Archiv der Kategorie: Apulien, Basilikata und Calabrien

Bari, Monopoli, Crotte die Castellana und Alberobello

13.09.

Zur Fährüberfahrt nur soviel: Nachdem wir etwas geruht hatten sind wir ins Terminal, haben uns etwas umgesehen und eingecheckt. Kurz vor acht konnten wir dann unsere Parkposition verlassen und mussten uns in die Reihe der LKW einreihen. Nach problemloser Passkontrolle erfolgte noch eine oberflächliche Fahrzeugkontrolle und dann durften wir uns zunächst vor der Fähre positionieren. Erst waren die PKW dran und wir so ziemlich am Schluss und dann noch rückwärts auf die Fähre. An der Rezeption werden wir empfangen und zu unserer Kabine geleitet. Da der Platz darin tatsächlich nur zum Schlafen reichte, haben wir uns im Bar- und Restaurantbereich aufgehalten bis die Fähre gegen 23 Uhr ablegte. Um uns herum machten es sich Passagiere ohne Kabine auf Sesseln und dem Fußboden bequem und wir verzogen uns. Das obere Bett war für mich bestimmt.Traumbett

Trotz anfänglichem Schaukeln, schlafen wir den Umständen entsprechend ganz gut.

Am Morgen werden wir nach sechs von der Durchsage geweckt und begeben uns allmählich wieder zum Restaurantdeck. Auch der Duty-Free-Shop öffnet wieder, wird angekündigt. Außer Spirituosen und Zigaretten weiter nichts im Angebot. Nach einem Morgenkaffee legen wir gegen acht unter wolkenverhangenem Himmel in Bari an, müssen uns aber bis neun noch gedulden um vom Schiff zu gelangen.k-20140913_071636

Aus Bari hinaus, nach einem kleinen Frühstück in einem Einkaufscenter, suchen und finden wir nach ca. 8 km den von Mandy uns übermittelten nächsliegenden Service-Partner.

An dieser Stelle stellt sich nun die Frage, soll ich nochmals von unserer Toilette schreiben, auch wenn es vermutlich noch keine Erfolgsmeldung ist? Ok. Ich machs.

Die kleine Werkstatt die wegen enger Straßen zwar schwer zu erreichen, aber von uns dennoch gefunden wurde, ist tatsächlich u.a. Service-Partner von Dometic. Alle waren auch sehr nett und freundlich und zu dritt, einschließlich Chef, kümmerte man sich um uns und unser Womo. Erfolg? Offen. Die Kassettendichtung wurde erwärmt, wieder eingesetzt, das wars. Obwohl ich nach wie vor der Auffassung bin, es liegt daran eben nicht. Und warum wurde nicht mehr unternommen könnte manch einer fragen? Sie haben keine Dichtungen. So weit dazu. Mandy haben wir gebeten, bei ausbleibenden Erfolg,  am Montag Dometic nochmals anzurufen und einen Partner benennen zu lassen von dem sie sicher sind, dass dieser mit allen erforderlichen Dichtungen ausgestattet ist.

Themenwechsel!!!

Von Bari aus haben wir die eher langweilige Küstenstraße bis Monopoli genommen und dort unseren nächsten Halt eingelegt. Das Navi geleitet uns bis zum geographischen Mittelpunkt, der aber nicht das Zentrum darstellt. Durch sehr schmale Straßen, die häufig auch noch kreuz und quer zugeparkt sind schlängeln wir uns durch die Altstadt und finden einen Platz direkt am Largo Porta Vecchia, unweit der sehr sehenswerten Basilika Kathedrale.

Man spürt in diesem „Centro storico“ die jahrthunderte alte Geschichte Monopolis. Der Hafen wurde im Mittelalter von den Kreuzfahrern genutzt und war bis in das 19. Jh. wichtigster Umschlagplatz für den Export von Oliven. k-S2000022Das Kastell aus dem 16. Jh. diente dem Schutz vor den Korsaren. k-S2000025Zahlreiche Kirchen und Palazzi belegen die Blütezeit im 18. Jh..

Wir verlassen hier die Küste und steuern Castellana an um die „Grotte di Castellana“, eine Tropfsteinhöhle von denen es in Apulien einige gibt, zu besuchen. Die Karsterscheinungen in dem Kalkstein zeigen sich hier besonders ausgeprägt durch Formen-und Farbenreichtum. Leider ist es nur erlaubt in der ersten Höhle zu fotografieren.

Weiter geht es zu den Trulli, den charakteristischen Rundbauten aus Stein, mit ebenfalls steinernen Dächern. Nirgends gibt es so viele wie hier. Das war der UNESCO deshalb auch die Anerkennung als Weltkulturerbe wert.k-S2000052

 

Als wir die Grotte verlassen, regnet es, wie wir es bereits in der letzten Höhle durch die große Öffnung nach oben eindrucksvoll gesehen hatten.

 

Im Ort finden wir einen Womostellplatz.

 

 

Brindisi und Lecce

14.09.

Also noch ein Nachtrag zu gestern. Ich vergaß ja völlig zu erwähnen, wo die Trulli eigentlich zu finden sind und wo wir letztlich gelandet waren. Auch habe ich noch eine Korrektur vorgenommen. Die Gebilde in den gestrigen Höhlen heißen selbstverständlich nicht Kart- sondern Karsterscheinungen. Aber das war euch sicher schon aufgefallen und ihr habt es natürlich auch gewusst.

