Herrliche Wanderung und trotzdem Enttäuschung

28.09.

Wir haben die Ankündigung umgesetzt. Eine Wanderung in die Leutaschklamm, die auch Leutascher Geisterklamm genannt wird. Drei Wanderwege führen durch das Gelände, das wir vom Stellplatz aus auf ziemlich schmaler Straße erreichen und damit wieder auf österreichischem Staatsgebiet landen. Wir machen die große Runde die am entferntesten Punkt ziemlich beschwerlich ist, weil es sehr steil nach unten geht zum Wasserfallsteig. Unterwegs passieren wir auch die Panoramabrücke. Ich habe mein gesamtes Foto-Equipment dabei, weil ich Wasserfallbilder mit Langzeitbelichtung für eine seidige Wasserstruktur machen will. Auch sonst bieten sich zahlreiche Motive an abgelichtet zu werden. Die Wege sind alle kostenlos begehbar, nur der Wasserfallsteig kostet einen geringen Obulus, obwohl es hier ziemlich kühl, laut und nass ist. Aber so etwas kostet eben. Auch hier überqueren wir mehrfach die deutsch-österreichische Staatsgrenze. 

Für die Gesamtstrecke von etwas mehr als 5 km benötigen wir am Ende etwa 4 Stunden, Unterbrechungen wie Kaffee und Kuchen am Eingang zum Wasserfallsteig mit eingerechnet.

Blick auf Mittenwald und die Berge

Vom Parkplatz aus fahren wir zurück nach Mittenwald, durchqueren den Ort und nehmen die Landstraße Richtung Norden, vorbei an schönen Landschaften und Seen und machen einen letzten Zwischenstopp auf dem Weg nach Hause in Pfaffenhofen an der Ilm.

Es wird schon dunkel als wir ankommen und wir haben keine Lust noch irgendetwas zu unternehmen.

Am nächsten Tag geht es dann auf die Autobahn und am Nachmittag steht unser Womo wieder am vertrauten Platz unter unserem Carport. Unsere Kroatientour ist zu Ende. Das ist die erste Enttäuschung.

Schlimmer ist es heute. Ich will den Bericht zum Abschluss bringen und finde die Bilder von der Wanderung durch die Leutaschklamm nicht wieder. Vermutlich habe ich die Speicherkarte in der Kamera formatiert, bevor ich die Bilder auf den Rechner gezogen habe. Dummheit muss betraft werden. Deshalb finden sich in diesem Artikel auch nur Handyfotos.

Aber zweierlei muss ich noch los werden. Der Tank unseres Womos muss sich geweitet haben. Bevor wir nach Kroatien gekommen sind hatten wir in Slowenien getankt; Italien war zu teuer. Mit dieser Tankfüllung sind wir nach Kroatien, von dort auf die Insel Cres, wieder zurück auf das Festland und durch Slowenien, durch Südtirol (Italien) und bis nach Österreich. Dort haben wir wieder getankt und sind bis nach Hause gekommen. Das hatten wir noch nie geschafft.

Und das Zweite: anders als hier zu Hause sind Biker mit herkömmlichen Fahrrädern in Südtirol und im Süden Deutschlands, aber auch in den Urlaubsgebieten in Kroatien absolute Exoten. Alle fahren E-Bike. Auch Pärchen, älter als wir, sind sogar häufig mit E-Mountainbikes unterwegs, die man eher jüngeren Semestern zuordnen würde.

So, dass soll es nun gewesen sein. Vielleicht folgt im Oktober noch eine Kurztour in den Elsass. Bis dahin, Tschüss und eine gute Zeit.