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Bari, Monopoli, Crotte die Castellana und Alberobello

13.09.

Zur Fährüberfahrt nur soviel: Nachdem wir etwas geruht hatten sind wir ins Terminal, haben uns etwas umgesehen und eingecheckt. Kurz vor acht konnten wir dann unsere Parkposition verlassen und mussten uns in die Reihe der LKW einreihen. Nach problemloser Passkontrolle erfolgte noch eine oberflächliche Fahrzeugkontrolle und dann durften wir uns zunächst vor der Fähre positionieren. Erst waren die PKW dran und wir so ziemlich am Schluss und dann noch rückwärts auf die Fähre. An der Rezeption werden wir empfangen und zu unserer Kabine geleitet. Da der Platz darin tatsächlich nur zum Schlafen reichte, haben wir uns im Bar- und Restaurantbereich aufgehalten bis die Fähre gegen 23 Uhr ablegte. Um uns herum machten es sich Passagiere ohne Kabine auf Sesseln und dem Fußboden bequem und wir verzogen uns. Das obere Bett war für mich bestimmt.Traumbett

Trotz anfänglichem Schaukeln, schlafen wir den Umständen entsprechend ganz gut.

Am Morgen werden wir nach sechs von der Durchsage geweckt und begeben uns allmählich wieder zum Restaurantdeck. Auch der Duty-Free-Shop öffnet wieder, wird angekündigt. Außer Spirituosen und Zigaretten weiter nichts im Angebot. Nach einem Morgenkaffee legen wir gegen acht unter wolkenverhangenem Himmel in Bari an, müssen uns aber bis neun noch gedulden um vom Schiff zu gelangen.k-20140913_071636

Aus Bari hinaus, nach einem kleinen Frühstück in einem Einkaufscenter, suchen und finden wir nach ca. 8 km den von Mandy uns übermittelten nächsliegenden Service-Partner.

An dieser Stelle stellt sich nun die Frage, soll ich nochmals von unserer Toilette schreiben, auch wenn es vermutlich noch keine Erfolgsmeldung ist? Ok. Ich machs.

Die kleine Werkstatt die wegen enger Straßen zwar schwer zu erreichen, aber von uns dennoch gefunden wurde, ist tatsächlich u.a. Service-Partner von Dometic. Alle waren auch sehr nett und freundlich und zu dritt, einschließlich Chef, kümmerte man sich um uns und unser Womo. Erfolg? Offen. Die Kassettendichtung wurde erwärmt, wieder eingesetzt, das wars. Obwohl ich nach wie vor der Auffassung bin, es liegt daran eben nicht. Und warum wurde nicht mehr unternommen könnte manch einer fragen? Sie haben keine Dichtungen. So weit dazu. Mandy haben wir gebeten, bei ausbleibenden Erfolg,  am Montag Dometic nochmals anzurufen und einen Partner benennen zu lassen von dem sie sicher sind, dass dieser mit allen erforderlichen Dichtungen ausgestattet ist.

Themenwechsel!!!

Von Bari aus haben wir die eher langweilige Küstenstraße bis Monopoli genommen und dort unseren nächsten Halt eingelegt. Das Navi geleitet uns bis zum geographischen Mittelpunkt, der aber nicht das Zentrum darstellt. Durch sehr schmale Straßen, die häufig auch noch kreuz und quer zugeparkt sind schlängeln wir uns durch die Altstadt und finden einen Platz direkt am Largo Porta Vecchia, unweit der sehr sehenswerten Basilika Kathedrale.

Man spürt in diesem „Centro storico“ die jahrthunderte alte Geschichte Monopolis. Der Hafen wurde im Mittelalter von den Kreuzfahrern genutzt und war bis in das 19. Jh. wichtigster Umschlagplatz für den Export von Oliven. k-S2000022Das Kastell aus dem 16. Jh. diente dem Schutz vor den Korsaren. k-S2000025Zahlreiche Kirchen und Palazzi belegen die Blütezeit im 18. Jh..

Wir verlassen hier die Küste und steuern Castellana an um die „Grotte di Castellana“, eine Tropfsteinhöhle von denen es in Apulien einige gibt, zu besuchen. Die Karsterscheinungen in dem Kalkstein zeigen sich hier besonders ausgeprägt durch Formen-und Farbenreichtum. Leider ist es nur erlaubt in der ersten Höhle zu fotografieren.

