen und das so 150 km am Stück 😬 Rauf und runter von der Straße, durch viele Schlaglöcher und Humps. Wir hatten genug davon und kamen zu dem Schluss, dass diese Strecke absolut nicht für normale Womos geeignet ist 😯. Aber wir mussten da durch.k-S2800016k-S2800015 Dazu kamen noch sehr viele Polizeikontrollen. Oft sahen wir von unserer Truppe welche da stehen. Dann kamen wir an die Reihe. Der Polizist war schon von Anfang an sehr mürrisch ( hatten wir noch nie erlebt) und wollte gleich Egon’s Papiere. Dann sah er sich unsere Scheibe an und erklärte uns, dass wir dafür zahlen sollten. Ich ging gleich wie eine Rakete hoch, stieg aus und erzählte ihm, dass wir ja nichts dafür könnten. Er wurde immer bissiger und ich immer aggressiver, sprach mal deutsch und englisch . Egon versuchte mich zu beruhigen, sagte es bringt doch nichts 😯. Der Polizist zeigte immer auf sein DIN A4 grosses Formular, er ließ nicht davon ab. Zähneknirschend zahlten wir die 30000 TSH und ich wünschte ihm zum Schluss noch einen schönen Tag, natürlich mit bitterbösem Blick .k-20160614_150047Der Tag war gelaufen und Tanzania auch erst mal 😝
Wir beide waren stinksauer und dann wieder diese Straßen, jetzt kamen noch Spurrillen dazu.k-S2800006 Egon konnte nicht mal überholen so tuckerten wir oft hinter einem Laster hinterher der nicht den Berg hoch kam. Angeblich sollte die ganze Strecke so ungefähr 6,5 Std. dauern, aber wir ( auch die anderen Womos ) brauchten mehr als 8 Std. 😩. Wir waren alle fertig.
Auf dem Campplatz angekommen, ( bei den Rillen auf dem Weg saßen wir öfter auf 😠) hatten wir alle erstmal große Diskussionen wegen der Strecke und jeder beguckte sich sein Womo wegen eventueller Beschädigungen.
Fazit des Tages, den konnte man abhaken und unter Ulk verbuchen 😕. Nur das gemeinsame Abendessen im wunderschön gedeckten Reethaus entschädigte uns etwas 😋
Der heutige Tag war ein Ruhetag für uns. Die Sonne schien und die Luft in 1800m Höhe war angenehm. Abgesehen vom Wäsche waschen, sauber machen und einige Teile am Womo wieder ganz machen, einfach nur herrlich.k-20160613_174804
Noch vor dem Frühstück nahmen wir an einer Tour durch das Farmgelände teil. Ein Massai ( bitte beachtet die Schuhe an seinen Füßen, sie bestehen aus alten LKW Reifen , genannt Raiyo )zeigte uns wie die Kühe einmal in der Woche durch eine Desinfektionsanlage gegen Zecken mussten und wir machten noch einen ausgiebigen Spaziergang. Die Farm wird von einer Frau geleitet, die sich auch sehr für die Menschen hier engagiert. Sie unterstützt 3 umliegende Dörfer, beschäftigt 300-400 Leute auf ihrer 1000 Hektar großen Farm😨. Hier wird auch die Artemisia Pflanze angebaut, hilft bei Arthritis ( löscht die Information im Körper ) und bei der Malaria, das hatten die Massai’s schon früher genommen.

Artemisia
Artemisia

Morgen geht’s weiter nach Mikumi, dann ist Egon wieder dran mit schreiben 😉
Mir wird jetzt draußen auch kalt, wenn die Sonne untergeht muss man sich schon dicker anziehen, kaum zu glauben, dass zu Hause Sommer ist und hier der Winter anfängt 😉
Also bis zum nächsten mal 😘

über Iringa nach Mikumi

15.06.2006 von Kisolanza nach Mukumi

Wir verlassen die Farm und das Camp sehr zeitig. Wir wollen uns in etwa 20 km die „Isimilia Stone Age Site“ ansehen. Erstens ist in der Karte ein Hinweis darauf und zweitens habe ich im Internet davon gelesen. Es soll ein beeindruckendes Naturdenkmal sein mit 15 m hohen Steinsäulen in der Isamilia-Schlucht. Hier sind die vermutlich ältesten Steinzeitfunde freigelegt worden. Sie stammen aus einer Zeit, als Teile Europas noch unter einer Eisdecke schlummerten. Nach etwa 20 km immer noch kein Hinweis und wir sind schon ein wenig enttäuscht. Aber wenige Kilometer weiter dann doch ein Hinweisschild. Wir fahren auf den wie immer unbefestigten und etwas schwierig aber doch befahrbaren Weg. Wir kommen etwa 100m voran, dann bremst uns ein etwa 15 m langes Stück loser Sand völlig aus. Festgefahren. Sehr tief sitzen wir noch nicht drin und auch nur mit dem rechten Vorderrad. Eine junge Frau aus dem benachbarten Lehmhaus kommt freundlich auf uns zu und ruft ihren Jungen, der mit einer Schaufel kommt. Ich mache das Vorderrad etwas frei, lege meine Sandplatten unter und mit der vereinten Kraft von der jungen Frau und Astrid schieben sie mich rückwärts wieder aus dem Sandstück heraus. Die junge Frau meint, wir könnten direkt an ihrem Haus vorbeifahren, dann könnten wir das Sandstück umgehen. Wir bedanken uns zunächst mit ein paar Scheinen die sie dankbar annimmt und nehmen die andere Strecke. Nur etwa 100 m weiter steht ein kleines Häuschen und ein junger Mann. Die Fahrbahn verschlechtert sich zusehends und wir erkundigen uns nach der Weiterfahrt. Nur zwei Minuten mit dem Auto meint er, und ja, mit unserem Auto sei dies kein Problem. Nach 20 m ist allerdings Schluss. Tiefe Längsrillen verhindern ein Vorwärtskommen. Rückwärts und ohne die Sehenswürdigkeit nur erahnt zu haben geht es wieder hinaus. Astrid ist geladen und stinksauer auf mich, weil ich nun zum wiederholten Male versucht habe die Grenzen unseres Womo’s auszuloten. Es ist für solche Strecken einfach nicht geeignet. Brauchen wir wohl ein anderes, falls wir wieder einmal eine solche Reise unternehmen wollen. Schaun wir mal.

Nach weiteren 20 km erreichen wir Iringa auf einem Felsplateau mit Blick auf die Tabak- und Maisfelder gelegen. Die Straße hinauf ist von Hump’s nur so voll gepflastert.

Mit der Errichtung eines Forts in der Nähe legten die Deutschen 1896 hier damit den Grundstein für die Stadt, die an der einen oder anderen Stelle noch Relikte aus der Kolonialzeit aufweist. Die Markthalle und andere Gebäude an der belebten Einkaufsstraße stammen noch aus dieser Zeit.

alte Markthalle
alte Markthalle
Markthalle im Inneren
Markthalle im Inneren

k-20160615_100504k-20160615_100439k-20160615_105637Wir fahren erst einmal eine nicht gekennzeichnete Einbahnstraße verkehrt herum hinein, bis wir lautstark darauf aufmerksam gemacht werden, tanken dann und suchen uns einen Parkplatz in der Uhuru-Road. Zu Fuß nehmen wir die Suche nach der Markthalle auf und durchstreifen verwinkelte Gassen, in denen Handwerker und Händler ihrem Gewerbe nachgehen. In einer Straße stehen fast vor jedem Haus Nähmaschinen an denen gearbeitet wird. Ein richtig quirliges Treiben hier.k-20160615_095830 Über den großen Kreisel hinaus suchen wir das Cafè, welches uns zum Frühstück empfohlen war. Es ist nicht zu finden und Passanten die wir ansprechen, zucken nur mit den Schultern. Überhaupt scheinen die Tansanier eine andere Mentalität zu besitzen als die Menschen in den bereits besuchten Ländern. Sie sind meist nicht so offen und freundlich haben wir den Eindruck. Und wegen der Erlebnisse bisher, muss sich Tansania schon noch anstrengen um auf unserer Rankingliste der Länder die wir bisher auf unserer Tour besucht haben, nach vorn zu rutschen.

