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Malcesine am Gardasee

30.10.
Heute hatten wir seit langer Zeit kein Weckerklingeln. Trotzdem sind wir wach wie immer. Ich noch etwas eher, weil um 6.56 Uhr auf meinem Handy eine Nachricht eingeht. Schönen Dank auch.
Astrid’s Fuß ist über der Ferse ziemlich geschwollen. Viel laufen fällt damit aus. Wir entschließen uns deshalb auf die Biennale zu verzichten und doch heute schon abzureisen. Wir verabschieden uns nun endgültig von den restlichen Mitreisenden. In das Navi geben wir Verona als Ziel ein, aber vermeiden Mautstraßen und damit die Autobahn. Über Landstraßen geht es zwar nicht so schnell voran, aber die Fahrt ist interessanter. In einem gut sortierten Aliper-Supermarkt schlagen wir noch einmal so richtig zu. Auf einem Parkplatz machen wir Mittagspause und überlegen uns, wegen Astrid’s Fussproblemen auf Verona zu verzichten und direkt den Gardasee anzusteuern. Eine gute Entscheidung wie wir feststellen, nachdem wir uns über eine landschaftlich sehr schöne Straße über zahlreiche Serpentinen zum FugazzePass hoch schrauben. Zuvor waren wir nördlich an Padova vorbei gefahren und von Schio aus in die Berge gestartet.

Tiefe Schluchten und steil aufragende Felsen begleiten uns bis wir schließlich Rovereto und dann bei Torbole den Gardasee erreichen. In Malcesine, ein Ort in dem wir vor etwa zwanzig Jahren schon einmal waren, suchen wir uns einen Stellplatz. Hier haben wir damals unsere große italienische Kaffeemaschine gekauft, die wir heute noch im Womo nutzen.
Eins muss ich noch anmerken, es ist schon ein komisches Gefühl wenn uns bei 15 % Abfahrt das Auto sagt, dass die Bremsen nicht so richtig funktionieren und wir nicht weiter fahren sollen! Aber wie sagen wir jetzt immer “ Inch’Allah „und wir hatten eine sehr tolle Abfahrt.

Trento

31.10.
Gestern bei der Abfahrt vom Pass hatte zum zweiten Mal auf unserer Tour ein rotes Warnsignal im Display des Womo’s ausgeleuchtet und uns signalisiert, dass zu wenig Bremsflüssigkeit vorhanden sei und ich nicht weiterfahren dürfe, so wie Astrid gestern schon angemerkt hat. Das orange Signal mit der Botschaft den Dieselfilter zu überprüfen begleitete uns schon seit der Türkei. Dies zusammen mit Astrid’s Fussproblemen veranlasst uns hier doch heute schon die Zelte abzubrechen und eine Werkstatt im wenige Kilometer entfernten Arco aufzusuchen, die ich in meiner Fiat-Camper-App auf meinem Smartphon gefunden habe. Ein Fußmarsch in das Zentrum von Malcesine wäre ohnehin zu weit gewesen wie wir feststellen, als wir dort noch eine Runde mit dem Womo drehen. Vielleicht andermal. Wir sind schließlich nicht das letzte Mal in Italien. Wir fahren zur Nordseite des Gardasees und über Riva nach Arco. Wir finden, dank Navi, sofort die Werkstatt. Hier sagt man uns allerdings, es ist 10.45 Uhr, das gleich Mittagspause sei und wir um 14 Uhr wiederkommen sollen. Gleichzeitig sind wir froh, dass wir uns heute auf den Weg gemacht haben, denn morgen ist Feiertag. Was machen wir nun? Wir fahren zurück nach Riva, stellen das Womo auf einen Busparkplatz und schlendern so gut es geht ein wenig durch Riva, nachdem wir uns endgültig entschlossen haben doch bis 14 Uhr zu warten und kein Risiko einzugehen. Weit kommen wir nicht. Ein Drink muss her und ein kleiner Snack. Am Hafen stehen unzählige kleine Segelboote aus vielen Ländern. Vermutlich findet hier eine Regatta statt. Irgendwann ist die Zeit dann doch um und wir fahren wieder zur Werkstatt. Nicht ganz pünktlich öffnet sie wieder und unser Womo wird gleich in die Halle gefahren. Bereits am Vormittag hatte uns die nette deutsch sprechende junge Frau am Service mitgeteilt, dass wohl der Dieselfilter gewechselt werden muss und die Ursache für die rote Lampe auch abgefahrene Bremsbeläge sein könnten. Das müsse nun geprüft werden. Nach einer Stunde frage ich dann mal nach und sie begleitet mich später in die Werkstatt. Alle Räder sind ab und der Dieselfilter ausgebaut. Es war tatsächlich Wasser drin. Die Bremsbeläge sind noch knapp vor der Verschleißgrenze. Mit etwas mehr Bremsflüssigkeit sollte es noch bis nach Hause reichen. Also mit Räder wieder dran und 120 € ärmer verlassen wir halb fünf endlich die Werkstatt. Weit kommen wir heute nicht mehr und Astrid hält im Stellplatzführer schon einmal Ausschau. Trento, eine alte Stadt die in ihrer Geschichte schon fast 800 Jahre Hauptstadt einer Provinz des Heiligen Römischen Reiches war, ist nicht allzu weit und hat kostenfreie Womostellplätze auf einem zentrumsnahen Parkplatz. Wir haben Glück und erwischen den letzten Platz. Das Womo hinter uns geht leer aus und muss den Platz wieder verlassen. Durch eine Eisenbahnunterführung hindurch gelangen wir mitten in das attraktive Zentrum. Zahlreiche Palazzi und ein großer Dom sind hier zu bestaunen. Im Dom befinden sich rechts und links vom Eingang mit Türen verschlossene Beichtkämmerchen die ausnahmslos belegt sind und vor denen Gläubige oder vielleicht besser „arme Sünderlein“ Schlange stehen. Hier sind wohl heute mehrere Geistliche im Sondereinsatz um vor dem morgigen Feiertag, der bei uns Allerheiligen heißt, Vergebung zu gewähren. Ist doch eine prima Einrichtung. Man sündigt, beichtet, bekommt Vergebung und ist frei. Auf ein Neues.


Da es bereits dunkel ist, entschließen wir uns am morgen den Stadtrundgang zu wiederholen. In einem der zahllosen Straßenrestaurants nehmen wir noch einen Drink, bevor wir uns dann zum Womo begeben. Zum Drink werden kleine Weißbrotstücken mit Parmaschinken und Käse, mexikanische Nachos mit scharfer Soße, Kartoffelchips und ein Schälchen Erdnüsse gereicht. Ein echter Ersatz fürs Abendbrot.