Archiv der Kategorie: wieder auf dem Festland und bis nach Hause

Cirella und Diamante

10.10.

Zur Anfahrt von gestern wäre noch nachzutragen, dass die Umstellung unseres Navi’s auf „Bus“ rein gar nichts bewirkt hat. Astrid bekam bereits kurz nach dem Start wieder die Krise. Das Navi leitete uns nicht etwa wie den Bus den wir nach Taormina hatten zur Autobahn, sondern querfeldein durch viele enge Straßen.

Heute war also wieder ein Ruhetag und wir haben die Räder genommen und sind knapp 6 km nach Diamante geradelt.20141010_112308(1) Ein kleiner Hafenort, 1638 gegründet und sicher auf einem Felsen gelegen.  Diamante ist berühmt für die in den 80-iger Jahren von zahlreichen Malern geschaffenen Wandmalereien.  1986 wurden sie durch Gedichte ergänzt.  Umgeben ist Diamante von terrassierten Zitronenhainen.

Am Nachmittag wird an dem schönen einsamen Strand gebadet und gesonnt, am Abend gibt es einen Sundowner und später wird gegrillt.

Das wars für heute.

Vorbei an der Amalfiküste nach Pompeji

11.10.

Heute geht es nach Pompeji, oder Pompei, wie die Italiener auf ihren Hinweisschildern schreiben.

Dazu schwenken wir von unserem Camp gleich auf die SS18, die unmittelbar hier vorbei führt.

Autobahn wäre zwar schneller, aber die kneifen wir uns vorerst und tun gut daran. Ab Maratea bis Saprie gelangen wir so auf eine sehr malerische Küstenstraße, die direkt an den Felsen entlang über der Steilküste am Meer entlang führt. k-S2150001k-S2150002Wir sind begeistert und vermerken dies gleich in unserer Italienkarte. In Saprie legen wir eine Kaffeepause ein, bevor wir weiter auf der SS18 nun etwas im Landesinneren auf kurvenreicher, schmaler aber sehr gut ausgebauter Straße voran kommen. Ob wir nun wirklich noch auf der SS18 waren ist zwischen uns noch umstritten, denn es gibt kaum Verkehr hier und so kurvenreich wie wir die Strecke vorfinden ist sie nicht auf der Landkarte verzeichnet, sondern eine unweit davon entfernte Nebenstrecke, die durch den Nationalpark „Cilento & Valle di Diano“ führt. Gleichwohl stehen an der Strecke Schilder mit der Bezeichnung SS18. Trotzdem kommen wir durch Vallo della Luciana und hier auf eine breitere Straße die uns nun bis Agropoli führt. Eigentlich wollen wir nur hier hin, weil von der Altstadt aus eine schöne Sicht auf die Amalfiküste möglich sein soll. Leider ist es zu diesig und wir sehen sie nicht. Dafür aber das Castello Aragonese und einen Teil der auf dem Berg gelegenen Altstadt und in der Ferne den „Torre Fortificata Di S. Marco“, direkt an der Küste.

k-S2150006k-S2150005Dazu müssen wir die Straße vom Parkplatz aus steil nach oben, was bei 28° nicht unbedingt ein Vergnügen ist. Aber wir wollen uns nicht beschweren. Hoffentlich haben wir noch eine Weile so schönes Wetter. Hunger überkommt uns, aber um diese Zeit, es ist nach 14 Uhr, bekommt man nirgends etwas zu essen. Die Geschäfte haben geschlossen und die Restaurants öffnen erst am Abend. Auf der Autobahn die wir nun ab Battipaglia nehmen ist deshalb der erste Parkplatz unser und wir machen uns etwas zu essen von unseren Vorräten. Wir kommen jetzt gut voran, vorbei an der Amalfiküste und erreichen Pompeji. Deshalb vorbei an der Amalfiküste, weil die eigentliche Küstenstraße für Wohnmobile gesperrt ist. Der „Campingplatz Zeus“ den wir ansteuern, liegt unmittelbar neben dem Eingang zu den Ausgrabungsstätten von Pompeji. Er ist sehr eng, hier parken auch auf einem abgegrenzten Areal die Besucher der Ausgrabungsstätte und eine Bahnlinie führt vorbei. Nicht ideal, dazu mit 20€ zu teuer, aber eben mit Standortvorteil. Vom Camp aus kann man auch den Bus nehmen zu einem Ausflug zum Vesuv. Beides, die Ausgrabungsstätte und den Vesuv, wollen wir morgen besuchen und dann am Montag schnell wieder von hier verschwinden.

