Archiv der Kategorie: Kroatien-Albanien-Italien 2014

Die Vorbereitungen laufen

Wir haben uns einige Tage Zeit genommen um uns und das Womo auf die Reise vorzubereiten. Bei vorangegangenen Touren haben wir immer wieder ein Memo im Handy angelegt, wenn uns etwas eingefallen ist was noch zu verbessern wäre oder auch repariert werden muss. So wie der Generator. Ich hatte auch noch ein Sicherheits-Kit bestellt, aber habe mich bei der Bestellung wieder einmal vertan. Nicht alles passt und deshalb muss die Geschichte erneut ins Memo. Einige Klappkisten in der Heckgarage mussten auch ausgetauscht werden, gegen stabilere Behältnisse.

Beim letzten Werkstattbesuch waren die Vorderräder gegen die Hinterräder getauscht worden, was vernünftig ist. Nur die Reifendrucksensoren saßen damit nun an den falschen Rädern. Also Nacharbeit. Aber die Batterien sind voll, der Wassertank auch und den Rest erledigen wir bis Sonntag.

Start ist erfolgt!

25.08.

Endlich sind wir unterwegs. Geplant war, unmittelbar nach Astrid’s Fußtermin zu starten.  Aber wie das so häufig ist bei uns, viele Dinge werden dann im letzten Moment vor der Reise erledigt. So auch die Bestellung eines Tablet für Astrid. Dies kam nun leider nicht wie geplant in der letzten Woche an, sondern, wie nach Internetrecherche und Telefonat festgestellt, eben erst heute. Da war es bereits Mittag.  Nach Mittagessen und tanken waren wir dann endlich gegen 14.15 auf der Strecke.

Davor ging noch eine Nachricht von unseren Freunden ein, die bereits am Gardasee auf uns warten. Sie wollen morgen Lazise verlassen und Richtung Istrien aufbrechen. Wegen schlechten Wetters. Wir werden deshalb direkt nach Verona fahren,  auf besseres Wetter hoffen und hoffentlich am Mittwoch bzw. Donnerstag ein schönes Opernerlebnis haben. Schließlich war dieser Besuch einer der Gründe, warum wir uns auf die Kroatien – Tour begeben haben. Also wird das Wiedersehen wohl noch ein paar Tage warten müssen.

Nach rund 450km und dem Absolvieren der 55555 km-Anzeige auf dem Tacho haben wir uns einen Platz in Freystadt in der Oberpfalz gesucht. Ein kurzer Rundgang durch den Ort, ein Eis gegessen und schon treibt uns beginnender Regen zurück zum Womo.

Auf nach Verona

27.08.

Von Montag auf Dienstag in Freystadt hat es die ganze Nacht geregnet. Wir hatten deshalb auch nicht die richtige Muse, sehr früh aufzustehen. Keine Eile also, wollen wir ohnehin auf dem Weg bis Verona noch einen Zwischenstopp einlegen. Aber wir wollen nicht Autobahn fahren; jedenfalls nicht in Österreich. Einerseits wollen wir uns die Maut für die relativ kurze Strecke sparen, aber andererseits auch die Landschaft genießen. Leider regnet es aber immer wieder, sodass sich der Genuss in Grenzen hält. In Hall soll es am Bad Stellplätze vor einem Campingplatz geben. Für 15 € zwar relativ teuer, aber leider sind alle Plätze besetzt. Nur auf dem Campingplatz, für 22€ ist noch was zu haben. Ist es uns nicht wert, nur um da zu stehen und zu schlafen. Also weiter. Vorbei an Innsbruck, wo es leider keinen Stellplatz gibt, richten wir noch einmal den Blick über die Skischanze auf die Stadt.

Weiter geht es über Landstraße bis kurz vor den Brenner und die italienische Grenze. Am „Humlerhof“, einem Berghotel kurz vor Gries am Brenner machen wir Halt. Humlerhof

Hier können wir kostenlos stehen, sofern man den Gasthof aufsucht. Das machen wir und essen gut und reichlich.

Auch hier regnet es hin und wieder in der Nacht. Am Morgen messen wir im Womo 15° und davor 12°.

