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vom Balkangebirge durch die thrakische Ebene zu den Rhodopen

22.09.
Die heutige Etappe ist eigentlich lediglich eine Überführungsetappe in die Nähe von Plovdiv und Sofia, wohin die nächsten beiden Tagesausflüge gehen werden. So richtig passend für einen Sonntag. Wir wollen uns aber in Kazanlak das Thrakergrab ansehen, schließlich Weltkulturerbe, auch wenn tatsächlich nur die Kopie zu sehen ist. Da die Koordinaten nicht bekannt gegeben waren, bemühe ich Wikipedia. Leider führen diese Koordinaten zwar ins Zentrum von Kazanlak, aber nicht zum Grab. Aber ich finde das Grab als POI im Navi und das ist zutreffend. Das Grab auf einem Hügel ist über mehrere Stufen zu erreichen. An der Straße selbst sind wieder die obligatorischen Stände aufgebaut, an denen Touristen etwas verkauft werden soll.
Zunächst gelangt man zum Original, was leider nicht zugänglich ist. Wenige Meter weiter steht die Kopie. Diese ist begehbar. Man gelangt in einen schmalen Gang der im oberen Bereich ausgemalt ist. Daran schließt ein runder Raum mit etwa 4m Durchmesser an, dessen Kuppel ebenfalls mit szenischen Bildern ausgemalt ist.

Nach Kauf einiger Souvenirs für zu Hause, wollen wir auf dem weiteren Weg doch noch einen Abstecher einlegen. Wir suchen einen auf der Landkarte ausgewiesenen Wasserfall am Südhang des Balkan. Wir finden schöne Landschaft im Naturschutzgebiet, aber nicht den Wasserfall. Vielleicht nicht erstaunlich bei dem Wassermangel der überall in den Flüssen zu sehen ist. Auf der weiteren Strecke bis zur Autobahn legen wir auf freiem Feld noch einen Stopp für ein Picknick ein und sonnen uns unter fast wolkenfreiem Himmel.Picknick

Auch am Sonntag sind in vielen Orten Märkte, die Obst und Gemüse anbieten. Wir kaufen auch noch ein, aber nicht die säckeweise Paprika, die für 1 Lewa ( 50 Cent) angeboten werden. Der Sack wohlgemerkt. Leider in der Menge zuviel für uns, obwohl er lecker aussieht. Auf der weiteren Strecke sind nicht nur erneut zahlreiche Denkmäler und Monumente zu sehen, sondern auch Polizisten, die uns vermutlich aus Langeweile anhalten und die Dokumente sehen wollen. Ich zeige lediglich meinen Ausweis den ich nach kurzem Studium zurück erhalte und dann weiter fahren darf. Übrigens haben wir heute die 4000 Reisekilometer überschritten. Wir geben dann die Koordinaten des Campingplatzes ein, müssen noch eine Umleitung fahren und schrauben uns auf 1100m hoch nach Batak an einen schönen Stausee. Die Temperatur fällt von 24° im Tal auf 16°, trotz schönem Sonnenschein.

Ins Rila-Gebirge

 

25.09.
Jetzt heißt es bald Abschied nehmen. Sowohl von der Mehrzahl der Mitfahrer, als auch von Bulgarien.
Zwei weitere Mitfahrer und wir, werden uns am Freitagmorgen von denjenigen verabschieden, die nicht weiter mit in die Türkei reisen. Aber erst einmal steht ein weiteres Highlight auf dem Programm, was wohl nahezu jedem einfällt wenn er an Bulgarien denkt. Das Rila-Gebirge und das gleichnamige Kloster.
Wir starten früh in Batak an dem malerischen Stausee, der noch viel romantischer gewesen wäre, wenn es am Abend nicht so früh abgekühlt hätte.

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Wir verlassen den Platz und weil ich besonders schlau sein will, nehme ich bereits den ersten Weg rechts und wir landen nicht nur auf einer Schotterpiste, sondern in einer Sackgasse, wie wir nach 1,5 km feststellen. Also zurück und den obligatorischen Weg eingeschlagen.
In Velingrad das nächste Hindernis. Die Navi’s führen uns allesamt in eine gesperrte Straße. Statt nach rechts abzubiegen, fahren fast alle nach links, wir auch, und dürfen deshalb ungewollt den Ort ausgiebig erkunden. Zuvor hatten wir uns alle bei Lidl getroffen um die letzten Lewa auszugeben.
Anschließend geht es aber durch malerische Landschaft Richtung Rila-Gebirge. Der gute Eindruck wird nur durch ca. 20 km grottenschlechte Fahrbahn getrübt. Unterwegs begegnen uns wieder zahlreiche Pferdefuhrwerke, finden sich viele Verkaufsstände am Straßenrand, an denen Honig und Wein angeboten wird, und wir können Bauern beobachten, die wie vor hundert Jahren das Heu mit einer dreizinkigen Holzgabel wenden.
Wir kommen pünktlich am Platz in unmittelbarer Nähe des Klosters an, um gegen 15 Uhr an der Führung durch das Kloster teilnehmen zu können.S1550004(1)

Das Kloster ist ein wertvolles Kulturerbe Bulgariens und Weltkulturerbe. Gegründet im X.Jh. vom Eremiten Ivan Rilski, dessen Reliquien hier aufbewahrt werden, entwickelte sich im Mittelalter eine lebhafte künstlerische Tätigkeit und der Besitz vergrößerte sich. In der Epoche der nationalen Wiedergeburt im XVIII. und XIX. Jh. entwickelte sich ein reiches wissenschaftliches, kulturelles und geistiges Leben. 300 Mönchszimmer befinden sich in dem Komplex. Heute leben noch 12 Mönche hier. Das Kloster ist üppig und mit viel Malerei ausgestattet.

Zu Fuß geht es an einem kleinen Flüsschen entlang auf unebenem Weg zurück zum Campingplatz. Astrid stürzt auf dem Weg und zieht sich einige Blessuren zu. Den Abend verbringen wir mit einem anderen Paar sehr angenehm in unserem Womo und tauschen uns über Reiseerlebnisse und Reisepläne aus. Unser besonderes Interesse gilt dabei einer Tour rund um die Ostsee, die beide bereits absolviert haben.