Dazu berichten wir dann frühestens am Montag Abend.

Pompeji, Vesuv, Gaeta und Sperlonga

13.10.

Da bin ich wieder, heute mal wieder ein Lebenszeichen von mir!!

Jetzt stehen wir kurz vor Rom auf einem Agrimare Camping und haben uns ins Womo vor den Mücken gerettet! Wir sind die einzigen Gäste, haben zugeschaut wie die Oliven von Hand von den Bäumen mit einem Kamm gezogen werden, Oliven und Olivenöl gekauft und waren auch noch mit dem Rad im Ort. Was will man mehr! Jetzt sind wir wieder glücklich!!

Der letzte Campingplatz in Pompeji war so gar nicht nach unserem Geschmack, viel zu voll und sehr sehr eng. Die Mandarinen sahen zwar schön aus (die Früchte noch nicht reif) aber die Buchten zu eng. Wir hatten beide das Gefühl eingeengt zu sein, nicht frei!k-S2160067

Na ja, Schnee von gestern!!

Wir waren ja auch nur da um dann „alte Steine“ uns stundenlang anzuschauen! Es war schon sehr interessant was die früher alles so hatten ! Beheizte Therme mit verschiedenen Tauchbecken, Bordelle (davon `ne Menge) und wunderschöne Häuser mit Atrium und kleinem Garten.

Aber Egon wird es euch noch ausführlicher schreiben!

Danach ging es noch auf zum Vesuv! Hätte ich vorher gewusst, dass ich da über zerbröselte Lava steil nach oben wandern muss, ich glaube ich hätte verzichtet!!k-S2160073

Zumal ich mal wieder mit Kopfweh zu tun hatte. Aber was solls. Hinterher war es ein tolles Gefühl, zwar hat man den Krater nur voller Schutt gesehen, keine glühende Lava, kein Ausbruch und kein Grummeln, na toll!!

Aber wie gesagt, Egon wird euch noch alles beschreiben!

 

Jetzt noch was zum Schmunzeln!

Es ist hier gar nicht so einfach, francobollo (Briefmarke, früher hatte ich immer Stampa gesagt und sie hatten mich auch verstanden) zu bekommen. Eigentlich gibt es sie nur in la Tabaccheria oder der Ufficio Postale. D.h. Tabakladen oder Post! Seht ihr, schon wieder was gelernt!!

Wir also im Ort Diamante, das war am 10.10., irrten mit unseren Rädern umher, weil jeder uns was anderes sagte! Wie gesagt, sie sind ja alle sehr nett und reden und reden, holen noch andere Leute ran und diskutieren heftig (obwohl wir ihnen immer zu verstehen geben das wir kein italienisch können). Jedenfalls hatten wir schon Angst, ob wir es jemals schaffen vor der Mittagspause eine Post zu finden. Endlich!! Ich also rein, eine Nummer gezogen (muss man auch oft im Supermarkt an der Bedientheke), also wie gesagt meine Nummer hatte ich und gewartet bis sie an der Anzeige erschien. Ran an den Schalter und ihr erklärt was ich will. Briefmarken. Nun erklärte mir die Dame mit einem nicht endenden Wortschwall irgendwas, ich verstand nur immer was mit „P“! Endlich kapierte ich, ich sollte noch mal eine Nummer ziehen, diesmal mit P. Also wieder eine Nummer, gewartet, dann wieder hin zu ihr, nur um mir mitzuteilen, dass sie jetzt nicht mehr zuständig sei!! Ich dachte ich flipp aus, aber das brauchte ich nicht mehr, da in der Zwischenzeit es einem Italiener auch reichte der sich lautstark aufregte!! Dann noch einmal dasselbe Spiel, neue Nummer gezogen und gewartet. Endlich, die Dame am Nebenschalter hatte meine heiß ersehnten Briefmarken!

