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Royal Natal – Ballito – Durban

10./11. und 12.05.2016 Royal Natal NP, Ballito und Durban

Ja, ich habe die leise und auch die etwas deutlichere Kritik aus den unterschiedlichen Kanälen vernommen, ich sei wohl schreibfaul geworden oder aus anderen Gründen gehindert, den Blog fortzuführen.

Also nichts da. Wir sind wohlauf und erfreuen uns bester Gesundheit und fühlen uns sauwohl, nachdem heute 26° waren und für morgen 28° angekündigt sind.

Allerdings war vorgestern das Netz ziemlich schwach (WLAN ist auf den Plätzen eigentlich nie vorhanden) und gestern waren wir anderweitig beschäftigt und in fröhlicher Runde, sodass ich danach nur noch wenig bis gar keine Lust mehr verspürte, die Umwelt an unseren Erlebnissen teilhaben zu lassen.

Heute ist das anders und deshalb der Reihe nach:

Am Dienstag haben wir das schöne Camp im Royal Natal NP relativ früh verlassen, obwohl wir dennoch die Letzten waren. Es gibt immer auch ein paar Eifrige unter uns die meinen, sie würden etwas versäumen, wenn sie nicht schon eine halbe Stunde vor der Zeit am vereinbarten Ort sind. Und heute gab es eine Vereinbarung. 10 Uhr im Basotho Cultural Village.

Wir verlassen also unser Camp in Richtung der Drakensberge und Harrismith und passieren noch einmal die Einfahrten zu den beiden Loops die wir gestern zum Glück absolviert hatten. Unterwegs halten wir noch einige Male an um Tiere zu beobachten und Bilder zu schießen.

Nach knapp 20 km haben wir das Basotho Cultural Village erreicht. Hier erhalten wir in einer rund einstündigen Führung Einblick in die Kultur und Lebensweise der Basotho und die Veränderung des Baustils ihrer Hütten seit dem 16. Jh.. Wobei hier eine Einschränkung vorzunehmen ist. Während wir z.B. ab 1501 vom 16.Jh. sprechen, betrachtet man hier alle Jahre die mit 16 beginnen als das 16. Jh.. Ist nicht sonderlich wichtig aber vielleicht interessant.k-S2490012

Der Führer macht hier alles ganz wichtig und klopft an den Hütten an um etwa nachzufragen ob der Häuptling uns empfängt oder der Medizinmann bereit ist. Aber unser Eindruck ist eher, hier sind Laienschauspieler am Werke und der Medizinmann der angeblich echter Arzt ist, trägt einen Blaumann unter der Tracht. Na eben so, wie bei allen gleichartigen Veranstaltungen. Aber um einen Eindruck zu erhalten ganz nett.k-S2490060k-S2490069k-S2490058k-S2490035k-S2490025k-S2490018

Als wir das Gelände wieder verlassen, überholen wir einige der Darsteller in ihrer Alltagskleidung wie sie offensichtlich nach Hause gehen und ihr Tagwerk erledigt haben.

Die Führung hat am Ende doch etwas länger gedauert und wir wollen uns sputen um am frühen Nachmittag auf dem nächsten Camp anzukommen, da wir dort noch eine kleine Wanderung unternehmen wollen.

Wir fahren wie immer nach Navi und kurz vor dem Ziel wählt es wie zu erwarten die kürzere Strecke, die aber nicht mit der im Roadbook übereinstimmt. Wir waren schon am Abzweig vorbei, da fordert mich das Navi zum Wenden und Abbiegen auf. Ich folge selbstverständlich, zum Ärger von Astrid, dem Navi, wir sparen dadurch drei Kilometer auf schmaler und bergiger Strecke, die ich sehr reizvoll finde. Aber Astrid ist sauer und äußert sich nicht. Erst später, als wir anderen davon erzählen, gibt sie zu, dass auch ihr die Strecke gefallen hat.

Bei der Einfahrt in den Royal Natal Park wird wieder unser Fahrzeug registriert aber dank der Wildcard, die sich schon bezahlt gemacht hat, kommen wir kostenlos hinein.

