Archiv der Kategorie: Tour durch Ostdeutschland 2015

Es geht los – Unsere Tour durch Ostdeutschland startet morgen

Hallo Verwandte, Bekannte und Freunde und sonstige Interessenten,

morgen starten wir unsere Tour durch Ostdeutschland mit unseren Schweizer Freundinnen, Barbara und Ruth, die uns 2013 ihre schöne Heimat in einer mehrwöchigen Tour gezeigt hatten.

Unsere Route wird uns ausgehend von einem Besuch auf der Wartburg in Eisenach, durch die Bundesländer Thüringen, Sachsen, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern führen. Auch nach Polen werden wir einen kurzen Abstecher unternehmen.

Ein ziemlich anspruchsvolles Programm haben wir uns für die drei Wochen vorgenommen. Wir hoffen, ihr seid mit Interesse dabei.

Unten könnt ihr unsere „Ostdeutschlandtour 2015“ ansehen und die gesamte Route interaktiv erkunden.

Viel Spaß dabei!

 

Erste Berichte und Internetfrust

Hallo Freunde,

damit niemand denkt wir sind verschollen, hier die Botschaft,  wir leben noch und sind ohne Komplikationen wohlauf.

Nur vermelden kann ich nichts. Der Grund ist simpel. Am ersten Abend hatte ich noch keine Lust und die letzten beiden Tage am Hohenwartestausee gab es kein Netz.  Und heute in Oberrabenstein ist das Internet quälend langsam.  Kaum vorstellbar, aber es ist leider so. Ich hoffe,  ich kann morgen etwas liefern. 😡

Endlich wieder online

Hallo Freunde,

damit niemand denkt wir seien verschollen, hier zunächst erste Berichte ohne Bilder. Der Grund ist simpel. Am ersten Abend war ich noch zu faul und die beiden folgenden Tage am Hohenwartestausee gab es kein Netz und hier, auf dem Campingplatz Oberrabenstein, ist es quälend langsam. Schwer vorstellbar in Deutschland, aber es ist leider so.

Aber wir leben und sind ohne Komplikationen wohlauf.

Zwischenzeitlich sind wir in Pirna, meiner alten Heimatstadt, angekommen und hier, lieber Michael, im ehemaligen Tal der Ahnungslosen haben wir wieder ausreichend Netzabdeckung.

Den Bericht für heute liefere ich nach und die Bilder werde ich zumindest teilweise noch hochladen. Aber erst wird Tatort geschaut.

10.06.2015

Der erste Tag unserer Tour verläuft wenig spektakulär. Wir sind gut vorbereitet und starten gegen 7.30 Uhr.

Wir nehmen die Strecke über Golzow und Brück und dann die A9 Richtung München. Unterwegs ein kleines Frühstück, dann am Hermsdorfer Kreuz Richtung Erfurt und 11.30 Uhr stehen wir an der Wartburg. Nur wenige Minuten später treffen auch die Mädels ein, die wir herzlich begrüßen.

Ein kurzer Anstieg und schon sind wir im Burggelände angekommen, wo die Mädels und ich den kleinen Besichtigungsrundgang in Angriff nehmen, während Astrid auf Kira, den Hund der Mädels, aufpasst.

Standortgemäß essen wir eine Thüringer Bratwurst, bevor wir uns die rund 60 km bis Erfurt über Gotha vornehmen. Wir steuern den P+R -Parkplatz an der Messe an. Hier sind wenige Plätze für Wohnmobile reserviert, die aber eng von PKW zugeparkt sind. Wir finden aber Platz und nehmen die Straßenbahn, die uns hier unmittelbar von der Endhaltestelle in das Zentrum bringt. Wir haben die Absicht, hier noch eine Stadtführung zu buchen. Leider teilt man uns in der Touristinfo mit, dass heute keine Führung mehr angeboten wird und wir nehmen die Sache selbst in die Hand. Ein historischer Führer, den ich noch erwerbe, hilft uns dabei.