So bekommt man die Zeit auch rum, jedenfalls besser als draußen in der Sonne zu schmoren, wie Egon!!

 13.10.

Heute also der Bericht zu Pompeji und Vesuv von gestern. Wir sind früh aufgestanden, denn um 8.30 Uhr öffnen die Ausgrabungsstätten von Pompeji und am Nachmittag wollten wir auch noch dem Vesuv einen Besuch abstatten. Beides hängt ja auch inhaltlich miteinander zusammen. Schließlich war es der Vesuv der am 24. August im Jahre 79 n.Chr. seinen Schlund öffnete, nachdem er jahrhundertelang verschlossen war. Der Himmel verdunkelte sich von der riesigen Wolke aus Asche, Schlacke und Steinen und eine glühende Lavaschicht wälzte sich zu Tal und begrub die römischen Städte Pompeji und Herculaneum. Pompeji und viele der Einwohner wurden unter einer sechs Meter dicken Schlacke- und Lavaschicht begraben. Lange war Pompeji vergessen. Erst ab 1748 begannen Ausgrabungen und heute sind etwa 85% der Stadt freigelegt. Eine fast komplett erhaltene antike Stadt wurde so zutage gefördert. Nicht nur Tempel, Theater und Paläste, sondern auch Wohnhäuser, Latrinen, Bordelle und Geschäfte und viele Dinge des Alltags.

Und die berühmten Fresken, die wir nur zum Teil sehen konnten.

Seit die UNESCO Italien gerügt hatte und die Aberkennung als Weltkulturerbe drohte, wird viel restauriert und gesichert. Deshalb ist zurzeit immer ein Teil der Anlage unzugänglich. Nach vier Stunden bei voller Sonne und fast dreißig Grad hatten wir aber auch irgendwann genug.

 

Zurück zum Camp blieb uns dann eine halbe Stunde zum Ausruhen bevor der Bus zum Vesuv direkt vom Platz aus losfuhr. Die Tickets für je 12 € hatten wir bereits am Morgen gebucht. Dem Prospekt war zu entnehmen, dass der Bus bis auf 1000m fährt zu einem Fotostopp, dann noch ein weiteres Stück, bis schließlich der Rundgang zu Fuß um den Krater folgte. Die Realität sah anders aus. Bei 1000m war Schluss mit Bus, der außer uns nur mit noch fünf weiteren Personen besetzt war. Dann ging es zum nächsten Ticketschalter und hier waren dann nochmals je 10 € fällig für die Benutzung des Fußweges bis zum Kraterrand. Die ehemalige Sesselliftstation existiert nicht mehr. Das hieß noch rund 280m steil bergauf.k-S2160071 Dafür hätten wir eigentlich Geld zurückbekommen müssen. Aber einmal hier, wollten wir es wissen obwohl es ziemlich anstrengend war.

Einerseits zum Glück, aber andererseits schlecht für die Aussicht, bewölkte sich der Himmel. Etwa eine halbe Runde um den Krater haben wir vollführt, dann hieß es wieder zurück, denn um 17 Uhr ging der Bus zurück. Bis auf den Kratergrund konnten wir blicken und aufsteigender Rauch an einer Innenflanke machte uns auch deutlich, dass der Vesuv zwar schläft, aber immer noch lebt.

Zurück auf dem Camp war mit uns dann nicht mehr viel anzufangen und der Tag dann ziemlich schnell zu Ende.

 

Heute nun ging es weiter. Länger wollten wir auf dem engen und wegen der vielen Bäume und Sträucher dunklen Campingplatz nicht verweilen. Einen in der Reihe vor uns stehenden Engländer mussten wir noch bitten beiseite zu fahren, damit wir überhaupt den Platz verlassen konnten, was er aber ohne Widerspruch tat. Noch Ver- und Entsorgung vorgenommen und dann auf die Autobahn Richtung Rom. Aber nur bis Mondragone und dann endlich wieder mit Blick zum Meer an der Küste entlang. Ein Großeinkauf musste auch noch sein bevor wir Gaeta ansteuerten.

