Ngorongoro und Serengeti

26. bis 29.06.2016 Ngorongoro und Serengeti

Endlich ist der nachfolgende Bericht fertig. Aber mit den Bildern ist es so eine Sache für sich. Wir haben an beiden Plätzen hunderte von Bildern geschossen, sodass eine Auswahl jetzt schwer fällt. Ich lade daher nur eine kleine unvollständige und unbearbeitete Auswahl in den Text und bitte um Nachsicht. 

Halb sieben ist die Nacht vorbei und um acht ist Abfahrt zum Ngorongoro-Krater. Vier Toyota-Landcruiser stehen mit Fahrern bereit. Mit Ulrike und Wilfried nehmen wir den Fünfsitzer, während die Anderen auf die drei Siebensitzer verteilt werden. Unser Fahrer Melkay ist noch jung und von schmächtiger Gestalt, aber er trägt die organisatorische Verantwortung für die Fahrzeuge und den Papierkram der bei Ein-und Ausfahrt zum Krater und später in die Serengeti zu erledigen ist.k-S2850054k-S2850055k-S2860001

Das Ngorongoro-Schutzgebiet, bzw. die Ngorongoro Conservation Area (NCA), umfasst ein Gebiet von etwas mehr als 8000 qkm und ist UNESCO-Weltnaturerbe.k-S2850046k-S2850043k-S2850045 Die NCA war zunächst Teil des Serengeti-Nationalparks, wurde aber nach Protesten der ansässigen Massai, wegen deren Verlustes von Weideland, abgetrennt. Der Krater selbst ist ein Teil des Gebietes. Den Massai ist es erlaubt, mit Ausnahme des Kraters, in dem Gebiet zu siedeln und auch ihr Vieh bis auf den Boden des Kraters zum Weiden zu führen. Der Krater ist der weltweit größte seiner Art und umfasst eine Fläche von 304 qkm. Der Kraterboden befindet sich auf 1700m Höhe und die Kraterwände steigen weitere 600m hinauf. Ca. 30.000 Tiere sind hier zu Hause. Die größte Wasserstelle im Krater ist der Lake Magadi mit bis zu 3m Tiefe. Das leicht sodahaltige Wasser wird auch von den Flamingos geschätzt die hier zu Tausenden leben. Es gibt im Krater ein paar leichte Erhebungen, aber sonst überwiegen bräunlich-goldene Grassavannen. Die einzige wirkliche Grünfläche ist der Lerai Forest.

Von all dem sehen wir zunächst nichts. Nur sieben Kilometer trennen uns vom Krater den wir über das Lodoare-Gate erreichen. Aber statt den Krater sehen wir dichten Wald und dicken Nebel. Nach dem Gate mit Informationszentrum fahren wir auf dem Kraterrand im Halbkreis um den südlichen Teil des Kraters um dann über eine der drei offiziellen Rampen den Kraterboden zu erreichen. Endlich reißt auch der Himmel auf und wir bekommen die ganze Schönheit der Landschaft und die zahlreichen Tiere zu Gesicht.

So ziemlich alles was Afrikas Tierwelt zu bieten hat, einschließlich der Big Five, ist hier zu finden und wir können uns kaum satt sehen. Unsere Safari im Kraterboden unterbrechen wir nur zu einem Picknick an einer der beiden Picknickplätze und setzen dann die Fahrt im Krater fort.k-S2850197k-S2850203k-S2850193 Ein faszinierendes Schauspiel bietet sich uns und auch die Kraterwände erscheinen später in sattem grün. Die Fotoapparate und die Videokamera stehen nicht mehr still und laufen langsam warm. Hoffentlich reicht die Speicherkapazität.

Sehr spät verlassen wir den Krater, bitten immer wieder unseren Fahrer zum Stopp für die nächste Aufnahme und müssen dann doch hinaus. Der Krater muss bis 18 Uhr verlassen werden. Oberhalb vom Krater übernachten wir im Rhino-Camp und beziehen unser Zimmer, ausgestattet mit Doppel- und einem Einzelbett, Dusche, WC und Holzofen. Später bringt ein Bediensteter noch glühende Kohlen, die er auf den bereits mit Holz gefüllten Ofen gibt. Es wird nachts kalt hier in dieser Höhe. Eine Wärmflasche hängt zusätzlich noch im Bad. Im gemütlichen Restaurant mit großem Kamin in der Mitte essen wir gemeinsam zu Abend und tauschen die Tageserlebnisse aus.