Etwas pflastermüde suchen und finden wir ein schönes Restaurant, essen gut, nehmen noch einen Drink beim Italiener und steuern kurz vor Mitternacht mit der Linie 2 unseren Übernachtungsplatz an.

11.06.2015

Wie verabredet sind wir um 10 Uhr startbereit und nehmen die Strecke nach Buchenwald in Angriff. Vor die Wahl gesetzt, entweder im Kloßmuseum mehr über die Thüringer Klöse zu erfahren, oder der Gedenkstätte Buchenwald einen Besuch abzustatten,  hatten wir uns gemeinsam für letzteres entschieden.

Wir sind rechtzeitig da, um an der Führung um 11.30 Uhr teilzunehmen. Die Gruppe ist überschaubar und der Führer sehr sachkundig. Von Hause aus Historiker erläutert er die Geschichte  des Konzentrationslagers anschaulich und ideologiefrei. Ein beklemmendes Gefühl stellt sich ein neben der Erkenntnis, wozu Menschen fähig sind. Leider hat sich dies bis heute nicht geändert, wie an den zahlreichen Konflikten in der Welt ablesbar ist. Die 90- minütige Führung vergeht wie im Fluge.

Wir verlassen das Lager und legen am Mahnmal mit dem Glockenturm und dem allseits aus DDR-Zeit bekannten Monument an der Blutstraße noch einen Zwischenstopp ein.

Unser nächstes Ziel ist Weimar,  die Klassikerstadt. Ein Kontrastprogramm.

Auch hier haben wir wieder Pech. Die letzte Stadtführung hat bereits um 14 Uhr begonnen. Also heißt es, wiederum allein, ausgestattet mit einem Faltblatt der Touristinfo,  die wesentlichen Sehenswürdigkeiten anzulaufen.

Grab Lucas Cranach d.Ä.
Grab Lucas Cranach d.Ä.
Grab von Goethes Frau
Grab von Goethes Frau

Nach dieser Tour und leicht erschöpft, kaufen wir im Weimar-Atrium noch etwas ein, bevor wir uns auf die rund einstündige Tour durch Pößneck zum Hohenwartestausee aufmachen. Der Campingplatz Neumannshof ist unser Ziel.  Wir kommen durch viele schöne uns unbekannte Orte; auch Kahla ist dabei, aber der Werksverkauf  für Porzellan hat schon geschlossen. Über schmale Straßen erreichen wir den idyllisch und ruhig gelegenen Campingplatz. Den ursprünglichen Plan, den Grill anzuwerfen geben wir auf und gehen stattdessen in das Restaurant am Platz.  Für den einsetzenden Nieselregen werden wir mit einem, zeitweise auch zwei, herrlichen Regenbogen entschädigt.Campingplatz Neumannshof

Restaurant am PlatzRegenbogen

12.06.2015

In der Nacht hat es immer wieder geregnet aber am Morgen ist herrlicher Sonnenschein und es verspricht ein schöner und sonniger Tag zu werden. Nach dem Frühstück unternehmen wir beide eine Wanderung zur Linkenmühle auf schönem Waldweg und Blick durch die Bäume auf den Stausee.

Keine Angst - Sie hat überlebt!
Keine Angst – Sie hat überlebt!

Weil es für ein Mittagessen noch etwas früh ist als wir an der Mühle ankommen, setzen wir nach einem Getränk unsere Wanderung bis zum Campingplatz Linkenmühle fort.

Auf dem Rückweg wird dann aber gegessen, während sich eine Busbesatzung auf ihren Trip mit einem Wikingerboot vorbereitet, was man hier mieten kann. Auch die Miete von Elektro- und Ruderbooten ist hier möglich.

Gasthaus Linkenmühle
Gasthaus Linkenmühle

Zurück am Platz, ist ein Mittagsschläfchen fällig bevor wir alle gemeinsam einen Spaziergang in die entgegengesetzte Richtung am See entlang unternehmen bis zu einem schönen Aussichtspunkt.

Am Abend wird dann der Grill angeworfen.

13.06.2015

Der Tag beginnt mit einem Geburtstagsständchen für Ruth, die heute ihren 66. Geburtstag feiert.

