Schlagwort-Archive: Griechenland

Griechenland und 30°

26.09.

Die Grenzabfertigung funktioniert erneut problemlos bis auf die Tatsache, dass ich mit beiden Spiegeln in der schmalen Durchfahrt anecke. Aber nichts passiert.
Griechenland empfängt uns mit 30° und herrlichem Sonnenschein. Leider findet sich auf der kurzen Strecke bis zum heutigen Stellplatz, der eigentlich nur ein schöner Parkplatz an einem Restaurant am Kerkinisee ist, kein Bankomat, sodass ich mir am Abend noch Geld leihen muss.
Im Restaurant wird am Abend ein schmackhaftes Essen geboten und es findet eine herzliche Verabschiedung statt.Platz am Kerkini-See

RestaurantMorgen fahren wir drei Türkei-Fahrer individuell weiter, während der größte Teil der Gruppe mit der Reiseleitung Griechenland über Meteora nach Igoumenitsa durchquert um dann mit der Fähre nach Venedig zu reisen. Wir werden die Reiseleitung am Dienstag wieder treffen.

Ein paar Bemerkungen noch zum Abschluss der ersten Etappe: Die Gruppe hat gut harmoniert und es gab keine wirklichen Außenseiter. Die Länder die wir bisher bereist haben, lohnen alle einen Aufenthalt und wir waren von ihnen angetan. Besonders Rumänien und Bulgarien haben uns angenehm überrascht. Die Menschen sind nett und gastfreundlich, die Landschaft ist schön und abwechslungsreich und die Kultur interessant. Wir haben vieles dazugelernt. Und beide Länder sind vom Preisniveau her besonders attraktiv. Am Angebot gibt es dennoch keine Abstriche. Im Gegenteil, Obst und Gemüse in großer Auswahl und immer frisch. Und der Wein schmeckt auch und hat mit den süßen Weinen, die früher aus diesen Ländern angeboten wurden, nichts mehr gemein. Bekannte Marken wie Lidl, Kaufland und Penny sind vertreten und wir mussten auf nichts verzichten. Allein die Straßen lassen überwiegend noch zu wünschen übrig und es fliegt im Womo schon mal einiges gehörig durcheinander wenn man mal nicht aufpasst und eher Augen für die Umgebung hat. Alles in allem bisher eine Reise die wir nicht bereuen. Griechenland wartet nun mit sommerlichen Temperaturen auf und wir können abends lange draußen sitzen. Wir hoffen, dass das so bleibt und auch in der Türkei nicht nachlässt.

Über Arnea zur Ägäis

27.09.                                                                                                                     Gemeinsam mit weiteren Mitfahrern bringen wir Erika am Morgen ein Ständchen. 77 ist sie heute geworden und noch immer gut drauf. Anschließend macht Renate, unsere Reiseleiterin, mit uns Türkei-Fahrern ein gesondertes Briefing. Erst am Dienstag werden wir uns in Alexandropolis wiedersehen. Während die beiden Schweizer Mädels direkt nach Alexandropolis fahren wollen, machen die Baden-Württemberger noch einen privaten Abstecher. Wir wollen nach Arnea, wo wir 1997 einen schönen Urlaub verlebt und viele Freunde gefunden hatten. Wir wollen nachsehen wie der Ort heute aussieht und ob wir noch Bekannte finden. Die Suche gestaltet sich schwierig. Wir erkennen kaum etwas wieder und auch die kleine Taverne wo wir viele Abende in geselliger Runde bei viel Retsina verbracht haben, finden wir leider nicht. Auf Nachfrage finden wir zwar unser kleines Hotel, aber bei der Taverne kann uns keiner helfen. Auf den Fotos von damals wird ein Bekannter identifiziert, leider ist er schon verstorben.

Wir machen uns etwas traurig auf den Weg Richtung Ägäis, quer durch die Berge auf kurvenreicher Strecke. Unterwegs staunen wir nicht schlecht. Zahlreiche Flussläufe sind ausgetrocknet und der Koroniasee ebenfalls. Hier muss offenbar schon länger Trockenheit herrschen. Am Strand von Asprovalta suchen wir uns ein Plätzchen und stehen frei mit weiteren Campern. Hier wollen wir erst einmal die Seele baumeln lassen. Neben uns stehen Süddeutsche, die bereits seit Mitte August hier ihren Aufenthalt genommen haben. Das wäre uns dann doch zu langweilig. Wir genießen den Abend mit freiem Blick auf das Meer.