Heute starten wir relativ früh. Wir wollen gegen Mittag in Verona ankommen um uns die Stadt und am Abend „Madame Butterfly“ in der Arena di Verona anzusehen. Deshalb nehmen wir auf italienischer Seite auch die Autobahn und kommen gut voran. Die Temperaturen steigen auch stetig und am Mittag fahren wir bei 27° und Sonnenschein in Verona ein. Den Stellplatz nahe dem Zentrum finden wir im dritten Anlauf. Die Koordinaten im Stellplatzführer waren nicht korrekt. Zu Fuß geht es ins Zentrum und die nächstgelegene Pizzeria steuern wir auch gleich an. Am Stellplatz hatten wir einem Automaten noch einen Stadtplan entnommen und kommen so zielgerichtet zur Arena. In der nahen Touristinfo, erwerben wir die Tickets für den Abend und sitzen in der Arena schon mal zur Probe.

Arena di VeronaWir sitzen ziemlich genau gegenüber der Bühne. Nicht ganz billig, aber dafür auf Sitzen mit Lehne und nicht auf den blanken Steinen. Mit einem City-Train erkunden wir die Stadt und die wesentlichen Sehenswürdigkeiten.

Etwas müde kommen wir zurück und haben noch ein wenig Zeit zum Ausruhen.

Astrid schlägt vor,  entweder mit dem Fahrrad oder mit dem Taxi zur Arena zu fahren, obwohl sie vorher schon betont hatte, die Fahrräder nicht in der City abzustellen. Damit war die Frage gleich geklärt und ich hatte das Problem, ein Taxi zu rufen. Aber wozu hat man einen Sprachführer dabei. Also nachgeschlagen und angerufen. Meine Botschaft werde ich auch los, nur ob sie verstanden wurde ist mir nicht klar. Astrid bittet daher unseren Platznachbarn uns ein Taxi zu rufen, was er auch tut und wobei sich herausgestellt, dass meine Bestellung sehr wohl aufgenommen war. Das Taxi kommt also und wir sind rechtzeitig an der Arena.

Arena di VeronaWir werden zu unseren Plätzen geleitet und erleben einen herrlichen Opernabend vor bezaubernder Kulisse und mit sehr schönen Stimmen. Das Wetter hält auch und wir sitzen kurzärmelig bis zum Ende der Veranstaltung so gegen 23.30 Uhr. Nicht selbstverständlich wenn man bedenkt, dass die gestrige Vorstellung gegen 22 Uhr wegen starkem Regenschauer abgebrochen werden musste. Am Piazza Bra unmittelbar vor der Arena beschließen wir den schönen Abend mit dem einen oder anderen Drink und nehmen wieder ein Taxi zurück zum Platz. Sind zwar nur 20 min Fußweg,  aber wir wollen Astrid’s angeschlagene Füße schonen.

Vielen Dank auch für die ersten netten Kommentare aus Brandenburg und Down Under an Grit und Angelika. Sie sind für uns Ansporn für die weitere Berichterstattung. Und um das Wetter macht euch keine Sorgen. Wir haben schönes Wetter im Reisegepäck. Haben wir heute zum ersten Mal ausgepackt.

 

 

Von Italien durch Slowenien nach Kroatien

28.08.

Unser Platz, der 10 € die Nacht kostet, hat auch Ver- und Entsorgungsmöglichkeit. Also wird noch gleich die Toilette entleert, aber auf Frischwasser verzichten wir. Der Anschluss macht nicht wirklich einen sauberen Eindruck. Außerdem ist unser Tank noch zu 3/4 gefüllt.

Schnell sind wir auf der Autobahn Richtung Triest. Heute wollen wir endlich mit unseren Freunden das Wiedersehen feiern. Sie stehen in Grado auf einem Campingplatz, direkt am Golf von Triest. Zuvor steuern wir wenige Kilometer davor Aquileia an. 181 v.Chr. entstanden, war die Stadt der militärische Brückenkopf für die römische Eroberung des Donauraumes. Am Ende der Kaiserzeit zählte Aquileia bis zu 100.000 Einwohner und war damit viertgrößte römische Stadt in Italien und neuntgrößte des gesamten Reiches.

Davon zeugen heute zahlreiche Ausgrabungen. Sie sind zwar optisch nicht so spektakulär wie in Salona bei Split in Kroatien, aber geschichtsträchtig.

Im Ort gibt es einen großen Parkplatz mit Touristinfo, in der man kostenlos Einweisung und Prospektmaterial erhält. Wir begeben uns auf die Rundtour durch die ehemalige Hafenstadt und besichtigen die Ausgrabungen. Der gut erhaltene und restaurierte Dom mit seinen Mosaiken ist sehr sehenswert.