Wir starten dann über schöne Landstraßen und unser erster Halt ist die Drachenhöhle in Syrau.

Als Schulkind war ich schon einmal hier. Sie ist nicht spektakulär aber die Führung nett begleitet durch ein hübsches Mädchen. Und eine Lasershow darf auch nicht fehlen.

Der Weg führt uns dann weiter zu einem imposanten Bauwerk, der Göltzschtalbrücke in der Nähe von Plauen im Vogtland.

Durch Zwickau und Reichenbach gelangen wir schließlich nach Oberrabenstein, heute bereits ein Ortsteil von Chemnitz. Leider lässt uns das Wetter im Stich und wir können nicht mehr zur Burg wandern.

Vielleicht wird morgen früh noch etwas daraus.

 

Burg Rabenstein (Sachsen), Augustusburg, Frauenstein, Liebstadt und Pirna

14.06.

Gestern Abend hat uns Ruth noch zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen in eine nahe am Platz gelegene Gartenkneipe. Sehr einfach, aber schmackhafte Speisen. Wir  haben gut gegessen, getrunken und viel Spaß gehabt.

Heute nun holen wir den Besuch von Sachsens kleinster Burg, der Burg Rabenstein, nach. Das Wetter stimmt auch. Erstmals erwähnt wurde diese Burg 1336, damals war sie entscheidend größer als die heutige Anlage. Sie diente auch als Kloster bis sie später dem Verfall preisgegeben war. Erst mit dem Kauf durch ein Mitglied der verzweigten sächsischen Adelsfamilie Carlowitz, dem kurfürstlichen Oberforstmeister im Jahr 1619 wurde der Verfall gestoppt und die Burg restauriert. Dieser Carlowitz, der auch Minister und Bundestagsgesandter war, gilt als der Vater des Begriffes der Nachhaltigkeit, allerdings konzentriert auf die Forstwirtschaft. Heute wird der Begriff leider sehr inflationär verwendet.

Die Burg ist zu besichtigen und beherbergt heute auch eine Ausstellung zu Carlowitz und der Nachhaltigkeit.

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Neben der Burg befindet sich noch das Schloss Rabenstein; heute ein Hotel.Schloss Rabenstein

Weiter geht unsere Fahrt dann zu Schloss Augustusburg. Eine unvergleichlich größere und üppigere Anlage. Kurfürst August von Sachsen hat sich hier ein Jagdschloss errichtet, welches heute mehrere Museen beinhaltet. Eines davon, das Kerkermuseum haben wir uns angeschaut. Zweimal täglich finden hier auch Vorführungen der Falkner statt. Leider kamen wir wieder einmal zum unpassenden Moment. Schloss Augustusburg ist auch eine bekannte Adresse für Bikertreffen.

 

Über mehrere Umleitungen wegen Straßenbaumaßnahmen gelangen wir dann in die Silbermann-Stadt Frauenstein. Ihm ist hier auch ein Museum gewidmet. Burgruine, Schloss und Kirche zeugen von einer langen Tradition und Stadtgeschichte. Wir lassen uns zu einem Kaffee nieder.

 

Die nächste Station ist Liebstadt, meine Geburtsstadt und auch eng mit dem Namen Carlowitz verbunden.

mein Geburtshaus - das Rathaus
mein Geburtshaus – das Rathaus

Untrennbar gehört Schloss Kuckuckstein zu Liebstadt, dass seit 1774 in den Besitz der Familie Carlowitz überging und bis 1931 verblieb. In diesem Schloss wurden zu Zeiten der DDR Sendungen des „Zauber-Peter“ produziert und auch ich durfte mich mehrfach in dem Schloss aufhalten, als Feriengast bei Verwandten, die nach dem Krieg in das Schloss gezogen waren. Neben mir, war auch Napoleon mal hier. Das muss doch was bedeuten.LiebstadtLiebstadtLiebstadt

Während das Schloss später als Museum zugänglich war, hat die Stadt als letzter Eigentümer dieses Kleinod leider 2007 verkauft. Heute ist es nur noch selten im Rahmen von Gruppenführungen zu besichtigen.