Der Ort in dem sich also die größte Ansammlung dieser Trulli in Apulien befindet heißt Alberobello und liegt zwischen dem ionischen und dem adriatischen Meer Richtung Stiefelabsatz.

Der Ort ist zwischen dem 4. und 5. Jahrhundert entstanden durch eine Ansiedlung von Bauern die für die hiesigen Grafen arbeiteten. Die damaligen Gesetze sahen aber vor, dass jede neue Ansiedlung genehmigt werden musste und dann entsprechend Steuern zu bezahlen waren. Um diese zu vermeiden, erlegten die Grafen den Bauern auf, nur prekäre Wohnsitze zu bauen, die leicht wieder abzureisen waren. Deshalb legte man nur den schichtenweise vorkommenden Kalkstein trocken übereinander und auch die Dächer wurden trocken verlegt. Wegen der Stabilität wählte man eine runde Form. Bei königlichen Inspektionen wurde so der Eindruck einer festen Ansiedlung vermieden. Erst 1797 gewährte der König den Einwohnern politisches Asyl und gewährte dem Dorf Steuerfreiheit.

Später verbreitete sich diese Bauweise als kulturelle Besonderheit auch in anderen Teilen Apuliens. Aber nirgends in so konzentrierter Form. Eine weitere Besonderheit ist, dass diese Trulli nur zu Wohnzwecken errichtet wurden, also nicht für Tier- und Vorratshaltung.

Am Morgen suche ich die beiden historischen Viertel Monti und Aia Piccola auf, nachdem wir gestern bei der Anfahrt zum Stellplatz nur die am Wege liegenden Trulli gesehen hatten. Die Anfahrt war übrigens wieder ein Kapitel für sich. Sehr schmale Gassen mit viel Gegenverkehr. Nur Zentimeter trennten uns wieder von den anderen Fahrzeugen. Vielleicht wäre auch eine andere Zufahrt möglich gewesen, aber das Navi schickt uns mittendurch, obwohl wir als Fahrzeug „Transporter“ eingegeben haben. An einer Kreuzung dieser schmalen Straßen, weist uns ein freundlicher Polizist auch darauf hin, dass wir hier offenbar nicht auf der für uns geeigneten Straße fahren.

In den historischen Stadtvierteln kehrt gerade am Sonntagmorgen das Leben ein, aber Touristen, besonders aus Asien und Russland sind bereits unterwegs.

Nach einigen Rundgängen und diversen Fotos kehre ich wieder zum Womo zurück, wo Astrid bereits alles zur Abfahrt vorbereitet hat. Da der Platz nicht nur mit Strom und WLAN, sondern auch mit Ver-und Entsorgungsmöglichkeit ausgestattet ist, nehmen wir auch dies noch in Anspruch. Für den Besuch der Stadt ist dieser nur 100m vom historischen Zentrum entlegene Platz „Nel Verde“ bestens geeignet und mit 18 € angemessen.

Wir wählen jetzt die Straße im Binnenland und gelangen über Ostuni und San Vito dei Normanni nach Brindisi, die an einer tief in das Land eingreifenden Bucht gelegene Hafenstadt.

Unterwegs fallen uns wie auch gestern wieder die weitläufigen Olivenhaine auf, die von akkuraten Mauern eingefasst sind, auch die sauberen und guten Straßen; nur innerorts sind sie nicht so gut.

Überhaupt macht die Umgebung einen sehr gepflegten Eindruck und auch die Gebäude besonders außerhalb der Ortsansiedlungen verdrängen das Klischee, der Süden Italiens sei arm.

In Brindisi parken wir am Bahnhof, obwohl der Parkplatz nur für PKW und eine Parkdauer von dreißig Minuten vorgesehen ist. Es ist schließlich Sonntag und wir hoffen auf Milde. In den großzügig angelegten mit blankem Kalkstein großformatig gepflasterten Straßen sind um die Mittagszeit keine Einheimischen zu sehen. Nur sehr dunkelhäutige Männer sind in kleinen Gruppen unterwegs oder bevölkern die Bänke. Unser Weg führ uns Richtung Altstadtviertel, vorbei am neuen Theater Giuseppe Verdi, bis zum Hafen.

Nach einem kurzen Rundgang und dem obligatorischen Cappuccino verlassen wir diese Stadt die uns mit ihren palmengesäumten Straßen und Plätzen und großen Gebäuden etwas überdimensioniert erscheint. Es mag daran gelegen haben, dass nur wenige Menschen unterwegs waren.

Lecce mit dem Amphitheater im antiken Zentrum ist unser nächstes Ziel. Die Stadt erlebte ihre Blütezeit im 16. und 17. Jahrhundert mit zahlreichen Klöstern, Kirchen und Palazzi und prägte den einheitlichen Stil des „barocco leccese“. Die monumentalen Fassaden zeigen einen reichen Figurenschmuck. Wir finden einen Parkplatz an der „Viale XXV Luglio“ und begeben uns stadteinwärts Richtung „Piazza Duomo“. Am „Piazza Sant’ Oronzo“ suchen wir die Touristeninfo auf und erwerben einen Stadtplan für die bessere Orientierung. Das unmittelbar daneben befindliche Amphitheater scheint auch für Veranstaltungen genutzt zu werden. Wir besuchen, die Kirchen Santa Irene und Santa Chiara, ein Muss wenn unsere Enkeltochter den gleichen Namen trägt, den imposanten Dom und das Theatro Romano, ein kleineres Amphitheater, in dem gerade Aufbauten für ein Konzert errichtet werden.

