Pamukkale

07.10.
Also den gestrigen Tag können wir einfach überspringen. Astrid hat den ganzen Tag unter Kopfschmerzen gelitten. Ich bin in der türkischen Ägäis baden gegangen, war gar nicht so kalt wie befürchtet, und am Abend haben wir bei einem Drink den Sonnenuntergang genossen. Das war’s, wir hatten schließlich Ruhetag.k-20131006_133011
Heute haben wir uns von unserem schönen Platz am Meer verabschiedet. Es geht ins Binnenland nach Pamukkale. Wir fahren durch Selçuk und erinnern uns an die Beschilderung zum Haus, in dem die Jungfrau Maria, die Mutter von Jesus, ihre letzten Jahre verbracht haben soll. Laut Bibel hatte Jesus Apostel Johannes gebeten, sich um seine Mutter zu kümmern. Dieser nahm sie im Jahr 37 mit nach Ephesos, wo sie in einem bescheidenen Steinhaus in Meryemana, acht Kilometer vom Zentrum ihre letzten Jahre verbrachte. Das Heiligtum wird von Muslimen und Christen verehrt. Am 15. August besuchen Pilger beider Religionen diese Stätte. Und heute auch wir.
Um dahin zu gelangen, fahren wir wieder bis zur Ausgrabungsstelle von Ephesos, am Eingang vorbei und danach 7 km über zahlreiche Serpentinen in die Berge. Auf halber Strecke steht eine überlebensgroße vergoldete Marienstatue. Oben angekommen, entrichten wir das Eintrittsgeld und wollen 50 m den Berg runter vor dem Eingang parken, was unmöglich ist, weil hier bereits zahlreiche Touristenbusse, Dolmuş (Kleinbusse) und Taxen stehen. Also wieder hoch und oben parken und zu Fuß nach unten.
Zunächst erblicken wir die Fundamente, auf denen das Wohnhaus gestanden haben soll. In der nahen Kapelle wird jeden Tag die hl. Messe gefeiert. Unterhalb der kleinen Kapelle ist es Brauch, für jeden Wunsch ein Stück Stoff oder Papier an die Felswand zu heften.

Auf dem Rückweg kommen wir noch an einem Abzweig zur Grotte der Sieben Schläfer vorbei. Hier hat der Siebenschläfer-Tag seinen Ursprung. Hier sollen sich im 3. Jh. sieben christliche Jünglinge vor Verfolgung versteckt haben. Als der Zufluchtsort entdeckt wurde, vermauerten die Häscher die Höhle während die jungen Männer schliefen. 200 Jahre später stürzte die Mauer nach einem Erdbeben ein. Die jungen Männer erwachten. Bis heute hält der Siebenschläfer-Tag (27. Juni), die Erinnerung daran wach.

Zurück durch Selçuk folgen wir der Straße strikt nach Osten bis kurz vor Denizli und zweigen hier nach Pamukkale ab. Wir stehen auf einem schönen Platz direkt unterhalb der berühmten Sinterterrassen. Wir genießen noch den Blick, machen erste Fotos und freuen uns auf Morgen. Da wollen wir bei Sonnenaufgang nach oben.

Unweit des Platzes steht eine Moschee und der Ruf des Muezzins zum Sonnenuntergang ist ziemlich laut zu vernehmen. Üblicherweise ruft er auch nochmals in der Nacht. Wir sind gespannt.

 Ruf des Muezzin

4 Gedanken zu „Pamukkale“

  1. Und Mutti hat mal wieder Kerzen entzündet – hoffen wir mal, dass wir diesen Schutz diesmal nicht brauchen werden 😉

  2. Hallo ihr beiden.Nach ein paar Tagen in Wolgast,verfolgen wir euch wieder.Ist es nicht schön in Pamukkale.wir waren auch schon dort.Wir konnten sie noch betreten.Und oben konnte man baden.Waren aber alles Russen dort.
    Also noch viel Spass.Bis bald.

    1. Ja die Russen sind immer noch in der Überzahl. Auch beim Baden. Endlich sind die Terrassen auch wieder gänzlich weiß, nachdem bis 2010 so ziemlich alles braun geworden war. Danach ist viel getan worden zum Schutz der Terrassen. Viele Hotels und auch die durchführende Straße wurden abgerissen und durch ein ausgeglügeltes Kanalsystem die Neubildung der Ablagerungen herbei geführt.

  3. Ich habe mich grad mal schlau gemacht, warum die Terrassen so weiss aussehen…danke an Wikipedia 🙂

    Bei deinen Beschreibungen bekommt man das Gefühl, man reist mit euch mit und sieht auch alles :-)…ist fast wie eine online-Weltreise.

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