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Etosha-Nationalpark

27.-01.08.2016 von Tsumeb in den Etosha-NP

27.

Heute ist keine Etappe zu bewältigen und wir bleiben einen weiteren Tag im sehr schön angelegten Kupferquelle Resort. Wir wollen den freien Tag nutzen um noch etwas einzukaufen und uns Tsumeb ein wenig anzusehen. Die ersten Bewohner die in dieser Gegend heimisch waren, waren die San. Tsumeb, ursprünglich „Tsomsoub“ verdankt seinen Namen den San. Er bedeutet „einen Brunnen graben, der immer wieder einstürzt“ und steht wohl in Bezug zu der sehr wasserarmen Region.

Tsumeb liegt etwa 1.280m hoch und hat etwa 11.000 Einwohner. Es ist eine sehr grüne Stadt, die auch einen sehr aufgeräumten Eindruck macht. Eine breite, von Jacaranda-Bäumen und Bougainvillea gesäumte Straße bestätigt diesen Eindruck. Die Hütten, in denen nach wie vor die Schwarzen getrennt von den Weißen leben, sehen wir erst bei der Ausfahrt aus der Stadt am nächsten Tag.

Eigentlich ist Tsumeb eine Industriestadt. Bereits die San haben hier Kupfer abgebaut und damit Handel getrieben. In einem Minenbetrieb wurden später Kupfer, Zink und Blei gewonnen, bis 1998 die Förderung wegen Unrentabilität eingestellt wurde. In den besten Zeiten arbeiteten bis zu 8.000 Menschen hier. Unter neuen Eigentümern lief die Produktion im Jahr 2000 wieder an.k-20160727_102357

In der Stadt sind noch viele alte Gebäude aus der Kolonialzeit zu sehen.

Auch das Museumsgebäude stammt aus dem Jahr 1915 und diente ehemals als Deutsche Privatschule. Heute ist ein sehr sehenswertes Museum hier beheimatet. Viel Interessantes aus der Kolonialgeschichte aber auch von der Kultur der San, der Ovambo und der Himba ist hier zu erfahren. Auch ein Waffenarsenal ist ausgestellt. Die Exponate stammen aus dem Otjikoto-See in der Nähe. Dort hatten die Deutschen die Waffen 1915 versenkt um sie vor dem Zugriff der Engländer zu bewahren. Das Museum ist im Privatbesitz und beschäftigt drei Angestellte, darunter ein Ehepaar mit dem wir uns kurz unterhalten. Wir erfahren, dass das Deutschtum immer noch hochgehalten wird, obwohl es zunehmend schwer fällt, weil der Nachwuchs fehlt. So haben sich auch Schützen- und Karnevalsverein zusammengeschlossen um sich gegenseitig bei der Brauchtumspflege zu unterstützen. Das Museum allerdings erfreut sich regen Interesses, vor allem bei Touristen.

Die Putzkolonne zieht auf unseren Platz
Die Putzkolonne zieht auf unseren Platz

28.07. – 01.08.2016

Vom Camp geht es zurück zur Hauptstraße und dann nördlich bis zum 20 km entfernten Lake Otjikoto, von dem wir gestern im Museum bereits erfahren hatten. Hier ist Eintritt zu entrichten, um auf einem Rundweg den kleinen See zu umkreisen. Auf dem Gelände steht noch eine alte Dampfmaschine, die wohl zur Wasserförderung diente. Ein Hinweisschild führt auf, welche Schätze noch nicht geborgen wurden.k-S3050054

Nach weiteren rund 80 km erreichen wir das „Von Lindquist Gate“ zum Etosha-NP und wenig später das erste der drei Camps die wir hier besuchen werden, Namutoni.

Die Etosha-Pfanne, ein Gebiet von 5.000 km² , 129 km lang und 70 km breit, ist vermutlich vor rund 12. Mio Jahren entstanden, als der Fluss Kunene, der hier in die Senke floss, seine Richtung änderte und damit der Zulauf abgeschnitten wurde. Da das Wasser nicht abfloss, sondern verdunstete, sind die Salze und Mineralien des Flusses zurück geblieben.

Blick in die Pfanne:

k-20160729_131527k-S3060042k-S3060040 Der Untergrund der Pfanne besteht aus Kalk und Ton und darüber befinden sich die Salzablagerungen. Alles weiß bis grau, wie auch der gesamte Boden im Nationalpark. Entsprechend viel Staub ist unterwegs und findet sich auch als Patina in und auf unserem Womo. Sämtliche Straßen im Park sind Gravelroads. Und nach dem Kommentar von Angelika aus Australien, wissen wir jetzt auch, dass der „Schneepflug“ „Grader“ heißt. Danke dafür.k-S3070057k-S3050095k-S3050069

Namutoni war mal Kontrollstelle während der Rinderpestepidemie nach 1897, später Grenzposten zur Kontrolle des Handels mit Ovamboland und 1902 wurde hier ein Fort erbaut, welches nur ein Jahr später von den Ovambo zerstört wurde. 1906 wieder aufgebaut, wurde es Standort einer deutschen Garnision. Seit 1950 ist es Nationaldenkmal und wird seit 1957 von Touristen besucht. Bevor wir das Camp befahren, suchen wir noch die naheliegenden Wasserlöcher auf und erblicken einige der hier lebenden Tiere.