Es schließt sich ein Gang über den Markt an und es ist deutlich zu spüren, dass jetzt am Nachmittag die Zeit angebrochen ist, zu der die Italiener aus ihren Häusern kommen um zu flanieren. Viele junge Leute und ganze Familien sind bei strahlendem Sonnenschein unterwegs. Wir schlendern noch einmal über den Markt, erwerben ein neue Fußmatte für das Womo und begeben uns zurück.

Der Stellplatzatlas zeigt uns in der Nähe einen Platz an. Nur 8 km bis dahin. Die Gegend sieht nicht sehr einladend aus und wir sind deshalb auch nicht sehr enttäuscht darüber, dass der Platz nicht mehr existiert. Nur, dass wir nun noch weiter fahren müssen ist nicht sehr erfreulich. Wir schneiden den „Hacken“ ab und steuern auf der anderen Seite am ionischen Meer Gallipoli an. Mir kam der Name immer bekannt vor, aber ich wusste nicht woher. Einmal gegoogelt und alles ist klar. Es gibt in der Türkei eine Halbinsel gleichen Namens, die wir von unserer Tour im letzten Herbst kennen.

Gallipoli nähern wir uns auf einer gut ausgebauten Schnellstraße auf der wir die 37 km zügig bewältigen. Wir wollen endlich ankommen und die Füße hoch legen. Noch vor dem eigentlichen Ort, vom Zentrum ca. 2,5 km entfernt nehmen wir die Ausfahrt und erreichen nach kurzer Strecke den nur durch eine wenig befahrene Straße vom Meer getrennten sehr gut ausgestatteten und angelegten Platz „Torre Sabea“.

Zwischenstopp

15.09.

Ein Tag für Faulenzer. Wir schlafen lange, frühstücken ausgiebig und tun nichts. Während Astrid sich wieder hinlegt und mit starkem Mittel hofft ihre Kopfschmerzen loszuwerden schreibe ich ausführlich am Tagebuch weiter und lade Bilder hoch. Am Nachmittag radele ich mal in die Stadt und wieder zurück. Ansonsten beobachte ich Eidechsen.

Die Flasche Rotwein die wir am Abend öffnen trinke ich allein. Astrid will nicht riskieren, erneut am anderen Morgen mit Kopfschmerzen aufzuwachen.

Da der Bericht heute kurz ausfällt mal wieder ein Rätselbild: Was und vor allem wo ist das, was hier zu sehen ist?Rätsel

 

Hallo Leute, gerade habe ich mir mal wieder Egons Berichte durch gelesen und festgestellt (meiner Meinung nach) das er zu ausführlich schreibt!!!!! Darauf hin entbrannte eine Diskussion, er meinte, dass es auch Menschen gibt die wissen wollen wo der VI. oder VIII. Pipapo gelebt und was getan hat.

Was meint ihr?!?!

Scheut euch nicht es uns zu sagen, wenn’s weniger ausführlich werden soll, dann hätten wir auch mehr Zeit!! (für einander!!)

Und übrigens, wer das Bild erkennt ohne Hilfe, wird eingeladen (zu was auch immer!!)

Von Apulien über die Basilicata nach Kalabrien

16.09.

Wir entscheiden, doch keinen weiteren Tag zu bleiben sondern soweit es geht an das Zentrum von Gallipoli heran zu fahren. In das Zentrum selbst ist für uns keine Zufahrt möglich, wie ich gestern bei meinem Radausflug gesehen hatte. Wir finden sehr nahe eine Lücke und haben einen nicht sehr weiten Fußweg über die enge Verbindung in die Altstadt die auf einer Insel liegt. Unser erstes Ziel ist das Kastell aus dem 16. Jh., dessen runde Türme im Meer stehen.

Kale polis „die schöne Stadt“ nannten die Griechen die Stadt. 266 v. Chr. wurde sie römisch und im 11. Jh. normannisch. In der Blütezeit im 17. Jh. entstand auch die Kathedrale Sant Agatha. Viele enge und verwinkelte Gassen durchziehen die Altstadt mit ihrem wirren Treiben.

Die Altstadt ist für Besucher zwar nicht befahrbar, aber die Bewohner sind sehr wohl in den engen Gassen mit kleinen Autos und Motorrollern unterwegs. Bisweilen auch zu dritt.

Auf dem Rückweg wollten wir unsere Vorräte noch auffüllen, aber jetzt ist Mittag und die Geschäfte geschlossen. Vor 17 Uhr geht jetzt nichts. Wir sind vom Stadtbummel ziemlich erschöpft,  die Sonne brennt, und das Mittagessen hat enttäuscht. Das kleine Restaurant in der Seitengasse sah ganz gut aus. Hatte zwar nur Fisch, was auch kein Problem darstellt, aber der Octopussalat für Astrid schmeckte nach nichts, während meine frittierten Scampis ganz ok. waren. k-DSC_0068Serviert wurde aber alles auf und in Plaste. Geht gar nicht. Und zu teuer war es auch.

