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Brindisi und Lecce

14.09.

Also noch ein Nachtrag zu gestern. Ich vergaß ja völlig zu erwähnen, wo die Trulli eigentlich zu finden sind und wo wir letztlich gelandet waren. Auch habe ich noch eine Korrektur vorgenommen. Die Gebilde in den gestrigen Höhlen heißen selbstverständlich nicht Kart- sondern Karsterscheinungen. Aber das war euch sicher schon aufgefallen und ihr habt es natürlich auch gewusst.

Der Ort in dem sich also die größte Ansammlung dieser Trulli in Apulien befindet heißt Alberobello und liegt zwischen dem ionischen und dem adriatischen Meer Richtung Stiefelabsatz.

Der Ort ist zwischen dem 4. und 5. Jahrhundert entstanden durch eine Ansiedlung von Bauern die für die hiesigen Grafen arbeiteten. Die damaligen Gesetze sahen aber vor, dass jede neue Ansiedlung genehmigt werden musste und dann entsprechend Steuern zu bezahlen waren. Um diese zu vermeiden, erlegten die Grafen den Bauern auf, nur prekäre Wohnsitze zu bauen, die leicht wieder abzureisen waren. Deshalb legte man nur den schichtenweise vorkommenden Kalkstein trocken übereinander und auch die Dächer wurden trocken verlegt. Wegen der Stabilität wählte man eine runde Form. Bei königlichen Inspektionen wurde so der Eindruck einer festen Ansiedlung vermieden. Erst 1797 gewährte der König den Einwohnern politisches Asyl und gewährte dem Dorf Steuerfreiheit.

Später verbreitete sich diese Bauweise als kulturelle Besonderheit auch in anderen Teilen Apuliens. Aber nirgends in so konzentrierter Form. Eine weitere Besonderheit ist, dass diese Trulli nur zu Wohnzwecken errichtet wurden, also nicht für Tier- und Vorratshaltung.

Am Morgen suche ich die beiden historischen Viertel Monti und Aia Piccola auf, nachdem wir gestern bei der Anfahrt zum Stellplatz nur die am Wege liegenden Trulli gesehen hatten. Die Anfahrt war übrigens wieder ein Kapitel für sich. Sehr schmale Gassen mit viel Gegenverkehr. Nur Zentimeter trennten uns wieder von den anderen Fahrzeugen. Vielleicht wäre auch eine andere Zufahrt möglich gewesen, aber das Navi schickt uns mittendurch, obwohl wir als Fahrzeug „Transporter“ eingegeben haben. An einer Kreuzung dieser schmalen Straßen, weist uns ein freundlicher Polizist auch darauf hin, dass wir hier offenbar nicht auf der für uns geeigneten Straße fahren.

In den historischen Stadtvierteln kehrt gerade am Sonntagmorgen das Leben ein, aber Touristen, besonders aus Asien und Russland sind bereits unterwegs.

Nach einigen Rundgängen und diversen Fotos kehre ich wieder zum Womo zurück, wo Astrid bereits alles zur Abfahrt vorbereitet hat. Da der Platz nicht nur mit Strom und WLAN, sondern auch mit Ver-und Entsorgungsmöglichkeit ausgestattet ist, nehmen wir auch dies noch in Anspruch. Für den Besuch der Stadt ist dieser nur 100m vom historischen Zentrum entlegene Platz „Nel Verde“ bestens geeignet und mit 18 € angemessen.

Wir wählen jetzt die Straße im Binnenland und gelangen über Ostuni und San Vito dei Normanni nach Brindisi, die an einer tief in das Land eingreifenden Bucht gelegene Hafenstadt.

Unterwegs fallen uns wie auch gestern wieder die weitläufigen Olivenhaine auf, die von akkuraten Mauern eingefasst sind, auch die sauberen und guten Straßen; nur innerorts sind sie nicht so gut.

Überhaupt macht die Umgebung einen sehr gepflegten Eindruck und auch die Gebäude besonders außerhalb der Ortsansiedlungen verdrängen das Klischee, der Süden Italiens sei arm.