 

Nach einem Espresso und kleinem Gebäck nehmen wir Fahrt auf zum Campingplatz bei Grado, wo uns unsere Freunde erwarten. Ein riesiger Platz mit einem Empfang, der auch einem Sternehotel gut zu Gesicht stehen würde. Allerdings ein richtiger Familienplatz, wie man an den zahlreichen Kindern und der Einrichtung ablesen kann. Eigentlich nicht unser Ding. Wir essen allerdings im Restaurant am Platz ganz gut zu Abend und es ist auch ruhig in der Nacht.Camp in Grado Auf der Fahrt hatte ich festgestellt, dass hinten links weniger Luftdruck auf dem Reifen war als rechts. Muss ich morgen mal prüfen.

Die Wiedersehensfreude konnte dies aber nicht trüben.

29.08.

Am Morgen stelle ich fest, dass wir hinten links fast auf der Felge stehen. Ersatzrad habe ich nicht dabei und mein Kompressor aus dem Smart reicht nicht bis zum Hinterrad. Franz fährt deshalb mit seinem Womo neben mich, aber mein Kompressor tut es nur kurz und meine Sicherung für den Zigarettenanzünder ist durch. Gleiches passiert mit seinem Anschluss und seinem Kompressor. Aber ich habe immerhin 2,5 bar auf dem Reifen und gestern eine Werkstatt in Aquileia gesehen. Da will ich hin. Der Checkout am Platz dauert ziemlich lange und ich habe schon bedenken, wie lange wohl der Druck auf dem Reifen halten wird. Die Werkstatt in Aquileia macht Urlaub, aber der Eigentümer verweist uns zum Glück zu einer Werkstatt in einem anderen Ort. Der Druck hält auch bis dahin noch. Dort angekommen, wird der Reifen sofort geprüft, auch abgenommen in ein Wasserbad getaucht und von der Felge entfernt um ihn von innen zu begutachten,  aber kein Schaden festzustellen. Wahrscheinlich liegt es doch am Reifensensor, den ich auf allen Rädern habe. Vielleicht nicht fest genug angezogen. Jedenfalls ist die gesamte Begutachtung kostenlos. Ich gebe dem Monteur etwas für die Kaffeekasse und wir fahren weiter.  Unsere Freunde sind uns während dieser Zeit nicht von der Seite gewichen. Aus Sorge um unser Problem.

Wir haben nun einiges an Zeit verloren und nehmen nun doch die mautpflichtige Autobahn vorbei an Triest. Rasch sind wir in Slowenien, machen hier Halt für ein preiswertes Sandwich und befinden uns kurz darauf bereits in Kroatien. Über Opatija erreichen wir die Fähre nach Cres und setzen über. Eine halbe Stunde dauert die Überfahrt.Fähre nach Cres Meine Tankanzeige leuchtet und in Cres, der Inselhauptstadt muss ich tanken. Vor der Fähre waren Ruedi und Verena zu uns gestoßen, ein Pärchen, welches wir auf der Türkei-Tour kennengelernt hatten. Gegen 16 Uhr zeigt uns unser Thermometer 30° an.

Mein Reiseführer hatte den Campingplatz in Mali Losinj vorgeschlagen. Dieser liegt am Ende der Insel. Noch ca. 70 km auf teilweiser schmaler Straße, die aber auf einigen Teilstücken sehr gut ausgebaut ist. Wir finden auch Plätze,  obwohl sie uns nicht wirklich überzeugen. Wir selbst wissen, warum wir lieber auf Womo-Stellplätzen als auf Campingplätzen stehen. Sie sind ruhiger und oft besser gelegen. Aber der Abend im Restaurant am Platz entschädigt. Wir essen gut und am Ende tanzen wir sogar noch zur Livemusik.

Mali Losinj

30.08.