Hinter dem Visitor-Center soll es einen Abzweig geben der zu einer Felsformation führt, die wegen ihrer Gestalt als Amphitheater bezeichnet wird. Wir verpassen den Abzweig, da er nicht ausgeschildert ist. Allerdings erfahren wir später, dass die Sonne so ungünstig von schräg hinten stand, dass der gewollte Eindruck nicht entstand und die Felsen nur als dunkle Wand erschienen. Also nichts versäumt und morgens nachzuholen.

Auf dem Platz treffen wir noch einen jungen Mann aus den Niederlanden, der eigentlich als Couchsurfer unterwegs ist. Zum Glück hat er ein Zelt dabei, denn hier hat es mit dem Couchsurfing nicht so geklappt. Immerhin hat seine Bekanntschaft ihn aber noch bis zum Campingplatz gebracht. Auf unserer Wanderung auf dem „Cascades Trail“ begegnen wir ihm noch zweimal. Es ist eine sehr schöne etwa einstündige Wanderung am Rand eines Bergbaches entlang. Zuerst befestigt, aber dann doch mit etwas Kraxelei verbunden. Wir drehen um als wir einen kleinen aus dem Bach aufgestauten See erreichen, an dem eine Familie Picknick macht. Man kann hier auch baden.

Am Abend setzt Regen ein und wir flüchten vom Tour-Besprechungstermin. Im nahegelegenen Abwaschhaus wird dann in fröhlicher Runde der Abschied von Gabi aus Lübeck, die ihren als Alleinfahrer angemeldeten Bruder bis Durban begleitet, gebührend gefeiert.

Es ist Herbst in Südafrika. Schön sieht die Laubfärbung der Bäume ja aus, aber wenn man sich beim Einpacken der Reisetaschen auf Sommer eingestellt hatte und meistens dünne Sommersachen eingepackt hat, ist das alles so eine Sache. 

Wir haben hier schon ganz schön gefroren, wenn morgens das Thermometer nur 6° anzeigt und keiner Lust hat draußen zu frühstücken. Voller Neid habe ich dann die Temperaturen zu Hause verfolgt!! 

Aber was soll’s, es wird schon wieder wärmer und wenn wir erst mal an der Küste sind, dann kann ich endlich meine Kleidchen ausführen.  Bevor ihr jetzt alle in Tränen ausbrecht oder euch ins Fäustchen lacht, ich bin nicht allein mit meinen Sommersachen, den meisten von uns geht’s genauso. Da müssen wir durch. Und auch das packen wir.

Gestern, am Morgen, immer noch leichter Nieselregen und wir schenken uns deshalb den erneuten Versuch, das Amphitheater zu sehen. Immerhin liegen 340 km vor uns.

Wenig später, auf der Strecke nach Bergville, klart es zunehmend auf, die Drakensberge sind rechts zu sehen und Astrid entdeckt auf den Dreitausendern Schnee, was ich erst nicht so recht glauben will. Deshalb verzichtet sie auch auf ein Foto und ärgert sich später.

Die Strecke heute Richtung Endziel Durban an der Küste bringt uns sowohl landschaftlich als auch klimatisch einen Wechsel. Aus knapp 1500m Höhe wieder auf Meeresniveau.

Kurz vor der Autobahn N3 machen wir noch einen Stopp in Winterton und essen das bislang beste Omelette zum Frühstück in einem kleinen Laden der Wohnaccessoires anbietet und dem ein kleines Cafè angeschlossen ist, wie man es hier häufig antrifft.

Nach 50 km verlassen wir die eintönige N3 und machen auf dem Midland Meander eine interessante Tour durch hügelige Landschaft, die fast an Mitteleuropa erinnert. Auch die Ortschaften sind sehr schön, rausgeputzte Häuser, vermutlich Feriengebiet, denn es sind auch Ressorts vorhanden und ein Golfplatz.