Auszeit

28./29.09.                                                                                                                             Also langweilig ist uns nicht geworden. Es ist eigentlich ein idealer Platz. Er kostet nichts, wir stehen direkt am Strand, Wasserversorgung ist durch die Dusche am Strand gesichert, sie hat noch einen extra Hahn, Toilettenentsorgung über die Straße und den nötigen Strom produzieren wir durch unsere Solaranlage selbst. Was will man mehr.

Wenige Meter weiter stehen zwei Schweizer Womo’s, die mit uns die Türkei-Tour absolvieren werden. Mit den Besatzungen haben wir uns bekannt gemacht. Nette Leute. Daneben steht ein Havelländer aus Falkensee, so ein richtiger Weltenbummler. Früher Fleischer, später Betreiber einer Gulasch-Kanone, hat er schon ziemlich die ganze Welt bereist. Oft allein mit Hund, aber ab und an auch mit seiner Frau. Den Winter haben sie oft in Thailand verbracht, aber auch über zwei Jahre den amerikanischen Kontinent, von Alaska bis Feuerland mit dem Wohnmobil bereist. Wir unterhalten uns lange und intensiv, und aus solchen Gesprächen nimmt man immer viel mit für eigene Reisepläne. Eigentlich wollten wir hier auch mal die Umgebung erkunden, aber die Tage sind viel zu schnell vergangen. Auf jeden Fall ein Platz, auf dem wir evtl. wieder einmal Zwischenstation machen werden. Diejenigen, die seit Wochen hier stehen, können wir jetzt besser verstehen, obwohl wir dafür noch nicht alt genug sind und noch viel mehr sehen wollen. Morgen jedenfalls wollen wir nach Alexandropolis und mit den Mädels essen gehen.

Die Zuhause Gebliebenen beneiden wir nicht wirklich.  Ihr habt alle unser Mitgefühl. Und die Aussicht auf den kalten Winter in Deutschland lässt uns nicht an das Ende der Reise denken. Wir überlegen eher wohin es dann gehen kann. Aber vorher berichten wir euch selbstverständlich ausführlich weiter.

auf nach Alexandropolis

30.09.
Heute haben wir wieder eine Überführungsetappe vor uns. Aber zunächst verbringen wir eine unruhige Nacht. Wir sind relativ früh zu Bett gegangen. Astrid hat auf ihrem Smartphon noch gespielt und ich habe auf meinem Smartphon ein Buch über die Türkei gelesen. Zumindest angefangen. Wir sind dann doch ziemlich schnell eingeschlafen. Vielleicht war der Wein zum Abendessen schuld daran, obwohl wir den 3 Liter-Pack nicht geleert haben. Nach Mitternacht werden wir beide wegen eines Geräusches wach. Die erste Vermutung ist dann immer, ob sich wohl jemand an unserem Auto zu schaffen macht. Aber nichts da. Es herrscht sofort wieder absolute Ruhe. Das Geräusch entpuppt sich am anderen Morgen als abgelöster Saughaken in der Dusche. Aber während Astrid wieder einschläft, liege ich wach und lese mein Buch zu Ende. Das war es aber noch nicht. Gegen 5.45 Uhr werden wir von Fahzeuggeräuschen und lautstarken Unterhaltungen geweckt. Astrid geht der Sache auf den Grund, lugt durch das Fenster und sieht wie auf der Straße hinter uns ein Markt aufgebaut wird.

Bei mir war an Schlaf nicht mehr zu denken. Astrid schläft, nachdem sie die Störung als harmlos klassifiziert hat, wieder tief und fest ein. Das Frühstück findet im Womo statt. Es ist ziemlich windig und wir wollen nicht extra die Möbel wieder ausräumen. Bei einem Rundgang auf dem Markt treffen wir noch einmal unseren Bekannten aus Falkensee und verabschieden uns herzlich mit besten Wünschen für die weitere Reise. Wir nehmen etwas Obst und Gemüse, ich kaufe schon wieder Socken und dann wollen wir starten. Gar nicht so einfach. Der Markt erstreckt sich über die gesamte Länge der Strandpromenade und wir kommen nicht durch. Also kehrt und zum anderen Ende. Dieselbe Situation, auch hier kein Durchkommen. Einer will mich über den losen Sand lotsen,  ein anderer unter einem ziemlich tief hängenden Seil hindurch, was die Marktschirme sichert. Ich lehne beide Male ab. Schließlich findet sich einer, der mit einer Stange das Seil anhebt und wir können passieren. Über losen und mit Löchern übersäten Untergrund kämpfen wir uns zur Straße und können endlich unsere Fahrt nach Alexandropolis aufnehmen. Wir wollen aber nicht gleich auf die Autobahn, sondern zunächst ein Stück an der Küste entlang. Die Straße die wir fahren ist Astrid allerdings nicht nah genug an der Küste. Deshalb biegen wir von der gut ausgebauten Straße ab zur Küste,  müssen aber bald erkennen, dass es hier nicht voran geht. Schließlich endet der Weg, der einem Weg im australischen Outback gleicht gänzlich und wir müssen wieder ein Stück zurück um auf die richtige Straße zu gelangen. Bevor wir auf die Autobahn fahren steuern wir noch einen weiteren Ort an der Küste an, gönnen uns griechischen Salat und Espresso.