Heute bleiben wir stehen. Der Campingplatz erscheint uns bei näherer Betrachtung am Morgen doch besser als gestern angenommen. Über das gestern besuchte Restaurant hinaus,  verfügt der Platz über Supermarkt, Bäckerei noch weitere Einrichtungen und Stände mit Obst und Badeartikeln und damit eine breite Infrastruktur und ein herrliches Ufer. Hier kann man in klarem Wasser baden und auch Boote ausleihen. Auch Ausflüge buchen ist möglich. Und kostenlosen WLAN-Zugang gibt es obendrein. Am Vormittag bummeln wir in die kleine Hafenstadt, die in 15 min erreicht ist. Mit 6700 Einwohnern ist sie die größte Stadt der Insel, obwohl „Mali“ eigentlich „klein“ bedeutet. Um den Hafen drängen sich herausgeputzte Häuser und der große Platz am Hafen ist von Cafés und Restaurants gesäumt. Mali LosnjMali LosnjDas Wetter ist bestens und die Sonne brennt. Deshalb zieht es uns bald zurück zum Platz wo wir uns in lichtem Schatten erholen. Später nehmen wir noch ein Bad in der Adria.

Sibinj

31.08.

Noch ein Nachtrag zu gestern. Nachdem die Schweizer komplett zum Abendessen in den Ort gegangen sind, haben wir uns mit unseren deutschen Freunden zusammengetan, gemeinsam gegessen und reichlich getrunken.  War ein langer Abend, aber ohne schweren Kopf am anderen Morgen.

Heute wollen wir wieder auf das Festland zurück. Aber nicht den gleichen Weg mit der Fähre nach Brestova, sondern von Merag zur Insel Krk. Zunächst genießen wir jedoch die Landschaft der Inseln Losinj und Cres. Sie sind sehr unterschiedlich. Während auf Losinj noch Baumbestand herrscht, wird Cres von Macchia-Büschen an den trockenen Hängen dominiert. Hier sind die Kiefernwälder nur an der Ostküste zu finden. In Osor machen wir Halt. Die Drehbrücke im Ort bildet den Schnittpunkt zwischen den Inseln Losinj und Cres. Einst die bedeutendste Stadt der Kvarner Inseln mit mehr als 15.000 Einwohnern, leben heute nicht viel mehr als 100 Leute in den malerischen Gassen in denen zahlreiche Bronzeskulpturen musizierender Menschen zu finden sind. Kunst und Kultur sind hier zu Hause und regelmäßig finden Konzerte statt.

 

Weiter geht die Fahrt vorbei am Hauptort Cres bis wir die bereits bekannte Strecke verlassen und nach Merag abzweigen um von dort mit der Fähre nach Krk überzusetzen. Hier wenden wir uns über Vrh dem ebenso unaussprechlichen Ort Krk zu. Leider finden wir außer einem für Womo’s gesperrten Parkplatz keine Alternative. Aber einen Stellplatz gibt es. Hier wären wir stehen geblieben, wenn wir allein unterwegs wären. So nehmen wir die Straße Richtung Rijeka und kommen über die berühmte Brücke zurück aufs Festland. Blick zur BrückeIn Novi Vindolski besuchen wir noch eine imposante Kirche hoch über der Stadt. Drei Damen sitzen singend in der ersten Reihe und lassen sich von uns nicht stören.

Über glattes Gestein bewegen wir uns wieder nach unten und nehmen den letzten Abschnitt bis zum Autocamp in Sibinj in Angriff. Die beiden anderen Fahrzeuge sind bereits am Platz, der gut besucht ist, aber auch wir werden fündig und genießen vor dem Womo die grandiose Aussicht auf die Adria und die Insel Rab. 4 DamenAm Abend setzt dann Wetterleuchten ein, die Fledermäuse fliegen umher und Astrid entdeckt eine Sternschnuppe.

 

 

Nationalpark Plitvicer Seen

01.09.

Wieder ein Nachtrag zum Vorabend.  Nachdem wir uns in unsere Womo’s zurückgezogen hatten, setze die berüchtigte Bora ein, ein Sturm der von der Landseite auf das Meer trifft. Verbunden mit Gewitter und Starkregen eine sehr unruhige Nacht.stürmischer Morgen

Sturm an der AdriaAm Morgen stürmt es immer noch aber der Regen hat nachgelassen. Als wir gegen 11 Uhr starten setzt er wieder ein und das Thermometer zeigt nur noch 18°. In Senj wollen wir eigentlich die Uzkokenburg Nehaj besuchen. Uskokenburg NehajAls wir aber den Abzweig offenbar verpasst haben weigern wir uns umzudrehen. Bei solch stürmischen Wetter waren wir 2011 schon einmal auf dieser Burg. Es war kein Vergnügen.