 

Von Liebstadt geht es dann nach Pirna, meiner späteren Heimatstadt, und wir machen auf dem neuen Stellplatz auf dem Sonnenstein Halt für zwei Nächte.

 

Ausflug ins Elbtal

15.06.

Heute steht eine Radtour an. Wir wollen bis Königstein auf dem Elberadweg fahren. Doch dazu müssen wir zunächst bis in die Altstadt hinunter zur Elbe. Ziemlich steil geht es den Hausberg hinab. Wir sind uns sicher, dass wir diesen am Abend unsere Räder hinaufschieben werden. Die Mädels sind besser dran, sie haben E-Bikes. Und am Abend steht dann auch fest, dies wird die nächste Anschaffung für unsere Freizeitaktivitäten werden.

Es ist zwar kühl, aber ein gutes Radfahrwetter. Nach mehreren Stopps mit Ausblicken nach Stadt Wehlen und Rathen kommen wir gut gelaunt in Königstein an, nachdem wir uns entschieden haben in den Ort und nicht direkt mit den Rädern zur Festung hinauf zu fahren. Wir nehmen hier einen offenen Touristenbus der uns bis zum Parkhaus unterhalb der Festung bringt und von hier ein Bähnle bis zum Eingang und Aufzug zur Festung.Zwischenstopp

Oben angekommen machen wir einen Rundgang genießen die fantastische Aussicht auf die Elbe und die Berge, schauen uns einiges an und nehmen den Rückweg nach Königstein auf die gleiche Weise. Zurück nach Pirna wollen wir aber mit dem Dampfschiff. Beim Ticketkauf müssen wir zunächst auf den Rückruf des Dampfschiffes warten, welches dann der Ticketverkäuferin bestätigt, dass noch Platz für unsere Fahrräder ist.

Eine gute Stunde benötigt der Dampfer „Meissen“ und wir haben Zeit die uns umgebende Landschaft zu genießen, bevor wir in Pirna anlegen.

Blick auf Pirna

Blick auf Pirna

Blick zum Schloss Sonnenstein
Blick zum Schloss Sonnenstein

Hier schieben wir unsere Fahrräder durch die Altstadt Richtung Markt und nahe der Kirche St. Marien, meine Taufkirche, beenden wir den Abend beim von uns in der Vergangenheit schon häufig besuchten Spanier.Restaurant Malaga Die Rückkehr zum Platz wird dann noch mal beschwerlich

Pirna, Schmilka und zurück

16.06.

Heute trennen wir uns; aber nur vorübergehend. Die Bordbatterien der Mädel’s schwächeln und deshalb wollen sie nach Dresden zu Wohnmobil-Schaffer fahren, der auch uns schon einmal mit einer neuen Bordbatterie geholfen hat.

Wir hingegen folgen dem Flyer, den wir gestern gesehen hatten und fahren nach Schmilka. Da soll es eine historische Holzbäckerei geben in einer ebenso historischen Mühle, die man besichtigen kann.

Wir nehmen den Weg über Struppen und besuchen zunächst eine Antikscheune, gefüllt mit wenigen echten Antiquitäten und mehr Krempel. Ein Grammophon hat es mir angetan, weil auch wir zuhause noch einige Schelllackplatten rumliegen haben. Leider ist es nicht funktionstüchtig.

Über Königstein und Bad Schandau gelangen wir nach Schmilka kurz vor der tschechischen Grenze.

Auf Nachfrage finden wir die beschauliche Anlage mit Mühle, Bäckerei und Braumanufaktur in idyllischer Umgebung. Sieht alles sehr alt aus, wurde aber neu aufgebaut, nachdem ein Sturzbach fast alles zerstört hatte. Die kleine Mühle die in einem dreimaligen Mahlvorgang einen Sack Getreide pro Woche verarbeitet wird von einem Wasserrad angetrieben und rumpelt schon ein wenig, weil das Rad eine Unwucht hat. An der Führung nehmen wir mit einem weiteren Pärchen teil und besichtigen neben der Mühle auch die Holzofenbäckerei.