In Brindisi parken wir am Bahnhof, obwohl der Parkplatz nur für PKW und eine Parkdauer von dreißig Minuten vorgesehen ist. Es ist schließlich Sonntag und wir hoffen auf Milde. In den großzügig angelegten mit blankem Kalkstein großformatig gepflasterten Straßen sind um die Mittagszeit keine Einheimischen zu sehen. Nur sehr dunkelhäutige Männer sind in kleinen Gruppen unterwegs oder bevölkern die Bänke. Unser Weg führ uns Richtung Altstadtviertel, vorbei am neuen Theater Giuseppe Verdi, bis zum Hafen.

Nach einem kurzen Rundgang und dem obligatorischen Cappuccino verlassen wir diese Stadt die uns mit ihren palmengesäumten Straßen und Plätzen und großen Gebäuden etwas überdimensioniert erscheint. Es mag daran gelegen haben, dass nur wenige Menschen unterwegs waren.

Lecce mit dem Amphitheater im antiken Zentrum ist unser nächstes Ziel. Die Stadt erlebte ihre Blütezeit im 16. und 17. Jahrhundert mit zahlreichen Klöstern, Kirchen und Palazzi und prägte den einheitlichen Stil des „barocco leccese“. Die monumentalen Fassaden zeigen einen reichen Figurenschmuck. Wir finden einen Parkplatz an der „Viale XXV Luglio“ und begeben uns stadteinwärts Richtung „Piazza Duomo“. Am „Piazza Sant’ Oronzo“ suchen wir die Touristeninfo auf und erwerben einen Stadtplan für die bessere Orientierung. Das unmittelbar daneben befindliche Amphitheater scheint auch für Veranstaltungen genutzt zu werden. Wir besuchen, die Kirchen Santa Irene und Santa Chiara, ein Muss wenn unsere Enkeltochter den gleichen Namen trägt, den imposanten Dom und das Theatro Romano, ein kleineres Amphitheater, in dem gerade Aufbauten für ein Konzert errichtet werden.

Es schließt sich ein Gang über den Markt an und es ist deutlich zu spüren, dass jetzt am Nachmittag die Zeit angebrochen ist, zu der die Italiener aus ihren Häusern kommen um zu flanieren. Viele junge Leute und ganze Familien sind bei strahlendem Sonnenschein unterwegs. Wir schlendern noch einmal über den Markt, erwerben ein neue Fußmatte für das Womo und begeben uns zurück.

Der Stellplatzatlas zeigt uns in der Nähe einen Platz an. Nur 8 km bis dahin. Die Gegend sieht nicht sehr einladend aus und wir sind deshalb auch nicht sehr enttäuscht darüber, dass der Platz nicht mehr existiert. Nur, dass wir nun noch weiter fahren müssen ist nicht sehr erfreulich. Wir schneiden den „Hacken“ ab und steuern auf der anderen Seite am ionischen Meer Gallipoli an. Mir kam der Name immer bekannt vor, aber ich wusste nicht woher. Einmal gegoogelt und alles ist klar. Es gibt in der Türkei eine Halbinsel gleichen Namens, die wir von unserer Tour im letzten Herbst kennen.

Gallipoli nähern wir uns auf einer gut ausgebauten Schnellstraße auf der wir die 37 km zügig bewältigen. Wir wollen endlich ankommen und die Füße hoch legen. Noch vor dem eigentlichen Ort, vom Zentrum ca. 2,5 km entfernt nehmen wir die Ausfahrt und erreichen nach kurzer Strecke den nur durch eine wenig befahrene Straße vom Meer getrennten sehr gut ausgestatteten und angelegten Platz „Torre Sabea“.

Von Apulien über die Basilicata nach Kalabrien

16.09.

Wir entscheiden, doch keinen weiteren Tag zu bleiben sondern soweit es geht an das Zentrum von Gallipoli heran zu fahren. In das Zentrum selbst ist für uns keine Zufahrt möglich, wie ich gestern bei meinem Radausflug gesehen hatte. Wir finden sehr nahe eine Lücke und haben einen nicht sehr weiten Fußweg über die enge Verbindung in die Altstadt die auf einer Insel liegt. Unser erstes Ziel ist das Kastell aus dem 16. Jh., dessen runde Türme im Meer stehen.