Wir folgen der Küstenstraße Richtung Westen bis Porto Cesareo, wo wir uns auf der Mauer zum Strand einen Cappuccino gönnen, ergänzt um die netten kleinen Gebäckstücke aus der Pasticceria, die Astrid gekauft hatte.k-S2030037

In der Ferne ballen sich dunkle Wolken zusammen und Blitze zucken über den Himmel. Um schneller voran zu kommen, nehmen wir jetzt die Hauptstraße nach Manduria. Unterwegs sehen wir überschwemmte Weinfelder, wir kommen in den starken Regen und Schlamm von den Feldern ergießt sich über die Straße. k-DSCI2720k-DSCI2719Die Temperatur sinkt stetig bis auf 18 °. In Manduria verlasse ich dennoch das Auto um ein Foto von der schönen Kirche zu machen. k-S2030039Vorbei an Taranto fahren wir bis Metaponto zum Lido. Dort suchen wir uns einen Stellplatz. Die Einzelplätze sind ziemlich schmal. Da aber draußen sitzen heute ausfällt, stört uns dies nicht weiter.

17.09.

Von Lido Metaponto fahren wir nur wenige Kilometer landeinwärts zum eigentlichen Ort Metaponto. Metapontion hieß die von den Griechen gegründete Stadt ursprünglich. Hier starb 496/497 Pythagoras. Im archäologischen Museum das wir hier besuchen, finden sich zahlreiche gut präsentierte Ausstellungsstücke aus der griechischen Zeit die hier ausgegraben wurden. Viel Keramik, Schmuck und Metallgegenstände sowie Büsten.

Ich habe wieder einmal Glück. Vor dem Museum finde ich eine 2 €-Münze.

Weitere wenige Kilometer entfernt finden wir die Ausgrabungsstätte „Parco Archeologico“ mit den Überresten mehrerer Tempel und eines Amphitheaters. Der Platz ist nach dem gestrigen Regen nur schwer begehbar. Mehrere Zentimeter schwerer roter Erde sammeln sich unter den Schuhen an und sind nur schwer entfernbar.

Die Fahrt führt uns weiter ins Landesinnere nach Matera. Seit dem Neolithikum, also seit rund siebentausend Jahren siedeln hier Menschen.  Bekannt ist Matera durch die „Sassi“. Dabei handelt es sich um Höhlenwohnungen, die in die steilen Tuffsteinwände gehauen und dann mit Vorbauten ergänzt wurden. Eine Kombination gewissermaßen zwischen Ausgrabung und Ausbau. Früher von Mönchen und Benedektinern bewohnt, folgten später Bauern. Bis Anfang der 50-iger Jahre lebten hier zwischen zwanzig- bis dreißigtausend Menschen,  die dann zwischen 1953 und 1968 umgesiedelt wurden. Heute sind die meisten „Sassi“ Staatseigentum und werden seit den 70-iger Jahren saniert. Seit 1993 sind die „Sassi“ UNESCO-Weltkulturerbe.

Nach wenigen Schritten in die Unterstadt, wo die Sassi zu finden sind, kehrt Astrid um. Erstens geht es sehr steil hinab und zweitens sind die Stufen und das Pflaster auch sehr glatt. Da fühlt sich Astrid unsicher. Sie erwartet mich dann in der Flaniermeile der Stadt, wo wir noch eine Kleinigkeit zu uns nehmen. k-S2040056Gegenüber bereitet uns ein Straßenkünstler Freude. Er spricht jeden an, lacht viel, dass es einen ansteckt und nach wenigen künstlerischen Einlagen legt er sich wieder hin. Astrid steckt ihm etwas zu.

Zurück nehmen wir eine andere Route, vorbei an dem auf einem Hügel liegenden Montescaglioso.

Wir folgen der Navi-Vorgabe, auch als uns diese in eine Straße leitet die mit einem Sperrschild versehen ist. Auch andere Fahrzeuge fahren hier. Wir werden leider nicht belohnt und müssen nach wenigen Kilometern wieder kehrt machen und dürfen dabei die erstaunten Blicke der Feldarbeiter ein zweites Mal zur Kenntnis nehmen.

An der Straße stehen riesige Opuntien wie als Hecke gepflanzt und trennen die Olivenhaine, die hin und wieder von Mandarinenbäumen durchsetzt sind gegen die Straße ab.k-S2040059

k-S2040062Vorbei an Bernalda stoßen wir wieder auf die 106 in Richtung Policoro. Wir wollen zum Camp „Soleado“, welches sowohl auf der Landkarte, als auch im ADAC-Campingführer Südeuropa verzeichnet ist. Leider ist es unter den angegebenen Koordinaten nicht zu finden. Eine Passantin erklärt uns zunächst, das Camp sei umbenannt worden, was uns erst einmal nicht weiterhilft, denn das umbenannte Camp ist geschlossen. Aber hinter dem Gitter nähert sich ein junger freundlicher Mann, der uns dies bestätigt und mitteilt, dass auch im näheren Umkreis kein offenes Camp zu finden sei. Wir könnten aber hier in der Nähe einfach stehen bleiben. Das machen wir und wählen den großen Parkplatz in Strandnähe. Für abendlichen Fernsehempfang parken wir noch einmal um. Es ist etwas unruhig draußen obwohl wir allein hier stehen. Fahrschulwagen frequentieren den Platz und später, bis in die Dunkelheit,  entsorgen Bewohner aus dem Ort ihren Müll in die Tonnen an „unserem“ Parkplatz.

Es ist spät geworden und ich schlafe im Bett sofort ein, während Astrid unruhig das nächtliche Geschehen verfolgt, Wache hält,  wie sie am nächsten Morgen sagt, bis sie gegen 1.30 Uhr ebenfalls sanft entschlummert.

