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Von Italien durch Slowenien nach Kroatien

28.08.

Unser Platz, der 10 € die Nacht kostet, hat auch Ver- und Entsorgungsmöglichkeit. Also wird noch gleich die Toilette entleert, aber auf Frischwasser verzichten wir. Der Anschluss macht nicht wirklich einen sauberen Eindruck. Außerdem ist unser Tank noch zu 3/4 gefüllt.

Schnell sind wir auf der Autobahn Richtung Triest. Heute wollen wir endlich mit unseren Freunden das Wiedersehen feiern. Sie stehen in Grado auf einem Campingplatz, direkt am Golf von Triest. Zuvor steuern wir wenige Kilometer davor Aquileia an. 181 v.Chr. entstanden, war die Stadt der militärische Brückenkopf für die römische Eroberung des Donauraumes. Am Ende der Kaiserzeit zählte Aquileia bis zu 100.000 Einwohner und war damit viertgrößte römische Stadt in Italien und neuntgrößte des gesamten Reiches.

Davon zeugen heute zahlreiche Ausgrabungen. Sie sind zwar optisch nicht so spektakulär wie in Salona bei Split in Kroatien, aber geschichtsträchtig.

Im Ort gibt es einen großen Parkplatz mit Touristinfo, in der man kostenlos Einweisung und Prospektmaterial erhält. Wir begeben uns auf die Rundtour durch die ehemalige Hafenstadt und besichtigen die Ausgrabungen. Der gut erhaltene und restaurierte Dom mit seinen Mosaiken ist sehr sehenswert.

 

Nach einem Espresso und kleinem Gebäck nehmen wir Fahrt auf zum Campingplatz bei Grado, wo uns unsere Freunde erwarten. Ein riesiger Platz mit einem Empfang, der auch einem Sternehotel gut zu Gesicht stehen würde. Allerdings ein richtiger Familienplatz, wie man an den zahlreichen Kindern und der Einrichtung ablesen kann. Eigentlich nicht unser Ding. Wir essen allerdings im Restaurant am Platz ganz gut zu Abend und es ist auch ruhig in der Nacht.Camp in Grado Auf der Fahrt hatte ich festgestellt, dass hinten links weniger Luftdruck auf dem Reifen war als rechts. Muss ich morgen mal prüfen.

Die Wiedersehensfreude konnte dies aber nicht trüben.

29.08.

Am Morgen stelle ich fest, dass wir hinten links fast auf der Felge stehen. Ersatzrad habe ich nicht dabei und mein Kompressor aus dem Smart reicht nicht bis zum Hinterrad. Franz fährt deshalb mit seinem Womo neben mich, aber mein Kompressor tut es nur kurz und meine Sicherung für den Zigarettenanzünder ist durch. Gleiches passiert mit seinem Anschluss und seinem Kompressor. Aber ich habe immerhin 2,5 bar auf dem Reifen und gestern eine Werkstatt in Aquileia gesehen. Da will ich hin. Der Checkout am Platz dauert ziemlich lange und ich habe schon bedenken, wie lange wohl der Druck auf dem Reifen halten wird. Die Werkstatt in Aquileia macht Urlaub, aber der Eigentümer verweist uns zum Glück zu einer Werkstatt in einem anderen Ort. Der Druck hält auch bis dahin noch. Dort angekommen, wird der Reifen sofort geprüft, auch abgenommen in ein Wasserbad getaucht und von der Felge entfernt um ihn von innen zu begutachten,  aber kein Schaden festzustellen. Wahrscheinlich liegt es doch am Reifensensor, den ich auf allen Rädern habe. Vielleicht nicht fest genug angezogen. Jedenfalls ist die gesamte Begutachtung kostenlos. Ich gebe dem Monteur etwas für die Kaffeekasse und wir fahren weiter.  Unsere Freunde sind uns während dieser Zeit nicht von der Seite gewichen. Aus Sorge um unser Problem.