Auf der Autobahn geht es dann zügig voran. Die Autobahn ist sehr gut und wenig befahren, aber fast alle Schilder am Straßenrand sind beschmiert und wir haben manchmal Mühe sie zu lesen. Für ein Autobahnstück ist dann noch Maut fällig. Wir kommen dann gegen halb vier auf dem Campingplatz in Alexandropolis an. Die Gruppe, die für die Türkei nur noch aus neun Fahrzeugen plus Reiseleitung besteht, ist bis auf ein Schweizer Pärchen schon vollzählig versammelt. Wir machen uns bekannt und gehen anschließend mit den Schweizer Mädels, wie besprochen, zum Abendessen. Es ist immer noch sehr warm als wir wieder am Platz ankommen. Wir verkriechen uns ins Womo denn ich will das Vorhandensein eines guten WLAN-Netzes sofort für den heutigen Bericht auf der Homepage nutzen.

Schittwetter und mehr

01.10.
Jetzt hat es uns erwischt. Gewitter und Regen in der Nacht. Am Morgen lockert zwar der Himmel vorübergehend etwas auf, aber es reicht nur um mal nach draußen zu gehen und die Toilette zu entleeren. Im Moment stört das Wetter weiter nicht. Ich will ohnehin die Homepage aktualisieren, wie versprochen, und Astrid legt sich nach dem späten Frühstück wieder hin. Eigentlich sollte sie mir die Haare schneiden. Aber nachdem ich die Wettervorhersage gelesen habe, ist mir bereits klar, dass das heute nichts mehr wird. So kommt es dann auch. Astrid verlässt zwar nochmals in einem trockenen Augenblick das Womo und geht zum Strand und gleich ruft sie nach mir. Ich soll schnell kommen, mit dem Fotoapparat, eine große Schildkröte sei am Strand. Das kann ich mir nicht entgehen lassen. Die Schildkröte ist etwa 70 bis 80 cm lang, aber sie rührt sich nicht. Ich werfe erst mit kleinen Steinchen, nähere mich dann mit einem Stock, aber keine Reaktion. Sie ist tot und offenbar in der Nacht von der aufgewühlten See angespült worden.k-S1610005 k-S1610001

Der Tag geht trotzdem zügig voran. Ich bin voll beschäftigt und Astrid sorgt für etwas Ordnung und Sauberkeit im Womo. Für 18 Uhr ist Briefing angesetzt. Ich bin gespannt, wo dies bei dem Wetter stattfinden wird. 

Da bis dahin noch ein wenig Zeit bleibt, noch ein paar Bemerkungen: Gestern haben wir die 5000 km-Marke überschritten. 46.500 km haben wir jetzt insgesamt auf dem Tacho und bei 45.000 war Durchsicht fällig. Wird schon gut gehen.
Und noch etwas:
Astrid meint immer, ich würde zu sachlich und mit zu wenig Emotion berichten. Vielleicht hat sie recht. Aber mit so einer Homepage bewegt man sich auch auf Glatteis. Gern würde ich auch einmal eine Einschätzung zu den Mitreisenden abgeben oder sie in nicht immer glücklichen Positionen ablichten. Aber schnell gerät man dann an urheber-, zivil-, oder gar strafrechtliche Grenzen, wenn die Dinge wie eben auf einer Homepage, öffentlich werden. So berichte ich eben über Astrid und die Tatsache, dass sie tatsächlich „zu gut für diese Welt“ ist.
Nicht nur, dass sie in verschiedenen Kirchen und Klöstern Kerzen gestiftet und aufgestellt hat und dabei an unsere Kinder und Enkel denkt, nein, es geht noch mehr.
Als wir unsere Strandtage verlebt haben, war es auch mal Zeit die Vorräte zu sichten. Einiges war dann doch nicht mehr so appetitlich und Astrid hat dies im Container an der Straße hinter uns entsorgt. Später beobachtet sie dann, wie sich ein ärmlich gekleideter Mann daran zu schaffen macht. Das kann sie nicht mit ansehen und drückt ihm, weil sie keinen 5 €- Schein hat, 10 € in die Hand. Er schaut ungläubig, bedankt sich überschwänglich und kommt später noch einmal um das Womo, zeigt den Schein, offenbar um sich zu vergewissern, dass der tatsächlich für ihn bestimmt ist. Ja, so ist sie halt, meine Astrid.

in die Türkei

 02.10.                                                                                                                                        Also das gestrige Briefing fand erst bei Renates Auto, bei einem Ouzo, und dann im Restaurant statt, was bei dem Wetter ganz angenehm war. Anschließend trafen wir uns wieder bei Renate um etwas zu trinken und zu essen und uns näher bekannt zu machen.