Kale polis „die schöne Stadt“ nannten die Griechen die Stadt. 266 v. Chr. wurde sie römisch und im 11. Jh. normannisch. In der Blütezeit im 17. Jh. entstand auch die Kathedrale Sant Agatha. Viele enge und verwinkelte Gassen durchziehen die Altstadt mit ihrem wirren Treiben.

Die Altstadt ist für Besucher zwar nicht befahrbar, aber die Bewohner sind sehr wohl in den engen Gassen mit kleinen Autos und Motorrollern unterwegs. Bisweilen auch zu dritt.

Auf dem Rückweg wollten wir unsere Vorräte noch auffüllen, aber jetzt ist Mittag und die Geschäfte geschlossen. Vor 17 Uhr geht jetzt nichts. Wir sind vom Stadtbummel ziemlich erschöpft,  die Sonne brennt, und das Mittagessen hat enttäuscht. Das kleine Restaurant in der Seitengasse sah ganz gut aus. Hatte zwar nur Fisch, was auch kein Problem darstellt, aber der Octopussalat für Astrid schmeckte nach nichts, während meine frittierten Scampis ganz ok. waren. k-DSC_0068Serviert wurde aber alles auf und in Plaste. Geht gar nicht. Und zu teuer war es auch.

Wir folgen der Küstenstraße Richtung Westen bis Porto Cesareo, wo wir uns auf der Mauer zum Strand einen Cappuccino gönnen, ergänzt um die netten kleinen Gebäckstücke aus der Pasticceria, die Astrid gekauft hatte.k-S2030037

In der Ferne ballen sich dunkle Wolken zusammen und Blitze zucken über den Himmel. Um schneller voran zu kommen, nehmen wir jetzt die Hauptstraße nach Manduria. Unterwegs sehen wir überschwemmte Weinfelder, wir kommen in den starken Regen und Schlamm von den Feldern ergießt sich über die Straße. k-DSCI2720k-DSCI2719Die Temperatur sinkt stetig bis auf 18 °. In Manduria verlasse ich dennoch das Auto um ein Foto von der schönen Kirche zu machen. k-S2030039Vorbei an Taranto fahren wir bis Metaponto zum Lido. Dort suchen wir uns einen Stellplatz. Die Einzelplätze sind ziemlich schmal. Da aber draußen sitzen heute ausfällt, stört uns dies nicht weiter.

17.09.

Von Lido Metaponto fahren wir nur wenige Kilometer landeinwärts zum eigentlichen Ort Metaponto. Metapontion hieß die von den Griechen gegründete Stadt ursprünglich. Hier starb 496/497 Pythagoras. Im archäologischen Museum das wir hier besuchen, finden sich zahlreiche gut präsentierte Ausstellungsstücke aus der griechischen Zeit die hier ausgegraben wurden. Viel Keramik, Schmuck und Metallgegenstände sowie Büsten.

Ich habe wieder einmal Glück. Vor dem Museum finde ich eine 2 €-Münze.

Weitere wenige Kilometer entfernt finden wir die Ausgrabungsstätte „Parco Archeologico“ mit den Überresten mehrerer Tempel und eines Amphitheaters. Der Platz ist nach dem gestrigen Regen nur schwer begehbar. Mehrere Zentimeter schwerer roter Erde sammeln sich unter den Schuhen an und sind nur schwer entfernbar.

Die Fahrt führt uns weiter ins Landesinnere nach Matera. Seit dem Neolithikum, also seit rund siebentausend Jahren siedeln hier Menschen.  Bekannt ist Matera durch die „Sassi“. Dabei handelt es sich um Höhlenwohnungen, die in die steilen Tuffsteinwände gehauen und dann mit Vorbauten ergänzt wurden. Eine Kombination gewissermaßen zwischen Ausgrabung und Ausbau. Früher von Mönchen und Benedektinern bewohnt, folgten später Bauern. Bis Anfang der 50-iger Jahre lebten hier zwischen zwanzig- bis dreißigtausend Menschen,  die dann zwischen 1953 und 1968 umgesiedelt wurden. Heute sind die meisten „Sassi“ Staatseigentum und werden seit den 70-iger Jahren saniert. Seit 1993 sind die „Sassi“ UNESCO-Weltkulturerbe.