Gaeta war einst Festung des Königreiches Neapel. Die malerische Altstadt liegt auf einer Halbinsel und wird geprägt von dem aragonischen Kastell und der Kirche San Francesco und ist durchzogen von zahlreichen schmalen malerischen Gassen, die teilweise ziemlich steil verlaufen.

Der Besuch lohnt aber auch wegen des Glockenturmes des Doms aus dem 12. Jh. dessen Ziegel bunt gebrannt sind.

Am Meer steht die Kirche San Giovanni aus dem 10. Jh. deren Erbauer der Kirch einen schrägen Fußboden verpasst haben, damit bei Hochwasser das Wasser wieder abfliesen kann.k-S2170033

Am Hafen befindet sich eine Schule der Gardia di Finanza.k-S2170032

Jetzt heißt es aber Quartier für die Nacht zu suchen. Ein Blick auf die Karte verrät uns, dass die naheliegenden Campingplätze, nicht alle sind verzeichnet, bereits die Saison beendet haben und geschlossen sind. Der nächste liegt kurz vor Rom und damit noch ca. 150 km entfernt. Soweit wollten wir heute eigentlich nicht mehr fahren und schauen deshalb unterwegs mehrfach nach Campingplätzen, aber unsere Versuche diese anzufahren scheitern jedes Mal an den verschlossenen Toren.

Erst bei Sperlonga, einem Ort an dem wir sonst vorbeigefahren wären, werden wir belohnt. Auf einen Agricamp finden wir einen Platz und bleiben die Einzigen hier. An den auf dem Platz befindlichen Olivenbäumen ist gerade die Ernte im Gange und wir erwerben hier gleich noch Olivenöl aus eigener Ernte und eingelegte Oliven. Der äußerst nette Platzinhaber empfiehlt uns auch noch den Ort und wir machen uns mit dem Fahrrad auf den Weg.

Sperlonga ist sehr sauber und gepflegt und verfügt über gut ausgebaute Radwege und lohnt den Besuch. Nur am Campingplatz vertreiben uns bald die Mücken ins Womo.

über Castel Gandolfo und Tarquinia nach Orbetello

14.10.

Am frühen Morgen ist von den Platzbetreibern und den Arbeitern die gestern mit der Olivenernte beschäftigt waren noch niemand zu sehen. Ist auch nicht nötig, denn wir haben den Code für das Tor und gestern schon bezahlt. Es ist wirklich ein schöner Platz und seit langem einer, der mit ansprechenden sanitären Einrichtungen ausgestattet ist, wo die Toiletten sogar eine Brille tragen.

Das Frühstück geht sehr schnell vonstatten, denn die Fliegen ärgern uns. So starten wir bald, zunächst in Richtung Terracina, verlassen dann die Küste über Latina und zweigen dann in Aprilia ab nach Castel Gandolfo, dem Sommersitz der Päpste. Wir finden einen günstigen Parkplatz und nähern uns der Stadt durch das große Eingangsportal.k-S2180031

Auf dem Piazza della Liberta empfängt uns links der imposante Palazzo Pontificio.k-S2180006

Der Kirche Collegiata Pontificia di San Tommaso da Villanova statten wir einen Besuch ab und Astrid ist nicht daran zu hindern, den Kindern und uns eine Kerze zu spendieren. Das Kerzenlicht funktioniert elektronisch und leuchtet nach Einwurf einer entsprechenden Gabe. Auch nicht mehr das, was es mal war. Und besinnliche Stimmung kommt dabei auch nicht auf.

Wir schlendern ein wenig durch die nette Stadt, werfen einen Blick auf den Albaner See und wollen uns auch wieder verabschieden, da wird Astrid beim Postkarteneinwurf darauf aufmerksam gemacht, dass vor dem Postamt der unscheinbare Schlitz der erste Briefkasten der Welt ist. Eine entsprechende Tafel bestätigt dies auch.k-S2180004

Zurück am Parkplatz gönnen wir uns noch ein Panini und starten dann Richtung Rom. Zunächst über die Landstraße und später über die Autobahn. Da wir vergessen hatten im Navi Mautstraßen wieder zuzulassen, führt uns der Weg östlich um Rom herum, dabei zeigt unser Thermometer 30° Außentemperatur. Nördlich verlassen wir den Ring und fahren auf der SS2 über Sutri und Vetralla Richtung Viterbo. Unterwegs und besonders in Sutri und Vetralla kommt mir die Strecke bekannt vor. Hier müssen wir schon einmal lang gekommen sein, als wir seinerzeit nach Rom gefahren sind. Am Abend bestätigt sich meine Vermutung beim Studium der damaligen Route.