18.09.

Eigentlich wollte Astrid noch einen Vormittag am Strand einlegen aber ich möchte weiter Richtung Cariati, der Heimat der Familie unseres Schwiegersohnes. Wir hatten versprochen ein Foto des Hauses, in dem Familienmitglieder häufig ihre Sommerferien mit kurzem Weg zum Strand verbringen, als Beweis zu schießen.

Unterwegs machen wir noch einen Abstecher in das bereits von den Römern besiedelte antike Rossano, ein Bergdorf. Wegen zahlreicher Baudenkmäler aus der byzantinischen Blütezeit trägt es auch den Beinamen „Ravenna Kalabriens“.

Dies auch gleich als Hinweis,  dass wir inzwischen von Apulien über die Basilicata nach Kalabrien gelangt sind.

Wir erreichen Cariati, sind vorbei am Bahnhof schon fast durch, und nehmen Kontakt mit Mandy und Domenico auf die uns auf die richtige Spur bringen um das Foto zu schießen.k-S2050027

Astrid hatte vor Cariati einen Campingplatz am Strand entdeckt, den wir ansteuern und enttäuscht sind. Die Wohnmobile stehen wie auf einem geschotterten Parkplatz und vom Meer nichts zu sehen. Also vorbei an Cariati und nach Ciro Marina. Auf dem Campingplatz „Punto Alice“ finden wir alles was wir suchen, Meerblick, einen großen Pool und erst einmal Schatten als Schutz vor der prallen Sonne und fast 30°.

19.09.

Heute ist Strandtag angesagt und ausruhen, nichts als ausruhen und entspannen, von der Arbeit am Blog mal abgesehen. Der Wind bläst ziemlich kräftig aber warm und ich habe mir den Pelz verbrannt.

am Ionischen Meer

21.09.

 Heute werde ich mal meinen Beitrag leisten.

Bei sage und schreibe 30 Grad im Womo aufgewacht!!!! Da hat jede Bewegung wahre Sturzbäche von Schwitzwasser ausgelöst. Ich habe das erste Mal in meinem Leben ein Schweißhandtuch gebraucht!!! Aber soweit zu den „Unannehmlichkeiten“!!!

Übrigens muss ich unbedingt noch erwähnen, dass wir auf diesem herrlichen Campingplatz nur 10 € pro Nacht bezahlt hatten, also er daher gut zum Überwintern geeignet wäre!!!!

Nach nochmaligem Duschen sind wir dann endlich gegen 11.00 Uhr vom Platz gekommen und nahmen Fahrt auf Richtung Crotone, immer entlang der Küstenstrasse. Weiter ging es eigentlich zur Forte di le Castella, die wir nicht gleich fanden! Nachdem wir in Isola di Capo Rizzuto umher irrten und beim Club der Nudisten landeten, wussten wir, hier sind wir falsch!!!! An der Capspitze sahen wir aus der Entfernung das eigentliche Ziel. Also neu im Navi eingeben und dann ab. Direkt am Meer gelegen liegt das befestigte Kastell. Seit dem 13. Jahrhundert steht es da und wurde von Aragonesen und Bourbonen erhöht, verstärkt und erweitert. Heute erinnert eine Mauer aus Kalksteinblöcken an der Ostseite der Wehranlage daran.

Natürlich waren wir wieder einmal in der größten Mittagshitze unterwegs. Kein Italiener würde auch nur einen Fuß vor die Tür setzen!! Zur Stärkung fanden wir ein ganz kleines aber auch nur von Italienern besetztes Restaurant ( mit air condition!!!! ) Nun war es doch schon wieder ganz schön spät geworden. Eigentlich wollten wir quer rüber auf die andere Seite über Cantanzaro nach Tropea, aber die Zeit ?!?! Schnell im Stellplatzatlas nachgeschlagen und wir fanden einen ADAC- Campingplatz Calabrisella. Eigentlich schön gelegen, direkt am Meer. Also hatten wir noch Zeit und als ich unterwegs einen großen Einkaufstempel sah, hieß es erst mal halten!! Um es vorweg zu nehmen, ich habe nichts gekauft, nur mein lieber Mann!!! Ziemlich gestresst von den vielen lauten Italienern die anscheinend nichts besseres zu tun hatten als am Sonntagnachmittag dort shoppen zu gehen und zu flanieren. Obwohl, ich kann sie verstehen, immer noch besser als draußen in der Hitze!!!! Egon drängelte, er wollte nicht erst im Dunkeln auf dem Platz ankommen, nicht einmal ein Espresso war mehr drin!!! Also Sachen eingepackt und ab ging’s los mitten in den Trubel der vielen Autos die jetzt unterwegs waren. Ein Gehupe überall!!! Unser Navi machte mal wieder was es will. Mal sollten wir dahin, dann wieder zurück und so weiter und sofort!!! Wir wurden immer krippliger, es wurde immer  dunkler, keine Schilder mehr zu erkennen und halten bzw. stehen konnten wir auch nicht.

Wir fragten uns durch und im Dunkeln fanden wir nun endlich den Platz, aber zu!!!!!! Das in einer Gegend wo man lieber nicht stehen sollte. Also was nun. Ich hatte schon die Nase voll und wollte mich in einer etwas belebteren Straße an die Seite stellen, aber Egon nicht. Nochmals durchgefragt und einen sehr netten Italiener gefunden der uns zum nächsten Campingplatz brachte!! Nun in völliger Dunkelheit mitten durch die Pinienbäume hindurch und schon war ein Platz direkt am Meer gefunden. Zum Schluss war nur noch Entspannung angesagt bzw. unser geliebter Sonntagabend-Tatort.

die Stiefelspitze quer

22.09.

