Istanbul zum Ersten

20.10.
Die Nacht war ok, wir haben beide gut geschlafen, es hat nicht geregnet und ich habe weder geschwitzt, noch gefroren. Der Tag konnte also beginnen. Istanbul, die Stadt zwischen den Kontinenten, die 12,5 Mio. Stadt, von der unser heutiger Führer sagt, sie habe mittlerweile fast 14 Mio. Einwohner. Na gut, kommt nicht so drauf an. Wir werden nicht nachzählen. Zu Fuß gehen wir den Hügel hinauf zur nahe gelegenen „Blauen Moschee“, die nicht wegen der Ansicht von außen, sondern wegen der blauen Kacheln im Inneren diesen Namen trägt. Erbaut von 1609-1616 unter Sultan Ahmed I., dessen Namen auch der Stadtteil trägt, geriet sie damals in die Kritik, weil 6 Minarette als anmaßend gegenüber Mekka empfunden wurden. Leider befindet sich im Inneren gerade ein Gerüst für Restaurierungsarbeiten, was den Gesamteindruck aber nur unwesentlich schmälert. Die riesigen Dimensionen beeindrucken uns.

Vor der „Blauen Moschee “ befindet sich das Hippodrom, ein Stadion, das über Tausend Jahre das Stadtbild prägte. Nur die in der Mittelachse aufgereihten Monumente stehen noch.

Nur 400m weiter erreichen wir die weltberühmte Hagia Sophia. Über 1400 Jahre alt, ist sie ein bedeutendes Denkmal byzantinischer Baukunst. Heute dient es ausschließlich als Museum. In 56m Höhe überspannt die mächtige Kuppel das Hauptschiff. Die Kirche ist mit herrlichen Mosaiken ausgestattet und sollte ein irdischer Spiegel des Himmels sein. Man fühlt sich tatsächlich der Gegenwart ein wenig entrückt.

Nach einer kurzen Mittagspause begeben wir uns auf eine zweistündige Bootsfahrt auf dem Bosporus. In stiller Minute kommt uns das alles hier schon ein wenig unwirklich vor. Wir auf dem Bosporus, wer hätte das vor 25 Jahren gedacht, dass wir einmal hier sein würden und dazu noch angereist mit dem eigenen Womo. Wir genießen die Aussichten sowohl auf die europäische, als auch die asiatische Seite auf der Fahrt Richtung Schwarzes Meer. Wer hier Wohnraum erwerben will, muss etwa 18.000 US $/qm hinlegen. Abramowitsch, der russische Chef vom britischen Fußballclub Chelsea, hat hier gerade einen Komplex für 140 Mio. gekauft. Etliche Hotels befinden sich insbesondere am europäischen Ufer, sowie beiderseits alte Paläste und viele, viele schöne Häuser. Geplant ist, den Warenverkehr mit großen Schiffen ganz aus dem Bosporus zu verbannen und dafür einen neuen Kanal zu bauen. Das passt auch zu dem riesigen Investitionsprogramm der Regierung in Höhe von 500 Mrd. US $, für die städtebauliche Erneuerung in der gesamten Türkei.