Wir finden dann in einer Seitengasse ein vielversprechendes Schild mit der Aufschrift „BBQ & Restaurant“ und starten hier einen Versuch unser Frühstück nachzuholen. Drinnen wenig einladend. Unter einem Strohdach einfache lange Tische mit Plastikstühlen, was weiter kein Problem darstellt. Auch eine Speisekarte gibt es, auf der auch Kaffee angeboten wird. Wir bestellen zwei Omelettes und Kaffee. Die Omelettes sind ganz ordentlich, aber als es an den Kaffee gehen sollen streiken wir nachdem uns zwei Töpfe auf unsauberen Untertellern und später eine Büchse mit Nescafè und Zucker hingestellt werden. Bevor vielleicht noch heißes Wasser kommt geben wir unseren Verzicht bekannt.k-20160615_104725

Zurück zum Womo wollen wir noch in dem kleinen Minimarkt nebenan einkaufen, aber außer ein paar Keksen ist für uns nichts zu holen.

Weiter geht die Fahrt dann durch schöne Landschaft, begleitet von vielen Baobab-Bäumen von 1600 m hinunter auf 450 m.k-S2820002 Dabei wird es immer wärmer und als wir am Camp ankommen zeigt das Thermometer 30°. Auf der Tan-Swiss-Lodge nehmen wir Quartier.

über Morogoro nach Kibaha

16.06.2016 auf dem Weg nach Daressalam

Von Mikumi aus passieren wir erst einmal den Mikumi-Nationalpark. Die A7, die uns Richtung Daressalam führt, geht direkt hindurch. Die Geschwindigkeit ist hier auf maximale 50 oder vereinzelt 30 km/h gedrosselt. Das gibt Gelegenheit, endlich wieder einmal Ausschau nach Tieren zu halten und wir haben auch Glück und entdecken welche.

Die nächste erwähnenswerte Station ist die Stadt Morogoro, eine vergleichsweise große Stadt. Wir zweigen bei der Hauptstraße in das sehr belebte Zentrum ab und gehen auf Suche nach der berühmten Mangobaumallee. Nicht einfach sich durch das Zentrum einen Weg zu bahnen, der Verkehr ist sehr dicht und alles fährt kreuz und quer.

Aber wir finden die Allee, die jetzt natürlich nicht in Blüte steht. Einmal hoch und wieder zurück und dann geht es wieder hinaus aus der belebten Stadt. Die gesamte Stadtdurchfahrt halte ich natürlich mit der Dashcam fest. Leider nichts für das Internet, die Datenmenge ist zu groß.k-S2820037

Am weiteren Wegesrand die üblichen Bilder des geschäftigen Treibens.

Wir kommen gut voran, erwischen natürlich wieder einmal einen nicht gekennzeichneten Humb und müssen wieder unsere Sachen neu verstauen.

k-S2820033k-S2820031Nach den herrlichen Bergen um Morogoro geht es dann hinab in die Schwemmlandebene des Ruvu-River. Sehr fruchtbare Gegend hier. Dann erreichen wir Chalinze und wir werden von einer Polizeikontrolle gestoppt. Wir wurden geblitzt mit 81 km/h in einer 50-iger Zone behauptet der diesmal freundliche junge Polizeibeamte. Als Beweis zeigt er uns auf seinem Handy ein Foto, welches er von der 3 km zuvor stehenden Kamera gesendet bekommen hat. Darauf ist eindeutig unser Womo zusehen und die Einblendung 81. Wir haben jedenfalls kein 50-iger Schild gesehen und streiten alles ab. Mit wenig Erfolg. Wieder dreißigtausend sollen wir zahlen. Den Block holt er sich schon, nachdem wir eine Quittung verlangen. Es geht aber weiter freundlich zu und am Ende der Diskussion will er nur noch zehntausend und wir sind Freunde, ohne Quittung. Nach netter Erläuterung der tansanischen Verkehrsregeln auf seinem Block wünscht er uns eine gute Fahrt, heißt uns in Tansania willkommen und wir versprechen beim nächsten Mal Suaheli zu sprechen.

Nächster Ort Mlandizi. Wir sind schon bis auf 30 km unserem Ziel in Kibaha und 60 km der heimlichen Hauptstadt Tansanias, Daressalam, nahe gekommen. Der Verkehr wird noch dichter und wir zählen hier rund 16 Tankstellen auf etwa 5 km Strecke.

Unser Camp liegt gleich links neben der Hauptstraße und ist natürlich wieder nur über eine schwer befahrbare Stecke erreichbar. Ob wir hier allein wieder raus kommen wird sich zeigen.k-20160616_174014k-20160616_155622

Erst einmal verabschieden wir uns für 4 Tage nach Sansibar, wo wir mit der Fähre morgen hinfahren. Unsere Womo’s bleiben solange hier in dem Camp. Laptop bleibt auch hier, deshalb müsst ihr jetzt Geduld haben. Bleibt schön neugierig.

Ausflug nach Sansibar

17.06.2016 Stone Town

Der Wecker meldet sich bereits um fünf Uhr. Um sechs soll Abfahrt mit dem Bus zum Hafen sein. Trotz der Hitze, wir hatten am Abend noch 31° im Womo, haben wir ganz gut geschlafen. Gestern hatten wir mit 34° den Temperaturrekord auf unserer bisherigen Tour. Meine Zweifel an der frühen Abfahrt, wenn die Fähre im nur 30 km entfernten Daressalam erst um 9.30 abfahren soll, haben sich bestätigt. Gegen 7.30 sind wir am Hafen, trotz morgendlichem Verkehr in der Millionenstadt. Ein Vorteil ist, die Busse fahren vom Stadtrand bis in das Zentrum auf einer in der Mitte liegenden und durch Betonkanten abgegrenzten separaten zweispurigen Busspur. An den großzügigen Haltestellen stehen die Passagiere sehr diszipliniert in einer Schlange an.

Auch hier in Daressalam sind wie fast überall chinesische Investoren tätig. An jeder Haltestelle befindet sich ein Schild mit der Aufschrift „China Tansania Security“. Auch sonst gibt es zahlreiche Hinweise auf chinesisches Engagement und unser Bus stammt wohl auch aus China. Chinesische Schriftzeichen auf der Fensterscheibe, vermutlich als Hinweis auf den Notausgang, deuten darauf hin.

Der Bus nimmt uns 23 Leute gerade auf und unser Gepäck stapelt sich hinter der letzten Sitzreihe. Vernünftiger als die täglich zu erlebenden Überlandbusse, die fahren wie die Henker, werden wir bis zum Eingang des Fährterminals gebracht. Wir erhalten einen Boardingpass wie im Flugzeug und unverständlicherweise auch noch ein Einreiseformular nach Tansania. Aber Sansibar besitzt in Tansania eigene Verwaltungshoheit und für ausufernde Bürokratie sind die Afrikaner offenbar immer sehr empfänglich. Das kosten sie so richtig aus, obwohl oft weder ein System erkennbar, noch die Logistik den Auswirkungen dieser Bürokratie entspricht. Tansania oder Tanzania ist übrigens aus der Vereinigung des 1961 unabhängig gewordenen Tanganyika und Sansibar, das nach einer blutigen Revolution 1963 unabhängig wurde, entstanden. Daher der Name „Tan“ „San“ und dem Anhängsel „ia“, als vereinigte Republik.

