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Höhlen, Felsen und Ballone

13.10.
Heute ist Ruhetag, aber nur für das Womo. Wir haben uns für 7.30 den Wecker gestellt, da der Bus für die heutige Ausflugstour bereits um 9.00 startet. Als ich das Frontrollo runter schiebe, bietet sich ein traumhaftes Bild von fahrenden Ballonen die ihre Tour gerade beenden. Ein herrlicher Anblick in der Morgensonne und dazu noch direkt vor unserem Fenster. Wir freuen uns schon auf Morgen. Da wollen wir uns dieses Vergnügen gönnen.

Mit unserem Bus fahren wir nach Göreme und schauen uns die bizarren Felsformationen in der Umgebung an. Aus dem erodierten Tuffgestein und den Vulkanablagerungen haben sich über Jahrtausende Steingebilde entwickelt, die wohl so nur hier zu sehen sind. In einigen Felsen sind Höhlen die zum Teil noch bewohnt sind oder touristisch vermarktet werden. Wir besuchen das Innere eines Felsens in dem auf sechs Etagen Räume eingerichtet sind. Davor befindet sich ein kleines Gartenrestaurant, wo wir uns wieder einmal türkischen Tee gönnen. Andere Felsen haben Höhlen für Tauben. Man sieht die Einfluglöcher. Der Taubenmist wird zweimal im Jahr entnommen und als Dünger verwendet.

Dritte Station ist die unterirdische Stadt Derinkuyu. Für ihre Entstehung und Nutzung gibt es wenige gesicherte Erkenntnisse, sondern mehr theoretische Annahmen, weil bei der Entdeckung keinerlei Aufzeichnungen oder Ausgestaltungen gefunden wurden. Die Stadt erstreckt sich über 7 Etagen und 55 m in die Tiefe. Es gibt Wohnquartiere, Ställe, Brunnen, Kirchen, Lagerräume und Belüftungssysteme. Man nimmt an, dass sich die christlichen Bewohner der umliegenden Orte im Gefahrfalle hierher geflüchtet haben. Die Gänge sind teilweise so schmal und niedrig, dass man sich nur gebückt bewegen kann. Ganz schön anstrengend. Und dunkel ist es auch, sodass keine besonders aussagekräftigen Fotos zu schießen sind. Auf einem ist der Auslauf einer Weinpresse und auf einem anderen ein Taufbecken zu sehen.
In der Region soll es 36 unterirdische Städte geben, nur wenige von ihnen wurden ausgegraben.
Nach einem ausgiebigen Mittagessen in Soğanli erwandern wir das gleichnamige Tal, in dem sechs von ehemals etwa hundert Felsen- bzw. Höhlenkirchen zu besichtigen sind. Sie sind relativ gut erhalten und teilweise noch mit Malereien in Pastelltönen versehen. Die ältesten Malereien stammen aus dem 6. Jahrhundert.

Auf der Rückfahrt legen wir beim MIGROS noch einen Einkaufsstopp ein, denn der morgige Tag ist ausgefüllt und übermorgen sind die Geschäfte wegen des Opferfestes geschlossen. Ziemlich müde steigen wir aus dem Bus beim Campingplatz. Heute werden wir nicht mehr alt.