durch die Calanche nach Calvi

17.05.2017

Wir verlassen den schönen Platz mit Pool und steuern auf die Brücke und Kreuzung vor Porto zu, wo sich die Straße in drei Richtungen teilt. Porto Marina geradeaus (hatten wir gestern), rechts nach Norden Richtung Calvi (kommt nachher) und links vor der Brücke in die Calanche, eine Schluchtstrecke, die Astrid schon den Nachtschlaf gekostet hatte.

Gleich geht es bergauf, was die Möglichkeit bietet, nochmals einen Blick zurück auf Porto zu werfen. Danach können wir am Straßenrand korsische Kieselbrunnenbaukunst bewundern.

Es dauert auch nicht lange und die Strecke bestätigt alle Erwartungen. Am „Hundekopf“ geht es los mit den verwitterten roten Felsen, deren Formationen die Fantasie anregen.

der Hundekopf

Überall stehen sie herum in den unterschiedlichsten Stadien der Erosion, die durch Wind, Regen und Temperaturschwankungen hervorgerufen wird. Da es sich um Granit handelt, haben sich wohl die Straßenbauer auch darauf beschränkt nur soviel Platz zu schaffen, dass ein Auto gut durchkommt. Bei Gegenverkehr, denn wir häufiger haben, wird es schwierig. Dazu dann noch die überhängenden Felswände die es unmöglich machen die volle Straßenbreite auch wirklich zu nutzen. Aber in der Ruhe liegt die Kraft, wir kommen gut durch und haben auch noch Zeit unsere Umgebung zu bestaunen.

Wir müssen bis Piana, den nächsten Ort, weiterfahren, da es vorher keine Wendemöglichkeit gibt. Aber davor und auf der Rückfahrt gelingen uns noch schöne Bilder vom „Herz der Liebenden“.

das „Herz der Liebenden“

Gut das wir die Strecke überstanden haben, an den Stellen die ein bisschen breiter waren konnten wir problemlos den LKW ’s ausweichen ( immerhin hatte ich den Abgrund auf meiner Seite!!) Nur Wanderungen konnten wir dort nicht unternehmen, da es keine passende Stelle zum Parken für uns gab.

Wieder streifen wir Porto, aber folgen nun der D81 nach Norden über den Col de Croix aber immer in Küstennähe und mit schönen Ausblicken. Als wir uns dem Flusstal des Fango nähern, biegen wir zunächst nach rechts Richtung Manso ab und zu einer gut restaurierten Genueserbrücke.

Wieder zurück folgen wir dem Fango bis zu seiner Mündung bei Galeria. Ein terassenförmig angelegter Parkplatz lädt zur Pause und vielleicht auch zur Übernachtung ein. Unweit davon befindet sich auf einem kleinen Hügel die Ruine eines Torre.

Nicht nur der Bauarbeiter auf der untersten Terrasse stört etwas unsere Ruhe, auch der Preis von 20€ für die Übernachtung auf dem Platz stört mich, weil dafür eigentlich, außer dem Ausblick auf’s Meer, nichts geboten wird. Für zwei Euro mehr haben wir schließlich auf dem letzten Campingplatz sogar einen beheizten Pool gehabt.

Also weiter an der Küstenstraße. Wieder eine sehr enge Serpentinenstraße !! Ich hatte bereits im Womo-Führer gelesen, dass der nächstgelegene Platz erst im Juni öffnet. Deshalb schaue ich beim ADAC nach und finde einen auf der Strecke der bereits am 1.April geöffnet hat. Leider werden wir enttäuscht. Der Platz bei Argentella ist zu und wir stellen zudem fest, dass es sich bei diesem Platz um eben jenen handelt, der im Womo-Führer als erst im Juni geöffnet gekennzeichnet war. Ja so ist das eben.

Wir hoffen nun in Calvi fündig zu werden, wollen aber unbedingt vorher zur Wallfahrtskapelle Notre Dame de la Serra. Steil geht es hinauf zwischen Felsen hindurch und wir landen in einem lichten Pinienwäldchen unterhalb der über allem trohnenden Kapelle. Wir stellen unser Womo ab, wandern nach oben um dem herrlichen Ausblick über Calvi und den breiten Strand zu genießen und natürlich die Kapelle und die Statue zu begutachten.

Beim runtergehen entscheiden wir dann, dass dieser Platz auch gut zum übernachten wäre. Also bleiben wir und allmählich wird es ruhiger um uns herum. Nur drei junge Mädchen treffe ich bei der Kapelle noch an, als ich in der „Blauen Stunde“ noch einmal nach oben gehe um Bilder von der Sicht auf Calvi zu machen.

Meine App sagt mir, dass ab 0.08 Uhr das Zentrum der Milchstraße als Fotogelegenheit in Erscheinung tritt. Die Nacht ist klar, also warten wir. Ich tue mich schwer ein einigermaßen erträgliches Foto zu schießen. Da merke ich, dass ich mit den Feinheiten und Details der Einstellung an meiner neuen Kamera doch noch nicht ausreichend vertraut bin. Und eine Fernbedienung fehlt. Denn über eine Minute und mehr, den Auslöser ruhig gedrückt zu halten, gelingt nicht. Also gibt es zwar runde helle Punkte, aber kein scharfes Bild. Nachsitzen zu Hause ist deshalb angesagt.