Plötzlich auf Korsika

08.05.

Wir hatten eine ausgesprochen ruhige Nacht hier in der Einsamkeit zwischen Felsen, steinzeitlichen Ruinen und flachem Land.

Weiter geht es gen Norden über Monti und Tempio Pausania nach Luogosanto. Hier besuchen wir die Nekropole Li Muri, eine von einer Steinmauer umgebene Grabstätte der Arzachena-Kultur. Ein Hirtenkönig war hier einst aufgebahrt und nach seiner Skelettierung in ein steinernes Kistengrab gegeben worden.

Nicht weit entfernt davon finden wir das Gigantengrab Li Lolghi mit Eingangsstele und Grabkorridor.

Weitaus imposanter ist die 4 m hohe und 1,90 m breite Eingangsstele beim bedeutendsten und schönsten Großsteingrab Sardiniens, Coddu Vecchiu. Die Anlage stammt aus dem 2. Jh. v.Chr. und ist relativ gut erhalten.

Genug der Steine, wollen wir jetzt doch bis zur Küste. Zwischen Palau und Porto Pozzo schließt sich der Kreis unserer Route auf Sardinien auf der Küstenstraße 133. Wir folgen ihr bis S.Theresa Gallura, wo sich der Fährhafen zur Überfahrt nach Korsika befindet. Wir wollen uns Tickets sichern und, in Erwartung hoffentlich morgen oder übermorgen eine Überfahrt zu bekommen, anschließend noch auf einem schönen Küstenplatz etwas Ruhe gönnen. Dann geht aber alles sehr schnell, wir bekommen noch Tickets für die Fähre um 18.30 Uhr, und ehe wir richtig geschaltet haben, ist das Sardinien-Abenteuer zu Ende.

Die Überfahrt gestaltet sich etwas unruhig. Obwohl das Mittelmeer eigentlich ruhig erscheint, schaukelt unser Schiff zeitweise erheblich. Überraschenderweise hatte allerdings diesmal nicht ich, sondern Astrid damit Probleme.

Kurz vor acht kommen wir im Hafen von Bonifacio an und sind erst mal ratlos, als wir von Bord fahren. Zwei Straßen stehen zur Auswahl, einmal nach oben in die auf den Klippen gelegene Stadt und einmal links am Hafen entlang. Mitten durch zahlreiche Fischgaststätten hindurch führt die schmale Straße und unser Navi zeigt uns das Ziel, mitten im Wasser. Da wollen wir aber nicht hin. Wir suchen den Campingplatz „Araguina“, den uns auch die jungen Niederländer empfohlen hatten, die wir beim Giro getroffen hatten. Der Fehler im Navi klärt sich später auf, nachdem wir unter Zuhilfenahme von Google Maps und Astrid’s Handy, den Campingplatz gefunden haben. Ich hatte bei den Minuten statt 09 immer 00 verstanden und eingegeben. Das konnte nicht gut gehen.

Am Platz ist die Schranke bereits zu, aber ein junger Mann lässt uns schließlich noch auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf den Ausweichplatz. Nur den Strom will er uns heute nicht mehr aktivieren. Er sei schließlich schon seit morgens um sechs auf dem Platz und habe Feierabend, erklärt er uns bestimmt aber freundlich. Kein Problem für uns und wir verbringen noch einen ruhigen Abend.

So, das waren die allerletzten alten Steine die wir uns hier auf Sardinien angesehen haben. Das wir so schnell nach Korsika übersetzen damit haben wir überhaupt nicht gerechnet. Nur Tickets wollten wir uns schon holen und schwuppdiwupp waren wir auf der Fähre. Das Meer war eigentlich ganz ruhig, aber das Schiff schaukelte dermassen hin und her ,das ich schon Angst hatte mich zu übergeben !! Völlig fertig war ich,als wir endlich nach 1 Stunde an Land anlegten. Diesmal hatte es mich erwischt ( sonst hat mein lieber Mann immer zu kämpfen )Nicht einmal richtig verabschiedet von dem wunderschönen Land. Angetan hatten es mir auch die grossen Korkeichenwälder, die, je nachdem wann sie geschält wurden, in allen Rottönen glänzten. Das Sardinien sehr viele Schafe besitzt, haben wir auch erlebt und dann diese Kurven und Serpentinen. Auf einer Strecke zwischen Sorgono und Finna, so ungefähr 10-12 km, habe ich 152 Kurven !!!!!!! gezählt. Da könnt ihr mir glauben das mir manchmal kotzübel war. Abgesehen von den zerschossenen Verkehrsschildern ( oft riiiiiiiesige Löcher ) den vielen kleinen Auto’s ( Panda ) und den alten Männern die vor den Cafe’s in der Sonne sitzen und den Campern hinterher schauen wie sie versuchen durch die engen Gassen zu kommen (wir !!) muss ich sagen, das die Westküste mit dem zerklüfteten wilden Bergland, der zum Teil unberührten Küste, den vielen Quellen wo man immer seine Wasserflaschen auffüllen konnte doch etwas besser gefallen hat.

Fazit: Auf keinen Fall früher als Mitte April hierher fahren, da noch sehr viele Plätze geschlossen haben. Die eigentliche Saison beginnt erst im Juni ! Aber versäumt nicht diesem schönen Land einen Besuch abzustatten.