Am Morgen immer noch bzw. schon wieder heiß. Ich dachte gestern war der heißeste Tag unserer Tour, aber es gibt immer eine Steigerung. Heute sollten wir unterwegs 33° erreichen und in Tropea am Nachmittag zeigt uns die Anzeige an der örtlichen Apotheke sogar 37°. Allerdings muss man das nicht glauben wenn man nicht will, denn ein Foto davon habe ich erst später gemacht, da lautete die Anzeige „nur“ noch 36°.k-S2080021

Aber der Reihe nach. Der Platz heute ist ruhig und direkt am Meer gelegen, kommt aber an den vorigen nicht ran. Im Zweifel wäre ich dort auch noch einen Tag länger geblieben.

Wir frühstücken in aller Ruhe und wissen noch nicht so recht wie weiter, denn wir warten auf eine Information von Mandy bzw. Domenico, der in Vibo Valentia bei einem Service-Partner von Dometic anrufen wollte um zu fragen ob unsere Ersatzteile bereits angekommen sind. Wenig später kommt über WhatsApp die Nachricht: noch nichts da. Was jetzt? Und vor allem wohin jetzt?

Nach einigem Überlegen entscheiden wir uns doch zur Weiterfahrt an die andere Seite der Stiefelspitze zum Tyrrhenischen Meer um bereits näher an Vibo Valentia zu kommen und nicht soviel Zeit zu verlieren. Wir treffen eine Vorauswahl des nächsten Campingplatzes und geben unserem Navi einen unterhalb von Tropea ein. Damit dieses uns nicht wieder über langweilige Schnellstraßen schickt, fügen wir Girifalco und Pizzo als Zwischenziele hinzu, was sich auszahlt. Denn wir kommen durch herrliche Landschaft im Hinterland mit vielen Hügeln, Tälern und weitläufigen Olivenhainen, in denen bereits die Ernte vorbereitet bzw. bereits im Gange ist.

In Girifalco legen wir einen Zwischenstopp für ein Pannini ein und fahren weiter vorbei an Maida Richtung Küste nach Pizzo. Hier wollen wir uns die Chiesa di Piedigrotto, eine Kirche in einer Grotte, ansehen und ein „Tartufo di Nero“, eine hießige Spezialität zu uns nehmen. Dabei handelt es sich um ein Eis, welches den Trüffelpralinen nachempfunden ist, mit einer flüssigen Schokoladenfüllung im Inneren einer Vanilleeiskugel, außen Schokoladeneis und dann bestäubt mit Kakao.

Nichts von beiden wird hier in Pizzo Realität. Die Kirche öffnet erst wieder 15 Uhr und auch die Eisläden sind geschlossen. Mittagspause. Der Weg nach Pizzo gestaltete sich wieder schwierig. Schuld ist erneut unser Navi.

Bereits gestern hatten wir bei der Stellplatzsuche Probleme damit. Viel zu spät bemerkten wir, dass es uns zunächst 7 km vorbei an unserem Ziel schickte, dann sollten wir wenden und auf der gleichen Straße zurück um dann den Stellplatz doch nicht zu finden, wie Astrid berichtet hat. Und bei der Suche nach dem nächsten Stellplatz nicht anders. Anstatt auf gleicher Straße zurück, ein Umweg über die Berge, zwar mit schöner Aussicht auf die nächtliche Stadt aber völlig umsonst, wir landen wieder fast da, wo wir in die Berge abgezweigt waren.

Und heute. Ähnliches Spiel. Erst in Pizzo und dann in verschärfter Form in Tropea. In die Altstadt haben wir vergleichsweise leicht gefunden. Wir haben das Navi ignoriert. Dann haben wir in der sehenswerten Altstadt die sich an einer Steilwand entlang zieht, hier haben wir dann auch „Tartufo di Nero“ gegessen, ein Angebot zu einer Schiffsfahrt zum immer noch aktiven Vulkan Stromboli gesehen und uns entschieden hier zu bleiben. Heute ist es allerdings zu spät dafür und die nächste Fahrt geht am Mittwoch. Mal sehen wie sich alles weiter entwickelt.

Wahrzeichen von Tropea ist übrigens die gegenüber der Altstadt auf einem Felsen trohnende Kirche Santa Maria dell’Isola.k-S2080025

Zurück zum Navi. Wir schauen im Internet nach und finden hier mehrere Campingplätze, die weder im ADAC-Campingführer noch in diversen Womo-Datenbanken verzeichnet sind. Der nächstgelegene ist nur 60 m entfernt. Für uns werden es mehrere Kilometer. Weil wir einfach keinen Zugang finden. Einmal sind die Straßen für Wohnmobile gesperrt, andermal sind die Durchfahrten unter der Eisenbahn für uns einfach zu niedrig. Also müssen wir ausholen bis mehrere Kilometer vor dem Ort und dort bereits den Zugang zum Meer suchen. Ebenfalls Fehlanzeige. Zurück in die Altstadt und dann auf schmaler Straße mit Spitzkehren die ich nur durch Zurücksetzen des Womo’s meistern kann, und damit eine lange Schlange hinter mir provoziere, nach unten. Direkt vor der Kirche auf dem Felsen angelangt finden wir dann zum Platz. Nicht ideal, aber zum Strand und zur Stadt gut gelegen. Nur zu viele Deutsche hier. Die Wärme hält sich immer noch und wir bleiben bei Rotkäppchen-Sekt lange vor dem Womo sitzen.