Zunächst dann Verwirrung um das Gepäck. Irgendwelche Hilfskräfte wollen es zentral sammeln, manche von uns geben ihres aber nicht her, weil es nicht gekennzeichnet ist und dann heißt es, unser Gepäck käme in einen separaten Transportwagen. Später sehe ich den Transportwagen stehen, unser Gepäck vermischt mit anderem. Hoffentlich finden wir unsere Reisetasche wieder und nicht jeder der später am Wagen vorbei kommt, nimmt sich was ihm gefällt. Vorher heißt es auch, wir könnten unser Schiff bereits um acht besteigen, es werde nur noch vorher gesäubert. Auch dies eine Fehlinformation, nicht die erste. Wir kommen erst kurz vor Abfahrt an Bord. Kurz danach legen wir ab und mit einem Blick auf die Skyline von Daressalam verabschieden wir uns vom Festland.k-S2820064

Die Fähre ist ein sehr moderner Katamaran, die Sitze in der Business Class sehr bequem, der Bildschirm liefert Trickfilme am laufenden Band und wir entschlummern sanft. Haben auch einiges an Schlaf nachzuholen.k-S2820073

Bei der Ankunft findet sich auch das Gepäck wieder an, es wird mit einem Extrafahrzeug zum Hotel gebracht und wir kommen auch ganz entspannt im Hotel „Maru Maru“ an. Das Hotel liegt direkt hinter dem Fort. Wir beziehen ein Zimmer im dritten Geschoss, über uns ist nur noch eine schöne Dachterrasse, wo wir noch etwas essen bevor wir uns im geräumigen Doppelbett unter dem Moskitonetz erholen. Auch schön, mal wieder in einem schönen Hotelzimmer zu wohnen und sich um nichts kümmern müssen.k-S2820072k-S2820078

Am Hafen hatte uns bereits Johanna, eine deutsche Reiseleiterin die seit 10 Jahren hier lebt und mit einem Sansibari verheiratet ist, in Empfang genommen und mit ersten Informationen versorgt. Auf der Strecke mit dem Bus umrunden wir einen Teil der Altstadt. Bis auf zwei Durchgangsstraßen sind alle anderen Straßen Einbahnstraßen. Kein Wunder, so eng und verwinkelt wie sie sind. Wir sehen auch Plattenbauten nach DDR-Muster. Sie wurden während der sozialistischen Zeit unter Julius Nyerere errichtet mit Unterstützung aus der DDR. Die Wohnungen sind begehrt auch wenn die Häuser selbst nicht sehr ansehnlich sind. Von dunkelgrau bis schwarz sehen sie aus, was auch am Seeklima liegt.k-S2820080

Der Stadtrundgang um 15 Uhr findet dann in zwei Gruppen statt und wird durch zwei deutsch sprechende Einheimische durchgeführt. Micki, 39 Jahre alt, verheiratet mit nur einer Frau (es herrscht Polygamie), und Vater von zwei Kindern, ist unser Guide. Er bezeichnet sich selbst als alt, weil die Lebenserwartung hier nicht sehr hoch ist. Nur zwei Kinder zu haben, sei eher ungewöhnlich, aber seine Frau möchte keine weiteren. Üblich sind sechs oder mehr Kinder, auch zehn sind keine Seltenheit. Es gibt keine sozialen Systeme und der Kinderreichtum gewährleistet eine Versorgung der Eltern im Alter.

Micki unser Guide
Micki unser Guide

Unsere erste Station ist das „Old Fort„, welches im 18. Jh. von Arabern aus dem Oman auf den Resten einer portugiesischen Kapelle errichtet wurde. Es war zunächst Festungsanlage. In seiner Geschichte war es später Eisenbahnstation, Tennisplatz und heute kulturelles Zentrum mit Konzert-, und Theateraufführungen. Es gibt hier Souvenirläden und einige Frauen bieten die Verschönerung durch Henna-Malerei an.

Weiter führt uns der Weg am ehemaligen deutschen Konsulat vorbei.k-S2820117

Interessant sind die alten kunstvoll geschnitzten Türen an vielen Häusern, sie sind entweder arabischen (mit Rundung oben), oder indischen (eckig) Ursprungs. Die einzelnen Verzierungen sind alle von bestimmter Bedeutung.

Nächste Station, dass Freddie Mercury Haus in der Kenyatta Street. Der wohl berühmteste Sohn der Stadt wird hier mit einer Aufschrift über der Tür und zwei Schaukästen mit Bildern des Stars der Gruppe Queen geehrt.k-S2820119k-S2820118

Weitere Stationen sind das „Tipu Tip Haus“, ein Haus eines ehemaligen berühmten Sklavenhändlers, „Jaws Corner“, ein besonders am Abend belebter Platz für jung und alt , wo Tagesthemen und andere schwerwiegende Probleme erörtert werden. An dem Baum in der Mitte hängt ein Telefon, von dem aus man, falls man herankommt, unentgeltlich in alle Welt telefonieren kann. Ein Scherz.k-S2820124

Die anglikanische Kirche ist an der Stelle des letzten Sklavenmarktes Afrikas von Bischof Steere, einem erklärten Gegner der Sklaverei, errichtet worden. Hinter dem Altar, der an der Stelle steht wo die Sklaven ausgepeitscht wurden, befindet sich eine Gedenkplatte für den Bischof.

David Linvingston, der britische Missionar und Entdecker, hatte sich vehement für die Abschaffung der Sklaverei eingesetzt. Er starb im Busch an der Ruhr. Seine treuen Begleiter, Susi und Chuma, balsamierten seinen Körper und bestatteten sein Herz unter einem Baum. In der Kirche hängt ein Kreuz aus dem Holz dieses Baumes. Den Leichnam trugen sie bis an die Ostküste, von wo aus er nach England verschifft wurde.

Das „House of Wonders“ ist eine weitere Sehenswürdigkeit. Errichtet unter Sultan Barghash 1883, war der an viktorianische Architektur erinnernde Bau mit dem Palast verbunden. Der Name leitet sich daraus ab, dass dieses Gebäude als erstes auf Sansibar über Elektrizität und einen Fahrstuhl verfügte. Heute ist der Bau ziemlich heruntergekommen und soll restauriert werden. Das Nationalmuseum hat hier sein zuhause gefunden.

Ein Gang über den quicklebendigen Markt bildet die letzte Etappe für heute. Überwiegend Männer beherrschen den Markt als Händler und Verkäufer, Frauen sitzen meist am Boden und bieten Obst und Gemüse an.

Nach etwas mehr als zweieinhalb Stunden endet unser Rundgang wieder am Hotel. Ausruhen ist nicht. Um 18.17 Uhr geht die Sonne unter und deshalb ist es Zeit für einen Sundowner auf der Dachterrasse. Und um Viertel vor Sieben ist dann schon wieder Abmarsch mit Johanna durch die schmalen Gassen der Altstadt zum Abendessen im „House of Spices“, einem netten Lokal im zweiten Stock, eines der besten Restaurants in Stone Town. Dreigänge-Menü mit Fisch in Spitzenklasse. Alles sehr lecker und appetitlich angerichtet und auch der Service stimmt. Gut gesättigt geht es dann auf den Rückweg durch dunkle Gassen, die an einigen Stellen durch geöffnete und beleuchtete Geschäfte erhellt werden. Es ist gerade Ramadan und die sonst um diese Zeit geschlossenen Geschäfte haben wieder offen, da erst nach Sonnenuntergang wieder im zu 95% von Muslimen bewohnten Sansibar gegessen wurde und jetzt nochmal die Aktivitäten einsetzen. Viele Menschen bewegen sich jetzt wieder in den engen Gassen und auch vor Mopeds, Rollern und Fahrrädern, die hier immer Vorfahrt haben, muss man sich in acht nehmen. Allein hätten wir wohl schwerlich zum Hotel zurück gefunden.