Im Park besteht auf den Schotterpisten eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 km/h. Allerdings sind die Pisten nicht in einem so guten Zustand, wie seinerzeit diejenige zum Meteoriten. Wir versuchen zwar mal auf 60 km/h zu kommen, aber es schüttelt einfach zu stark. Besonders in einer Abbremsphase gerät alles in Schwingungen. So begnügen wir uns mit einem Tempo von 15 bis 20 km/h und haben dabei auch noch Gelegenheit nach Tieren Ausschau zu halten.

Alle drei Camps haben künstlich angelegte Wasserlöcher an denen man die Tiere beobachten kann.k-20160728_171731

Am nächsten Tag gehen wir wieder auf Pirsch und fahren am Abend das Camp Halali an, wo wir zwei Tage stehen werden.

k-S3070003k-S3070001Halali kommt aus dem Deutschen und bedeutet soviel wie „die Jagd ist zu Ende“. Im übertragenen Sinne heißt dies, die Jagd im Etosha hat ein Ende gefunden. Seit 1967 ist das Camp eröffnet und damit das jüngste unter den Rastplätzen. Es ist sehr ruhig und übersichtlich und wir stehen auf ausreichend Platz. Allerdings hatten wir am ersten Abend einen Fehler begangen. Wir hatten uns nahe an eine Feuerstelle gestellt bei der nicht weit entfernt ein Zelt stand. Am Abend kamen die Besitzer zurück und nutzten dann die Feuerstelle, was uns ziemlich beeinträchtigte. Mehr noch aber das nicht enden wollende Mitteilungs- und Fragebedürfnis eines der beiden Männer aus Sachsen. Am anderen Morgen haben wir uns einen neuen Platz gesucht, hatten Ruhe und eine Feuerstelle für uns, auf der wir dann am Abend unsere Würstchen bereitet haben. Und über uns wieder der fantastische Sternenhimmel, der hier in Afrika viel klarer und sternenübersäter ist als zu Hause.k-IMG_20160730_151333

Abendstimmung am Wasserloch
Abendstimmung am Wasserloch
Wo ist der Schakal?
Wo ist der Schakal?

Den zweiten Tag verbringen wir auf dem Platz und besuchen lediglich zweimal das hier befindliche Wasserloch, allerdings mit mäßigem Erfolg. Dafür treibt auf dem Platz ein Honigdachs sein Unwesen und plündert die Mülltonnen.

Neuer Morgen, neues Glück. Vor allem bei der Pirsch. Auf dem weiteren Weg zum Camp Okaukuejo, unserem letzten Standort im Etosha, machen wir erneut interessante Tierbeobachtungen. Auch wenn wir fast alle der hier anzutreffenden Tiere schon einmal gesehen haben, macht es doch immer wieder Vergnügen und die Speicherkarten der Kameras und Handys werden gefüllt.

Frühstück mit Löwen:

 

Okaukuejo ist das größte und auch das unruhigste Camp. Sehr voll, sodass wir uns Stellplätze teilen müssen. Hier befindet sich auch das Verwaltungs- und Forschungszentrum der Etosha-Pfanne und das Ökologische Institut. Kennzeichnend ist der 1963 gebaute Wasserturm der schon von weitem zu sehen ist.k-S3070060

Heute nun verlassen wir Etosha und fahren auf geteerter Straße über Outjo bis Kamanjab. Bevor wir den Park über das Andersson’s Gate verlassen, haben wir noch einmal Gelegenheit für schöne Fotos und Videos.k-S3080006k-S3080001k-S3080008

In Outjo, 7.000 Einwohner, machen wir nur einen kurzen Stopp, tanken Geld und Diesel auf und besuchen das „The Farmhouse“, wo es neben warmen Gerichten auch Kuchen und Torten gibt. k-20160801_111018Betrieben wird es von einer Namibierin, die lange in der Schweiz gelebt hat. Gegenüber befindet sich eine deutsche Bäckerei. Bei Florentiner und Schweineohr schlagen wir zu. Nach weiteren 150 km eintöniger und fast nur gerader Straße erreichen wir Kamanjab, ein kleiner aber zentraler Ort mit ca. 6.000 Einwohnern. Hier schlagen wir unser Lager im „Oppi Koppi Camp“ auf.k-S3080011

Da heute Schweizer Nationalfeiertag ist, geben die Schweizer heute Abend Einen aus und danach lädt einer unser Mitreisenden alle zum Abendessen ein.

Vor dem Abendessen erleben wir noch eine Gruppe Schulkinder, die uns traditionellen Gesang und Tanz darbieten.k-20160801_185125