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Auf zum Schwarzen Meer

14.09.
Wir verlassen die Hauptstadt und wenden uns nach Osten. Das schwarze Meer ist unser heutiges Ziel. 3 Anfahrtsrouten stehen zur Auswahl und wir entscheiden uns für die längste mit rund 300km bei der die Donauüberquerung mittels Fähre vorgesehen ist. Außerdem sollen noch Klöster und Überreste einer römischen Anlage, das Tropaneum Traiani, sehenswert sein. Wir fahren deshalb aus Bukarest und nehmen nicht die Autobahn, sondern die B3. Ab Lehliu-Gara nutzen wir dann doch die A2 bis Dragalina und schwenken dann im rechten Winkel nach Süden nach Călarasi und zur Fähre. Ein Womo aus unserer Gruppe kommt uns schon entgegen und wir vermuten schon, dass die Fähre evtl. doch nicht geht, wie gestern jemand gemutmaßt hatte. Wir fahren aber weiter und finden beträchtlichen Andrang vor. Eine Fähre entfernt sich gerade vom Ufer. Wir reihen uns ein, bezahlen 65 Lei und warten. Bereits die nächste Fähre nimmt uns mit. Astrid steigt vor der Auffahrt aus um Fotos zu machen, kommt aber dann nicht mehr ins Womo. Es ist zu eng. Die Fähre, die eigentlich ein Ponton ist, mit einem älteren Schubschiff an der Seite, ist so voll gestellt, dass wir Sorge um die Unversehrtheit unseres Schmuckstücks haben. Das Herunterfahren gestaltet sich schwierig, weil hohe Absätze zu überwinden sind und uns nur ein besserer Feldweg erwartet. So sieht also die einzige Verbindung weit und breit über die Donau, kurz vor der bulgarischen Grenze, aus.

Wir fahren wieder auf der B3, haken ein weiteres Kloster ab, bei dem uns erstmals auch bettelnde Kinder bedrängen. Insgesamt wirken die Umgebung und die Orte südlich der Donau ärmlicher. Das Kloster ist gut besucht. Es ist schließlich Samstag.

Unterwegs ist die Straße mit Splitt bestreut, was drei PKW’s zum Verhängnis wird. Auf einer Strecke von 100m liegen sie allesamt zerbeult am Straßenrand. Mindestens einer davon mit Totalschaden. Viele wird dieses Schicksal aber nicht mehr treffen. Ganze Familien sind hier im Einsatz um überschüssigen Splitt mit Zweigen und anderen Hilfsmitteln zusammen zu fegen und einzusacken. Weiter zum Tropaneum Traiani. Wenig spektakulär, ebenso wie das Monument in der Nähe.

Wir nehmen dann die südliche Anfahrt zum Campingplatz, durchqueren dabei Constanta und landen direkt am Schwarzen Meer. Wir gehören zwar wieder zu den Letzten, erhalten aber einen schönen Platz direkt am Strand zugewiesen, der trotz Wochenende verlassen ist. Die Saison ist bereits zu Ende.

Constanta

 17.09.

Wir haben den gestrigen Tag einfach so an uns vorbei gehen lassen. Mit Jamal habe ich Strandtennis gespielt und anschließend sind wir gemeinsam im Schwarzen Meer baden gegangen. Astrid hat sich nicht so gut gefühlt. Zahnschmerzen plagen sie. Vielleicht ist es auch ein nervlich bedingter Schmerz. Auf jeden Fall muss es untersucht werden und Renate, unsere Reiseleiterin, hat sich bereit erklärt, den Kontakt zu einem Zahnarzt in Nessebar herzustellen. Der Abend endet deshalb wenig aufregend.
Am Morgen gibt es zahnfreundliches Frühstück. Für unsere heutige Tour haben wir uns wieder ein paar Extras einfallen lassen. Zunächst besuchen wir noch die Altstadt von Constanta, was gar nicht so einfach ist. Es herrscht starker mehrspuriger Verkehr und wir sind ständig am Aufpassen, ob nicht wieder irgendwo ein Gullideckel etliche Zentimeter unter Straßenniveau liegt oder ganz fehlt. Viele Menschen stehen auch am Straßenrand und warten mitgenommen zu werden. Entweder von kleinen Bussen oder auch Privatfahrzeugen, die dann einfach mal so unvermittelt anhalten. Wir finden dank Navi die Altstadt und parken nahe dem Spielcasino, das auch schon bessere Tage hatte. So wie auf dem Titelbild des Stadtplanes sieht es jedenfalls nicht aus. Wir wollen ins Zentrum und finden nur aufgerissene Straßen. Die ganze Altstadt ist Baustelle und wir müssen über Gräben steigen und durch Bauschutt kraxeln. Wir finden dennoch einige Sehenswürdigkeiten, so den Ovid und auch eine große Moschee, deren Minarett wegen Bauarbeiten leider nicht zu besteigen ist.
Um auf kurzem Wege die Altstadt wieder verlassen zu können, regelt Astrid den Verkehr, damit ich rückwärts fahrend die Einbahnstraße verlassen kann.

 

 

Auf der E87 fahren wir Richtung Süden der rumänisch-bulgarischen Grenze zu und passieren Hinweise zu Orten wie Olymp, Neptun, Jupiter, Aurora, Venus und Saturn und durchqueren auch Orte mit den vielsagenden Namen 23.August und 2.Mai.

Der Grenzübergang gestaltet sich erneut problemlos. Ausweise und Fahrzeugpapiere werden verlangt. Bei Letzteren stutzt der Grenzer. Ich habe ihm die von meinem Smart gereicht. Eine Vignette ist auch noch vonnöten. Die ersten Lewa werden auch erworben und die restlichen Lei zurück getauscht.