18.06.2016 Spice-Tour und Segeltörn

Es war sehr warm zu Beginn der Nacht. Wir hatten die Klimaanlage ausgeschaltet, hofften auf Abkühlung in der Nacht und wollten uns die Geräusche der Anlage nicht antun. Vergebens. Gegen Mitternacht musste ich sie dann doch einschalten, die Wärme wurde unerträglich. Astrid musste sich mit dem dünnen Bezug trotzdem zudecken, weil der kühle Lufthauch unangenehm wurde. Aber wir schliefen jetzt gut und Astrid tief und fest, sodass nur ich mitbekam, wie es gegen Morgen zweimal zwar kurz aber heftig regnete.

Das Frühstück vom Buffet auf der Dachterrasse nahmen wir in aller Ruhe ein, während unten in einem der Höfe Mädchen in schwarzer Kleidung aber unverschleiert, spielten und sangen.k-20160618_083228

Bevor um 10 Uhr der Bus abfuhr, bekamen wir in einem kleinen Laden unweit des Hotels endlich mal wieder Ansichtskarten zu kaufen. Keine Selbstverständlichkeit in Afrika.

Aus der Altstadt hinaus brachte uns der Bus durch Sansibar-Town, dem neuen Teil der Stadt auf’s Land. Die Spice-Tour, ein Streifzug durch die Gewürzvielfalt Sansibars stand auf dem Programm. Unterwegs passieren wir einen Ort namens Bububu. Bis hierhin führte einst die einzige Bahnverbindung der Insel über 10 km von der Hauptstadt aus. Da der Zug hier immer mit einem lauten „bububu“ seine Fahrt beendete, erhielt der hier entstehende Ort davon seinen Namen.

Wir zweigen ab von der Straße und gelangen über holprige Piste mitten in einen scheinbar ungeordneten Urwald mit ein paar Lehm- und nicht fertiggestellten Betonhütten. Oft werden auch Korallensteine als Baumaterial genutzt. Die Lehmhütten gehören meist Familien in denen Arbeitslosigkeit herrscht und die mit dem Einfachsten auskommen müssen. Betonhütten sind schon besser, die Bewohner oder mindestens einer von ihnen hat Arbeit, aber fertiggestellt wird je nach Geldeingang. Nach der Revolution 1964 bekam jede Familie 3 ha Land zugewiesen, damit sie sich selbst versorgen kann. Es wird Mischanbau mit unterschiedlichen Erntezeiten betrieben, damit es immer etwas zum Essen bzw. zum Handeln gibt.k-S2830012

k-S2830001Auf dem Land ist die Solidarität sehr groß, jeder hilft jedem. In der Stadt ist es heutzutage schon anders. Die Menschen sind dort informierter und neiden oft auch dem Nachbarn seinen Besitz.

Aber „Hakuna Matata“ ist das Motto aller Sansibaris. Dass heißt, wörtlich übersetzt: „Es gibt keine Probleme bzw. Schwierigkeiten“ und in der Umgangssprache, „alles ist in bester Ordnung“. Und überall wird uns „Jambo“ für „Hallo“ zugerufen. Die Sprache ist Swahili, im deutschen oft auch als Suaheli oder Kisuaheli bezeichnet, und sie sei „very simple“. Hier gibt es weder Dativ, Genitiv noch Akkusativ.

Das Gelände auf dem wir uns bewegen und nun die Gewürzvielfalt Sansibars erleben sollen, ist recht überschaubar. Und dennoch erleben wir eine ungeahnte Vielfalt auf kleinstem Raum. Auf Sansibar gelten die meisten Gewürze vor allem als Medizin und werden weniger zum Würzen verwendet. Da Gewürze teuer sind, werden meist die Blätter des Gewürzbaumes genutzt, die Aromen von vielen anderen Gewürzen enthalten.

Wir erleben, reiben die Blätter, riechen und kosten u.a. Muskat, Ingwer, Zimt, Zitronengras, Nelken, Vanille und Kardamom und sehen Sternfrucht, Jackbaum, Teakbaum, die Jodpflanze und Durian, eine Frucht an der sich die Geister scheiden. Sie stinkt, aber schmeckt wird uns versichert. Sansibar Lipstick ist eine weitere Pflanze, deren Saft teuren Lippenstift ersetzt oder zum Haare färben verwendet wird.

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Ein traditionelles Mittagessen beschließt den interessanten Aufenthalt. Zum Schluss gibt es sehr konzentrierten Ingwertee, leider zu scharf für uns.k-20160618_124656

Nach der Rückkehr haben wir ein wenig Zeit zum Ausruhen bevor am späten Nachmittag das nächste Highlight auf uns wartet. Eine Fahrt mit einer Dhau an der Sansibar Waterfront entlang. Zunächst mit Motorkraft und dann mit gesetztem Segel. Ich wage mich mit anderen auf das „Oberdeck“ und genieße die Fahrt.

Astrid war richtig stolz auf mich, und hat nicht gefragt wie es mir geht um die Folgen wie in Australien zu vermeiden, als ich bei der Fahrt zum Great Barrier Reef und zurück nicht mehr von der Tüte loskam. Erst lief es auf der Rückfahrt ganz gut, bis mich damals Astrid fragte, wie es mir geht.

Wir landen am Mbweni Ruins Hotel an und genießen ein gemeinsames Abendessen auf der überdachten Terrasse und werden anschließend mit dem Bus zum Hotel zurück gebracht. Die Musik einer Band lockt uns noch auf die Dachterrasse.

19.06.2016 Die Schildkröten-Insel, Prison Island

10 Uhr ist Abmarsch vom Hotel zum Hafen, wo zwei kleine Boote auf uns warten, wie sie hier zu Dutzenden vor Anker liegen. In einer halben Stunde werden wir nach Prison Island geschippert. k-20160619_101143Hier erwartet uns eine Kolonie von Adabra-Schildkröten die die Seychellen dem Sultan 1920 zum Geschenk machten. Es sind Riesenschildkröten, die teilweise schon ein beachtliches Alter erreicht haben. Auf einer lesen wir 158 Jahre. Bis dreihundert Jahre können sie werden. Sie haben mächtige Panzer und sehr ledrige Haut. Wir können sie füttern. Aber aufpassen, sie haben sehr scharfe Zähne.

Die Insel selbst war früher Sklavenumschlagplatz, bevor der britische General Matthews hier ein Gefängnis bauen ließ, was aber nie als solches genutzt wurde. Es war später Quarantänestation für einreisende Inder, die hier zunächst bis zu zwei Wochen ausharren mussten. Heute befindet sich hier ein Restaurant, ein Hotel soll folgen.

Wir besteigen wieder die Boote, aber nur um ein Stück auf das offene Meer hinaus zu fahren. Schnorcheln ist angesagt. Die Schnorchelausrüstung wird gestellt und ich muss meine Brille erst einmal tauschen. Sie ist so zerkratzt, dass ich nichts sehen kann. Aber auch mit der neuen Brille zeigt sich, dass dies nicht mein Ding ist. Mir fällt die Umstellung schwer, unter Wasser durch den Schnorchel zu atmen. Auch kann ich schon kurz unter der Wasseroberfläche ohne meine Brillenstärke auf dem Meeresgrund nichts erkennen. Ich gebe deshalb bald meine Ausrüstung zurück und tauche so wie ich es gewohnt bin ohne Hilfsmittel zum Meeresgrund. Viel zu sehen gibt es nicht. Ein .paar Korallensteine. Astrid sieht noch gelbe und rote Seesterne und Seeigel.k-20160619_121226

Am Strand nehmen wir noch ein Picknick zu uns bevor es später zurück zum Festland geht.

