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von Wien nach Szombathely

01.09.
Heute wollen wir nicht nur Wien, sondern auch Österreich verlassen. Anders als die meisten Mitreisenden, werden wir auf die Benutzung der Autobahn verzichten. Einerseits, weil wir nicht für die letzten 30 km noch eine Vignette kaufen wollen, andererseits, weil wir Autobahn langweilig finden. Wir verlassen deshalb Wien Richtung Schwechat, vorbei am Flughafen, fahren dann zum Neusiedler See und machen in Illmitz noch einmal Halt für einen Cappuccino und ein Eis, bevor wir dann gleich über die ungarische Grenze kommen und nach Fertöd weiter fahren. Das war dann die Alternativstrecke zur empfohlenen Route, auf der der Neusiedler See aber nur bei der Anfahrt zu sehen war. Aber es geht durch schöne Weinorte und Illmitz ist bestimmt auch noch einmal einen Aufenthalt wert. Schloss Esterhazy, das Versailles Ungarns und Bestandteil des Weltkulturerbes der UNESCO, ist jetzt unser Ziel. Hier erwartet uns eine sachkundige und vergnügliche Führung durch das Schloss, welches zu 90% aus EU-Mitteln und 10% aus dem Staatshaushalt Ungarns wieder aufgebaut und restauriert wird.  Zu Beginn des 18. Jahrhunderts noch ein kleines Jagdschloss, wurde es unter Fürst Nikolaus I. nach dem Vorbild von Versailles in einem Zeitruam von 64 Jahren aufwändig umgebaut. Hier wirkte auch über drei Jahre Joseph Haydn als Hofkomponist und seine „Abschiedssymphonie“, in deren Verlauf ein Musiker nach dem anderen seine Noten zusammenfaltete und die Bühne verließ, wurde hier uraufgeführt.

Meine 200-Forint-Scheine aus einem früheren Aufenthalt in Budapest werden wir am Parkplatz nicht los. Erst bei einem Bäcker in Szombathely erfahren wir, dass sie inzwischen ungültig sind.
Weiter geht’s über sehr wellige aber weitgehend lochfreie Landstraßen zum Tagesziel nach Szombathely, dem antiken Savaria und späteren Stein am Anger. Köszeg lassen wir aus und sehen uns stattdessen die Altstadt von Szombathely an. Die Stadt liegt direkt an der von Kaiser Tiberius (14-37 n. Chr.) begonnenen Bernsteinstraße und verdankt diesem Umstand seine Entwicklung. Sie ist wahrscheinlich die älteste römische Stadtgründung in der römischen  Provinz Pannonien.

Wir sind dann rechtzeitig auf dem Stellplatz um pünktlich um 18 Uhr am Briefing teilzunehmen. 19.30 Uhr ist Abmarsch zum nahen Restaurant zum gemeinsamen Abendessen, gesponsert von der Reiseleitung. Sehr schmackhaft, der Rotwein und der Palinka schmecken auch, angenehme Unterhaltung und am Ende gehören wir wieder zu den Letzten die den Campingplatz erreichen.