Bei unverändertem Wetter geht es deshalb in das Hinterland, wobei die Temperatur mit 9° ihren niedrigsten Stand erreicht. Wir steuern den neuen Campingplatz in Borje an, 15 km entfernt vom Nationalpark. Aber von hier aus existiert eine Shuttle-Verbindung. Nun können wir nur hoffen, dass sich das Wetter bis morgen bessert. Als wir 2011 hier waren, hatten wir den Park auch nur bei kühlem Regenwetter kennen gelernt. Aber zunächst ziehen wir für ein Mittagsschläfchen die Betten wieder in die Bezüge.

Gemütlich ist etwas anderes. Deshalb reservieren wir Plätze im Camp-Restaurant und werden uns dort aufwärmen und auf Besserung hoffen. Wir hatten uns ja angestrengt und seit unserem Wiedersehen für Sommerwetter gesorgt. Nun wollten wir am gestrigen Sonntag endlich die Verantwortung dafür in andere Hände geben, aber nun sehen wir was dabei herauskommt. Wenn man nicht alles selber macht. 🙄

Übrigens sind jetzt einige Bilder nachgeliefert. Dank auch an die fleißigen Leser und Kommentatoren.

zurück zur Küste

2./3.09.

Das Wetter bessert sich nicht. Auch am Morgen noch kalt und stürmisch entscheiden wir uns, diesen Platz über die E71 zu verlassen und uns wieder der Küste zuzuwenden. Die Strecke ist wie am Tag zuvor landschaftlich reizvoll, aber bei schönem Wetter noch besser anzusehen. Die letzten Kilometer nutzen wir die Autobahn A1 und je näher wir der Küste kommen, um so stärker wird die Bora. 40 kmh sind zugelassen, wir fahren knapp 60 und die Womo’s geraten arg ins Straucheln. Wir nehmen die Abfahrt Maslenica und steuern den „Camping Paklenica“ in Starigrad-Paklenica an, wo auch die Nationalparkverwaltung ihren Sitz hat und wir vor drei Jahren vier Tage gut gestanden hatten. Von hier aus hatten wir einen Schiffsausflug zu den Kornaten unternommen, Winnetous Silbersee besucht und die Paklenica-Schlucht im unter UNESCO-Schutz stehenden Nationalpark erkundet, in der zahlreiche Szenen zu Winnetou-und anderen Karl-May-Verfilmungen entstanden sind und heute zahlreiche Kletterer unterwegs sind.

Direkt am Wasser sind noch relativ windgeschützte Plätze frei, aber unseren Mädels sagt der Platz nicht zu. Am Nachbarplatz gebe es Wellness und im Übrigen sei der Platz viel schöner. Ich verweigere mich und bleibe am Platz zurück, während die anderen den „schönen“ Platz erkunden. Schließlich gebe ich nach und wir stehen „hervorragend“ neben dem Hotel auf einer Wiese, vom Wasser nichts zu sehen, aber mit Wellness-Angeboten, die niemand in Anspruch nimmt. Immerhin haben wir hier 11° mehr als im Hinterland.  Was solls also.

Es herrschen atmosphärische Störungen und unsere Mädels stehen separat, aber auch ohne Meerblick. Am Abend finden wir beim Käsefondue wieder zusammen und verbringen angenehme Stunden.

Am Morgen eröffnen uns die deutschen Freunde, dass sie wegen Schwierigkeiten beim Verkauf ihres Hofes werden abreisen müssen, wofür wir absolutes Verständnis haben, da wir die Hintergründe kennen. Auf meinen Hinweis fördert eine Nachfrage bei der Rezeption zutage, dass sowohl Autobahn als auch Küstenstraße wegen der Bora unpassierbar sind. Die Abreise muss verschoben werden. Wir unternehmen deshalb gemeinsam einen Spaziergang durch den Ort, vertrödeln den Nachmittag bei schönem Wetter, immer wieder unterbrochen von stürmischen Einlagen und nehmen am Abend gern, gemeinsam mit unseren Mädels, die Einladung unserer deutschen Freunde zum Abendessen im Restaurant am Platz an, als Wiedergutmachung für das Verlassen der Gruppe am folgenden Tag.

Ob es dazu kommt und wir Verbleibenden auf der Weiterfahrt die Maslenica-Brücke werden passieren können, entscheidet sich morgen, je nachdem, wie uns die Bora gesonnen ist.