Am Nachmittag unternehmen wir noch einen Stadtrundgang. Vorbei am alten Sultans-Pallace und der „Old Dispensairie“ gelangen wir zum Fischmarkt. Die alte Apotheke ist zwischen 1991 und 1996 renoviert worden. Viel ist davon nicht mehr zu sehen. Den alten Dhau-Hafen bekommen wir leider nicht zu Gesicht. Es sieht ziemlich schlimm aus hier, obwohl dann mitten im Unrat doch einer mit dem Besen zu Gange ist und fegt.

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Über den Markt, den wir schon gesehen hatten, gelangen wir wieder in die Altstadt und wollen zurück zum Hotel. Vorbei an einer Moschee und einem Hammam gelangen wir zu Jewers Corner, wo es jetzt am Abend ziemlich belebt ist. Als wir zum zweiten Mal hinkommen, merken wir, dass wir uns vertan haben.

Ein freundlicher Mann bietet seine Hilfe an und begleitet uns zum Hotel. Unterwegs erfahren wir, dass er Fisherman ist, aber mit seiner Dhau wegen Flaute gerade nicht hinaus kann. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er warnt uns noch, am Abend die schmalen Gassen jetzt zum Ramadan lieber zu meiden. Die Geschäfte schließen zum Sonnenuntergang und alle gehen in die Häuser zum Essen. Wer sich dann noch rumtreibt hat es oft auf weiße Touristen abgesehen. Ihnen werden oft mit vorgehaltenem Messer Geld und Handys abgenommen.

Am Hotel geben wir ihm noch etwas für seine Kinder, bedanken uns und beherzigen seinen Rat. Wir bleiben im Hotel, essen hier eine Kleinigkeit und lauschen der schönen Stimme der Sängerin auf der Dachterrasse die von einem Keyborder begleitet wird.

20.06.2016 Rückkehr zum Festland

Nach Frühstück und Packen stellen wir unsere Tasche vor das Zimmer und begeben uns nach unten. 11 Uhr ist Abfahrt zum Hafen und gegen 12.30 legt die Fähre fast pünktlich ab.

Ein sehr schöner und unvergesslicher Aufenthalt auf Sansibar, der Insel, wo es auch nach Achim Reichel „am schönsten war“, geht zu Ende.

Auf dem Weg in die Serengeti

21. bis 24.06.2016 Auf dem Weg in die Serengeti

Die folgenden Tage dienen dem Ziel uns der Serengeti näher zu bringen.

Aber zunächst geht es in zwei Etappen nach Arusha über Korogwe. Bis Chalinze kennen wir die Straße schon und wir kommen einigermaßen durch. Wieder kommen wir an dem Tankstellenunsinn hier vorbei. Wohl jeder Ölscheich des Orients platziert hier seine eigene Marke. Wie diese Tankstellen hier existieren können ist uns ein Rätsel. Es herrscht kaum Betrieb an den Zapfsäulen. Aber darüber sollen sich andere Gedanken machen.

Ab Chalinze biegen wir ab auf die A14 und kommen dann an dem Abzweig nach Bagamoyo vorbei. Die Stadt liegt am Meer und war in der Kolonialzeit einmal kurz die Hauptstadt von Deutsch-Ostafrika, bevor man sich für Daressalam entschied.

Bei Segera biegen wir nach links ab auf die B1 in Richtung Korogwe und 22 km weiter erreichen wir die White Parrot Lodge unser erstes Nachtquartier auf dem Weg zur Serengeti. Entgegen allen Erwartungen sind wir hier die Ersten und werden erst einmal ziemlich ungläubig empfangen. Einer tut sich besonders wichtig und telefoniert mit seinem Commander, wahrscheinlich dem Chef des nebenan gelegenen Hotels. Aber dann ist offenbar alles geregelt und wir suchen uns einen Platz. Wir stehen hier sehr eng um das Zentrum des Platzes, aber wir haben Strom und ein wenig Wäsche kann auch gewaschen werden. Nach und nach trudeln auch die anderen ein, die teilweise wieder einmal von der Polizei gestoppt und zur Kasse gebeten wurden. Wir kamen heute glimpflich davon.

Am anderen Morgen bekommen wir noch Besuch von einigen der weiblichen Angestellten hier, die sich für unsere Womo’s interessieren. Vier Damen gleichzeitig besteigen mit Astrid unser Womo und bestaunen alles. Sogar der Kühlschrankinhalt wird fotografiert und der Wasserhahn getestet. Die Überraschung war so groß, dass ich doch vergesse ein Foto von den Damen zu machen als sie wieder unser Womo verlassen.

Am nächsten Tag geht es nach Arusha und wir passieren rechterhand die Usambara-Berge. Sie begleiten uns über mehrere Kilometer nach Norden. Hier stammt das auch uns bekannte Usambaraveilchen her. Wir passieren den Abzweig nach Lushoto, der Distrikthauptstadt, die zu Kolonialzeiten Wilhelmstal hieß. Mehrfach kreuzen wir unterwegs eine leider stillgelegte Schmalspurbahnstrecke, die Usambara-Bahn, die um die Jahrhundertwende gebaut wurde. Sie führte von Tanga nach Moshi und erschloss die Usambara-Berge .k-S2840068k-S2840066

kurzer Stopp am Baobab
kurzer Stopp am Baobab

Weiter Richtung Moshi nähern wir uns dem Kilimajaro-Massiv, das mit knapp 6000 m Höhe das höchste Bergmassiv Afrikas ist, die höchste Erhebung ist der Kibo mit 5895 m. Der Kilimanjaro liegt auf tansanischem Staatsgebiet, soll aber von Kenia aus den besten Anblick bieten. Wir bekommen ihn gar nicht zu Gesicht, obwohl er direkt vor uns liegen sollte. Der Himmel hängt leider voller Wolken.

Unterwegs wird in riesigen Plantagen Sisal angebaut. Der Anbau geht auf deutsche Pflanzer von vor über 100 Jahren zurück. Die Pflanze ist vom Aussehen in etwa zwischen gestutzten Palmen und kleinen Ananaspflanzen anzusiedeln.k-S2840063k-S2840064

Wir passieren Moshi mit rund 180.000 Einwohnern. Als Universitätsstadt läuft sie dem eher touristischen Arusha was die Bildung angeht den Rang ab. Der Flughafen „Kilimanjaro-Airport“ liegt genau zwischen Moshi und Arusha.

Impressionen am Wegesrand:

Nach weiteren 70 km erreichen wir die Halbmillionenstadt Arusha mit ihrem quirligen Treiben und meist schlechten Straßen. Zuvor passieren wir noch eine Baustelle die den Fahrzeugen wieder einmal alles abverlangt.Auch bei uns kratzt es hin und wieder am Fahrzeugboden und ich ahne schon Schlimmes als ich auf dem Platz Tropfen unter dem Auto fallen sehe. Aber es ist nur das Kondenswasser der Klimaanlage.