In Vetralla verlassen wir die SS2 und folgen der S1 Richtung Küste. In Tarquinia entdeckt Astrid noch einen Hinweis auf etwas was vermutlich die Besichtigung lohnt.

Es handelt sich neben Cerveteri um die zweite etruskische Totenstadt aus dem 9. bis 1. Jh. vor Chr. Sie gehören beide zu den berühmtesten Fundstätten etruskischer Kultur und deshalb zum Weltkulturerbe der UNESCO. Aus dem Tuff geschlagene Grabkammern mit Erdhügeln darüber sind hier freigelegt worden. Bis zu 6000 soll es hier gegeben haben. Sie sind ausgestattet wie Wohnungen, mit Säulen und Betten und mit Wandmalereien.

Der Himmel beginnt sich zu verdunkeln als wir Tarquinia verlassen und auf der E80 beginnt es zu regnen. Es gewittert, die Temperatur sinkt auf 22° und die Schleusen öffnen sich gewaltig.

Zum Glück lässt der Regen nach als wir den ausgesuchten Campingplatz kurz vor Orbetello erreichen. Aber leider geschlossen. Also wieder zurück aus der Stichstraße an deren Beginn wir einen weiteren Platz gesehen hatten. Die dort vorhandene Beleuchtung hatte uns zuversichtlich gestimmt. Aber auch hier Fehlanzeige. Nur Arbeiter, die vermutlich Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten vornehmen, verlassen den Platz und bestätigen uns auf Nachfrage, dass auch hier bereits die Saison vorbei ist. Im Campingführer entdeckt Astrid einen weiteren Platz der bis Ende Oktober geöffnet sein soll. Wir finden ihn, er ist tatsächlich geöffnet, aber kein Platz am Meer, dafür an einer belebten Straße die auf die vorgelagerte Halbinsel führt. Kein Platz um länger zu verweilen.

Wir müssen uns nun offenbar damit abfinden, dass die Zeit der Wärme vorbei ist. Aber wenigstens schönes Wetter wollen wir noch genießen. Deshalb werden wir den Platz morgen auch wieder verlassen uns und weiter nach Norden begeben. Die Wetterprognose für Cannobio und den Lago Maggiore, unserem Lieblingsplatz aus früheren Jahren sieht positiv aus. Wir werden sehen, ob wir direkt durchstarten oder noch einen Zwischenstopp einlegen. Immerhin sind es bis dahin noch 584 km.

 

PS:

Nach einer Abmahnung  gestern von Egon das bald keine „ Ausrufezeichen“ mehr auf der Tastatur sind, gelobe ich Besserung!!!!! Ätsch!

über Piombino nach Livorno

Die Bilder von gestern sind eingestellt!!!  (von Astrid übernommen)

15.10.

Heute wird im Womo gefrühstückt. Das Gelände ringsum ist noch sehr aufgeweicht vom gestrigen Regen und auch der Himmel sieht noch ziemlich verhangen aus. Aber eine gründliche Säuberung unseres Womo’s nehmen wir noch vor, erledigen den Abwasch und machen noch Ver-und Entsorgung. Deshalb ist es auch schon gegen elf, ehe wir den Platz verlassen.

Wir fahren wieder auf die S1, die uns weiter nach Norden führen wird. La Spezia, nicht sehr weit entfernt von Genua, habe ich in das Navi eingegeben. Dort habe ich im Stellplatzführer einen kostenlosen Stellplatz gefunden, der als Zwischenstopp dienen könnte für den Fall, dass wir doch nicht bis Cannobio durchstarten, was eigentlich auch keinen rechten Sinn macht.