Nach wenigen Schritten in die Unterstadt, wo die Sassi zu finden sind, kehrt Astrid um. Erstens geht es sehr steil hinab und zweitens sind die Stufen und das Pflaster auch sehr glatt. Da fühlt sich Astrid unsicher. Sie erwartet mich dann in der Flaniermeile der Stadt, wo wir noch eine Kleinigkeit zu uns nehmen. k-S2040056Gegenüber bereitet uns ein Straßenkünstler Freude. Er spricht jeden an, lacht viel, dass es einen ansteckt und nach wenigen künstlerischen Einlagen legt er sich wieder hin. Astrid steckt ihm etwas zu.

Zurück nehmen wir eine andere Route, vorbei an dem auf einem Hügel liegenden Montescaglioso.

Wir folgen der Navi-Vorgabe, auch als uns diese in eine Straße leitet die mit einem Sperrschild versehen ist. Auch andere Fahrzeuge fahren hier. Wir werden leider nicht belohnt und müssen nach wenigen Kilometern wieder kehrt machen und dürfen dabei die erstaunten Blicke der Feldarbeiter ein zweites Mal zur Kenntnis nehmen.

An der Straße stehen riesige Opuntien wie als Hecke gepflanzt und trennen die Olivenhaine, die hin und wieder von Mandarinenbäumen durchsetzt sind gegen die Straße ab.k-S2040059

k-S2040062Vorbei an Bernalda stoßen wir wieder auf die 106 in Richtung Policoro. Wir wollen zum Camp „Soleado“, welches sowohl auf der Landkarte, als auch im ADAC-Campingführer Südeuropa verzeichnet ist. Leider ist es unter den angegebenen Koordinaten nicht zu finden. Eine Passantin erklärt uns zunächst, das Camp sei umbenannt worden, was uns erst einmal nicht weiterhilft, denn das umbenannte Camp ist geschlossen. Aber hinter dem Gitter nähert sich ein junger freundlicher Mann, der uns dies bestätigt und mitteilt, dass auch im näheren Umkreis kein offenes Camp zu finden sei. Wir könnten aber hier in der Nähe einfach stehen bleiben. Das machen wir und wählen den großen Parkplatz in Strandnähe. Für abendlichen Fernsehempfang parken wir noch einmal um. Es ist etwas unruhig draußen obwohl wir allein hier stehen. Fahrschulwagen frequentieren den Platz und später, bis in die Dunkelheit,  entsorgen Bewohner aus dem Ort ihren Müll in die Tonnen an „unserem“ Parkplatz.

Es ist spät geworden und ich schlafe im Bett sofort ein, während Astrid unruhig das nächtliche Geschehen verfolgt, Wache hält,  wie sie am nächsten Morgen sagt, bis sie gegen 1.30 Uhr ebenfalls sanft entschlummert.

18.09.

Eigentlich wollte Astrid noch einen Vormittag am Strand einlegen aber ich möchte weiter Richtung Cariati, der Heimat der Familie unseres Schwiegersohnes. Wir hatten versprochen ein Foto des Hauses, in dem Familienmitglieder häufig ihre Sommerferien mit kurzem Weg zum Strand verbringen, als Beweis zu schießen.

Unterwegs machen wir noch einen Abstecher in das bereits von den Römern besiedelte antike Rossano, ein Bergdorf. Wegen zahlreicher Baudenkmäler aus der byzantinischen Blütezeit trägt es auch den Beinamen „Ravenna Kalabriens“.

Dies auch gleich als Hinweis,  dass wir inzwischen von Apulien über die Basilicata nach Kalabrien gelangt sind.

Wir erreichen Cariati, sind vorbei am Bahnhof schon fast durch, und nehmen Kontakt mit Mandy und Domenico auf die uns auf die richtige Spur bringen um das Foto zu schießen.k-S2050027

Astrid hatte vor Cariati einen Campingplatz am Strand entdeckt, den wir ansteuern und enttäuscht sind. Die Wohnmobile stehen wie auf einem geschotterten Parkplatz und vom Meer nichts zu sehen. Also vorbei an Cariati und nach Ciro Marina. Auf dem Campingplatz „Punto Alice“ finden wir alles was wir suchen, Meerblick, einen großen Pool und erst einmal Schatten als Schutz vor der prallen Sonne und fast 30°.

19.09.

