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Zwischenruf

14.6.

War das gestern ein Sch….Tag !!!
Alles fing so harmlos an. Wir sind als Erste gegen 7.10 Uhr vom Platz, da wir unterwegs frühstücken wollten und die Etappe ohnehin sehr lang war. Die Gegend war traumhaft, Bananenplantagen und Kaffeeanbaugebiete säumten die Straßen und wir kamen bis auf 2200m Höhe! Wir hatten auch das Gefühl, dass es den Menschen zum Teil hier besser geht, die Häuser waren auf jeden Fall größer. Alles war so schön, bis wieder ein paar Potholes auftauchten und wir mit 60km/h rüber bretterten und plötzlich dicht danach ein riesiges Hump auftauchte ,ich kann euch sagen, nur Fliegen ist schöner 😨. Wir kamen dermaßen unsanft auf dass ich dachte, der hintere Teil von unserem Womo ist abgebrochen 😢. Nach unserem Halt sah das Womo so aus.k-S2800005 In der Heckgarage war eine Colabüchse explodiert, der Weinkarton gerissen, die Kleiderständer aus der Halterung gesprungen und die Kleiderbügel zum Teil verbogen 😵. Wir hatten die Sch… voll !!!
Aber eigentlich im Nachhinein hatten wir doch noch Glück, denn wenn wir nur mit weniger km/h rüber gefahren wären, hätte unser Womo womöglich aufgesetzt! !
Es ging dann weiter, eine Baustelle nach der anderen und das so 150 km am Stück 😬 Rauf und runter von der Straße, durch viele Schlaglöcher und Humps. Wir hatten genug davon und kamen zu dem Schluss, dass diese Strecke absolut nicht für normale Womos geeignet ist 😯. Aber wir mussten da durch.k-S2800016k-S2800015 Dazu kamen noch sehr viele Polizeikontrollen. Oft sahen wir von unserer Truppe welche da stehen. Dann kamen wir an die Reihe. Der Polizist war schon von Anfang an sehr mürrisch ( hatten wir noch nie erlebt) und wollte gleich Egon’s Papiere. Dann sah er sich unsere Scheibe an und erklärte uns, dass wir dafür zahlen sollten. Ich ging gleich wie eine Rakete hoch, stieg aus und erzählte ihm, dass wir ja nichts dafür könnten. Er wurde immer bissiger und ich immer aggressiver, sprach mal deutsch und englisch . Egon versuchte mich zu beruhigen, sagte es bringt doch nichts 😯. Der Polizist zeigte immer auf sein DIN A4 grosses Formular, er ließ nicht davon ab. Zähneknirschend zahlten wir die 30000 TSH und ich wünschte ihm zum Schluss noch einen schönen Tag, natürlich mit bitterbösem Blick .k-20160614_150047Der Tag war gelaufen und Tanzania auch erst mal 😝
Wir beide waren stinksauer und dann wieder diese Straßen, jetzt kamen noch Spurrillen dazu.k-S2800006 Egon konnte nicht mal überholen so tuckerten wir oft hinter einem Laster hinterher der nicht den Berg hoch kam. Angeblich sollte die ganze Strecke so ungefähr 6,5 Std. dauern, aber wir ( auch die anderen Womos ) brauchten mehr als 8 Std. 😩. Wir waren alle fertig.
Auf dem Campplatz angekommen, ( bei den Rillen auf dem Weg saßen wir öfter auf 😠) hatten wir alle erstmal große Diskussionen wegen der Strecke und jeder beguckte sich sein Womo wegen eventueller Beschädigungen.
Fazit des Tages, den konnte man abhaken und unter Ulk verbuchen 😕. Nur das gemeinsame Abendessen im wunderschön gedeckten Reethaus entschädigte uns etwas 😋
Der heutige Tag war ein Ruhetag für uns. Die Sonne schien und die Luft in 1800m Höhe war angenehm. Abgesehen vom Wäsche waschen, sauber machen und einige Teile am Womo wieder ganz machen, einfach nur herrlich.k-20160613_174804
Noch vor dem Frühstück nahmen wir an einer Tour durch das Farmgelände teil. Ein Massai ( bitte beachtet die Schuhe an seinen Füßen, sie bestehen aus alten LKW Reifen , genannt Raiyo )zeigte uns wie die Kühe einmal in der Woche durch eine Desinfektionsanlage gegen Zecken mussten und wir machten noch einen ausgiebigen Spaziergang. Die Farm wird von einer Frau geleitet, die sich auch sehr für die Menschen hier engagiert. Sie unterstützt 3 umliegende Dörfer, beschäftigt 300-400 Leute auf ihrer 1000 Hektar großen Farm😨. Hier wird auch die Artemisia Pflanze angebaut, hilft bei Arthritis ( löscht die Information im Körper ) und bei der Malaria, das hatten die Massai’s schon früher genommen.

