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Pompeji, Vesuv, Gaeta und Sperlonga

13.10.

Da bin ich wieder, heute mal wieder ein Lebenszeichen von mir!!

Jetzt stehen wir kurz vor Rom auf einem Agrimare Camping und haben uns ins Womo vor den Mücken gerettet! Wir sind die einzigen Gäste, haben zugeschaut wie die Oliven von Hand von den Bäumen mit einem Kamm gezogen werden, Oliven und Olivenöl gekauft und waren auch noch mit dem Rad im Ort. Was will man mehr! Jetzt sind wir wieder glücklich!!

Der letzte Campingplatz in Pompeji war so gar nicht nach unserem Geschmack, viel zu voll und sehr sehr eng. Die Mandarinen sahen zwar schön aus (die Früchte noch nicht reif) aber die Buchten zu eng. Wir hatten beide das Gefühl eingeengt zu sein, nicht frei!k-S2160067

Na ja, Schnee von gestern!!

Wir waren ja auch nur da um dann „alte Steine“ uns stundenlang anzuschauen! Es war schon sehr interessant was die früher alles so hatten ! Beheizte Therme mit verschiedenen Tauchbecken, Bordelle (davon `ne Menge) und wunderschöne Häuser mit Atrium und kleinem Garten.

Aber Egon wird es euch noch ausführlicher schreiben!

Danach ging es noch auf zum Vesuv! Hätte ich vorher gewusst, dass ich da über zerbröselte Lava steil nach oben wandern muss, ich glaube ich hätte verzichtet!!k-S2160073

Zumal ich mal wieder mit Kopfweh zu tun hatte. Aber was solls. Hinterher war es ein tolles Gefühl, zwar hat man den Krater nur voller Schutt gesehen, keine glühende Lava, kein Ausbruch und kein Grummeln, na toll!!

Aber wie gesagt, Egon wird euch noch alles beschreiben!

 

Jetzt noch was zum Schmunzeln!

Es ist hier gar nicht so einfach, francobollo (Briefmarke, früher hatte ich immer Stampa gesagt und sie hatten mich auch verstanden) zu bekommen. Eigentlich gibt es sie nur in la Tabaccheria oder der Ufficio Postale. D.h. Tabakladen oder Post! Seht ihr, schon wieder was gelernt!!

Wir also im Ort Diamante, das war am 10.10., irrten mit unseren Rädern umher, weil jeder uns was anderes sagte! Wie gesagt, sie sind ja alle sehr nett und reden und reden, holen noch andere Leute ran und diskutieren heftig (obwohl wir ihnen immer zu verstehen geben das wir kein italienisch können). Jedenfalls hatten wir schon Angst, ob wir es jemals schaffen vor der Mittagspause eine Post zu finden. Endlich!! Ich also rein, eine Nummer gezogen (muss man auch oft im Supermarkt an der Bedientheke), also wie gesagt meine Nummer hatte ich und gewartet bis sie an der Anzeige erschien. Ran an den Schalter und ihr erklärt was ich will. Briefmarken. Nun erklärte mir die Dame mit einem nicht endenden Wortschwall irgendwas, ich verstand nur immer was mit „P“! Endlich kapierte ich, ich sollte noch mal eine Nummer ziehen, diesmal mit P. Also wieder eine Nummer, gewartet, dann wieder hin zu ihr, nur um mir mitzuteilen, dass sie jetzt nicht mehr zuständig sei!! Ich dachte ich flipp aus, aber das brauchte ich nicht mehr, da in der Zwischenzeit es einem Italiener auch reichte der sich lautstark aufregte!! Dann noch einmal dasselbe Spiel, neue Nummer gezogen und gewartet. Endlich, die Dame am Nebenschalter hatte meine heiß ersehnten Briefmarken!

So bekommt man die Zeit auch rum, jedenfalls besser als draußen in der Sonne zu schmoren, wie Egon!!

 13.10.

Heute also der Bericht zu Pompeji und Vesuv von gestern. Wir sind früh aufgestanden, denn um 8.30 Uhr öffnen die Ausgrabungsstätten von Pompeji und am Nachmittag wollten wir auch noch dem Vesuv einen Besuch abstatten. Beides hängt ja auch inhaltlich miteinander zusammen. Schließlich war es der Vesuv der am 24. August im Jahre 79 n.Chr. seinen Schlund öffnete, nachdem er jahrhundertelang verschlossen war. Der Himmel verdunkelte sich von der riesigen Wolke aus Asche, Schlacke und Steinen und eine glühende Lavaschicht wälzte sich zu Tal und begrub die römischen Städte Pompeji und Herculaneum. Pompeji und viele der Einwohner wurden unter einer sechs Meter dicken Schlacke- und Lavaschicht begraben. Lange war Pompeji vergessen. Erst ab 1748 begannen Ausgrabungen und heute sind etwa 85% der Stadt freigelegt. Eine fast komplett erhaltene antike Stadt wurde so zutage gefördert. Nicht nur Tempel, Theater und Paläste, sondern auch Wohnhäuser, Latrinen, Bordelle und Geschäfte und viele Dinge des Alltags.