Astrid genießt die Ruhe
Astrid genießt die Ruhe

Das Massai-Camp ist für drei Nächte unser Quartier. Ein taktischer Halt, wie Renate sagt. Denn falls an den Fahrzeugen etwas zu reparieren ist, dann ist hier die beste und vorerst einzige Gelegenheit. Und hier in Arusha kann Gas getankt werden und wir bekommen auch wieder eine Flasche gefüllt. Am Fahrzeug haben wir zum Glück nichts zu tun und auch eine Ölstandskontrolle fällt positiv aus.k-20160623_105133

Am nächsten Tag nehmen wir den angebotenen Ausflug in die Stadt in einem Kleinbus wahr. Wir steigen bei der German Boma aus, einem früheren Verwaltungssitz der deutschen Kolonialisten und besuchen das kleine Museum. Viel hat es nicht zu bieten, aber ein paar schöne Fotografien von der Tierwelt Tansanias sind in die Ausstellung eingestreut. Ein kurzer Besuch in einer Werkstatt für Tierpräparation beendet den Besuch. Dahinter gibt es einen kleinen botanischen Garten und dann noch eine sehenswerte Künstlerkolonie, mit kleinen Werkstätten und Läden und zahllosen Bildern mit afrikanischen Motiven. Sie werden hier hergestellt und sind deshalb keine Massenware, wie man sie häufig auf den Märkten antrifft.

Anschließender Treffpunkt ist das „Africafe“, mit dem besten Cappuccino seit langer, langer Zeit.k-20160623_125131

k-IMG_20160623_123226Der folgende Besuch des Cultural-Heritage-Centers ist auch ein Highlight. Viele großartige Kunstwerke sind hier zu sehen. Malerei, Bildhauerei und Metallkunst und viele Läden mit landestypischem Kunsthandwerk. Auch die großen Kunstwerke können erworben werden und werden u.a. per DHL in alle Welt versandt. Ein Glück, dass wir nicht mehr wissen wo wir in unserem Haus damit hin sollen.

Es folgt noch ein kurzer Halt bei einer gut sortierten Metzgerei und einem Supermarkt und dann geht es zurück zum Camp.

Um 17 Uhr sind wir zum Treffen gerufen. Heute ist Bergfest unserer Tour und das wird gefeiert mit gutem Wein und Knabbereien und anschließend folgt noch ein sehr sehenswertes Programm einer Gruppe junger Künstler von der Universität, die sich die Pflege und Erhaltung des musikalischen und tänzerischen Kulturgutes Tansanias zur Aufgabe gemacht haben. Den Abschluss bildet die Präsentation der tansanischen Nationalhymne.

Diesem erlebnisreichen Tag schließt sich ein Ruhetag an. Zumindest für uns. Wir verzichten mit etwa der Hälfte der Gruppe auf den angebotenen Tagesausflug zu einer Kaffeeplantage und hoffen eher darauf, dass die Wolkendecke einmal aufreißt und den Blick auf den Kilimanjaro freigibt. Leider bislang vergebens. Deshalb trinke ich den Kummer mit Kilimanjaro-Bier hinunter. Nun sind wir so nah dran und 350 km weiter ist der Äquator und wir sehen nichts. Eine letzte Hoffnung bleibt noch heute Abend. Auf der Schwesterlodge unseres Platzes, wo wir heute zu Abend essen werden, soll die Aussicht gut sein. Nur Wolken beiseite schieben können die dort auch nicht.

Zwischenruf

Nachtrag zu Zanzibar
Waren das schöne Tage auf der Insel. Ausschlafen, sich an den gedeckten Tisch setzen und was erleben ohne im Womo umher gerüttelt zu werden.😄 Dann den Sundowner auf der Dachterrasse im untergehenden Sonnenlicht, einfach traumhaft.
Im Vorfeld hatte ich mir ja schon Gedanken gemacht, wie mein Egon denn die Überfahrten verkraften wird. Ein richtiger Seebär ist er ja nicht, aber was soll ich euch sagen, ich war mächtig überrascht, alles okay gewesen. Sogar bei der Fahrt mit der Dhau wuchs er über sich hinaus, ganz oben saß er mit den anderen auf dem Deck, nur mit dem Schnorcheln klappte es diesmal wieder nicht. Zu seiner Ehrenrettung muss ich aber auch sagen, das die Taucherbrillen nicht der grosse Brüller waren. Auch ich hatte so meine Probleme, ausserdem war nicht viel zu sehen. Auf jeden Fall werde ich mir mal eine richtige Schnorchelausrüstung zu legen, ist schon Wahnsinn was man alles so beobachten kann.🐋🐠🐚
Von den anderen Aktivitäten hat Egon ja schon berichtet, auch das tolle Foto von uns eingestellt, mit den gebastelten Hüten auf dem Kopf!! 😲
Schade, dass unsere Freunde es nicht miterleben konnten. Sie ist zwar aus dem Klinikum raus, aber immer noch sehr geschwächt. Die Malaria hatte sie doch ganz schön erwischt, jetzt aber sonnen sie sich schon am Pool in einer traumhaften Logde und genießen die Sonne und die Ruhe. Mal sehen wann sie wieder zu uns stoßen denn die Abende mit ihnen waren sehr unterhaltsam und lustig 😅
Übrigens, es waren genau 31 Tankstellen die ich auf der kurzen Strecke  bei Chalinze gezählt hatte 😲 und da sitzen immer 2 -3 Leute rum und warten auf Kundschaft !!

von Arusha in das Doffa-Camp

25.06.2016 Arusha – Doffa

Wir verlassen das Massai-Camp ohne dass wir in den vergangenen drei Tagen auch nur die Chance hatten, den Kilimanjaro zu sehen. Schade drum, aber nicht zu ändern. Auch bei der Abfahrt ist uns das Vergnügen nicht vergönnt denn es regnet.

Bereits in der Nacht gegen drei Uhr musste ich hinaus, weil es anfing zu regnen, um unseren Wäscheständer unter den überdachten Platz zu stellen.

Der Himmel sieht aus, als sollte es heute auch nicht mehr aufhören mit dem Niederschlag.

Aber erst heißt es sich durch Arusha mit dem dichten Verkehr zu schieben. Fahren kann man das nicht nennen, denn ständig ist „Stopp and Go“, ausweichen, überholen, bremsen und erhöhte Aufmerksamkeit angesagt um die „Long Stripes“ und die „Humbs“ nicht zu übersehen. Nachdem der erste Kreisel passiert ist folgt noch der „Clock-Tower-Kreisel“ und dann geht es halblinks weg Richtung Makuyuni. Wir kommen wieder am „Africafe“ und dem „Cultural Heritage-Center“ vorbei, aber machen keinen erneuten Halt.

Relativ ebene Landschaft schließt sich an und 13 km weiter findet sich rechts das „Sable-Square-Shopping-Center“ mit kleinem Supermarkt. Das Angebot ist begrenzt, aber es herrscht hier kein Trubel. Der Komplex hat Ausmaße, dass noch viele weitere Geschäfte hier Platz hätten. Eigentlich unverständlich genau hier so einen Konsumtempel zu errichten, obwohl die Umgebung relativ dünn besiedelt ist. Wahrscheinlich der Grund dafür, dass hier überwiegend Leerstand herrscht. Aber ein Cafe‘ gibt es, mit gutem Cappuccino und leckeren Teilchen. Wir sind leider noch vom Frühstück satt, aber nehmen uns noch etwas mit.