In der Braumanufaktur daneben werden zwei Sorten Bier gebraut und per Hand abgefüllt.

 In Bad Schandau machen wir dann noch einmal Halt und nehmen den Aufzug am Berghang, auf dessen Plateau sich früher ein Bärengehege befand. Das Gehege existiert noch, aber seit 1984 gibt es keine Bären mehr. Heute bevölkern Luchse das Gehege. Einen entdecken wir beim Mittagschlaf.

 

LuchsAuf dem Rückweg steuern wir noch das DDR-Museum an was wir morgen besuchen wollen und informieren uns über die Öffnungszeiten, bevor wir wieder auf den Stellplatz auf dem Sonnenstein fahren. Spät trudeln die Mädels ein, mit neuen Batterien.

Am Abend begeben wir uns wieder in die Altstadt und kehren im „Refugium“ in der Nähe des Marktes ein. Ein uriges Restaurant in Sandsteingewölben, das seit acht Jahren existiert und bereits mehrfach ausgezeichnet ist. Auf dem Rückweg genießen wir noch einmal die Aussicht auf das nächtliche Pirna, was achtzehn Jahre meine Heimatstadt war. Durch Hochwasser in der Vergangenheit, zuletzt 2013, schwer gezeichnet, erblüht es wieder in altem mittelalterlichen Glanz. 

nächtliches Pirna

DDR-Museum Pirna und Bautzen

17.06.

Der unfreiwillige Werkstattbesuch der Mädels gestern fordert eine Modifizierung der weiteren Tour. Ein weiterer Grund ist eine traurige Nachricht an Barbara. Eine ihrer engsten Freundinnen ist verstorben. Deshalb wird sie uns, zur Teilnahme an der Beisetzung am Freitag kommender Woche, kurzzeitig von Donnerstag bis Samstag verlassen um mit dem Flugzeug nach Hause und wieder zurück zu fliegen.

Heute holen wir den für gestern vorgesehenen Besuch des DDR-Museums nach, was wir schon einmal besucht hatten. Drei Stunden halten wir uns auf und es wird weder uns noch den Mädels langweilig. Vieles kennen sie auch in ähnlicher Weise aus ihrer Kinder- und Jugendzeit in der Schweiz. Nur ist die Entwicklung und der Fortschritt dort schneller gegangen als damals bei uns.k-20150617_120518k-20150617_124426

Nach diesem Besuch ist klar, dass wir das ursprüngliche Programm für heute nicht mehr realisieren können. Deshalb entschließen wir uns, nur noch bis Bautzen zu fahren.

Vorher schwenken wir noch einmal von der Strecke ab und besuchen die Grabstätte meiner Eltern auf dem Friedhof in Pirna. Eigentlich wollte ich schon am 15., dem ersten Todestag meiner Mutter dorthin, aber ich war dann wieder davon abgekommen. In der gegenüber gelegenen Gärtnerei erwerben wir noch ein Rosentöpfchen, leihen uns eine kleine Gartenschaufel aus und pflanzen die Rose auf das Grab.k-20150617_142423k-20150617_142444

 

Den zentrumsnahen Stellplatz für Wohnmobile auf dem Touristenparkplatz finden wir schnell und begeben uns dann gemeinsam in das Zentrum zur Touristeninfo. Die letzte Stadtführung für heute ist selbstverständlich wieder einmal vorbei. Aber ich erwerbe einen sehr aussagekräftigen Stadtplan mit einer Innenstadtroute an der wir uns orientieren.

Das tausendjährige Bautzen ist unbedingt eine Reise wert. Viele schön restaurierte Häuser und zahlreiche touristische historische Ziele.

Ein Senfladen mit Senfmuseum darf in Bautzen natürlich auch nicht fehlen.k-20150617_174113

Neben dem Theater ist eine Freilichtbühne mit entsprechenden Zuschauerrängen aufgebaut und es herrscht Trubel. Es startet gerade die Probe für den Bautzener Theatersommer. My Fair Lady steht auf dem Programm. Wir schauen uns eine Weile das Treiben an, bevor wir unsere Runde fortsetzen.

