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Ephesos

05.10.
Es war wieder kalt in der Nacht. Am Morgen sind nur 9° im Womo. Selçuk bildet für uns die Basis um heute von hier aus Ephesos zu besuchen. Nach zehn Minuten Busfahrt kommen wir bereits am Obertor an. Im Unterschied zu Troja, Assos und Pergamon stehen hier bereits unzählige Busse und schütten die Touristen aus. Auch von Kreuzfahrtschiffen werden sie hierher gebracht, das Meer ist nicht weit. Früher reichte das Meer bis Ephesos heran, hier war in der Antike ein bedeutender Hafen, nachdem Bergama aufgegeben wurde, weil der dortige Hafen versandete und das Meer sich bis auf 18 km entfernte.
Mit Ephesos haben wir auch gegenüber den vorangegangenen Orten die absolute Steigerung vollzogen. In der Reihenfolge wie wir die Orte Troja, Assos und Bergama besucht haben, wuchs auch in der subjektiven Wahrnehmung deren Bedeutung, wenn man sie daran festmacht, wie viel zu sehen ist. Ephesos bildet nun das absolute Highlight. Es gehört zu den größten Ruinenstätten der westlichen Welt. 1000 v. Chr. erbaut, geht die Stadt, deren Reste heute zu sehen sind auf den Nachfolger Alexanders des Großen zurück. Erbaut im 4. Jh. v. Chr. Unter den Römern war hier der größte Hafen der Ägäis. Er verschlammte später und die Stadt verfiel. Zum Glück ist die Stadt aber nie überbaut worden. Auf den Trümmern und den darüber befindlichen Ablagerungen wurden Landwirtschaft betrieben und Olivenhaine angepflanzt. Das hat die spätere Freilegung erleichtert und vieles erhalten.
Wir sehen u.a. den Hadrian-Tempel, das Herkules-Tor, das riesige Theater, die Kolonadenstraße, das Freudenhaus und eine antike Toilettenanlage. Einen Höhepunkt bildet selbstverständlich die Celsus-Bibliothek. Nach drei Stunden endet die Führung und wir sind ziemlich kaputt.

Der Bus bringt uns ins Zentrum von Selçuk, wo wir zu Mittag essen und anschließend über den Markt schlendern, die Vorräte mit frischem Obst und Gemüse auffüllen, bevor er uns am Campingplatz absetzt.

Astrid macht noch Wäsche, wir bewundern erneut den schönen Sonnenuntergang und verziehen uns dann bald ins Womo. Hoffentlich wird es bald wärmer und der Wind, der Astrid Kopfschmerzen bereitet, lässt nach. Morgen bleiben wir noch hier bevor es am Montag weiter geht nach Pamukkale.