Archiv der Kategorie: Von Stein am Rhein über Appenzell und Einsiedeln nach Luzern

Von Ulm nach Stein am Rhein

19. 06.

Der Morgen ist ganz angenehm bei 25° drinnen und draußen. Ein Glück für uns, dass wir nicht gleich bis zum Bodensee durchgefahren sind. Die Nachrichten berichten von einem der stärksten Stürme über dem See in der vergangenen Nacht. Mit Hagel und Starkregen.

Wir nehmen uns Zeit beim Frühstück. Erst am Nchmittag werden wir uns mit den Mädels in Stein am Rhein treffen. Ca. 160 km weist das Roadbook aus, welches uns die Mädels vorab geschickt hatten. Sehr viel Fleiß haben sie investiert und jede Etappe ausführlich beschrieben.

Bildautor: Dicklyon aus der engl. Wikipedia

Kurz vor der Grenze tanken wir noch günstig für 1,35 €/l. In der Schweiz werden umgerechnet 1,51 €/l fällig. Am frühen Nachmittag sind wir in Stein am Rhein, parken günstig vor dem Stadttor und begeben uns in den malerischen Ort mit viel Fachwerk und wunderschönen Fassaden. Auf die Mädels müssen wir noch warten, sie fahren erst den 2 km entfernten Campingplatz in Wagenhausen an und kommen dann zu Fuß mit Kira, ihrem Hund. Nach freudiger Begrüßung und einem ersten Rundgang entschließen wir uns zur Teilnahme an einer Stadtführung mit der temparamentvollen Carmen, deren Mutter Spanierin ist, und der Vater Italiener. Eine sehr abwechslungsreiche und lebendige Führung.

Zum Campingplatz fahren wir dann alle gemeinsam mit unserem Womo. Das Abendessen richten die Mädels aus. Fischsuppe a’la Stein am Rhein. Ein leckerer Auftakt.Stein am Rhein

Fahrt nach Appenzell

20.06.
Gegen acht stehe ich auf.  Ganz wie zu Hause.  An der Dusche bei den Herrentoiletten befindet sich kein Duschkopf. Also zur Behindertendusche.  Die Einzige am Platz die funktioniert.

Nach dem Frühstück nehmen wir die heutige Etappe in Angriff.  Immer am Bodensee entlang, zunächst bis Kreuzlingen. Hier will ich endlich eine Schweizer SIM- Karte erwerben.  Bei Orange werden wir fündig.  Leider funktioniert es nicht wie es soll.  Also nochmals hin. Die APN fehlt noch. Leider lässt sie sich nicht zusätzlich speichern.  Also die alte APN von t-online raus und die neue rein. Geht auch nicht,  nur ist die alte jetzt weg.  Wieder zurück.  Jetzt die Karte direkt ins Smartfone und nicht in die X-Box wie geplant.  Nun habe ich Internet.

Über Rorschach, Heiden und Trogen nach Appenzell.  Sehr schöne Tour mit schmalen Straßen bis auf 1049 m.
Wanderung bis ins Dorf hinunter und Besichtigung des Zentrums.  Im kleinen Ratssaal besuchen wir ein Konzert Appenzeller Musikanten. Die vier Musiker spielen Hackbrett,  Akkordeon,  Geige und Bass und singen bzw.  jodeln bisweilen.  Dass veranlasst mich anschließend zu der Anekdote,  die Schweizer hätten doch eine schwierige Geschichte: „Als die Völker ringsum bereits eine Sprache ihr Eigen nannten,  deutsch, französisch bzw. italienisch,  da jodelten die Schweizer noch.  Auf der Suche nach einer eigenen Sprache bedienten sie sich reihum,  aber leider nie perfekt. Deshalb haben sie heute bisweilen noch Probleme sich untereinander zu verstehen.“
Diese Aussage rief selbstverständlich den Protest der Mädels hervor.