Das Abendessen findet selbstverständlich in der „Bautzener Senfstube“, dem 1. Bautzener Senfrestaurant statt.k-20150617_174948

Bad Muskau

18.06.

Heute steht Bad Muskau als Ziel auf dem Plan. Nur etwa eine Stunde Fahrtzeit lässt uns ausreichend Gelegenheit um den Fürst Pückler-Park zu besuchen, immerhin UNESCO-Weltkulturerbe. Der Stellplatz ist ruhig gelegen.k-20150619_095318

Strom und Ver- und Entsorgung sind vorhanden. Der Platzwart stellt sich auch gleich ein und gibt die entsprechenden Anweisungen. Auch einen kopierten Übersichtsplan hat er zur Hand und wir wollen dann auch mit den Rädern los. Ruth hatte heute Morgen einen Platten bei ihrem Rad festgestellt und auch das Nachziehen des Ventils und aufpumpen des Rades haben nicht geholfen. Auch hier weiß der Platzwart Rat und die Mädels fahren zunächst zu einem Fahrradhändler. Mit einem Leihrad kommen sie zurück und wir können unsere Tour durch den Pückler-Park, der sich auf deutscher und polnischer Seite erstreckt, in Angriff nehmen.

Über eine neue Brücke überqueren wir die Neisse und sind auch schon in Polen.k-20150618_130419 Hier sei ein Polenmarkt zu finden. Zunächst kommen wir allerdings durch verwahrlostes Gelände und langen dann bei Händlern an, die vorwiegend Zigaretten für deutsche Touristen handeln. Für uns nicht interessant, deshalb setzen wir unseren Weg fort bis zum Parkeingang auf polnischer Seite.

Hier gibt es sogar freies WLAN-Netz. Der Park ist grenzüberschreitend auf mehreren unterschiedlich langen Routen mit dem Fahrrad gut zu befahren. Auch Pferdekutschen sind unterwegs. Durch ausgedehnte Wälder und Wiesen gelangen wir zum Neuen Schloss, das neben einem Cafè auch Ausstellungen beherbergt. Mein Eiskaffee hebt sich durch völlige Abwesenheit von Zucker besonders hervor. Sehr fade. Das kann aber unseren positiven Gesamteindruck vom Park nicht schmälern.

Nach einem weiteren Halt am Alten Schloss überqueren wir an der nördlichen Grenze von Bad Muskau wieder die Neisse und gelangen durch den Ort wieder zu unserem Stellplatz. Zuvor muss in der Stadt des Pückler-Parks auch Pückler-Eis im „Kaffee König“ gegessen werden.k-DSC_0093

Lange halten wir uns nicht draußen auf. Es ist kühl; die Schafskälte lässt grüßen.

Besucherbergwerk F60 und Rätsel

19.06.

Gewitter am Abend und heftiger Regen in der Nacht. Auch der Strom fiel am Abend aus und der Platzwart hat auch erst um 6.30 Uhr wieder für Energie gesorgt. Trotzdem ist unser Gasvorrat in der beim Tourstart schon fast geleerten Flasche noch nicht aufgebraucht. Zum Glück haben wir einen Kühlschrank der automatisch auf das vorhandene Medium umstellt. Zunächst hat das Stromnetz einer externen Stromversorgung Vorrang, dann Gasbetrieb, und wenn dies nicht mehr zur Verfügung steht, dann kommt die Bordbatterie dran. Also können wir immer sehr entspannt sein.

Nach ausgiebigem Frühstück starten wir wieder um 10 Uhr, eine Zeit an die wir uns gemeinsam nun gewöhnt haben. Unser Plan für heute sieht einen Abstecher in die Lausitzer Seenlandschaft, dann den Besuch der Abraumförderbrücke F60 und des Slawenburg in Raddusch vor, bevor wir dann den Campingplatz in Lübbenau, den ich bereits vorreserviert habe, ansteuern.

