Mit der Bahn nach Corte

14.05.2017

9.52 Uhr soll der Zug gehen und wir stehen entsprechend früh auf. Am Ende müssen wir uns dann doch beeilen um pünktlich zu sein. Vielleicht war auch das der Grund dafür, dass Astrid kurz vor dem Bahnsteig ausrutscht und der Länge nach hinfällt. Ich habe jedenfalls einen gehörigen Schreck bekommen. Das Knie ist leicht lädiert aber die Hose ist ganz geblieben. Dableiben lehnt Astrid ab, so warten wir also auf den Zug, der auch halbwegs pünktlich einläuft. Da ich von der Einfahrt natürlich noch ein Foto machen muss, ist Astrid verantwortlich dafür, dass der Zug auch hält, denn hier ist nur Bedarfshaltestelle. Nach entsprechendem Blickkontakt tut er das auch. Es ist ein richtiger Triebwagen mit modernen Anhängern und keine Touristenbahn, wie wir irrtümlich glaubten. Und bereits gut besetzt ist er auch. Durch traumhafte Landschaft hindurch kommen wir nach mehreren Stopps nach ca. 45 Minuten in Corte an. Hier haben wir heute auch Glück, eine Touristenbahn steht vor dem Bahnhof, hat auch schon Fahrgäste und wir fahren auch mit. 40 Minuten soll die Tour dauern, allerdings verlassen wir die Bahn bereits nach etwa der Hälfte der Strecke für einen Besuch der Zitadelle hoch auf dem Fels. Heute unterziehen wir uns auch einmal einem Museumsbesuch. Ausgerüstet mit Audio-Guide erfahren wir hier einiges über die Geschichte Korsikas, seiner Bewohner und deren Alltag. Auch anhand vieler Exponate aus der Kultur und dem Leben der Korsen. Das Freigelände der Zitadelle erwandern wir uns noch bevor wir dann zu Fuß in die unterhalb der Zitadelle gelegene Altstadt gehen. Es ist im Grunde alles sehr übersichtlich.

Corte ist nicht besonders groß, obwohl es während der nur 15 Jahre andauernden Unabhängigkeit im 18. Jh. unter Pascquale Paoli einmal Hauptstadt war. Ca. 7.500 Einwohner hat die Stadt, dazu kommen noch einmal 4.500 Studenten die hier an der einzigen Universität Korsikas studieren.

Wir gelangen zum Place Gaffori. Hier steht auch eine Bronzestatue des korsischen Freiheitskämpfers vor seinem Wohnhaus, dessen Fassade noch von den Löchern genuesischer Kugeln gezeichnet ist. Weiter durch enge Gassen, vorbei an vielen Restaurants, gelangen wir zum Place Paoli, dem bereits erwähnten „Vater des Vaterlandes“ und Gründer der Universität. Wir schlendern weiter, kehren hier und da mal ein oder gönnen uns ein Eis, aber bis uns der Zug um 17.22 Uhr zurückbringt bleibt immer noch viel Zeit. Ein Abstecher in die Eglise de l’Annonciation, der Verkündigungskirche, und der Kapelle St. Croix dauert auch nicht wirklich lange.

Wir begeben uns abwärts noch auf einen Abschnitt eines ausgeschilderten Rundweges der über schmale Gassen und viele Stufen nach unten führt und auch mal direkt über die Terrasse eines angrenzenden Hauses. Die Hängebrücke über den Zusammenfluss von Restonica und Tavignano verkürzt uns den Weg in die Unterstadt, wo sich auch der Bahnhof befindet. Und immer noch ist soviel von der Zeit bis zur Zugabfahrt übrig. Auch anderen Mitfahrern von heute morgen geht es ähnlich, denn die Bänke der Stadt und später am Bahnhof sind voll von Leuten, die ebenso wie wir noch die restliche Wartezeit überwinden müssen.

Pünktlich bringt uns der vollbesetzte Zug dann doch nach Tattone und unserem Camp.

So das war’s wieder einmal, heute am Muttertag lag „ Muttern am Boden“!!!! Na toll !! Der totalen Länge nach lag ich auf der Erde, bloß gut das es keiner weiter gesehen hatte.Ich dachte schon das war es gewesen mit dem Ausflug, aber tapfer hatte ich den ganzen Tag durch gehalten.Es war schon witzig mit anzusehen, wie man immer wieder die gleichen Leute in dem Städtchen traf die mit uns im Zug saßen.Die werden wie wir sich die Stadt größer vorgestellt haben, so hatten wir zu tun, die Zeit bis zur Abfahrt sinnvoll zu überbrücken.Auf jeden Fall sollte man aber diese schöne Strecke mal mit dem Zug abfahren, denn mit dem Auto kommt man gar nicht so hoch.Ist schon eine tolle Leistung die die Erbauer da vollbracht hatten.

Ein Gedanke zu „Mit der Bahn nach Corte“

  1. Na da hast du ja wieder mal Glück gehabt.Alles was ihr da seht ist schon beeindruckend.

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