Südlich von Nottingham machen wir nur einen kurzen Stopp am „Bierfassel“, einem Restaurant mit deftiger deutscher Küche.k-20160511_114451k-20160511_114722

Wir sind noch satt und fahren statt dessen weiter wieder Richtung N3 und besuchen 3 km vorher die „Mandela Capture Site“, ein Monument und eine Ausstellung, die an die Verhaftung Mandelas 1962 genau an dieser Stelle erinnert. Die Ausstellung selbst ist eher ein Provisorium aber dennoch aufschlussreich. Ein Neubau ist bereits im entstehen.

Das Monument beeindruckt, denn nur von einem ganz bestimmten Punkt aus sind die 27 Stelen, die an die 27 Jahre Haft erinnern, als Porträt Mandelas zu erkennen.

Über die Autobahn hinweg wollen wir noch zum Howick-Fall, ein 100m hoher Wasserfall. Wir zweifeln zunächst ob wir dahin kommen, denn bereits 150m vor einer Eisenbahnunterführung wollen wir, wie viele andere wie wir später erfahren es getan haben, umdrehen, denn hier steht ein unmissverständliches Schild mit einem Hinweis auf eine Höhenbegrenzung von 2,20m. Für uns nicht ausreichend. Wir fahren deshalb links raus zögern noch, bis ich dann einen LKW durch die Brücke fahren sehe. Was der kann können wir auch und fahren hindurch. Die Angabe war jedenfalls definitiv falsch.k-20160511_135824

Der Wasserfall lohnt den Abzweig hierher und nun geht es auf die N3 denn die Zeit drängt. Es herrscht allerhand Verkehr Richtung Durban und wir müssen an einem kilometerlangen LKW-Stau vorbei. Baustelle. Die LKW-Fahrer sind sehr diszipliniert und warten geduldig bis sie sich zwischen die anderen Fahrzeuge in die nun nur einspurige Strecke einreihen können. Kein drängeln oder Spur zu machen wie zu Hause. Überhaupt fahren die Südafrikaner, mit Ausnahme der Sammeltaxis, sehr zurückhaltend.

Bald ist die Strecke wieder frei und es geht teilweise vierspurig bis Durban. Häufig befinden auch wir uns auf der äußersten rechten Spur (hier die äußerste Überholspur), es macht richtig Spaß hier mitzuschwimmen.

Durch Durban hindurch wechseln wir auf die Küstenautobahn N2 und gelangen nach Ballito, einen Badeort am Indischen Ozean und haben noch 26° als wir auf unserem schön gelegenen Camp inmitten tropischer Pflanzen ankommen.

Es wird schnell wieder dunkel und es wird gegrillt heute. Einige Nachbarn finden sich auch noch bei uns ein. An den Blog ist deshalb nicht zu denken.

Heute nun steht eine Stadtrundfahrt durch Durban auf dem Plan. 9 Uhr ist Abfahrt und es geht erst einmal in eine Township vor Durban. Wir machen hier Halt um eine Anlage zu besichtigen in der Mahatma Gandhi gelebt hat und sich als Rechtsanwalt für die Rechte der eingewanderten Inder engagiert hat. Er hat immerhin 21 Jahre in Südafrika gelebt und hier seine Doktrin vom „Passiven Widerstand“ entwickelt.

Später geht es in die Innenstadt, wir besuchen das neue Fußballstadion was seinerzeit für die WM errichtet wurde und fahren mit einer Bahn auf den Bogen hinauf der das Stadion überspannt. Später besuchen wir die Küstenfront, Goldene Meile genannt, entdecken auch unser Hotel indem wir 2007 eine Nacht verbracht hatten und den Abschluss bildet ein Besuch des indischen Viertels und eines indischen Marktes.

Unser Hotel 2007
Unser Hotel 2007

k-S2500069Als die Rückfahrt ansteht und wir schon vor dem Bus stehen nutzt ein Afrikaner die Gunst der Stunde und bietet ein Tänzchen dar. Für die Musik hat er in seinem Einkaufswagen einen Generator dabei der den Strom für seine ebenfalls im Wagen befindliche Anlage erzeugt.k-S2500073

Durban ist heute die zweitgrößte Hafenstadt in Südafrika und von ca. 3 Mio Einwohnern bevölkert. Der Anteil der Weißen beträgt nur 6 bis 7 %. Aber viele Inder leben hier. Die größte Kolonie außerhalb Indiens. Die größte schwarzafrikanische Bevölkerungsgruppe bilden die Zulus. Die Landwirtschaft um Durban wird dominiert vom Zuckerrohranbau.