Wir haben nun einiges an Zeit verloren und nehmen nun doch die mautpflichtige Autobahn vorbei an Triest. Rasch sind wir in Slowenien, machen hier Halt für ein preiswertes Sandwich und befinden uns kurz darauf bereits in Kroatien. Über Opatija erreichen wir die Fähre nach Cres und setzen über. Eine halbe Stunde dauert die Überfahrt.Fähre nach Cres Meine Tankanzeige leuchtet und in Cres, der Inselhauptstadt muss ich tanken. Vor der Fähre waren Ruedi und Verena zu uns gestoßen, ein Pärchen, welches wir auf der Türkei-Tour kennengelernt hatten. Gegen 16 Uhr zeigt uns unser Thermometer 30° an.

Mein Reiseführer hatte den Campingplatz in Mali Losinj vorgeschlagen. Dieser liegt am Ende der Insel. Noch ca. 70 km auf teilweiser schmaler Straße, die aber auf einigen Teilstücken sehr gut ausgebaut ist. Wir finden auch Plätze,  obwohl sie uns nicht wirklich überzeugen. Wir selbst wissen, warum wir lieber auf Womo-Stellplätzen als auf Campingplätzen stehen. Sie sind ruhiger und oft besser gelegen. Aber der Abend im Restaurant am Platz entschädigt. Wir essen gut und am Ende tanzen wir sogar noch zur Livemusik.

Sibinj

31.08.

Noch ein Nachtrag zu gestern. Nachdem die Schweizer komplett zum Abendessen in den Ort gegangen sind, haben wir uns mit unseren deutschen Freunden zusammengetan, gemeinsam gegessen und reichlich getrunken.  War ein langer Abend, aber ohne schweren Kopf am anderen Morgen.

Heute wollen wir wieder auf das Festland zurück. Aber nicht den gleichen Weg mit der Fähre nach Brestova, sondern von Merag zur Insel Krk. Zunächst genießen wir jedoch die Landschaft der Inseln Losinj und Cres. Sie sind sehr unterschiedlich. Während auf Losinj noch Baumbestand herrscht, wird Cres von Macchia-Büschen an den trockenen Hängen dominiert. Hier sind die Kiefernwälder nur an der Ostküste zu finden. In Osor machen wir Halt. Die Drehbrücke im Ort bildet den Schnittpunkt zwischen den Inseln Losinj und Cres. Einst die bedeutendste Stadt der Kvarner Inseln mit mehr als 15.000 Einwohnern, leben heute nicht viel mehr als 100 Leute in den malerischen Gassen in denen zahlreiche Bronzeskulpturen musizierender Menschen zu finden sind. Kunst und Kultur sind hier zu Hause und regelmäßig finden Konzerte statt.

 

Weiter geht die Fahrt vorbei am Hauptort Cres bis wir die bereits bekannte Strecke verlassen und nach Merag abzweigen um von dort mit der Fähre nach Krk überzusetzen. Hier wenden wir uns über Vrh dem ebenso unaussprechlichen Ort Krk zu. Leider finden wir außer einem für Womo’s gesperrten Parkplatz keine Alternative. Aber einen Stellplatz gibt es. Hier wären wir stehen geblieben, wenn wir allein unterwegs wären. So nehmen wir die Straße Richtung Rijeka und kommen über die berühmte Brücke zurück aufs Festland. Blick zur BrückeIn Novi Vindolski besuchen wir noch eine imposante Kirche hoch über der Stadt. Drei Damen sitzen singend in der ersten Reihe und lassen sich von uns nicht stören.

Über glattes Gestein bewegen wir uns wieder nach unten und nehmen den letzten Abschnitt bis zum Autocamp in Sibinj in Angriff. Die beiden anderen Fahrzeuge sind bereits am Platz, der gut besucht ist, aber auch wir werden fündig und genießen vor dem Womo die grandiose Aussicht auf die Adria und die Insel Rab. 4 DamenAm Abend setzt dann Wetterleuchten ein, die Fledermäuse fliegen umher und Astrid entdeckt eine Sternschnuppe.