 

PS.: Den Nachmittag habe ich im Übrigen nutzen können um einen unerklärlichen Schaden an unserer Markise zu beseitigen. Das Gehäuse hatte sich aufgewölbt und passte nicht mehr. Bereits gestern war ich deshalb auf dem Womodach und hatte mit viel Kraftaufwand versucht, alles wieder passgerecht zu machen. Einen kleinen verbliebenen Spalt konnte ich dann heute unter Zuhilfenahme einer geliehenen Leiter von unten schließen. Jetzt ist alles wieder schick und wie neu und ich hoffe es bleibt so. Die Ursache bleibt trotzdem weiter im Verborgenen.

Split

4./5.09.

Wieder Regen in der Nacht, der gegen Morgen etwas nachlässt. Nachdem alles gerichtet, Toilette entleert und Frischwasser aufgetankt sind, verabschieden wir uns gemeinsam mit den Mädels herzlich von unseren deutschen Freunden, wünschen Ihnen eine gute Fahrt und alles Gute bei ihren Grundstücksgeschäften.

Die Rezeption vermeldet freie Straßen. Von der Bora keine Spur mehr. Der Abfahrt steht also nichts im Wege.

Mit den Mädels verständigen wir uns auf das weitere Vorgehen. Die Wetterprognosen sind weiter ungünstig und wir wollen deshalb zügig weiter in den Süden und den ursprünglich geplanten Tourverlauf straffen. Die Großwetterlage zeigt Niederschläge im gesamten Adriabereich, über Albanien hinaus bis nach Griechenland und ebenso an der Ostküste Italiens. Unsere Idee ist, von Split aus mit der Fähre nach Pescara in Italien überzusetzen um dann weiter an die Westküste nach Neapel zu fahren. Unsere Mädels wollen uns dabei zunächst weiter begleiten und später entscheiden, ob sie sich uns anschließen werden.

Bei der Ausfahrt vom Platz tritt uns eine Frau in den Weg, die uns zu erkennen gibt, dass sie auch aus Brandenburg stammt und mit ihrem Mann und Freunden unterwegs ist. Von Januar bis April weilen sie regelmäßig in Spanien.

Wir fahren zurück bis zur Maslenica-Brücke, die im Balkankrieg zerstört und später neu aufgebaut wurde. Kein Bungee-Springer ist heute zu sehen.

Um zügig voran zu kommen schneiden wir Zadar und begeben uns über kleine Dörfer, wie Islam Latinski und Islam Grcki, denen man heute noch ansieht, dass sie im Balkankrieg zwischen die Fronten von Serben und Kroaten geraten waren, weiter Richtung Split. . Heute leben die verbliebenen Bewohner wieder friedlich zusammen. Aber viele Häuser stehen leer. Nach einem Stopp mit Cappuccino und einem Gespräch mit einer anderen Womobesatzung aus der Nähe von Aachen kommt der Wunsch nach Küstennähe auf. Wir steuern deshalb direkt auf Biograd na Moru zu, die weiße Stadt am Meer. Ich erinnere Astrid daran, dass wir genau von hier aus 2011 unseren Schiffsausflug zu den Kornaten unternommen hatten. Allerdings vom Ort hatten wir seinerzeit nichts gesehen,  da wir vom Campingplatz mit einem Kleinbus hierher und wieder zurück gefahren wurden.

Wir machen einen Stadtbummel durch die Altstadt und schlendern am mit Hotels gesäumten Ufer entlang. Alles sehr touristisch, aber mit sehr schönem Strand. Wir gönnen uns Mittagessen und ein Eis, mit dem Astrid noch den ganzen Nachmittag zu tun hat, so ist es ihr auf den Magen geschlagen.

Wir nehmen wieder Fahrt auf, immer an der Küste entlang Richtung Split, vorbei an malerischen Orten, wie auch Primosten, schön auf einer Halbinsel gelegen und Trogir. Ein Tankstopp noch unterwegs und wir kommen in Split auf dem Campingplatz Stobrec an. Er ist voll und wir müssen die erste Nacht unmittelbar hinter der Schranke verbringen. Stellplatz am EingangFür Morgen ist Entspannung voraus gesagt. Den Abend verbringen wir auf der Terrasse des platzeigenen Restaurants auf der Landspitze genau zwischen den beiden zum Platz gehörigen Stränden. Der Platz ist hervorragend ausgestattet. Aus der unterhalb liegenden Strandbar ertönt Livemusik.

