Kloster Chorin

28.06.

Wir schlafen heute so richtig aus, frühstücken spät und sind dann dennoch pünktlich um 11 Uhr zur Führung am Kloster Chorin. Wir melden uns an und gehen zunächst davon aus, dass die bereits anwesende größere Jugendgruppe ebenfalls an der Führung teilnimmt. Aber nein, nur wir vier starten mit dem kleinen, eher unscheinbaren älteren Herrn, weit jenseits des siebzigsten Lebensjahres und mit leicht brüchiger Stimme, die Führung. Die vermeintliche Unscheinbarkeit schwindet sofort angesichts seines schier unermesslichen Wissens über die Zistersienser, deren Geschichte und Riten, und das ehemalige Kloster, dass zu den bedeutendsten Baudenkmalen der frühen Backsteingotik in Brandenburg gehört. Wegen der faszinierenden Architektur und der Schönheit der wald- und seenreichen Umgebung ist das Bauwerk in der Schorfheide seit Jahrzehnten ein beliebtes Ausflugsziel. 

1273 als Hauskloster der Askanier, der Markgrafen von Brandenburg erbaut, wurde die gotische Formensprache und die filigrane Ornamentierung der großen Dome wie Köln, Paris und Siena erstmals in Brandenburg in den Backstein transformiert. Mit dem Übertritt der Brandenburgischen Fürsten 1542 zum Protestantismus wurde das Kloster aufgelöst, in ein Kammergut und später in ein Domänenamt umfunktioniert. Karl Friedrich Schinkel, der maßgeblich zur Erhaltung des Ensembles beitrug, bezeichnete Bauwerke, wie das Kloster Chorin, als „des Landes schönsten Schmuck“. 

Wir erfahren viel über die bewegte (Architektur-)Geschichte des Baudenkmals und Wissenswertes über das Leben und Arbeiten der Mönche.

Im Chor der Kirche sammeln sich während unseres Rundganges Musiker der Philharmonie Poznan und wir können einen Teil der Probe für das nachmittägliche Konzert miterleben. Wir sind uns schnell einig, dass wir hier noch einmal herkommen werden um ebenfalls einem Konzert zu lauschen. Dazu muss man nicht unbedingt in der bestuhlten und nach Süden offenen Kirche Platz nehmen sondern kann die Musik bei einem Picknick auch auf der Wiese davor genießen, wie es auch heute viele Menschen tun.k-20150628_123430k-20150628_122852

Nach Ende der sehr lehrreichen Führung und einem Imbiss im Klostercafè, spazieren wir zurück zum Womo und machen uns auf den Weg über Angermünde, Schwedt und Gartz nach Stettin in Polen und steuern dort den Campingplatz Marina an, den Barbara ausgesucht hat. Eine gute Wahl. Der Platz ist sehr gut angelegt und ausgestattet, hat auch WLAN und ein Restaurant, in dem wir gut und preiswert zu Abend essen und den Tag feuchtfröhlich ausklingen lassen. Und dies für nur knapp dreißig Euro für uns beide.k-20150629_110814

Die Benzin- und Dieselpreise allerdings, hatten wir vorher festgestellt, sind mit unseren vergleichbar.