Auf sehr guter Straße mit wenig Verkehr geht es Richtung Makuyuni. Die Landschaft ist leicht hügelig, der Regen hat aufgehört und wir cruisen so dahin. Wir haben keine Eile, denn es sind heute nur 160 km zu überwinden. Der Boden rechts und links ist von vielen Erdeinbrüchen oder Absenkungen durchzogen. Vermutlich eine Begleiterscheinung des Ostafrikanischen Grabenbruchs „Great Rift Valley“, an dessen Bruchkante wir uns bewegen. Der Grabenbruch ist durch Spaltung der Afrikanischen von der Arabischen Platte während der letzten 35 Mio. Jahre entstanden und zieht sich von Ostafrika nach Südwestasien. Der Boden ist sowohl vulkanisch als auch seismisch aktiv. Diese Verschiebung entwickelt sich weiter und es wird angenommen, dass in einigen weiteren Mio. Jahren sich das östliche Afrika vom Rest des Kontinents abtrennen wird.

k-S2850028k-S2850032In Makuyuni zweigen wir rechts ab Richtung Karatu und die Straße wird wellig und erfordert wegen einiger Löcher wieder mehr Aufmerksamkeit. Der Wandel der Landschaft entgeht uns trotzdem nicht. War es vor dem Abzweig überwiegend eben und der Bewuchs sehr verdorrt, wird es jetzt hügelig und man könnte meinen wir befinden uns in der Toscana. Nur das wir uns hier auf 1.200 m Höhe bewegen. Zahlreiche von Massai betreute Viehherden sind heute an unserem Weg unterwegs. Die Kühe und die Esel sehen gut genährt aus. Auch die Ziegen.k-S2850034

k-S2850033k-S2850030Wir passieren das kleine Dörfchen Mto wa Mbu, was Fluss der Moskitos bedeutet. Hier gibt es reichlich Souvenirläden und Bilder werden angeboten mit immer den gleichen Motiven.

Kurz darauf erklimmen wir die Bruchkante des Grabenbruchs und nach 9 km bietet sich ein Ausblick auf den Lake Manyara.

Leider ist es immer noch trüb und das trübt auch die Aussicht. Wir halten uns deshalb nicht lange auf, aber werden gleich aufgehalten. Polizeikontrolle. Und Astrid meint ich sei schon wieder zu schnell gewesen. Aber der Polizist lobt nur unser Auto und erkundigt sich, ob wir denn Küche, Bad, Dusche und weiteres an Bord haben und woher wir kommen. Dann verabschiedet er uns freundlich und sein hinzugekommener Kollege mit dem typisch afrikanischen Dreifach-Händedruck.

Die weitere sanft-hügelige Landschaft erinnert ein wenig an zu Hause mit den Maisfeldern und den Sonnenblumen.

Wir erreichen das lebhafte Karatu, was sich als Tor zum Ngorongoro-Krater zu einem Touristenort entwickelt hat, mit zahlreichen Lodges und anderen Unterkünften. Von der roten Erde hier liegt eine Patina auf dem gesamten Ort.

Links entdecken wir auf einem großen Platz lebhaftes Markttreiben. Hier handeln die Einheimischen mit allem was zu handeln möglich ist. Second-Hand-Bekleidung ebenso wie Geschirr, Plasteteile, Werkzeug, Schuhe, Obst und Gemüse, Tiere groß und klein und auch plärrende Stereoradios.

Wir machen eine Runde, erstehen noch ein paar Bananen und nehmen dann die letzten 9 km bis zu unserem Camp, dem Doffa-Camp, unter die Räder. Das Camp ist ruhig gelegen, aber etwas uneben. Wir stehen leicht nach vorn geneigt und können dies auch mit unseren Unterlegkeilen nicht vollständig ausgleichen.Aber Strom haben wir, fürs erste. Zwei Mitreisende sind schon wieder am werkeln. Eine verschlissene Bremsscheibe und ein abgerissener Stoßdämpfer sind die heutige Bilanz. Wir haben zum Glück keinen Schaden zu beheben.

Fünf Tage werden die Womo’s hier stehen bleiben, während wir auf Safari mit Allrad-Jeeps in den Ngorongoro-Krater und in die Serengeti gehen werden.

Deshalb verabschieden wir uns wieder einmal bis zu unserer Rückkehr, denn auch dahin nehme ich den Laptop nicht mit. Und ob dort Internet verfügbar ist, ist auch ungewiss. Aber wir liefern alles nach mit hoffentlich auch schönen Bildern bei schönem Wetter.

Bleibt schön neugierig.

Ngorongoro und Serengeti

26. bis 29.06.2016 Ngorongoro und Serengeti

Endlich ist der nachfolgende Bericht fertig. Aber mit den Bildern ist es so eine Sache für sich. Wir haben an beiden Plätzen hunderte von Bildern geschossen, sodass eine Auswahl jetzt schwer fällt. Ich lade daher nur eine kleine unvollständige und unbearbeitete Auswahl in den Text und bitte um Nachsicht. 

Halb sieben ist die Nacht vorbei und um acht ist Abfahrt zum Ngorongoro-Krater. Vier Toyota-Landcruiser stehen mit Fahrern bereit. Mit Ulrike und Wilfried nehmen wir den Fünfsitzer, während die Anderen auf die drei Siebensitzer verteilt werden. Unser Fahrer Melkay ist noch jung und von schmächtiger Gestalt, aber er trägt die organisatorische Verantwortung für die Fahrzeuge und den Papierkram der bei Ein-und Ausfahrt zum Krater und später in die Serengeti zu erledigen ist.k-S2850054k-S2850055k-S2860001

Das Ngorongoro-Schutzgebiet, bzw. die Ngorongoro Conservation Area (NCA), umfasst ein Gebiet von etwas mehr als 8000 qkm und ist UNESCO-Weltnaturerbe.k-S2850046k-S2850043k-S2850045 Die NCA war zunächst Teil des Serengeti-Nationalparks, wurde aber nach Protesten der ansässigen Massai, wegen deren Verlustes von Weideland, abgetrennt. Der Krater selbst ist ein Teil des Gebietes. Den Massai ist es erlaubt, mit Ausnahme des Kraters, in dem Gebiet zu siedeln und auch ihr Vieh bis auf den Boden des Kraters zum Weiden zu führen. Der Krater ist der weltweit größte seiner Art und umfasst eine Fläche von 304 qkm. Der Kraterboden befindet sich auf 1700m Höhe und die Kraterwände steigen weitere 600m hinauf. Ca. 30.000 Tiere sind hier zu Hause. Die größte Wasserstelle im Krater ist der Lake Magadi mit bis zu 3m Tiefe. Das leicht sodahaltige Wasser wird auch von den Flamingos geschätzt die hier zu Tausenden leben. Es gibt im Krater ein paar leichte Erhebungen, aber sonst überwiegen bräunlich-goldene Grassavannen. Die einzige wirkliche Grünfläche ist der Lerai Forest.

Von all dem sehen wir zunächst nichts. Nur sieben Kilometer trennen uns vom Krater den wir über das Lodoare-Gate erreichen. Aber statt den Krater sehen wir dichten Wald und dicken Nebel. Nach dem Gate mit Informationszentrum fahren wir auf dem Kraterrand im Halbkreis um den südlichen Teil des Kraters um dann über eine der drei offiziellen Rampen den Kraterboden zu erreichen. Endlich reißt auch der Himmel auf und wir bekommen die ganze Schönheit der Landschaft und die zahlreichen Tiere zu Gesicht.

So ziemlich alles was Afrikas Tierwelt zu bieten hat, einschließlich der Big Five, ist hier zu finden und wir können uns kaum satt sehen. Unsere Safari im Kraterboden unterbrechen wir nur zu einem Picknick an einer der beiden Picknickplätze und setzen dann die Fahrt im Krater fort.k-S2850197k-S2850203k-S2850193 Ein faszinierendes Schauspiel bietet sich uns und auch die Kraterwände erscheinen später in sattem grün. Die Fotoapparate und die Videokamera stehen nicht mehr still und laufen langsam warm. Hoffentlich reicht die Speicherkapazität.

