die Stiefelspitze quer

22.09.

Am Morgen immer noch bzw. schon wieder heiß. Ich dachte gestern war der heißeste Tag unserer Tour, aber es gibt immer eine Steigerung. Heute sollten wir unterwegs 33° erreichen und in Tropea am Nachmittag zeigt uns die Anzeige an der örtlichen Apotheke sogar 37°. Allerdings muss man das nicht glauben wenn man nicht will, denn ein Foto davon habe ich erst später gemacht, da lautete die Anzeige „nur“ noch 36°.k-S2080021

Aber der Reihe nach. Der Platz heute ist ruhig und direkt am Meer gelegen, kommt aber an den vorigen nicht ran. Im Zweifel wäre ich dort auch noch einen Tag länger geblieben.

Wir frühstücken in aller Ruhe und wissen noch nicht so recht wie weiter, denn wir warten auf eine Information von Mandy bzw. Domenico, der in Vibo Valentia bei einem Service-Partner von Dometic anrufen wollte um zu fragen ob unsere Ersatzteile bereits angekommen sind. Wenig später kommt über WhatsApp die Nachricht: noch nichts da. Was jetzt? Und vor allem wohin jetzt?

Nach einigem Überlegen entscheiden wir uns doch zur Weiterfahrt an die andere Seite der Stiefelspitze zum Tyrrhenischen Meer um bereits näher an Vibo Valentia zu kommen und nicht soviel Zeit zu verlieren. Wir treffen eine Vorauswahl des nächsten Campingplatzes und geben unserem Navi einen unterhalb von Tropea ein. Damit dieses uns nicht wieder über langweilige Schnellstraßen schickt, fügen wir Girifalco und Pizzo als Zwischenziele hinzu, was sich auszahlt. Denn wir kommen durch herrliche Landschaft im Hinterland mit vielen Hügeln, Tälern und weitläufigen Olivenhainen, in denen bereits die Ernte vorbereitet bzw. bereits im Gange ist.

In Girifalco legen wir einen Zwischenstopp für ein Pannini ein und fahren weiter vorbei an Maida Richtung Küste nach Pizzo. Hier wollen wir uns die Chiesa di Piedigrotto, eine Kirche in einer Grotte, ansehen und ein „Tartufo di Nero“, eine hießige Spezialität zu uns nehmen. Dabei handelt es sich um ein Eis, welches den Trüffelpralinen nachempfunden ist, mit einer flüssigen Schokoladenfüllung im Inneren einer Vanilleeiskugel, außen Schokoladeneis und dann bestäubt mit Kakao.

Nichts von beiden wird hier in Pizzo Realität. Die Kirche öffnet erst wieder 15 Uhr und auch die Eisläden sind geschlossen. Mittagspause. Der Weg nach Pizzo gestaltete sich wieder schwierig. Schuld ist erneut unser Navi.

Bereits gestern hatten wir bei der Stellplatzsuche Probleme damit. Viel zu spät bemerkten wir, dass es uns zunächst 7 km vorbei an unserem Ziel schickte, dann sollten wir wenden und auf der gleichen Straße zurück um dann den Stellplatz doch nicht zu finden, wie Astrid berichtet hat. Und bei der Suche nach dem nächsten Stellplatz nicht anders. Anstatt auf gleicher Straße zurück, ein Umweg über die Berge, zwar mit schöner Aussicht auf die nächtliche Stadt aber völlig umsonst, wir landen wieder fast da, wo wir in die Berge abgezweigt waren.

Und heute. Ähnliches Spiel. Erst in Pizzo und dann in verschärfter Form in Tropea. In die Altstadt haben wir vergleichsweise leicht gefunden. Wir haben das Navi ignoriert. Dann haben wir in der sehenswerten Altstadt die sich an einer Steilwand entlang zieht, hier haben wir dann auch „Tartufo di Nero“ gegessen, ein Angebot zu einer Schiffsfahrt zum immer noch aktiven Vulkan Stromboli gesehen und uns entschieden hier zu bleiben. Heute ist es allerdings zu spät dafür und die nächste Fahrt geht am Mittwoch. Mal sehen wie sich alles weiter entwickelt.

Wahrzeichen von Tropea ist übrigens die gegenüber der Altstadt auf einem Felsen trohnende Kirche Santa Maria dell’Isola.k-S2080025

Zurück zum Navi. Wir schauen im Internet nach und finden hier mehrere Campingplätze, die weder im ADAC-Campingführer noch in diversen Womo-Datenbanken verzeichnet sind. Der nächstgelegene ist nur 60 m entfernt. Für uns werden es mehrere Kilometer. Weil wir einfach keinen Zugang finden. Einmal sind die Straßen für Wohnmobile gesperrt, andermal sind die Durchfahrten unter der Eisenbahn für uns einfach zu niedrig. Also müssen wir ausholen bis mehrere Kilometer vor dem Ort und dort bereits den Zugang zum Meer suchen. Ebenfalls Fehlanzeige. Zurück in die Altstadt und dann auf schmaler Straße mit Spitzkehren die ich nur durch Zurücksetzen des Womo’s meistern kann, und damit eine lange Schlange hinter mir provoziere, nach unten. Direkt vor der Kirche auf dem Felsen angelangt finden wir dann zum Platz. Nicht ideal, aber zum Strand und zur Stadt gut gelegen. Nur zu viele Deutsche hier. Die Wärme hält sich immer noch und wir bleiben bei Rotkäppchen-Sekt lange vor dem Womo sitzen.

3 Gedanken zu „die Stiefelspitze quer“

  1. Kurzer Kommentar zum Titelbild dieses Abschnitts:
    Domenico hat seine Kindheit in Kalabrien verbracht und isst gerne scharf. …noch Fragen???

  2. Hallo ihr beiden,

    es sind Bilder zum dahin schmachten und neidisch werden. Bis auf das eine, erinnert mich an die Robbenbänke in der Nordsee.
    Zum Rätsel, das war doch mehr was für erfahrenden Italienreisende, nichts für die Bayernfreunde.
    Lasst euch nur richtig Zeit für eure Reise, hier wird es voll herbstlich, nass und kalte Nächte.

    Eure Heider’s

    Ach ja, der Button „nächster Beitrag“ bezieht sich auf eine alte Reise. Soll das so sein ?

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