Als wir auf der Höhe der Insel Elba sind, schlägt Astrid vor, doch auf einen Kaffee nach Piombina zu fahren, dem Hafenort, von dem aus die Fähren zur Insel Elba fahren. Hier waren wir schon einmal und hatten die Absicht, für eine Stippvisite nach Elba überzusetzen. Der Preis für die Überfahrt hatte uns damals diesen Ausflug verleitet und wir hatten kehrt gemacht, ohne die Stadt wirklich zu sehen.

Diese wollen wir uns heute anschauen. Wir fahren bis in die Altstadt und finden auch einen perfekten Parkplatz auf der Piazetta Sant’Anastasia mit Blick auf das Meer und die Insel, die leider aber im Dunst liegt. Der Platz ist auch deshalb perfekt, weil genau hier ein, wie selten, hervorragend ausgeschilderter Rundweg durch die Altstadt beginnt, den wir sogleich in Angriff nehmen. Wir besuchen auf unserem Weg die Concattedrale di Sant’Antimo Martire und statten auch dem Tourismusbüro in der Gemeindeverwaltung im Palazzo Comune einen Besuch ab.

Vom Piazza Bovio hat man einen schönen Blick auf die Stadt, auf Elba und den kleinen Hafen.

Vorbei am Archäologischen Museum und der Zitadelle wenden wir uns wieder Richtung Zentrum und dem Stadttor, dem Torrione Rivellino, zu.

Bevor sich der Ring schließt gehen wir noch einmal Richtung Gemeindeverwaltung um in dem Restaurant in dem wir bei der ersten Schleife nur einen Kaffee getrunken hatten nun Mittag zu essen. Nur einen Antipastiteller den wir uns teilen, einmal Cozze (Muscheln), auch eine Vorspeise für Astrid und Carbonara la Mare du Chef (schwarze Nudeln mit Meeresfrüchten) für mich. Alles sehr lecker und wir sind satt bis obenhin.

Sowohl der Rundgang, als auch das Mittagessen hat uns einiges an Zeit gekostet und das Navi gibt uns jetzt als Ankunftszeit in La Spezia 18.10 Uhr an.

Wir nehmen erneut Kurs auf die S1 und nähern uns über Cecina den Städten Livorno und Pisa. Kurz vor Livorno führt die S1 direkt an die Steilküste heran und wir bekommen Lust, es mit der Fahrerei für heute genug sein zu lassen. Auf der Höhe von Livorno, was von der S1 umfahren wird, entscheiden wir nach einem Stopp bei einer Tankstelle uns einen Platz in der näheren Umgebung zu suchen. Die Plätze in Pisa scheiden aus, weil sie direkt auf großen Parkplätzen mit Straßenlärm liegen. Außerdem kennen wir Pisa schon. Aber bei Livorno entdecken wir im Campingführer noch einen Platz der ganzjährig geöffnet sein soll. Der soll es sein. Also 11 km wieder zurück, und wir finden auf Anhieb den ziemlich großen Platz, der mit allem ausgestattet ist. Das meiste davon, wie der Pool, der Minimarkt und das Restaurant sind aber bereits geschlossen. Saisonende eben. Wir entscheiden uns für einen Platz in der ersten Reihe. Diese Plätze sind ausreichend groß und zudem mit einer Holzterrasse auf der Meerseite ausgestattet. k-S2190021k-S2190020So was hatten wir auch noch nicht. Kostet auch entsprechend. Aber das wollen wir uns gönnen und schnell ist auch ein Drink bereitet um den Abend zu genießen. Vor unserem Platz spaziert ein Pärchen vorbei, dass sich als Paar aus Weißwasser outet und wir kommen ins Gespräch. Als es dunkel ist sitzen wir noch lange draußen und beobachten Kreuzfahrtschiffe die offenbar in Livorno abgelegt haben und vermutlich Kurs nach Monaco, was uns gegenüberliegt, oder Korsika, etwas links von uns, aufnehmen. Das morgige Wetter wird entscheiden, ob wir einen weiteren Tag bleiben werden.

Cannobio und Heimweg

18.10.

Mein letzter Audiokommentar (für diese Reise):

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Wir haben unser Boot gefunden. Wir nehmen das in der Mitte

Wir haben unser Boot gefunden. Wir nehmen das in der Mitte.