Sehr spät verlassen wir den Krater, bitten immer wieder unseren Fahrer zum Stopp für die nächste Aufnahme und müssen dann doch hinaus. Der Krater muss bis 18 Uhr verlassen werden. Oberhalb vom Krater übernachten wir im Rhino-Camp und beziehen unser Zimmer, ausgestattet mit Doppel- und einem Einzelbett, Dusche, WC und Holzofen. Später bringt ein Bediensteter noch glühende Kohlen, die er auf den bereits mit Holz gefüllten Ofen gibt. Es wird nachts kalt hier in dieser Höhe. Eine Wärmflasche hängt zusätzlich noch im Bad. Im gemütlichen Restaurant mit großem Kamin in der Mitte essen wir gemeinsam zu Abend und tauschen die Tageserlebnisse aus.

Am nächsten Morgen, wir haben sehr gut geschlafen, geht es nach dem Frühstück Richtung Serengeti-Nationalpark.

Die Serengeti ist ebenfalls Weltnaturerbe und erstreckt sich im engeren Sinne über fast 15.000 qkm und gehört damit zu den größten Parks in ganz Afrika. Insgesamt umfasst sie eine Fläche so groß wie Belgien. Unendliche Grassavannen prägen das Bild der Serengeti, aber auch Bäume, besonders die typischen Schirmakazien, Büsche und Wasserstellen bestimmen den Gesamteindruck. Auch kuriose Steinformationen, Kopjes, tauchen immer mal wieder in der Landschaft auf.

Wir kommen an dem Denkmal für Bernhard und seinen Sohn Michael Grzimek vorbei, die sich sehr um den Erhalt des einzigartigen Naturschutzgebietes verdient gemacht haben. Michael Grzimek verunglückte bei den Dreharbeiten zu dem bekannten Film „Die Serengeti darf nicht sterben“, weil ihm ein Geier in den Propeller seines Flugzeuges flog. Beide Grzimek’s werden hier noch hoch verehrt.k-S2860006

Unterwegs treffen wir immer wieder auf lohnenswerte Fotomotive und später auch auf eine Gruppe junger Massai. Sie sind weiß geschminkt, als Zeichen des Altersranges den sie derzeit einnehmen. Sie stehen an der Schwelle der Mann-Werdung, sie sind beschnitten worden und müssen sich drei Monate auf sich selbst gestellt abseits der Gesellschaft bewähren.k-S2860029k-S2860028 Dieser Ritus findet alle fünf Jahre statt, sodass Jungen unterschiedlichen Alters zwischen dreizehn und achtzehn zusammengefasst werden. Wenn sie zurückkehren sind sie Jungkrieger. Die Massai sind ein stolzes Volk, welches noch stark mit den Traditionen verwurzelt ist. Ohne Stock und die traditionelle Tracht mit rot- oder blaukariertem Tuch ist kaum ein Massai anzutreffen. Später sind sie Vollkrieger, Ältere und dann Mitglieder des Ältestenrates. Erst als Vollkrieger darf ein Massai heiraten. Die Massai ernähren sich ausschließlich von Milch, Blut und Fleisch, allerdings kein Fleisch von Wildtieren und werden trotzdem bis zu einhundert Jahre alt. Schönen Gruß an all die Ernährungsberater zu Hause.

Bevor wir die Serengeti erreichen besuchen wir noch ein Massai-Dorf und werden hier herzlich auf traditionelle Weise begrüßt. Auch ein Besuch in einer Hütte ist möglich. Es ist kaum etwas zu sehen, sobald wir gebückt den schmalen Eingang zur Rundhütte passiert haben. Außer Schlafstelle für die Eltern, die Kinder und eine Kochstelle ist kein weiterer Platz. Sollte ein Massai weitere Frauen haben, die Polygamie macht es möglich, hat jede weitere Frau eine eigene Hütte. Aber dafür muss er einen Preis in Form von einer bestimmten Anzahl an Rindern aufbringen.

Etwa 75 km nach unserem Start an der Rhino-Lodge erreichen wir mit der Einfahrt durch das Naabi-Hill-Gate, auf der B144, der Hauptverbindungsstraße nach Kenia, offiziell die Serengeti. Wer dabei eventuell an eine Autobahn denkt, irrt gewaltig. 130 km Gravel-Road sind zu bewältigen. Zunächst noch moderat, aber später mit einem Tempo nicht unter 60 kmh, um die Schläge der Wellblechpiste nicht ganz so arg zu spüren.k-S2860101

Am Gate nehmen wir unseren Lunch aus den mitgeführten Boxen ein, bevor es auf Pirsch geht.

Es ist einfach faszinierend was die Natur hier zu bieten hat.

 

Es dämmert bereits, als wir uns schließlich doch von den Tieren trennen müssen um noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang unser Tented Camp (Zeltcamp), das Serengeti Heritage-Camp in Seronera zu erreichen.

Den ganzen Abend werden die Erlebnisse des Tages im zentralen Zelt, in dem auch gegessen wird, ausgewertet. Links und rechts davon befinden sich die Zelte in denen wir die Nacht verbringen. Sie sind mit Dusche, WC und Schlafraum ausgestattet und davor befinden sich zwei Sessel von denen aus der Sonnenuntergang zu genießen ist. Im Dunkeln dürfen wir nicht allein den Weg zu unserem Zelt zurück legen. Ein Massai begleitet uns. In der Nacht wissen wir dann warum. Hyänen und Löwen umkreisen das Gelände und sind deutlich zu hören.

Der nächste Tag steht ganz im Zeichen der Erkundung der Serengeti. Von früh morgens bis zum Abend sind wir unterwegs und sind von den Eindrücken überwältigt.

Am folgenden, dem letzten Morgen in der Serengeti, geht es bereits um sechs auf Pirsch, hinein in den Sonnenaufgang. Und es lohnt sich. Neben vielen Tieren die wir bereits an den Vortagen gesehen hatten, haben wir die Gelegenheit zu einem besonderen Erlebnis. Mehrere Löwinnen sind mit dem Zerlegen eines Zebras beschäftigt, als drei ausgewachsene Löwen auftauchen und sie mit viel Gebrüll vertreiben. Sie wollen auch ihren Anteil. Ein ganz besonderes Schauspiel, was seinen Niederschlag in zahlreichen Fotos und langen Videoaufnahmen findet. Einer der Löwen ist am Auge verletzt und zieht sich dann zurück. Das war nochmal etwas ganz besonderes.

Nun heißt es Abschied nehmen von diesem einmaligen Erlebnis. Über einen Stopp am Seronera-Visitor-Center und einem Halt zum Lunch geht es zurück zum Doffa-Camp wo unsere Womo’s auf uns warten. Kurz vor dem Ziel noch einmal ein Stopp mit Ausblick auf den Krater.

Am Camp zunächst Ernüchterung. Unser Kühlschrank hat seinen Dienst versagt. Wir stehen einfach zu schräg für unseren Absorberkühlschrank,, wie ich später nach Lektüre im Internet feststelle. Einiges müssen wir entsorgen. Das Abendessen am Camp lässt sehr zu wünschen übrig. Nicht nur das Fleisch, sondern auch die Hühnchen sind zäh. Unsere Erinnerung an die Faszination von Ngorongoro-Krater und Serengeti kann das nicht beeinflussen.

Zuvor aber verabschieden wir uns von unseren Fahrern, die uns bestens begleitet und mit vielen interessanten Informationen ausgestattet haben. Die Adresse unseres Fahrers heben wir gut auf, einen Gruß mit Bild werden wir ihm von zu Hause aus zukommen lassen.k-S2880156