Artemisia
Artemisia

Morgen geht’s weiter nach Mikumi, dann ist Egon wieder dran mit schreiben 😉
Mir wird jetzt draußen auch kalt, wenn die Sonne untergeht muss man sich schon dicker anziehen, kaum zu glauben, dass zu Hause Sommer ist und hier der Winter anfängt 😉
Also bis zum nächsten mal 😘

Fleurier, Travers, Couvent

30.06.
Die Wünsche sind in Erfüllung gegangen und die Sonne scheint am Morgen.  Der Fahradtour steht nichts entgegen.  Zunächst schlafen wir aus,  denn erst um 13 Uhr wollen wir starten.  Der Vormittag vergeht dann doch schneller als gedacht und am Ende sind wir wieder die Letzten.


Die acht Kilometer nach Travers verlaufen in flacher Strecke immer am Fluss entlang.

Das Val de Travers erstreckt sich vom Neuenburgersee quer durch den Schweizer Jura bis hin zur französischen Grenze und ist geprägt von der Uhrenindustrie, Asphaltminen und dem Star des Tales, der „Grünen Fee“.

Wir besuchen die Asphaltmine bei Travers, die zwischen 1713 und 1946 die Einzige ihrer Art weltweit war. Straßen in aller Welt sind mit diesem Asphat versehen worden,  bis zunächst weitere Asphaltvorkommen in Südamerika,  sowie in Neuseeland und Norwegen entdeckt wurden und später die synthetische Herstellung aus Erdöl zu Bitumen billiger wurde.

Asphaltmine Travers
Ein amüsanter Italiener,  ehemaliger Dirigent,  begleitet die Führung zweisprachig.  Dadurch kommen wir in zeitliche Probleme,  denn auf dem Rückweg wollen wir noch nach Couvet,  die Absinthedestillerie „Artemisia“ von Claude-Alain Bugnon, besuchen.  Sie warten auf uns und wir erhalten einen sehr lockeren und vergnüglichen Vortrag über das Getränk, dessen Herstellung in der Schweiz rund 100 Jahre bis 2005 verboten war. Beim Absinthe handelt es sich um ein Getränk aus zahlreichen Kräutern,  hauptsächlich Wermut, und Alkohol,  dessen Genuss einer Zeremonie gleich kommt,  denn das hochprozentige Getränk wird mit Wasser aus einem speziellen Gefäß verdünnt,  wird dadurch trübe,  und wird in unterschiedlichen Konzentrationen getrunken. beim Absinth Wir erfahren vieles über die Geschichte des Absinthe und seine Zubereitung und Geschichten um dieses im Val de Travers entstandene Getränk. Selbstverständlich kaufen wir und sind wieder knapp mit der Zeit.
Als wir am Platz ankommen wartet bereits das Taxi,  welches uns ins Restaurant auf dem Chapeau de Napoléon bringen soll.  Dort essen wir zu Abend, standesgemäß Käsefondue, bei einem herrlichen Blick auf Fleurier und viel Spaß.