Weiter geht es zu den Trulli, den charakteristischen Rundbauten aus Stein, mit ebenfalls steinernen Dächern. Nirgends gibt es so viele wie hier. Das war der UNESCO deshalb auch die Anerkennung als Weltkulturerbe wert.k-S2000052

 

Als wir die Grotte verlassen, regnet es, wie wir es bereits in der letzten Höhle durch die große Öffnung nach oben eindrucksvoll gesehen hatten.

 

Im Ort finden wir einen Womostellplatz.

 

 

Brindisi und Lecce

14.09.

Also noch ein Nachtrag zu gestern. Ich vergaß ja völlig zu erwähnen, wo die Trulli eigentlich zu finden sind und wo wir letztlich gelandet waren. Auch habe ich noch eine Korrektur vorgenommen. Die Gebilde in den gestrigen Höhlen heißen selbstverständlich nicht Kart- sondern Karsterscheinungen. Aber das war euch sicher schon aufgefallen und ihr habt es natürlich auch gewusst.

Der Ort in dem sich also die größte Ansammlung dieser Trulli in Apulien befindet heißt Alberobello und liegt zwischen dem ionischen und dem adriatischen Meer Richtung Stiefelabsatz.

Der Ort ist zwischen dem 4. und 5. Jahrhundert entstanden durch eine Ansiedlung von Bauern die für die hiesigen Grafen arbeiteten. Die damaligen Gesetze sahen aber vor, dass jede neue Ansiedlung genehmigt werden musste und dann entsprechend Steuern zu bezahlen waren. Um diese zu vermeiden, erlegten die Grafen den Bauern auf, nur prekäre Wohnsitze zu bauen, die leicht wieder abzureisen waren. Deshalb legte man nur den schichtenweise vorkommenden Kalkstein trocken übereinander und auch die Dächer wurden trocken verlegt. Wegen der Stabilität wählte man eine runde Form. Bei königlichen Inspektionen wurde so der Eindruck einer festen Ansiedlung vermieden. Erst 1797 gewährte der König den Einwohnern politisches Asyl und gewährte dem Dorf Steuerfreiheit.

Später verbreitete sich diese Bauweise als kulturelle Besonderheit auch in anderen Teilen Apuliens. Aber nirgends in so konzentrierter Form. Eine weitere Besonderheit ist, dass diese Trulli nur zu Wohnzwecken errichtet wurden, also nicht für Tier- und Vorratshaltung.

Am Morgen suche ich die beiden historischen Viertel Monti und Aia Piccola auf, nachdem wir gestern bei der Anfahrt zum Stellplatz nur die am Wege liegenden Trulli gesehen hatten. Die Anfahrt war übrigens wieder ein Kapitel für sich. Sehr schmale Gassen mit viel Gegenverkehr. Nur Zentimeter trennten uns wieder von den anderen Fahrzeugen. Vielleicht wäre auch eine andere Zufahrt möglich gewesen, aber das Navi schickt uns mittendurch, obwohl wir als Fahrzeug „Transporter“ eingegeben haben. An einer Kreuzung dieser schmalen Straßen, weist uns ein freundlicher Polizist auch darauf hin, dass wir hier offenbar nicht auf der für uns geeigneten Straße fahren.

In den historischen Stadtvierteln kehrt gerade am Sonntagmorgen das Leben ein, aber Touristen, besonders aus Asien und Russland sind bereits unterwegs.

Nach einigen Rundgängen und diversen Fotos kehre ich wieder zum Womo zurück, wo Astrid bereits alles zur Abfahrt vorbereitet hat. Da der Platz nicht nur mit Strom und WLAN, sondern auch mit Ver-und Entsorgungsmöglichkeit ausgestattet ist, nehmen wir auch dies noch in Anspruch. Für den Besuch der Stadt ist dieser nur 100m vom historischen Zentrum entlegene Platz „Nel Verde“ bestens geeignet und mit 18 € angemessen.

