Schittwetter und mehr

01.10.
Jetzt hat es uns erwischt. Gewitter und Regen in der Nacht. Am Morgen lockert zwar der Himmel vorübergehend etwas auf, aber es reicht nur um mal nach draußen zu gehen und die Toilette zu entleeren. Im Moment stört das Wetter weiter nicht. Ich will ohnehin die Homepage aktualisieren, wie versprochen, und Astrid legt sich nach dem späten Frühstück wieder hin. Eigentlich sollte sie mir die Haare schneiden. Aber nachdem ich die Wettervorhersage gelesen habe, ist mir bereits klar, dass das heute nichts mehr wird. So kommt es dann auch. Astrid verlässt zwar nochmals in einem trockenen Augenblick das Womo und geht zum Strand und gleich ruft sie nach mir. Ich soll schnell kommen, mit dem Fotoapparat, eine große Schildkröte sei am Strand. Das kann ich mir nicht entgehen lassen. Die Schildkröte ist etwa 70 bis 80 cm lang, aber sie rührt sich nicht. Ich werfe erst mit kleinen Steinchen, nähere mich dann mit einem Stock, aber keine Reaktion. Sie ist tot und offenbar in der Nacht von der aufgewühlten See angespült worden.k-S1610005 k-S1610001

Der Tag geht trotzdem zügig voran. Ich bin voll beschäftigt und Astrid sorgt für etwas Ordnung und Sauberkeit im Womo. Für 18 Uhr ist Briefing angesetzt. Ich bin gespannt, wo dies bei dem Wetter stattfinden wird. 

Da bis dahin noch ein wenig Zeit bleibt, noch ein paar Bemerkungen: Gestern haben wir die 5000 km-Marke überschritten. 46.500 km haben wir jetzt insgesamt auf dem Tacho und bei 45.000 war Durchsicht fällig. Wird schon gut gehen.
Und noch etwas:
Astrid meint immer, ich würde zu sachlich und mit zu wenig Emotion berichten. Vielleicht hat sie recht. Aber mit so einer Homepage bewegt man sich auch auf Glatteis. Gern würde ich auch einmal eine Einschätzung zu den Mitreisenden abgeben oder sie in nicht immer glücklichen Positionen ablichten. Aber schnell gerät man dann an urheber-, zivil-, oder gar strafrechtliche Grenzen, wenn die Dinge wie eben auf einer Homepage, öffentlich werden. So berichte ich eben über Astrid und die Tatsache, dass sie tatsächlich „zu gut für diese Welt“ ist.
Nicht nur, dass sie in verschiedenen Kirchen und Klöstern Kerzen gestiftet und aufgestellt hat und dabei an unsere Kinder und Enkel denkt, nein, es geht noch mehr.
Als wir unsere Strandtage verlebt haben, war es auch mal Zeit die Vorräte zu sichten. Einiges war dann doch nicht mehr so appetitlich und Astrid hat dies im Container an der Straße hinter uns entsorgt. Später beobachtet sie dann, wie sich ein ärmlich gekleideter Mann daran zu schaffen macht. Das kann sie nicht mit ansehen und drückt ihm, weil sie keinen 5 €- Schein hat, 10 € in die Hand. Er schaut ungläubig, bedankt sich überschwänglich und kommt später noch einmal um das Womo, zeigt den Schein, offenbar um sich zu vergewissern, dass der tatsächlich für ihn bestimmt ist. Ja, so ist sie halt, meine Astrid.

2 Gedanken zu „Schittwetter und mehr“

  1. Du hast Recht, so ist Mama.
    Immer ein wenig auf andere schauend und wehe es gibt Elend in Ihrer Nähe, dann muss sie reagieren.
    Dafür ist Sie und war sie ja immer da – „Unsere Mama“.

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