Mein Fazit unserer Reise (Egon)

Nach relativ planmäßiger Rückkehr (nur der Flieger von Frankfurt nach Berlin hatte ein wenig Verspätung) sind wir nunmehr seit drei Tagen wieder in der Heimat. Der Alltag holt uns schnell ein und die Reiseerlebnisse drohen in den Hintergrund verbannt zu werden. Deshalb ist es nunmehr Zeit für eine persönliche Bilanz dieser 130-tägigen Reise durch 10 Länder des südlichen Afrika.

Es war eine tolle und erlebnisreiche Reise über mehr als 22.000 km. Wir haben das südliche Afrika in seiner Unterschiedlichkeit, Vielfältigkeit und Faszination kennen gelernt. Touristische Hochburgen besonders in Südafrika und Namibia auf der einen Seite, aber andererseits auch ursprüngliches Afrika zum Beispiel in Mosambik, Malawi und Botswana. Dabei waren wir von Mosambik und Malawi, deren Menschen und Natur, besonders angetan.

Besondere Highlights waren auch die großen Nationalparks und deren Tierwelt. Serengeti und Ngorongoro sollen dafür beispielhaft stehen.

Selbstverständlich reichen auch 130 Tage nicht aus, um die „Seele Afrikas“ wirklich zu erfassen. Weder die Vielfalt der Natur, noch die unterschiedlichen Mentalitäten und Lebensweisen der Menschen in den besuchten Ländern.

Stellt sich die Frage, die auch schon im Blog aufgeworfen wurde, kann man, oder können wir, eine solche Reise mit dem Wohnmobil auch anderen empfehlen. Diese Frage bedarf meiner Meinung nach differenzierter Antworten.

Den Besuch der Länder des südlichen Afrika, die auch wir besucht haben, empfehle ich uneingeschränkt jedem, der Interesse für diesen Kontinent empfindet. Allerdings waren unsere Reisezeit zu kurz und die Etappen oft zu lang.  In diesem Zeitrahmen wäre es sinnvoller gewesen, die ferneren Ziele wie zum Beispiel Serengeti, Ngorongoro und Sansibar nicht auf dem Landweg über hunderte von Kilometern, sondern per Flugzeug anzusteuern. Der dadurch erreichte Zeitgewinn hätte viele andere Etappen verkürzen können und mehr Möglichkeiten für die intensivere Erfahrung der Natur und der Begegnung mit den Menschen eröffnet. Ich denke dabei beispielhaft an die Begegnung mit dem jungen Mann in Malawi, der uns zu den Felsmalereien geführt hat und dessen Einladung zum Besuch seines Hauses und seiner Familie wir aus Zeitgründen nicht folgen konnten.

Bleibt die Frage, ob ein Wohnmobil wie das unsere und die ähnlichen der meisten anderen Mitreisenden, die geeigneten Fahrzeuge für diese Reise waren. Ich bin überzeugt, dass eine Mehrheit in konkreter Kenntnis der Streckenverhältnisse, nicht alle konnte man Straßen nennen,  von dieser Reise Abstand genommen hätte.  Hier reicht meines Erachtens der Hinweis des Reiseveranstalters nicht:

„Auch frontgetriebene Wohnmobile können an der Reise teilnehmen. Die Tour stellt keine besondere Herausforderung an Mensch und Fahrzeuge: die Fernstraßen sind nahezu durchgehend geteert und in einem überwiegend guten Zustand. Lediglich in Namibia fahren wir längere Strecken auf Schotter.“ 

Darunter soll man sich etwas vorstellen können.

Unbestritten, die Strecken sind fahrbar und die Basisfahrzeuge werden in der Regel auch mit Gravelroads fertig . Aber all dass, was ein Wohnmobil ausmacht, der Aufbau und dessen Innenleben, leidet enorm unter den Erschütterungen und Vibrationen. Nicht von ungefähr sind die meisten Touristen mit Pickups und Dachzelt oder Anhänger unterwegs, die auch entsprechende Bodenfreiheit aufweisen und geländegängig sind.

Gleichwohl war es eine schöne Reise, mit tollen Erlebnissen, vielen neuen Bekanntschaften, neuen Erkenntnissen über Afrika und die dort lebenden Menschen und die Bekanntschaft mit einem entspannten Lebensrhythmus, von dem ein wenig hoffentlich in unseren Alltag übergehen wird.  Diese Reise wird auf jeden Fall einen festen Platz in unserer Erinnerung haben.