Wir wählen jetzt die Straße im Binnenland und gelangen über Ostuni und San Vito dei Normanni nach Brindisi, die an einer tief in das Land eingreifenden Bucht gelegene Hafenstadt.

Unterwegs fallen uns wie auch gestern wieder die weitläufigen Olivenhaine auf, die von akkuraten Mauern eingefasst sind, auch die sauberen und guten Straßen; nur innerorts sind sie nicht so gut.

Überhaupt macht die Umgebung einen sehr gepflegten Eindruck und auch die Gebäude besonders außerhalb der Ortsansiedlungen verdrängen das Klischee, der Süden Italiens sei arm.

In Brindisi parken wir am Bahnhof, obwohl der Parkplatz nur für PKW und eine Parkdauer von dreißig Minuten vorgesehen ist. Es ist schließlich Sonntag und wir hoffen auf Milde. In den großzügig angelegten mit blankem Kalkstein großformatig gepflasterten Straßen sind um die Mittagszeit keine Einheimischen zu sehen. Nur sehr dunkelhäutige Männer sind in kleinen Gruppen unterwegs oder bevölkern die Bänke. Unser Weg führ uns Richtung Altstadtviertel, vorbei am neuen Theater Giuseppe Verdi, bis zum Hafen.

Nach einem kurzen Rundgang und dem obligatorischen Cappuccino verlassen wir diese Stadt die uns mit ihren palmengesäumten Straßen und Plätzen und großen Gebäuden etwas überdimensioniert erscheint. Es mag daran gelegen haben, dass nur wenige Menschen unterwegs waren.

Lecce mit dem Amphitheater im antiken Zentrum ist unser nächstes Ziel. Die Stadt erlebte ihre Blütezeit im 16. und 17. Jahrhundert mit zahlreichen Klöstern, Kirchen und Palazzi und prägte den einheitlichen Stil des „barocco leccese“. Die monumentalen Fassaden zeigen einen reichen Figurenschmuck. Wir finden einen Parkplatz an der „Viale XXV Luglio“ und begeben uns stadteinwärts Richtung „Piazza Duomo“. Am „Piazza Sant’ Oronzo“ suchen wir die Touristeninfo auf und erwerben einen Stadtplan für die bessere Orientierung. Das unmittelbar daneben befindliche Amphitheater scheint auch für Veranstaltungen genutzt zu werden. Wir besuchen, die Kirchen Santa Irene und Santa Chiara, ein Muss wenn unsere Enkeltochter den gleichen Namen trägt, den imposanten Dom und das Theatro Romano, ein kleineres Amphitheater, in dem gerade Aufbauten für ein Konzert errichtet werden.

Es schließt sich ein Gang über den Markt an und es ist deutlich zu spüren, dass jetzt am Nachmittag die Zeit angebrochen ist, zu der die Italiener aus ihren Häusern kommen um zu flanieren. Viele junge Leute und ganze Familien sind bei strahlendem Sonnenschein unterwegs. Wir schlendern noch einmal über den Markt, erwerben ein neue Fußmatte für das Womo und begeben uns zurück.

Der Stellplatzatlas zeigt uns in der Nähe einen Platz an. Nur 8 km bis dahin. Die Gegend sieht nicht sehr einladend aus und wir sind deshalb auch nicht sehr enttäuscht darüber, dass der Platz nicht mehr existiert. Nur, dass wir nun noch weiter fahren müssen ist nicht sehr erfreulich. Wir schneiden den „Hacken“ ab und steuern auf der anderen Seite am ionischen Meer Gallipoli an. Mir kam der Name immer bekannt vor, aber ich wusste nicht woher. Einmal gegoogelt und alles ist klar. Es gibt in der Türkei eine Halbinsel gleichen Namens, die wir von unserer Tour im letzten Herbst kennen.

Gallipoli nähern wir uns auf einer gut ausgebauten Schnellstraße auf der wir die 37 km zügig bewältigen. Wir wollen endlich ankommen und die Füße hoch legen. Noch vor dem eigentlichen Ort, vom Zentrum ca. 2,5 km entfernt nehmen wir die Ausfahrt und erreichen nach kurzer Strecke den nur durch eine wenig befahrene Straße vom Meer getrennten sehr gut ausgestatteten und angelegten Platz „Torre Sabea“.