Freitag der 13. – ein Glückstag in St. Lucia

13.05.2016 Freitag der 13. – ein Glückstag in St. Lucia

Am frühen morgen erhalten wir noch Besuch neben unserem Wohnmobil.k-IMG_20160513_083736

Heute steht Zweierlei an. Erstens Vorräte bunkern und zweitens Bootstour in St. Lucia.

Ersteres erledigen wir noch in Ballito. Wir kaufen heute etwas mehr als üblich, denn wir stellen uns damit bereits auf die künftigen Wochen ein. Nach Swasiland und Krüger-NP fahren wir direkt nach Mosambik und Malawi, dort soll die Versorgung jedenfalls nicht so leicht sein, wie hier in Südafrika. Da wir für den Einkauf einiges an Zeit benötigen, nehmen wir anschließend die Küstenautobahn N2 und fahren nordöstlich bis Mtubatuba, wo wir dann direkt zur Küste nach St. Lucia abschwenken.

Nach Navi werden wir gegen 13 Uhr hier sein. Genug Zeit etwas zu essen und dann pünktlich um 15 Uhr beim Bootsanleger zu sein.

Aber etwas wichtigeres schwebt mir noch vor. Ich will unbedingt den Apotheker von St. Lucia besuchen.k-20160513_142030

Wir halten direkt vor der Einkaufspassage von der ich mir relativ sicher bin, dass hier die Apotheke ist. Astrid staunt, dass ich direkt hier drauf los steuere und dies noch im Gedächtnis habe. Im Gang links finden wir was wir suchen und durch das Schaufenster erkennt Astrid sofort auch den Apotheker. Wir betreten die Apotheke und müssen uns noch in Geduld üben. Der Apotheker behandelt gerade mit viel Einfühlungsvermögen ein kleines schwarzafrikanisches Kind, welches auf dem Tresen sitzt und von seiner Mutter gehalten wird. Er hört es ab, misst im Ohr die Körpertemperatur und verabreicht flüssige Medikamente in einer Plastikampulle direkt in den Mund. Ohne einen Laut von sich zu geben lässt das Kind die Prozedur über sich ergehen. Wir spüren, dass sowohl das Kind als auch die Mutter viel Vertrauen haben.

Nach einiger Wartezeit wendet sich der Apotheker dann uns zu und ich begrüße ihn mit: „Hello Mr. Potgieter, wir sind Astrid und Egon Müller aus Deutschland“. Mehr brauche ich nicht zu sagen und er erinnert sich sofort an uns und an 2007, als ich hier einen Herzinfarkt erlitten hatte und er mein Leben gerettet hat indem er mich behandelte und versorgte.

Groß Freude auf beiden Seiten über das Wiedersehen. Er erinnerte sich auch noch an die Mail die wir ihm nach unserer damaligen Reise von Deutschland aus schickten und an den Blumenstrauß den Astrid zu ihm auf den Weg brachte.k-IMG_20160513_131806

Wir erzählen noch eine ganze Weile über Gott und die Welt sowie unsere und seine Reisen, er war in Äthiopien, Ägypten, Israel und Europa, bis wir uns dann voneinander verabschieden und ihm nochmals herzlich danken.

Das war ein Erlebnis, auf das ich sehr gehofft hatte.

Pünktlich 15 Uhr startet unser Boot am Sunset Jetty Ableger und für zwei Stunden genießen wir Natur am und im Wasser. Hippos, Krokodile und diverse Vogelarten sind hier zu erleben.k-S2510002

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Kurz vor Annahmeschluss spiele ich über das Internet noch bei Eurojackpot mit.

Als ich später nachschaue steht da nur „hat teilgenommen“. Von Gewinn keine Spur. Aber mehr Glück geht wahrscheinlich nicht an einem Tag wie heute.k-S2510052