Am nächsten Morgen, wir haben sehr gut geschlafen, geht es nach dem Frühstück Richtung Serengeti-Nationalpark.

Die Serengeti ist ebenfalls Weltnaturerbe und erstreckt sich im engeren Sinne über fast 15.000 qkm und gehört damit zu den größten Parks in ganz Afrika. Insgesamt umfasst sie eine Fläche so groß wie Belgien. Unendliche Grassavannen prägen das Bild der Serengeti, aber auch Bäume, besonders die typischen Schirmakazien, Büsche und Wasserstellen bestimmen den Gesamteindruck. Auch kuriose Steinformationen, Kopjes, tauchen immer mal wieder in der Landschaft auf.

Wir kommen an dem Denkmal für Bernhard und seinen Sohn Michael Grzimek vorbei, die sich sehr um den Erhalt des einzigartigen Naturschutzgebietes verdient gemacht haben. Michael Grzimek verunglückte bei den Dreharbeiten zu dem bekannten Film „Die Serengeti darf nicht sterben“, weil ihm ein Geier in den Propeller seines Flugzeuges flog. Beide Grzimek’s werden hier noch hoch verehrt.k-S2860006

Unterwegs treffen wir immer wieder auf lohnenswerte Fotomotive und später auch auf eine Gruppe junger Massai. Sie sind weiß geschminkt, als Zeichen des Altersranges den sie derzeit einnehmen. Sie stehen an der Schwelle der Mann-Werdung, sie sind beschnitten worden und müssen sich drei Monate auf sich selbst gestellt abseits der Gesellschaft bewähren.k-S2860029k-S2860028 Dieser Ritus findet alle fünf Jahre statt, sodass Jungen unterschiedlichen Alters zwischen dreizehn und achtzehn zusammengefasst werden. Wenn sie zurückkehren sind sie Jungkrieger. Die Massai sind ein stolzes Volk, welches noch stark mit den Traditionen verwurzelt ist. Ohne Stock und die traditionelle Tracht mit rot- oder blaukariertem Tuch ist kaum ein Massai anzutreffen. Später sind sie Vollkrieger, Ältere und dann Mitglieder des Ältestenrates. Erst als Vollkrieger darf ein Massai heiraten. Die Massai ernähren sich ausschließlich von Milch, Blut und Fleisch, allerdings kein Fleisch von Wildtieren und werden trotzdem bis zu einhundert Jahre alt. Schönen Gruß an all die Ernährungsberater zu Hause.

Bevor wir die Serengeti erreichen besuchen wir noch ein Massai-Dorf und werden hier herzlich auf traditionelle Weise begrüßt. Auch ein Besuch in einer Hütte ist möglich. Es ist kaum etwas zu sehen, sobald wir gebückt den schmalen Eingang zur Rundhütte passiert haben. Außer Schlafstelle für die Eltern, die Kinder und eine Kochstelle ist kein weiterer Platz. Sollte ein Massai weitere Frauen haben, die Polygamie macht es möglich, hat jede weitere Frau eine eigene Hütte. Aber dafür muss er einen Preis in Form von einer bestimmten Anzahl an Rindern aufbringen.

Etwa 75 km nach unserem Start an der Rhino-Lodge erreichen wir mit der Einfahrt durch das Naabi-Hill-Gate, auf der B144, der Hauptverbindungsstraße nach Kenia, offiziell die Serengeti. Wer dabei eventuell an eine Autobahn denkt, irrt gewaltig. 130 km Gravel-Road sind zu bewältigen. Zunächst noch moderat, aber später mit einem Tempo nicht unter 60 kmh, um die Schläge der Wellblechpiste nicht ganz so arg zu spüren.k-S2860101

Am Gate nehmen wir unseren Lunch aus den mitgeführten Boxen ein, bevor es auf Pirsch geht.

Es ist einfach faszinierend was die Natur hier zu bieten hat.