Chaos in Vibo Valentia und Ankunft auf Sizilien

24.09.

Zu gestern ist nicht soviel zu sagen. Wir sind auf unserem Platz in Tropea geblieben. Schließlich warten wir immer noch auf positive Nachricht was unsere Ersatzteile für die Toilette angeht. Mandy teilt uns am Vormittag mit, dass sie erst am Nachmittag noch einmal in Vibo Valentia anrufen, denn so früh am Morgen werden auch hier, wie bei uns, Pakete nicht zugestellt. Wir machen einen Spaziergang in die Stadt, der zunächst Kraftanstrengung erfordert. Steile Treppen führen gegenüber unserem Camp nach oben in die Stadt, vorbei an einem am Hang gelegenen Fischrestaurant. Wir bummeln ein wenig, genehmigen uns einen Drink und besichtigen auch noch die Kathedrale bevor sie um 12 Uhr schließt. Hier soll ein schwarzes Kruzifix zu finden sein. Ich weiß nicht genau, ob wir es gesehen haben. Der Bewacher fordert uns und eine Reisegruppe jedenfalls nach kurzer Verweildauer auf, die Kirche wieder zu verlassen. Er will wahrscheinlich seine Mittagspause pünktlich beginnen.

In einem kleinen Restaurant mit überwiegend italienischen Besuchern essen wir gut und preiswert zu Mittag. Die Erfahrung haben wir übrigens schon häufig gemacht. Essen gehen in Restaurants oder  einer kleinen Trattoria, die von Einheimischen besucht werden. Hier isst man gut und günstig.k-S2090015

Zurück am Platz müssen wir leider feststellen, dass uns ein Womo aus Landshut die Sicht verbaut hat. Der ursprünglich freie Platz vor uns ist von ihnen belegt. Wir bleiben am Platz, dösen so vor uns hin und lassen den Rest des Tages verstreichen. Zwischenzeitlich teilt uns Mandy noch mit, dass unser Paket am Bestimmungsort angekommen ist.

Deshalb brechen wir heute auf und fahren weiter. Auch sonst wären wir wohl nicht länger hier geblieben. Zu viele Touri’s in der Stadt und zu viele Deutsche auf dem Platz. Man fährt schließlich nicht Tausende Kilometer ins Ausland um am Ende wieder nur von Deutschen umgeben zu sein.

Also auf nach Vibo Valentia. Leichter gesagt als getan. Ich hatte gerade deshalb diesen Servicepartner von Dometic als Adresse für unser Paket benannt, weil er nur etwa 35 km von Tropea entfernt ist. Aber dahin kommen und die Adresse finden ist erneut ein Abenteuer.

Schon um vom Camp aus Tropea heraus zu kommen gestaltet sich schwierig. Wir nehmen zwar die beschilderte Strecke, aber einmal landen wir wieder an einer Bahnunterführung die für uns zu niedrig ist, die andere Strecke ist für Womo’s gesperrt und die dritte führt in südlicher Richtung aus Tropea heraus, obwohl wir Richtung Norden müssen. Hat zumindest den Vorteil, dass wir dann noch einmal einen schönen Blick auf die Stadt haben.

Nach Vibo Valentia führen dann wieder sehr schmale und kurvenreiche Strecken. Dies ist aber noch nichts gegen die Fahrt durch den Ort um die angegebene Adresse zu finden. Schmale Straßen links und rechts zugeparkt, meist dann noch schräg zur Fahrbahn und wir mittendrin. Astrid ist am Verzweifeln. Ganz schlimm wird es, als wir zwar die richtige Straße gefunden haben, aber keine Möglichkeit zum Parken. Dazu steht hinter uns noch ein Ambulanzwagen mit Sondersignal und will vorbei. Ich kann mich nicht in Luft auflösen. Die Rettung ist, auf den Bürgersteig zu fahren. Dabei muss man allerdings immer darauf achten, dass nicht von den Häusern noch etwas herausragt, oder die Balkone des Obergeschosses zu tief hängen um darunter hindurch zu passen. Aber es geht ohne Blessuren ab. Wir lassen das Womo einfach auf dem Bordstein stehen und suchen die Hausnummer die uns interessiert. Aber hier ist ein Modegeschäft. Die Eigentümerin oder Verkäuferin erklärt uns wortgewaltig, dass wir hier verkehrt sind, mehr verstehen wir leider nicht aber das scheint sie nicht zu stören. Ihr Wortschwall hält an. Kunden gesellen sich hinzu und auch vom gegenüberliegenden Balkon wird auf uns eingeredet. Einem der Beteiligten zeige ich die Mail mit dem Namen und der Adresse der Firma die wir suchen auf meinem Smartphone. Er sucht darauf auf seinem im Internet nach der Firma und siehe da, sie ist umgezogen. Er ruft auch gleich da an, gibt uns die neue Adresse und wir nehmen erneut die Suche durch das gleiche Straßengewirr auf. Also freundlich und hilfsbereit sind sie schon die Italiener. Die letzten Meter lassen wir das Womo an einer günstigen Stelle stehen und gehen den Rest mit dem Smartphone als Navi in der Hand zu Fuß. Wir werden fündig, das Paket ist auch da, aber aushändigen will uns die ansonsten freundliche Dame es nicht. Irgendetwas will sie noch, vielleicht eine Abholbescheinigung oder ähnliches. Vor lauter Verzweiflung rufe ich in Brandenburg Domenico an, der die Sache klärt. Wir erhalten unser Paket und auf ähnlich schwierigen Wegen bemühen wir uns Vibo Valentia ein für alle Mal hinter uns zu lassen. Die Einstellung „Autobahnen vermeiden“ löschen wir vorübergehend aus unserem Navi und steuern über wiederum schmale und bergige Straßen die A3 an, die uns bis zur Fähre nach Sizilien führt.

