St. Nikolaus und Myra

10.10.                                                                                                                                            Ist das schön, am Morgen aufwachen und immer noch 20° im Womo ohne die Heizung anzuwerfen. Wir genießen den schönen Morgen mit einem Blick auf das Meer und wollen hier gar nicht wieder weg. Dieser Platz erhält auf jeden Fall ein Sternchen, für den Fall, dass wir je wieder in die Nähe kommen sollten.

Wir starten als Letzte vor Renate und Jamal. Durch Kaş hindurch geht es dann den Berg hinauf und wir haben nochmal einen schönen Blick auf den Ort und das Meer. Immer an der herrlichen Küste entlang fahren wir bis Demre, dem früheren Myra. Hier wollen wir uns die Kirche des hl. Nikolaus ansehen. Ein bedeutender Wallfahrtsort der griechischen und russischen Orthodoxen. Das spürt man bereits bei der Annäherung. Alles auf russisch. Und viele Souvenirläden. Besonders Ikonen werden hier angeboten. Wir finden problemlos den Parkplatz, dessen Koordinaten wir erhalten haben. Etliche Busse stehen hier und noch mehr Menschen befinden sich in der Ruine der Kirche. Die Kirche ist über dem Grab des später heilig gesprochenen Bischofs Nikolaus von Myra errichtet worden. Bei einem Erdbeben und einem späteren arabischen Überfall hat sie schwer Schaden genommen. Der russische Zar Nikolaus der I. ließ sie 1853 wieder herrichten. Der Namensgeber der Kirche ist nach der Heiligsprechung zum Schutzheiligen der Fischer und der Kinder erklärt worden. Er ist derjenige, der noch immer weltweit den Kindern am 6. Dezember Süßigkeiten in die Schuhe steckt.

Zurück im Zentrum kaufen wir noch Gemüse, 4,5 türkische Lira für alles in unseren Beuteln. Wenige Häuser weiter essen wir gut zu Mittag. Leckere Salate, Chicken und Leber, alles vorher am Buffet ausgesucht. Ich trinke Ayran dazu, ein Joghurt, gesalzen und mit Wasser verdünnt. Sehr erfrischend.

Versteckt hinter Gewächshäusern finden wir die Ruinen von Myra. Erwähnenswert sind hier das Theater und Felsen mit monumentalen Hausgräbern.

Es gibt auch Gelegenheit im Wasser versunkene Ruinen mit einem Glasbodenboot zu besichtigen. Allerdings dauert die Tour fast drei Stunden. Soviel Zeit haben wir leider nicht. Deshalb geht unsere Fahrt weiter Richtung Antalya. Eine sehr schöne aber kurvenreiche Strecke. 20 km vor Antalya befindet sich in Beldibi unser Campingplatz direkt am Meer. Nicht so schön wie der Gestrige, aber ausreichend für eine Nacht. Wir stehen vor einer älteren türkischen Familie mit einem Wohnwagen und Astrid, neugierig wie sie ist, fragt erst einmal nach ob sie mal sehen darf, was sie Leckeres auf ihrem Teller haben. Wenig später kommt die Frau und bringt uns einen Teller ihres Gebäcks. Astrid revanchiert sich später mit Süßigkeiten aus Deutschland. Der Abend bringt dann noch eine positive Überraschung. Nicht nur, dass wir bei Renate noch einen Rotwein und mit Jamal eine Wasserpfeife, mit der kleinsten Wasserpfeife der Welt, genossen haben, nein, Rolf ist wieder da. Sein Hymer fährt wieder. Die gelöste Batterieabdeckung hat zwar den Zahnriemen zerstört, aber der Motor ist heil geblieben. Herzlich haben wir ihn wieder in der Runde aufgenommen.