Anschließend Abendessen rustikal und anschließend kein Taxi zu bekommen.  Es gibt nur eines und das kommt erst in 1 1/2 h zurück.  Ein netter junger Mann fährt uns, nach Vermittlung durch die Bedienung im Restaurant, zum Platz.
Es ist kühl geworden.

Von Urnäsch nach Einsiedeln

21.06.
In der Nacht hat es mehrfach geregnet und es hat sich abgekühlt bis auf 16º im Womo.  Wir frühstücken deshalb drin. Um 10 Uhr wollen wir starten,  da ich im Reiseführer gelesen hatte,  dass das Museum in Urnäsch um 11.30 zur Mittagspause schließt.
Ein sehr schönes Museum über das Appenzeller Brauchtum.  Ein wenig Stolz bin ich,  dass ich anders als die Schweizer mit dem Talerbläckli zurecht kam. Dabei geht es darum,  einen Franken in einer Keramikschale zum Rollen zu bringen,  wobei er eine Melodie erzeugt.  Dies hatten wir bei den Musikanten am gestrigen Abend bereits gesehen.


Nach einem kurzen Einkauf fahren wir über die Schwägalp und Watwill nach Ricken und weichen dann von der vorgegebenen Route ab, die über die Autobahn gegangen wäre und fahren nach Rapperswill. Wir überqueren den Zürichsee und schlagen den Weg über den Etzelpass ein. Dabei überqueren wir die Tüfelsbrugg, eine überdachte Brücke mit 3m Höhe und nur 2, 30m Breite.  Ich muss beide Spiegel anklappen und mich von Astrid lotsen lassen. TüfelsbruggWeiter zum Campingplatz in Willerzell. Die Zufahrt zu unserer Parzelle ist ziemlich eng und ich muss aufpassen,  dass ich mit den herunterhängenden Ästen nicht die Antenne oder die Solarzellen abreiße.
Mit einem Taxi fahren wir nach Einsiedeln.  Heute ist Premiere des Welttheaters, welches nur alle 4 Jahre stattfindet.  Dass ist auch der Grund,  dass wir den großen Saal im Kloster nicht sehen können.  In der Klosterkirche erleben wir den Vespergottesdienst und die Prozession der Mönche zur schwarzen Maria,  bei der sie noch einen Gesang zum Besten geben.
Wir nehmen noch einen Aperitif im Hotel zur Sonne und fahren mit dem Taxi wieder zurück.
Am Abend noch Besprechung zur morgigen Etappe.

Bildautor Beitragsbild Urnäsch: Schofför, aus Wikimedia Commons

Wanderung im Schweizer Hochmoor

22.06.
Es hat in der Nacht mehrfach geregnet und am Morgen sind im Womo nur noch 16º. Nicht sehr vielversprechend. Nach einigen Wendemanövern verlassen wir den Platz und fahren hinter den Mädels her. Sie fahren allerdings nicht um die Nordseite des Sihlsees, sondern nehmen die Brücke über den See nach Einsiedeln.  Sie ist zwar breiter als unsere Brücke gestern,  aber auch nur für Fahrzeuge bis 2, 30m vorgesehen.  Allerdings mit Gegenverkehr.  Einige Male wird es ziemlich knapp.
Wir fahren bis Biberbrugg, parken am Bahnhof und unternehmen eine Wanderung durch das höchste Schweizer Hochmoor und kehren dann mit dem Zug wieder zurück.  Herrliche Natur und eine erste bestandene Bewährungsprobe für den neuen Rucksack.


Weiter geht die Fahrt über Schwyz, wo wir noch für das Wochenende einkaufen, am schönen Ufer des Vierwaldstätter See entlang zum Campingplatz kurz vor Luzern.  Mit 48 CHF pro Tag unangemessen teuer zumal die Stellplätze nicht wirklich ideal sind.  Viel Schotter und wie auf dem Präsentierteller.
Das Abendessen entschädigt dann. Astrid macht uns einen schönen Salat und mit Schinken umwickeltes Putenfleisch gibt es auch noch.  Es wird noch ein unerwartet schöner Abend.