Lange Wartezeiten gibt es hier nicht. Es herrscht reger Fährverkehr und wir sind froh als uns ein Italiener nicht ganz uneigennützig über die Zufahrt zum Fährhafen, den Ticketerwerb und darüber aufklärt, dass ein Ticket hin und zurück günstiger kommt als ein Einzelfahrschein. Das Rückticket ist drei Monate gültig. Diese Info’s sind uns zwei Euro wert. Schnell sind wir auf der Fähre und ebenso zügig sind die 8 km bis Messina überwunden. Sizilien liegt im Dunstschleier der sich erst bei Ankunft lichtet. Auch hier 28°.

Messina, das Tor zu Sizilien verlassen wir in nördlicher Richtung auf ebenso kurven- wie aussichtsreicher Küstenstraße und der Verkehr beruhigt sich, als wir die Stadt hinter uns gelassen haben. k-S2100022Immer an der Küste entlang erreichen wir schließlich Milazzo und das Camp auf der Spitze der Landzunge. Es reicht für heute. Das vom ADAC ausgewiesene Camp verlangt 25€, das daneben nur 14, sodass die Wahl nicht schwer fällt. Wir stehen gut mit Blick auf das Meer und werden morgen früh noch etwas nach vorn rücken um noch bessere Sicht zu genießen. Ein PKW hat den besseren Platz belegt, ist aber nach unserem kurzen Restaurantbesuch ein Stück weiter gefahren. Eigentlich wollten wir im Restaurant etwas essen, waren aber die einzigen Gäste. Die Bedienung saß gelangweilt an einem Tisch und es entwickelte sich folgender Dialog: „It’s open?“ fragt Astrid und bekommt zur Antwort: „eight o’clock“. „One hour?“ frage ich nach, es ist schließlich schon 19 Uhr und bekomme zur Antwort: „Yes, one hour“. Daraus schließen wir messerscharf, dass um 20 Uhr geschlossen wird, deshalb auch keine Aktivitäten mehr in der Küche und auf die Frage ob wir essen und trinken können, kommt zwar ein „Yes“, aber es werden keine Speisekarten gebracht, als wir ein Bier und ein Glas Wein bestellt haben. Auch die Forderung nach einem größeren Glas als dem Wasserglas für mein Bier wird nur zögerlich erfüllt, was uns, trotzdem die Bedienung auf Nachfrage nun doch noch Speisekarten bringt, zum Gehen veranlasst. Astrid ist sauer, bezahlt, ohne Trinkgeld und wir sind weg. Erst im Nachhinein, als wir später Leute zum Restaurant gehen sehen wird uns einiges klar. Während wir angenommen hatten, dass Restaurant schließe um acht, hat es erst ab da geöffnet. Deshalb war die Bedienung auch nicht so richtig über unseren frühen Besuch erfreut. Ja so ist es halt, wenn man sich nur bruchstückhaft verständigen kann. Also büffeln, wenn wir wieder zu Hause sind. Schließlich wollen wir auch noch mit dem Womo nach Großbritannien und in die USA reisen.

Also eins muß ich noch loswerden!! Ich weiß nicht ob es am Alter liegt, aber so ein Chaos drunter und drüber wie in Vibo Valentia, ich bin dafür nicht mehr geschaffen!!! Die Straßen dermaßen eng und zu geparkt,(angelegt für zwei kleine Autos vom Typ Fiat Panda) sodass ich oft aus dem Fenster schauen musste um Egon zu sagen, ob wir mit dem Seitenspiegel nicht schon an den Autos entlang schrammen, dazu dann noch der Rettungswagen mit Blaulicht und Sirene wir mittendrin und wissen nicht wohin! Auf den Bürgersteigen kommt man auch nicht so einfach da sie immer sehr sehr hoch sind. Aber egal, Egon parkte auf der Kreuzung auf dem Bürgersteig und so ließen wir das Auto zurück! Wie die Italiener es machen!!!! Wie Egon schon schrieb waren die Leute sehr bemüht uns zu helfen, je mehr Leute umso heftiger wurde diskutiert und jeder hatte wahrscheinlich eine andere Auffassung!! Ich dann wieder die Kreuzung blockiert, den Verkehr aufgehalten, mich nicht von dem Gehupe stören lassen und schon ging’s weiter.

Jedenfalls haben wir jetzt das Teil und nun wird in Ruhe Sizilien angeschaut!!!! Hoffentlich, wenn uns nicht unser Navi in ganz verwinkelte und kleine Straßen führt. 

Übrigens, an dem Abend bin ich nicht „alt“ geworden, schon um 21.00 Uhr war ich verschwunden (ist eben doch alles zu aufregend gewesen für mich!!!!).