 

Mein Fazit dieser Reise:

In den fast 2 Monaten wo wir unterwegs waren, hatten wir einige Erlebnisse , die man sich beim nächsten Mal sparen könnte! Sei es das Theater mit der Toilette, der Markise, den entzwei gegangenen Lichtern usw, oder manchmal das schlechte Wetter! !!!

Aber was soll’s, das alles hätte uns überall passieren können.

Das schlimmste aber war für uns Egon’s Augen OP! Das war der größte Schock, aber auch das haben wir gut überstanden.

Ich möchte euch aber nicht mit Sachen langweilen, die Schnee von gestern sind, nur vielleicht noch ein paar Anmerkungen:

Was mir besonders auffiel ist oder war z.B., dass die Italiener im Süden beim Autofahren viel temperamentvoller sind, aber beim Schlange stehen im Supermarkt sich nicht aufregen wenn nur 1 Kasse besetzt ist. Da versteht einer die Leute!! Zahm wie die Lämmer!!

Oder die Toiletten, je weiter unten im Süden umso gewöhnungsbedürftiger!

Alles in allem war es doch eine schöne Reise, wir haben viel gesehen ( ein Haufen alter Steine!!) , nette Leute kennengelernt, können auch auf unserer Liste der UNESCO Weltkulturerbe einige Häkchen machen, herrliche Landschaften gesehen, etwas zugenommen und vor allen Dingen aber das Leben genossen!!

So soll es auch sein.

Jetzt geht’s nach Hause, die Baustellen abarbeiten und dann ab in den nächsten Urlaub.

Wir würden uns sehr freuen wenn ihr uns auf den nächsten Reisen wieder so begleitet!

Ciao und arrivederci

Letzter Nachtrag

Einen Nachsatz müssen wir noch liefern. Astrid hatte ja in ihrem Fazit bereits die zahlreichen Pannen und Missgeschicke unserer Reise noch einmal zusammengefasst in der Annahme, jetzt kann nichts mehr kommen. Aber es kam anders.

Bereits auf dem Weg von Italien in die Schweiz fiel mir auf, dass unser Automatikgetriebe nicht mehr perfekt funktioniert. Besonders in den oberen Gängen war festzustellen, dass bei stärkerem Druck auf das Gaspedal ein leichtes Rutschen des Ganges zu verzeichnen war. So, als wenn bei einem normalen Schaltgetriebe die Kupplung beginnt zu schleifen. Mit vorsichtiger Fahrweise und behutsamen Gasgeben sind wir dennoch bis Brandenburg gekommen. Ich sage bewusst bis Brandenburg und nicht etwa bis nach Hause, denn an der Kreuzung Grillendamm/Domlinden, keine 2 km von zu Hause entfernt, war Schluss. Die Ampel ging auf Grün und im Display sehe ich Rot. „Getriebe überprüfen lassen. Siehe Handbuch“ stand da zu lesen. Beim Versuch manuell einen Gang einzulegen erschien dann „Gang nicht verfügbar“. Ein Blick in das Handbuch gab die Auskunft, dass die Getriebeöltemparatur zu hoch sei. Also Warndreieck aufgestellt und gewartet, bis möglicherweise das Getriebeöl abkühlt. Ohne Erfolg. Wir nahmen es mit Humor und Astrid schlug vor, die Wartezeit mit einem Espresso zu überbrücken. Zwischenzeitlich hatte sich unser Schwiegersohn Domenico angeboten mit seinem Fehlerlesegerät über Bluetooth auf dem Handy den Fehler auszulesen und eventuell ein Reset durchzuführen. Aber auch dies misslang. Also doch meinen Autoclub ARCD bemüht und um Hilfe gebeten. Schnell war auch der Abschleppdienst vor Ort, hat zunächst auch erfolglos versucht den Fehler per Reset zu beseitigen, und hat uns dann zu FIAT geschleppt. Dort steht das Womo jetzt und wartet auf Reparatur. Unsere wichtigsten Sachen haben wir zwischenzeitlich entladen und haben uns zu Hause wieder akklimatisiert.

Dennoch und trotz der Pannen und Missgeschicke bleibt festzuhalten, die Reise selbst war schön, interessant und bleibt unvergessen. Und wir werden wieder auf Reisen gehen.