 

Es dämmert bereits, als wir uns schließlich doch von den Tieren trennen müssen um noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang unser Tented Camp (Zeltcamp), das Serengeti Heritage-Camp in Seronera zu erreichen.

Den ganzen Abend werden die Erlebnisse des Tages im zentralen Zelt, in dem auch gegessen wird, ausgewertet. Links und rechts davon befinden sich die Zelte in denen wir die Nacht verbringen. Sie sind mit Dusche, WC und Schlafraum ausgestattet und davor befinden sich zwei Sessel von denen aus der Sonnenuntergang zu genießen ist. Im Dunkeln dürfen wir nicht allein den Weg zu unserem Zelt zurück legen. Ein Massai begleitet uns. In der Nacht wissen wir dann warum. Hyänen und Löwen umkreisen das Gelände und sind deutlich zu hören.

Der nächste Tag steht ganz im Zeichen der Erkundung der Serengeti. Von früh morgens bis zum Abend sind wir unterwegs und sind von den Eindrücken überwältigt.

Am folgenden, dem letzten Morgen in der Serengeti, geht es bereits um sechs auf Pirsch, hinein in den Sonnenaufgang. Und es lohnt sich. Neben vielen Tieren die wir bereits an den Vortagen gesehen hatten, haben wir die Gelegenheit zu einem besonderen Erlebnis. Mehrere Löwinnen sind mit dem Zerlegen eines Zebras beschäftigt, als drei ausgewachsene Löwen auftauchen und sie mit viel Gebrüll vertreiben. Sie wollen auch ihren Anteil. Ein ganz besonderes Schauspiel, was seinen Niederschlag in zahlreichen Fotos und langen Videoaufnahmen findet. Einer der Löwen ist am Auge verletzt und zieht sich dann zurück. Das war nochmal etwas ganz besonderes.

Nun heißt es Abschied nehmen von diesem einmaligen Erlebnis. Über einen Stopp am Seronera-Visitor-Center und einem Halt zum Lunch geht es zurück zum Doffa-Camp wo unsere Womo’s auf uns warten. Kurz vor dem Ziel noch einmal ein Stopp mit Ausblick auf den Krater.

Am Camp zunächst Ernüchterung. Unser Kühlschrank hat seinen Dienst versagt. Wir stehen einfach zu schräg für unseren Absorberkühlschrank,, wie ich später nach Lektüre im Internet feststelle. Einiges müssen wir entsorgen. Das Abendessen am Camp lässt sehr zu wünschen übrig. Nicht nur das Fleisch, sondern auch die Hühnchen sind zäh. Unsere Erinnerung an die Faszination von Ngorongoro-Krater und Serengeti kann das nicht beeinflussen.

Zuvor aber verabschieden wir uns von unseren Fahrern, die uns bestens begleitet und mit vielen interessanten Informationen ausgestattet haben. Die Adresse unseres Fahrers heben wir gut auf, einen Gruß mit Bild werden wir ihm von zu Hause aus zukommen lassen.k-S2880156

4 Gedanken zu „Ngorongoro und Serengeti“

  1. Ja da bist du Mandy nicht alleine.Wir haben auch schon gewartet.Aber endlich sind die wirklich toll geschriebenen Bericht wieder da.Und es muss faszinierend gewesen sein.
    Ein wirklich spannendes Erlebis.
    Und weiter geht’s.LG. an alle.

  2. Hallo ihr Lieben,
    ich war einige Tage selber unterwegs und hatte keine Möglichkeit
    euren Blog zu lesen. Nun konnte ich alles nachholen und bin wieder auf dem neusten Stand. Ich muss sagen, ich bin wie immer von eurer Reise begeistert. Abenteuer pur und soviele Erlebnisse, kann man sich das aber alles merken? Gut das ihr alles aufschreibt, so kommt ihr später selber nicht durcheinander. Euch weiterhin ganz viel Spaß.
    Sonnige Grüße aus Tieckow

  3. Toll ge- und beschrieben!
    Einfach nur spannend…ich hab schon wie verrückt auf die nächste Lektüre gewartet. Und ich bin sicher es geht nicht nur mir so 😉

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