Und die berühmten Fresken, die wir nur zum Teil sehen konnten.

Seit die UNESCO Italien gerügt hatte und die Aberkennung als Weltkulturerbe drohte, wird viel restauriert und gesichert. Deshalb ist zurzeit immer ein Teil der Anlage unzugänglich. Nach vier Stunden bei voller Sonne und fast dreißig Grad hatten wir aber auch irgendwann genug.

 

Zurück zum Camp blieb uns dann eine halbe Stunde zum Ausruhen bevor der Bus zum Vesuv direkt vom Platz aus losfuhr. Die Tickets für je 12 € hatten wir bereits am Morgen gebucht. Dem Prospekt war zu entnehmen, dass der Bus bis auf 1000m fährt zu einem Fotostopp, dann noch ein weiteres Stück, bis schließlich der Rundgang zu Fuß um den Krater folgte. Die Realität sah anders aus. Bei 1000m war Schluss mit Bus, der außer uns nur mit noch fünf weiteren Personen besetzt war. Dann ging es zum nächsten Ticketschalter und hier waren dann nochmals je 10 € fällig für die Benutzung des Fußweges bis zum Kraterrand. Die ehemalige Sesselliftstation existiert nicht mehr. Das hieß noch rund 280m steil bergauf.k-S2160071 Dafür hätten wir eigentlich Geld zurückbekommen müssen. Aber einmal hier, wollten wir es wissen obwohl es ziemlich anstrengend war.

Einerseits zum Glück, aber andererseits schlecht für die Aussicht, bewölkte sich der Himmel. Etwa eine halbe Runde um den Krater haben wir vollführt, dann hieß es wieder zurück, denn um 17 Uhr ging der Bus zurück. Bis auf den Kratergrund konnten wir blicken und aufsteigender Rauch an einer Innenflanke machte uns auch deutlich, dass der Vesuv zwar schläft, aber immer noch lebt.

Zurück auf dem Camp war mit uns dann nicht mehr viel anzufangen und der Tag dann ziemlich schnell zu Ende.

 

Heute nun ging es weiter. Länger wollten wir auf dem engen und wegen der vielen Bäume und Sträucher dunklen Campingplatz nicht verweilen. Einen in der Reihe vor uns stehenden Engländer mussten wir noch bitten beiseite zu fahren, damit wir überhaupt den Platz verlassen konnten, was er aber ohne Widerspruch tat. Noch Ver- und Entsorgung vorgenommen und dann auf die Autobahn Richtung Rom. Aber nur bis Mondragone und dann endlich wieder mit Blick zum Meer an der Küste entlang. Ein Großeinkauf musste auch noch sein bevor wir Gaeta ansteuerten.

Gaeta war einst Festung des Königreiches Neapel. Die malerische Altstadt liegt auf einer Halbinsel und wird geprägt von dem aragonischen Kastell und der Kirche San Francesco und ist durchzogen von zahlreichen schmalen malerischen Gassen, die teilweise ziemlich steil verlaufen.

Der Besuch lohnt aber auch wegen des Glockenturmes des Doms aus dem 12. Jh. dessen Ziegel bunt gebrannt sind.

Am Meer steht die Kirche San Giovanni aus dem 10. Jh. deren Erbauer der Kirch einen schrägen Fußboden verpasst haben, damit bei Hochwasser das Wasser wieder abfliesen kann.k-S2170033

Am Hafen befindet sich eine Schule der Gardia di Finanza.k-S2170032

Jetzt heißt es aber Quartier für die Nacht zu suchen. Ein Blick auf die Karte verrät uns, dass die naheliegenden Campingplätze, nicht alle sind verzeichnet, bereits die Saison beendet haben und geschlossen sind. Der nächste liegt kurz vor Rom und damit noch ca. 150 km entfernt. Soweit wollten wir heute eigentlich nicht mehr fahren und schauen deshalb unterwegs mehrfach nach Campingplätzen, aber unsere Versuche diese anzufahren scheitern jedes Mal an den verschlossenen Toren.

Erst bei Sperlonga, einem Ort an dem wir sonst vorbeigefahren wären, werden wir belohnt. Auf einen Agricamp finden wir einen Platz und bleiben die Einzigen hier. An den auf dem Platz befindlichen Olivenbäumen ist gerade die Ernte im Gange und wir erwerben hier gleich noch Olivenöl aus eigener Ernte und eingelegte Oliven. Der äußerst nette Platzinhaber empfiehlt uns auch noch den Ort und wir machen uns mit dem Fahrrad auf den Weg.

Sperlonga ist sehr sauber und gepflegt und verfügt über gut ausgebaute Radwege und lohnt den Besuch. Nur am Campingplatz vertreiben uns bald die Mücken ins Womo.