Die Nacht verläuft trotz der Nähe zum Platzeingang unerwartet ruhig. Inzwischen wissen wir auch, dass von Split nach Pescara keine Fähre mehr verkehrt. Diese Verbindung beschränkt sich auf den Hochsommer. Alternativ ginge es nach Ancona oder von Dubrovnik nach Bari. Ancona liegt für unsere Planungen viel zu weit nördlich. So studieren wir erneut die Wetterprognosen und kommen zu dem Schluss,  doch noch das Albanienabenteuer in Angriff zu nehmen und dann von dort nach Italien zu wechseln.

Unsere Mädels haben auch einen Entschluss gefasst. Sie wollen in Kroatien bleiben. Sehr erfreut sind sie und wir ebenso, dass wir durch unsere geänderte Reiseplanung noch ein paar Tage gemeinsam verbringen können.

Aber zunächst steht eine Stadtbesichtigung von Split auf dem Programm. Wir nehmen den Bus 25, der direkt vor dem Camp hält und gelangen so völlig entspannt in die City, wo wir nahe dem Green Market, unmittelbar vor dem Palast aussteigen.

Wir begeben uns auf die „Split Walking Tour“ und erkunden die vielfältigen Sehenswürdigkeiten des Palastareals, der Stadt im Palast von Kaiser Diokletian, einschließlich der unterirdischen Katakomben. Während unseres Mittagessens läuten die Glocken und ich erinnere mich gelesen zu haben,  dass Punkt 12 Uhr sich der Kaiser und Gemahlin zeigen. Ich bin rechtzeitig da, um noch ein paar Aufnahmen zu machen.

Nach weiteren Erkundungen nehmen wir ziemlich plastermüde den Bus zurück zum Platz und verbringen einen schönen Abend gemeinsam beim Grillen und netten Gesprächen.

PS.: Wettermäßig sind wir wieder im grünen Bereich. Vorläufig? Kein Regen, überwiegend sonnig und 26 bis 27°.

durch das Biokovo-Gebirge nach Zaostrog

06.09.

Wir verlassen den schönen Campingplatz in Split und sind dabei nicht die Einzigen. Viele Andere beenden offensichtlich ihren Urlaub, um am kommenden Montag wieder den Alltagspflichten nachzugehen.

Wir folgen der Adria-Magistrale Richtung Dubrovnik zunächst bis Omis, füllen dort im Supermarkt unsere Vorräte auf und zweigen dann in die Cetina-Schlucht.Blick vom Supermarkt Omis liegt direkt an der Mündung der Cetina und war schon immer eine natürliche Festung. Ideal für Freibeuter, die es im Mittelalter zu einem Seeräubernest ausbauten. Gleich hinter der Brücke gelangt man links in die Cetina-Schlucht, in der man klettern, wandern eine Bootspartie aber auch eine Rafting-Tour erleben kann.

2011 waren wir nur etwa 7 km in die Schlucht gefahren und haben dann gewendet, diesmal fahren wir weiter und gelangen zu einem einsamen Restaurant von dem aus auch Rafting-Touren angeboten werden.Rafting auf der Cetina Wir essen hier gut und werden auch noch gebeten, die sonstigen Produkte des Hauses zu probieren und besser auch zu kaufen. Hier gibt es Schinken, Käse und Olivenöl, Honig und Wein, Schnaps und Liköre. Wir kosten und nehmen auch etwas. Darüber hinaus bietet die Hausherrin Handarbeitsartikel an, die sie in den Wintermonaten fertigt. Nicht so recht nach unserem Geschmack.

Wir fahren weiter und durchqueren das malerische Biokovo-Gebirge auf  der D62 auf bisweilen ziemlich schmalen und steilen Straßen mit vielen Serpentinen. Eine fantastische Landschaft mit vielen Schluchten. Nach einem weiteren Bergrücken kommt dann wieder die Küste ins Bild, der wir uns wiederum aus ziemlicher Höhe auf eng am Fels verlaufenden Straßen nähern und die schöne Aussicht genießen. Am südlichen Stadtrand von Makarska nehmen wir wieder die Küstenstraße und gelangen nach weiteren 27 km nach Zaostrog auf den direkt an der Küste gelegenen „Camp Viter“, den wir bereits vor drei Jahren besucht hatten.Camp ViterCamp Viter Nur ist er heute voll. Damals war es bereits gegen Ende September und der Platz ziemlich leer. Wir finden noch ein Eckchen, gehen am Ufer spazieren und verbringen den restlichen Abend auf dem Platz.