Heute ist Strandtag angesagt und ausruhen, nichts als ausruhen und entspannen, von der Arbeit am Blog mal abgesehen. Der Wind bläst ziemlich kräftig aber warm und ich habe mir den Pelz verbrannt.

in die Türkei

 02.10.                                                                                                                                        Also das gestrige Briefing fand erst bei Renates Auto, bei einem Ouzo, und dann im Restaurant statt, was bei dem Wetter ganz angenehm war. Anschließend trafen wir uns wieder bei Renate um etwas zu trinken und zu essen und uns näher bekannt zu machen.

In der Nacht hat es immer wieder geregnet und zum Morgen hin ist es immer kühler geworden. Ein Glück, dass Astrid mal raus musste, da hat sie gleich die Gelegenheit genutzt um ihr und mir die Bettdecke auf den Bettbezug zu legen mit dem wir seit Asprovalta wegen der Hitze nur geschlafen hatten.
Mit 15,76 € sind wir dabei für die erste Nacht auf dem Platz. Die Tanks sind voll, Toilette geleert und schon kann es losgehen, quer durch Alexandropolis, direkt auf die Autobahn. Die landschaftlich vermutlich schönere Strecke sparen wir uns auf. Wir kommen am Ende der Tour nochmals hierher. Hoffentlich bei schönerem Wetter.
Wir kommen Richtung Grenze gut voran und passieren die griechische Seite problemlos. Die Türken wollen etwas mehr, schließlich verlassen wir die EU. Da werden der Pass verlangt, die grüne Versicherungskarte und die Fahrzeugpapiere. Das Fahrzeug wird im Pass eingetragen. Ein Formular, wie angekündigt, erhalten wir nicht, diese Regelung ist abgeschafft. Durch trockene und karge Landschaft folgen wir der Autobahn in Richtung Kesan und schwenken dann nach rechts auf die Halbinsel Gallipoli. Nur die Dardanellen trennen uns jetzt vom asiatischen Teil der Türkei. In Gelibolu verlassen wir die Autobahn, wir wollen im Ort einkaufen und Geld am Automaten ziehen. Ziemlich schmale Straßen führen ins Zentrum und keine Gelegenheit zum Parken. Jedenfalls nicht in Nähe einer Bank. Wir quälen uns ebenso mühsam wieder aus dem Ort, finden aber noch einen Kipa, einen türkischen Supermarkt, wo wir einkaufen und mit Karte bezahlen können. Aber Bargeld haben wir noch nicht. Deshalb ein neuer Versuch kurz vor der Fähre in Eceabat. Am Automaten am Hafen erhalte ich eintausend türkische Lira zum Kurs von 1 € : 2,7 Lira. In einer Lokanta, einem einfachen Restaurant, vor dem sich ein Handyladeautomat befindet, nehmen wir einen Tee. Ziemlich stark, man braucht viel Zucker. Nun geht es zur Fähre, mit der wir in rund 10 Minuten in Canakkale ankommen. 50 Lira sind für die Überfahrt fällig. Der Fährhafen liegt mitten in der Stadt und wir müssen uns wieder durch dichten Verkehr kämpfen, auch weil ich eine Alternativstrecke an der Küste gewählt habe. Der erste Eindruck gleicht dem von Marokko, als wir von Tanger aus ins Landesinnere fuhren. An der Küste aber stehen einige stattliche Villen. Wir kommen aber nicht weit, weil die Straße gesperrt ist. Deshalb zurück und auf die neue Fernverkehrsstraße, die allerdings das Navi noch nicht kennt. Wir finden dennoch über einen Abzweig und durch Nebenstraßen unseren Platz, der ziemlich knapp bemessen ist. Wir stehen Tür an Tür, aber nur jeweils einer kann seine Tür öffnen. Im Restaurant am Platz sehen wir noch ein Einführungsvideo für Troja, kaufen im angeschlossenen Laden noch etwas ein und treffen uns nach dem Briefing wieder zum Abendessen. Sehr netter Abend an dem viel gelacht wird. Sorge haben wir nur um die Wäsche auf dem Wäscheständer. Es herrscht starker Wind. Wegen der Enge komme ich nicht an die Heringe um den Ständer zu sichern. Mal schauen wo wir morgen früh unsere Wäsche finden.