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Von Le Locle nach Fleurier

29.06.
Eigentlich wollten wir am Morgen den Fitnesspfad nochmal in Angriff nehmen.  Aber das Wetter spielt nicht mit.  Nieselregen in der Nacht und ausgewachsener Regen am Morgen. Wir frühstücken deshalb in aller Ruhe,  denn Wasser fassen und Toilette entleeren schenke ich mir bei dem Wetter.  Bezahlt hatten wir schon und so können wir starten und den Mädels folgen bis Le Locle,  unserem nächsten Ziel, einer in Europa einmaligen unterirdischen Getreidemühle. Im 17. Jahrhundert haben Menschen den Wasserfall in einer Höhle genutzt um ein System von Wasserrädern, Mühlen,  Dreschmaschinen und Sägen in die Höhle zu bauen und darin Mehl zu mahlen und Holz zu bearbeiten.  Als Elektrizität Einzug hielt,  geriet die Höhle in Vergessenheit und darüber entstand ein Schlachthaus.  Die Abfälle wurden in die Höhle entsorgt.  Erst vor wenigen Jahren,  als das Schlachthaus längst geschlossen war, ist durch private Initiative die Höhle wieder freigelegt worden.  Ein interessantes Museum ergänzt den Besuch.


Die Mädels übernehmen wieder die Führung und leiten uns durch das malerische Val-De-Travers. Vorher durchqueren wir La Brevine, ein Ort der im Winter der kälteste Ort der Schweiz ist,  wo die Temperaturen auch mal unter -40º fallen.
Wir steuern dann den Campingplatz in Fleurier unterhalb des Chapeau de Napoléon an, einem steilen Berg von dem wir morgen hoffen,  einen Panoramablick in das Val-de-Travers zu genießen.  Das Ortszentrum von Fleurier ist gesperrt.  Hier findet ein Volksfest statt, dem offenbar eine Schaumparty vorausgegangen ist, wie wir an den Straßen erkennen.
Wir trinken etwas und begeben uns dann zum Platz und hoffen auf gutes Wetter für Morgen.

Fleurier, Travers, Couvent

30.06.
Die Wünsche sind in Erfüllung gegangen und die Sonne scheint am Morgen.  Der Fahradtour steht nichts entgegen.  Zunächst schlafen wir aus,  denn erst um 13 Uhr wollen wir starten.  Der Vormittag vergeht dann doch schneller als gedacht und am Ende sind wir wieder die Letzten.


Die acht Kilometer nach Travers verlaufen in flacher Strecke immer am Fluss entlang.

Das Val de Travers erstreckt sich vom Neuenburgersee quer durch den Schweizer Jura bis hin zur französischen Grenze und ist geprägt von der Uhrenindustrie, Asphaltminen und dem Star des Tales, der „Grünen Fee“.

Wir besuchen die Asphaltmine bei Travers, die zwischen 1713 und 1946 die Einzige ihrer Art weltweit war. Straßen in aller Welt sind mit diesem Asphat versehen worden,  bis zunächst weitere Asphaltvorkommen in Südamerika,  sowie in Neuseeland und Norwegen entdeckt wurden und später die synthetische Herstellung aus Erdöl zu Bitumen billiger wurde.

Asphaltmine Travers
Ein amüsanter Italiener,  ehemaliger Dirigent,  begleitet die Führung zweisprachig.  Dadurch kommen wir in zeitliche Probleme,  denn auf dem Rückweg wollen wir noch nach Couvet,  die Absinthedestillerie „Artemisia“ von Claude-Alain Bugnon, besuchen.  Sie warten auf uns und wir erhalten einen sehr lockeren und vergnüglichen Vortrag über das Getränk, dessen Herstellung in der Schweiz rund 100 Jahre bis 2005 verboten war. Beim Absinthe handelt es sich um ein Getränk aus zahlreichen Kräutern,  hauptsächlich Wermut, und Alkohol,  dessen Genuss einer Zeremonie gleich kommt,  denn das hochprozentige Getränk wird mit Wasser aus einem speziellen Gefäß verdünnt,  wird dadurch trübe,  und wird in unterschiedlichen Konzentrationen getrunken. beim Absinth Wir erfahren vieles über die Geschichte des Absinthe und seine Zubereitung und Geschichten um dieses im Val de Travers entstandene Getränk. Selbstverständlich kaufen wir und sind wieder knapp mit der Zeit.
Als wir am Platz ankommen wartet bereits das Taxi,  welches uns ins Restaurant auf dem Chapeau de Napoléon bringen soll.  Dort essen wir zu Abend, standesgemäß Käsefondue, bei einem herrlichen Blick auf Fleurier und viel Spaß.