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Dubrovnik

07.09.

Sonntag. Wir verlassen den Platz bei strahlendem Sonnenschein, nachdem wir ihn mit 134 Kuna (knapp 20 €) angemessen bezahlt haben und erreichen vorbei an noch verwaisten Verkaufsständen am Ufer die Küstenstraße nach Dubrovnik. Dort wollen wir heute hin. Es geht am Ende der Makarska-Riviera entlang, vorbei an malerischen Buchten mit schönen Sandstränden bis die Straße die Küste verlässt und hinter einem Bergrücken ein schöner Binnensee, der Bacinska Jezera, auftaucht.

Bei der eher hässlichen Industriestadt Ploce erreichen wir wieder die Küste und nähern uns dem weiträumigen Delta der Neretva, die hier in die Adria mündet. Es ist fruchtbares Schwemmland, mit zahlreichen von Wasserkanälen umgebenen Feldern, die ein bizarres Bild abgeben. Hier wird die Ernte mit dem Boot eingefahren.

Wir machen mehrere Fotostopps und kaufen noch etwas Obst an den in kurzen Abständen an der Straße zu findenden Ständen, bevor wir dann die Grenze zum Korridor von Neum erreichen, der mit 8 km Breite zu Bosnien-Herzegowina gehört und dem Land den Meereszugang sichert. Hier wollen wir mindestens einen Kaffee trinken bevor wir wieder Kroatien erreichen. Ich erblicke auch einen Hinweis auf einen Parkplatz für Busse und Wohnmobile und wir biegen rechts ab zur Küste. Das Häuschen des Parkplatzwächters ist unbesetzt und der Automat nimmt nur KM. Diese Währung ist in meinem Währungsrechner auf dem Smartphone nicht zu finden, die Recherche im Internet klärt aber auf, dass es sich um „Konvertierbare Mark“ handelt. 2 KM entsprechen etwa 1 €. Aber Euro nimmt der Automat nicht, sodass wir uns ohne bezahlen auf den Weg zur Küste auf der Suche nach einem Restaurant oder Kaffee machen. Das erste Restaurant ist keines und der Weg zur Küste geht nicht nur steil hinab, sondern ist auch noch ziemlich weit und unten ist ein Parkplatz. Ich erkläre mich deshalb bereit zurück zu gehen und das Womo zu holen. Eine gute Entscheidung, denn die Mädels finden bei der Rückkehr einen Strafzettel über 40 KM vor.

Unten angekommen, parke ich auf dem kostenpflichtigen Parkplatz. Ein junger Mann zieht für mich das Parkticket, behält es, erwartet aber im Gegenzug, dass wir das angrenzende Restaurant aufsuchen. Da uns dieses nicht zusagt, gibt er mir das Ticket zurück und ich muss die Parkgebühr dann doch selbst tragen. Kein Problem bei etwas über 2 Euro.

Wir essen gut und plaudern mit dem Kellner, der als Flüchtling auch längere Zeit in Deutschland und der Schweiz gelebt hat. Am nahen Strand tummeln sich zahlreiche Badelustige und verbringen so ihren Sonntag.Stopp in Bosnien-Herzegowina

Zurück auf der Küstenstraße haben wir schnell das Ende des Korridors erreicht, in dem zu sozialistischen Zeiten große Hotels und Villen für die Funktionäre Jugoslawiens errichtet wurden.

Bei schönem Sommerwetter, wie am ganzen bisherigen Tag, steuern wir Dubrovnik an und plötzlich fängt es trotz Sonnenschein an zu regnen. Doch das geht schnell wieder vorbei und wir biegen rechts ab, fahren am Wasser entlang und erreichen bald den „Campingplatz Solitudo“.Autocamp Solitudo Hier standen wir ebenfalls bereits 2011 aber wir haben den Eindruck der Platz ist mit 47 € gegenüber damals deutlich teurer geworden. 2 Nächte wollen wir hier bleiben und uns morgen gemeinsam mit den Mädels Dubrovnik ansehen. Astrid und Barbara suchen die Plätze aus, während ich mich mit Ruth zurückhalte, mit dem Ergebnis: Die Toiletten und Duschen sind ziemlich weit weg und für den Weg zum Strand müssen wir zunächst ein Stück bergan und dann aus dem Tor heraus und wieder bergab gehen. Aber wir stehen eben und Strom- und Wasseranschluss ist direkt am Platz vorhanden.

