Maputo

24.05.2016 Maputo

Heute wird unsere Geduld auf eine harte Probe gestellt.

Bereits vor sieben Uhr stehe ich auf und bereite das Frühstück vor. Und während wir frühstücken werden wir dann zur Bekanntgabe von neuen Infos gerufen. Der vorgesehene Platz in 30 km Entfernung ist nicht befahrbar. Der Test gestern Abend hat ergeben, dass selbst Allradfahrzeuge Probleme bekommen in dem losen Sand bei der Anfahrt. In drei Kilometer Entfernung sei aber ein anderes großes Hotel mit großem Parkplatz. Renate will 7.30 Uhr starten und wir sollen ab acht in dreiminütigem Abstand folgen und auch auf dem Parkplatz nicht in Reihe parken um nicht den Eindruck zu erwecken, wir gehörten alle zusammen. Denn ob wir da stehen dürfen ist noch nicht geklärt. Acht Uhr ist Renate immer noch da, aber jetzt setzt sich der Tross langsam in Bewegung. Meist wollen Einige immer erster sein, aber heute geht es organisiert zu. Als wir den Parkplatz erreichen ist zwar unser weiterer Verbleib immer noch unklar, aber 9.00 soll der Bus bereit stehen für die Stadtrundfahrt.

Soll, tatsächlich passiert aber nichts und wir stehen in der Sonne, denn auf das Wetter ist Verlass.k-20160524_084603

Als wir uns endlich entscheiden die Wartezeit dadurch zu überbrücken, dass wir noch einen Espresso nehmen, kommt endlich Bewegung in den Ablauf. Einer weiß zu berichten, der Bus sei schon dagewesen, aber von unserem Stadtführer zurück geschickt worden weil er zu dreckig war. Ob es stimmt, wissen wir nicht. Für den Abend sei zwar nun ein gemeinsames Essen bestellt erfahren wir, aber der Standort für die Übernachtung sei immer noch unklar. Der Manager des Hauses befindet sich in einem Meeting.

Bis zur Abfahrt gegen 11.45 ist klar, wir können bleiben. Mit zwei nicht mehr ganz neuen Bussen und unter Leitung von Edgar geht es endlich los, aber wir steuern erst ein Büro an, über das die Versicherung für die kommenden Länder in einem Abwasch geklärt werden soll. Ähnlich unserer grünen Versicherungskarte in Deutschland. Anschließend geht es zum Craftmarket, einem Handwerkermarkt auf dem die üblichen Produkte angeboten werden. Holschnitzereien, Tücher und Decken, Taschen und Bilder. Astrid erwirbt eine schöne Figurengruppe aus Holz, nachdem sie den Preis durch Verhandlung ordentlich gedrückt hat.

Nun warten wir erstmal wieder, denn die Busse sind verschwunden. Als sie wieder auftauchen, geht es zum Fort im Zentrum, wo wir etwas über die Geschichte von Mosambik, dem ehemaligen König und die Eroberung durch die Portugiesen erfahren.

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Nächster Stopp ist der historische Bahnhof von 1910, der immer noch in Betrieb ist und der schon als Filmkulisse für den Leonardo di Caprio-Film „Blutdiamanten“ gedient hat.

Eine richtige Stadtstruktur ist für uns in Maputo nicht erkennbar. 2,5 Mio Einwohner gibt es hier, darunter viele, viele Chinesen wie uns Edgar erzählt. Es gäbe hier mehr Chinesen als Moskitos, von denen wir in der Nacht auch einige zu Besuch hatten.

Wir umrunden auf dem Weg zum „Eisernen Haus“ einen großen Platz mit einer Statue von Samora Machel, dem früheren Präsidenten, dessen Witwe später Nelson Mandela geheiratet hat. k-s2620044k-s2620043

Das „Eiserne Haus“ ist tatsächlich überwiegend aus Eisen und wurde vom Konstrukteur des Eiffelturmes entworfen.k-s2620046

Wir sind wegen der morgendlichen Verzögerung nun fast am verhungern, als wir endlich die Mall anfahren, wo es auch etwas zu essen geben soll. Aber erst wollen wir Geld ziehen und scheitern wieder. Weder meine EC-Karte noch die von Astrid verarbeitet der Automat. Nachdem alle Eingaben erfolgt sind, spuckt er sie wieder aus. Astrid beschwert sich schon bei einem Polizisten der in der Nähe steht, den dies aber überhaupt nicht interessiert. Andere haben mehr Glück. Mit der VISA-Card funktioniert es dann doch. In die Mall wollen wir nicht. Anderen ging es offenbar genauso, denn wir treffen uns dann in einem nahen Restaurant wieder.

Plötzlich Unruhe im Restaurant. Renate hat zwei Vertreter von Vodafone organisiert, damit wir zu neuen SIM-Karten kommen. k-20160524_153611Gute Idee, aber der Ablauf gestaltet sich auch hier chaotisch. Die Pässe werden gebraucht, was niemand wusste, Passkopien die Renate hat, sind nicht alle lesbar. Letztlich werden jeweils mehrere SIM-Karten auf einen Pass ausgestellt. Aber aufgeladen sind sie noch nicht.

Jetzt steht noch der Fischmarkt auf dem Programm. Wir, und mit uns die meisten anderen verzichten, es reicht für heute. Zuviel Zeit des Tages haben wir mit Warten verbracht.

 

3 Gedanken zu „Maputo“

  1. Spannend! Und mit viel Galgenhumor geschrieben Aber anders könnte man über diese Events wohl kaum lächeln…
    Uns gefällt’s – ohne Neid, mit einwenig Melancholie, dass wir nicht dabei sind – aber: weiter so! Wir freuen uns jeden Tag, wo wir euern Bericht lesen dürfen.

  2. ja stimmt.scheint ja schon viel los zu sein.aber ihr meistert das in eurer Art.
    Ihr gebt Gas und wir sind aus der Ferne mit dabei.

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