Ostseebad Warnemünde

05.07.

Mit einer Woche Verspätung erreichen wir heute das Ziel unserer Reise, das Ostseebad Warnemünde.

Wir wollen am frühen Nachmittag ankommen mit der Überlegung, dass der Stellplatz auf der Mittelmole, direkt an der Hafeneinfahrt, bis dahin wieder freie Plätze aufweist und die Wochenendgäste bzw. diejenigen die am Montag wieder ihrer Beschäftigung nachgehen müssen,abgereist sind.

Die entsprechenden Koordinaten habe ich in das Navi eingegeben und es geht auch zügig voran. Kurz vor Warnemünde will uns allerdings das Navi direkt zum Fährhafen schicken und meint offenbar, wir sollten mit der Fähre Rostock-Gedser zum Stellplatz fahren. Jedenfalls fordert es, „fahren Sie an Bord“.

Dass dies nicht richtig sein kann, wird uns schnell klar und wir drehen ab, nehmen den Weg durch den Warnowtunnel, nachdem ich nun das Handy als Navi nutze und zunächst den Bahnhof eingegeben habe. Jedenfalls ist viel Betrieb hier, wir hatten bei der Anfahrt auch von einer Regatta gelesen. Bei der Anfahrt Richtung Bahnhof dann Stau und zahlreiche Ordner. Aber wir haben Glück, während alle Parkplätze hoffnungslos überlastet sind, hat die für Womo’s reservierte Fläche noch freie Plätze und wir können dann an der wartenden Reihe von PKW vorbei auf unseren Stellplatz fahren. Vor uns liegen drei Kreuzfahrtriesen am Kai.

Beim Bummel zum „Alten Strom“, dem Zentrum von Warnemünde wird uns dann auch klar, wieso so viele Menschen unterwegs sind. Die „78. Warnemünder Woche“ ist seit Freitag bis zum 12. Juli in vollem Gange. Und darüber hinaus haben sich natürlich die Passagiere der drei Kreuzfahrtschiffe an Land verteilt. Der Ort mit knapp 7.000 Einwohnern ist völlig überlaufen, aber es herrscht ausgelassene Stimmung und in den Restaurants und Kneipen ist trotzdem immer wieder ein Plätzchen zu ergattern.

2.000 Segler aus 23 Nationen auf 850 Booten sind in der ersten vollen Juliwoche die Seele der Veranstaltung. Zu den sportlichen Highlights zählen ein Europa Cup, Internationale Deutsche (Jugend-)Meisterschaften, die Segel-Bundesliga, German Open und eine Kitesurf-Trophy. Landseitig wird das sportliche Großereignis durch ein unterhaltsames Sommerfest mit Veranstaltungen wie Drachenboot- und Waschzuberrennen, Beachhandball, Shantychor-Treffen und dem historischen Umzug mit knapp 2.500 Teilnehmern ergänzt. Eine große Bühne am Leuchtturm mit täglicher Livemusik, eine Bummelmeile am Alten Strom, eine hochkarätige Modenschau, Trendsportarten wie Lacrosse oder Kubb am Strand locken dabei Gäste aus dem In- und Ausland.

Die Warnemünder Woche lockt wie die Hansesail jährlich bis zu 1 Million Besucher an.

Aber auch jetzt gibt es beschauliche Ecken.

Wir lassen uns von dem Getümmel treiben, bis gegen 22 Uhr ein sich stark verdunkelnder Himmel Unheil ankündigt. Bereits am Nachmittag wurde im Radio auf drohendes Unwetter mit Gewitter, Starkregen, Hagel und Orkanböen hingewiesen. k-20150705_211714

So schlimm kommt es dann doch nicht, aber wir flüchten vor dem Regen in das griechische Restaurant im Teepott, wo die Angestellten gerade den ersten Hochrechnungen der Griechenland-Abstimmung  zu den Sparauflagen der EU folgen. 61% sagen „Nein“ lautet die Botschaft. Was dies bedeutet, wird von den Anwesenden mit Schulterzucken kommentiert.

Als der Regen etwas nachlässt begeben wir uns nach dem letzten gemeinsamen Abend mit den Mädels zum Womo.

Morgen geht es dann für uns auf die Heimfahrt nach vier interessanten und abwechslungsreichen Wochen, gewissermaßen einer Kultur- und Bildungsreise durch einen Teil der ehemaligen DDR, mit einem Kurz-Abstecher nach Polen. Nicht so spektakulär wie eine Auslandsreise, auch für die Verfolger unseres Blogs, aber auch wir haben Neues und uns bisher Unbekanntes entdecken können. Und uns gemeinsam hat es viel Spaß gemacht. Den Mädels wünschen wir zum Abschied viel Spaß auf ihrer Weiterreise nach Dänemark.

3 Gedanken zu „Ostseebad Warnemünde“

  1. Im kühlen Dänemark lassen wir uns durch euren Bericht noch einmal zurückführen in unsere gemeinsam verbrachte Zeit. Es war eine wunderbare Reise, in der wir viel gelernt und gemeinsam erlebt haben. Ganz herzlichen Dank euch Beiden.
    Herzlichst eure RuBa

    1. Auch wir zehren noch von den schönen gemeinsamen Erlebnissen obwohl uns der Alltag wieder im Griff hat. Wir wünschen euch noch eine schöne Weiterreise und wieder etwas Wärme. Liebe Grüße von Astrid und Egon

  2. Heut ist zwar schon euer Ankunftstag,aber trotzdem war es wieder eine spannende und wissensreiche Fahrt.
    Auch wir haben wieder viel neues gehört und erfahren.Vielen Dank dafür.
    Wir werden uns ja bald mal hören.

    Bis bald sagen Michael und Petra

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