Schlagwort-Archive: Balatonfüred

auf zum Balaton

02.09.
Wir haben uns entschlossen heute völlig abweichend von der vorgeschlagenen Tour zu reisen. Wir wollen lieber hinter Sarvar, wo die Burg eher unspektakulär und das Museum am Montag geschlossen ist, die Route verlassen und in südlicher Richtung weiter fahren und über Sümeg durch den Nationalpark nach Keszthely, der heimlichen Hauptstadt des Balaton. Als wir uns Sümeg nähern erblicken wir eine kugelförmige Erhebung und vermuten zunächst eine Halde. Beim näher kommen entdecken wir aber eine Burganlage auf dem Berg. Wir schlagen im Reiseführer nach, finden allerdings weder den Ort, noch die Burg verzeichnet. Über mehrere Kehren versuchen wir uns zu nähern, was nach einiger Zeit über schmale Straßen auch gelingt. Die Burg ist zwar nicht neu, sie wurde im 12. Jahrhundert erstmals erwähnt, aber neu restauriert, ebenso wie das umliegende großzügige Gelände, was mittelalterlich anmutet mit Zelten und einer Arena für Reiterspiele und weiteren Anlagen. Alles erst die erste Saison in Betrieb. 

Die Burg ist sehenswert und die Erläuterungen auch in Deutsch. Wir verbringen einige Zeit hier, essen auch gut und preiswert im angeschlossenen Restaurant. Weiter geht es durch einen Nationalpark nach Keszthely, an der Westspitze des Balaton, wo uns zuerst das Festetics-Schloss erwartet. Ein Palast im neobarocken Stil, in dessen Innerem und auf dem weitläufigen Gelände zahlreiche Museen zu finden sind.


Das nächste Ziel ist Tapolca bzw. die in der Nähe liegende Höhle mit einem See, der mit dem Boot befahrbar sein soll. Da eine Adresse dazu nicht zu finden und die Ausschilderung zu wünschen übrig lässt, vertrödeln wir soviel Zeit, dass die Kasse bereits geschlossen hat als wir ankommen. Mittlerweile ist es auch so spät, dass wir nun direkt zum Campingplatz in Balatonfüred fahren. Nach dm Briefing entsagen wir heute allen Ausschweifungen und verbringen den Abend am Platz.

über Szekesvehervar nach Budapest

03.09.
Wir gehören heute zu den Ersten die den Platz verlassen. Frühstück verschieben wir bis zum Besuch der Markthalle am Ort, die wir zunächst ansteuern. Hier lassen wir uns Zeit und studieren in aller Ruhe das Angebot. Fleischer, Bäcker, alles da und ein reichhaltiges Obst- und Gemüseangebot.  Nachdem wir alles, was wir erworben haben, verstaut haben, entschließen wir uns, den erfolglosen Anlauf von gestern, als wir zu spät an der Höhle ankamen, nochmals, jetzt hoffentlich erfolgreich, zu wiederholen. Also 30 km in die zur heutigen Route entgegen gesetzte Richtung und wir haben Glück. Es ist offen, der Andrang hält sich in Grenzen und bald sitzen wir im Boot und befahren den unterirdischen See. Astrid ist für die Fortbewegung zuständig und ich sorge für die Fotos. Die Höhle befindet sich in einem Kalksteinfels ohne Tropfsteine. Das Wasser ist klar und hat 20°. Nur ziemlich eng ist es und bisweilen müssen wir uns im Boot fast flach legen, so niedrig hängt die Decke. Es ist ein schöner Spaß und hat sich gelohnt. 

Wir wenden uns jetzt der Küste des Balaton zu und fahren bis Balatonfüred. Hier ist alles auf Touristen eingestellt, aber man spürt, dass die Saison bereits gelaufen ist.

Von hier geht es ein Stück ins Landesinnere bis nach Veszprem. Wir suchen die Altstadt und finden sie nach einigen Runden und besichtigen die Burg und die übersichtliche aber malerische Altstadt, die sich direkt anschließt.

Das nächste Ziel lautet Szekesfehervar. Auch hier ist die Altstadt sehr sehenswert, wenn man sie denn eingekeilt zwischen neuerer Bebauung dann gefunden hat. Wir haben, und besichtigen wieder einige der zahlreichen Kirchen. Zeit für einen Latte‘ bleibt auch noch.

Aber nun müssen wir uns sputen, bis Budapest sind noch einige Kilometer. Es ist schon dunkel als wir auf dem Platz ankommen und trotz Enge finden wir noch ein Plätzchen. Die Stromversorgung steigt zwar immer mal aus, aber wir sind für alles gewappnet. 

Ein Nachsatz noch zu den bisherigen Tagen: Hier sind auf den Straßen noch jede Menge Trabbis, Wartburgs und IFA W50 aus DDR-Produktion zu sehen.