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Tansania

12.06.2016 Abschied von Malawi und Ankunft in Tansania

Der Abschied von Malawi fällt nicht so leicht. Wir wären gern noch länger geblieben. Vielleicht irgendwann in unserem restlichen Leben kommen wir noch einmal wieder. In dieser Stimmung fordert mich Astrid dann auch gleich auf dem Weg zur Straße auf anzuhalten. Eine Frau mit ihren Kindern steht am Wegesrand. Und Astrid beschenkt sie mit Milchpulver, Keksen und unserem letzten (geliehenen) malawischen Geld.

Die letzte Kekspackung geht später auch noch an kleine Kinder am Straßenrand.

Wir hatten angehalten um uns eigentümliche Hügel, mit Zettel daran, aus der Nähe zu betrachten. Wir hatten gestern schon welche gesehen und wussten keine Erklärung dafür. Die Frau die in der Nähe war sagt, es sei eine Pflanze in dem Hügel. Manjoha soll sie heißen. Wenn wir sie richtig verstanden haben steht auf dem Zettel der Besitzer. Müssen wir wohl später mal erforschen.k-S2790003k-S2790004

Nach 135 km ist die Grenze erreicht. Die Ausreise aus Malawi erfolgt wie meist bei den Ausreisen relativ unproblematisch. Nach der ersten Schranke ins Buch eintragen, dann zum Zollgebäude, Exitcard beim „Immigration Exit“ abholen, ausfüllen, Pass abgeben und ausstempeln lassen, Carnet für das Fahrzeug ausstempeln, zurück zum Auto und an der nächsten Schranke nochmals in ein Buch eintragen. Schon fertig. Dauer etwa 45 min.

Aber dann Tansania. Am Grenztor stoppen, Auto registrieren und zum Zoll. Am Visa-Desk Formular abholen, ausfüllen, Pass abgeben, 50 $ pro Person löhnen. Zwischendurch gehe ich noch Richtung Grenze und lasse die Fahrzeugpapiere und meinen Pass kopieren. Und bin sofort umringt von Anbietern für SIM-Karten, Geldwechslern und weiteren Personen die mir irgendwas verkaufen wollen. Der Kopierer steht in einem kleinen Laden. Der Besitzer macht wohl gemeinsame Sache mit den Zöllnern, denn erst nach Zahlung von 5 $ erhalte ich meine Kopien obwohl im Zollgebäude auch Kopierer stehen. Zwischendurch hatte ich das Womo ein Stück zurückgesetzt, habe auch brav die Rückfahrkamera an und ecke genau darüber an einem Dachüberstand an. Zum Glück nur leichter Kunststoffschaden ohne weitere Beeinträchtigung.

Am Roadtaxtresen werden dann Carnet, Führerschein und die Kopien verlangt und dann heißt es warten, warten, warten. Etwa zwei Stunden. Man könnte meinen ein Lehrling sitzt hier, der jeden Buchstaben einzeln sucht. 25 $ sollten hier fällig werden, aber hier werden auf einmal tansanische Schilling verlangt, 55.000, die wir noch nicht haben. Erhard hilft aus. Quer über das gesamte Gelände begebe ich mich während der weiteren Wartezeit doch noch zu einem Wechselschalter und löse für Erhard einen 500€-Schein ein. Dafür gibt es über 1 Million tansanische Schilling. Mein Stapel für meine dreihundert Euro wird noch größer. Die großen Scheine sind ausgegangen.

Mit Allem dann zum nächsten Schalter, bezahlen, und nach etwa drei Stunden insgesamt ist das Prozedere abgeschlossen, nachdem auch die Visa erteilt und das Carnet für die Einreise gestempelt ist. Und das bei 29°.

Endlich in Tansania und nach ersten Löchern in der Straße nun auch auf glattem Asphalt unterwegs. Hier werden Bananen angebaut, aber vor allem auch Tee. Große Plantagen sehen wir, frische grüne und auch bereits abgeerntete.k-S2790015k-S2790017k-S2790018

Nur noch 45 km bis Tukuyu. Aber bis dahin schrauben wir uns auf 1.650 m und verlieren 10° an Temperatur. Vulkanberge und tiefe Täler prägen das Landschaftsbild. Wir sind im ehemaligen „Deutsch-Ostafrika“ und Tukuyu war als „Neu-Langenburg“ ehemaliger Bezirksamtssitz. Gegründet 1899. Wir stehen heute auf dem Gelände des Landmark-Hotels. Schnell parken, etwas essen im Hotel und ab zum Vodacom-Shop der extra für uns öffnet und SIM-Karten erwerben. Da alle hier anstehen, dauert das Ganze etwa 4 Stunden. Die Afrikaner haben die Ruhe weg. Zwischendurch habe ich am Auto den Schaden notdürftig behoben, während Astrid weiter anstand. Am Abend ist dann nicht mehr viel los mit uns. Kein Restaurant- oder Barbesuch. Nur noch schreiben, hochladen und Ruhe ist.