Die Seenlandschaft durchqueren wir bei regnerischem Wetter und steuern dann direkt die F60, die größte bewegliche Arbeitsmaschine der Welt an. Ein imposantes Bauwerk diese Abraumförderbrücke, die auch als „liegender Eiffelturm“ bezeichnet wird. 502m lang, 202m breit, 80m hoch und 11.000 Tonnen schwer.

Die Führung, zu deren Teilnahme sich Ruth und ich entschließen dauert 90 min. Und bisher sind wir aktuell die einzigen Interessenten. Deshalb vergeht auch noch etwas mehr als eine halbe Stunde, bevor wir starten. Ein weiterer Teilnehmer hat sich bis dahin zu uns gesellt. Ungefähr 450 Stufen sind zu bewältigen und die volle Länge hin und zurück. Es ist eine interessante Führung mit vielen technischen Details, Daten zur Geschichte und Prognosen zur weiteren Entwicklung der Umgebung.

Die F60, die ihren Namen von der Tatsache ableitet, dass die beiden rechts und links der Förderbrücke befindlichen Abraumbagger je 30m lang sind, war nur etwa 13 Monate im Betrieb, bevor sie stillgelegt und Anfang der 90-iger Jahre gesprengt werden sollte. Einem Förderverein ist es zu verdanken, das sie als technisches Denkmal erhalten blieb.

Die Slawenburg Raddusch schenken wir uns für heute und werden sie bei unserem Abschied aus dem Spreewald besuchen. Es ist spät geworden, das Wetter nicht so überzeugend und auch vom Campingplatz bin ich während der Führung schon angerufen und gefragt worden, ob wir noch kommen. Bei Ankunft wissen wir warum und warum es sinnvoll war bereits zu reservieren. Der Platz ist ausgebucht. Wir werden auf zwei schöne Plätze eingewiesen und auch die Sonne wagt sich noch einmal hervor. Für morgen legen wir uns noch nicht fest, sondern werden über unser Programm wetterabhängig entscheiden.

Und jetzt noch das Rätsel. Wo ist Egon geblieben?k-DSCI2952

Lübbenau/ Spreewald

20.06.

Wie angekündigt hier noch einmal das Bild zur Auflösung des Rätsels.k-DSCI2952-1

Nun zum heutigen Tag.

Die Nacht wurde von mehreren Regenschauern begleitet und wir haben es auch deshalb nicht eilig mit dem Aufstehen. Nach einem kleinen Frühstück entschließen wir beide uns dennoch zu einem Stadtspaziergang.

Wir schlendern bis zum Hafen, kosten ein paar regionale Produkte an den Marktständen und sehen uns ein wenig um.

An einem Baum finden wir einen Hinweis auf eine Kahnfahrt am Abend nach 18 Uhr und erkundigen uns danach. Hört sich interessant an und wir wollen den Mädels deshalb dies für unser gemeinsames Abendprogramm vorschlagen.

Im Zentrum entdecken wir noch eine sehr interessante und aufschlussreiche Ausstellung zum Biosphärenreservat Spreewald, die erst seit Montag geöffnet hat. k-20150620_133902

Der Kirche statten wir auch noch einen Besuch ab und machen uns dann allmählich auf den Rückweg zu unserem Campingplatz.

Nach einem Schläfchen, wegen des regnerischen Wetters, machen wir uns rechtzeitig auf den Weg zu unserer Kahnfahrt.

Etwa eine Stunde gleiten wir durch die ruhigen Gewässer mit fabelhafter Natur. Es ist nicht viel Betrieb, nur vereinzelt ein paar Paddler. Schön, so außerhalb der Ferienzeit hier zu sein.

Wir steuern nach Lehde zur Quappenschänke, wo wir Zeit zum Abendessen haben. Es gibt kaltes Buffet für uns und weitere Kahnbesatzungen, aber es ist alles gut organisiert.k-20150620_190848

In der beginnenden Dämmerung (zum Glück ohne Mücken) machen wir uns wieder per Kahn auf den Rückweg und landen nach geruhsamer Fahrt wieder im Großen Fährhafen Lübbenau.