Während ich wieder einmal ein Problem am Womo mit der Toilette zu lösen habe, begeben sich die Anderen zum Strand.

Irgendetwas scheint undicht an der Toilette und es verbreiten sich unangenehme Gerüche. Ich nehme alles auseinander, säubere sämtliche Dichtungen und setze alles wieder zusammen.

Mit 200 KUNA in der Hemdtasche folge ich zum Strand, da ich von 2011 noch in Erinnerung habe, dass man an der Strandbar einen Drink nehmen kann. Ich werde auch schon erwartet, die Mädels haben schon gebadet und eröffnen mir, dass sie von einem freundlichen Herrn sich nicht nur Geld zum Duschen geborgt, sondern dieser ihnen auch noch ein Angebot offeriert habe. Morgen, so das Angebot, starte von hier eine Bootsfahrt zu drei nahen Inseln mit Essen und Getränken inklusive. Abfahrt 10 Uhr. Rückkehr 18 Uhr. Ich müsse nur noch die Anzahlung von 200 KUNA leisten. Also nix mit Drink. Ich überrede den Herrn dazu, dass er mit einer Anzahlung von 100 KUNA leben müsse und so reicht es dennoch für ein Getränk für jeden. 10 Uhr sollen wir am Treffpunkt sein und 10.10 Uhr geht das Schiff, so die letzte Information. Wir genießen noch den Sonnenuntergang und suchen die Stelle, an der 2011 das Foto entstand, welches dann später unsere Einladung zur Feier unseres 60. Geburtstages zierte.beim Camp Solitudo

Zurück am Platz werfe ich den Grill an und wir verbringen einen warmen Sommerabend bei Kerzenschein und Wein.

Inseltour

08.09.

Ich stehe wie immer früh auf und bereite das Frühstück vor dem Womo bei verheißungsvollem Wetter. Plötzlich trübt es sich ein, wir sind gerade fertig, es setzt starker Regen vermischt mit Hagel ein und zwingt uns zurück ins Fahrzeug. So hält es an und vermittelt den Eindruck, dass dies das Wetter des heutigen Tages bleiben wird. Aber kurz vor zehn klart es auf, wir beraten kurz und entschließen uns doch die Bootstour in Angriff zu nehmen. Auf den letzten Drücker angekommen, ist niemand da. Das Wetter hat offenbar abgeschreckt. Wenig später kommt aber unser freundlicher Herr von gestern und auch ein Ersatzboot mit geschlossenen Seitenwänden. Später werden wir dann auf das offene, eigentlich vorgesehene Boot wechseln. Wir besuchen die Inseln Kolocep, Sipan und Lopud. Während wir auf Ersterer Zeit für einen kurzen Rundgang, ein Eis und Kaffee haben,

wird auf der nächsten Insel nach einem Rundgang das Mittagessen an Bord serviert.

Wir haben uns alle für Fisch entschieden und es nicht bereut. Auf der dritten Insel bleiben uns drei Stunden Zeit. Zeit zum Baden für die anderen, während Astrid und ich am Strand spazieren. Ich lasse dann Astrid zurück damit sie ebenfalls ein Bad nehmen kann und wandere am Strand entlang zu einer Klosteranlage. Leider ist sie wegen Renovierung geschlossen.

Als es zur Rückfahrt geht muss der Skipper dreimal Signal geben, weil die beiden außerordentlich hübschen Mädchen aus der Ukraine noch fehlen. Bei der vermutlich Älteren hatte ich mich beim Landgang noch erkundigt, ob denn die West-Ukraine derzeit frei und sicher von Touristen zu bereisen wäre, was sie bestätigt. Könnte also mal eine Alternative sein, um über Polen und die Ukraine nach Griechenland zu reisen.

Beide erreichen noch das Schiff und bei dunkler werdendem Himmel, aber trocken, erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt. Heute bleibt der Grill kalt, die Mädels haben uns zum bevorstehenden Abschied zum Abendessen in das nahe Restaurant eingeladen.