In der Nacht hat es immer wieder geregnet und zum Morgen hin ist es immer kühler geworden. Ein Glück, dass Astrid mal raus musste, da hat sie gleich die Gelegenheit genutzt um ihr und mir die Bettdecke auf den Bettbezug zu legen mit dem wir seit Asprovalta wegen der Hitze nur geschlafen hatten.
Mit 15,76 € sind wir dabei für die erste Nacht auf dem Platz. Die Tanks sind voll, Toilette geleert und schon kann es losgehen, quer durch Alexandropolis, direkt auf die Autobahn. Die landschaftlich vermutlich schönere Strecke sparen wir uns auf. Wir kommen am Ende der Tour nochmals hierher. Hoffentlich bei schönerem Wetter.
Wir kommen Richtung Grenze gut voran und passieren die griechische Seite problemlos. Die Türken wollen etwas mehr, schließlich verlassen wir die EU. Da werden der Pass verlangt, die grüne Versicherungskarte und die Fahrzeugpapiere. Das Fahrzeug wird im Pass eingetragen. Ein Formular, wie angekündigt, erhalten wir nicht, diese Regelung ist abgeschafft. Durch trockene und karge Landschaft folgen wir der Autobahn in Richtung Kesan und schwenken dann nach rechts auf die Halbinsel Gallipoli. Nur die Dardanellen trennen uns jetzt vom asiatischen Teil der Türkei. In Gelibolu verlassen wir die Autobahn, wir wollen im Ort einkaufen und Geld am Automaten ziehen. Ziemlich schmale Straßen führen ins Zentrum und keine Gelegenheit zum Parken. Jedenfalls nicht in Nähe einer Bank. Wir quälen uns ebenso mühsam wieder aus dem Ort, finden aber noch einen Kipa, einen türkischen Supermarkt, wo wir einkaufen und mit Karte bezahlen können. Aber Bargeld haben wir noch nicht. Deshalb ein neuer Versuch kurz vor der Fähre in Eceabat. Am Automaten am Hafen erhalte ich eintausend türkische Lira zum Kurs von 1 € : 2,7 Lira. In einer Lokanta, einem einfachen Restaurant, vor dem sich ein Handyladeautomat befindet, nehmen wir einen Tee. Ziemlich stark, man braucht viel Zucker. Nun geht es zur Fähre, mit der wir in rund 10 Minuten in Canakkale ankommen. 50 Lira sind für die Überfahrt fällig. Der Fährhafen liegt mitten in der Stadt und wir müssen uns wieder durch dichten Verkehr kämpfen, auch weil ich eine Alternativstrecke an der Küste gewählt habe. Der erste Eindruck gleicht dem von Marokko, als wir von Tanger aus ins Landesinnere fuhren. An der Küste aber stehen einige stattliche Villen. Wir kommen aber nicht weit, weil die Straße gesperrt ist. Deshalb zurück und auf die neue Fernverkehrsstraße, die allerdings das Navi noch nicht kennt. Wir finden dennoch über einen Abzweig und durch Nebenstraßen unseren Platz, der ziemlich knapp bemessen ist. Wir stehen Tür an Tür, aber nur jeweils einer kann seine Tür öffnen. Im Restaurant am Platz sehen wir noch ein Einführungsvideo für Troja, kaufen im angeschlossenen Laden noch etwas ein und treffen uns nach dem Briefing wieder zum Abendessen. Sehr netter Abend an dem viel gelacht wird. Sorge haben wir nur um die Wäsche auf dem Wäscheständer. Es herrscht starker Wind. Wegen der Enge komme ich nicht an die Heringe um den Ständer zu sichern. Mal schauen wo wir morgen früh unsere Wäsche finden.

Alexandropolis

24.10.
Heute liegt nichts Spektakuläres an. Wir verlassen Edirne und wollen nach Alexandropolis auf den gleichen Platz von dem aus unsere Türkei-Rundreise begonnen hatte. Die gut ausgebaute Landstraße verlassen wir nur 35 km vor Alexandropolis und durchqueren einen Nationalpark, der das waldreichste Gebiet Griechenlands umfassen soll. Eine schöne und kurvenreiche Strecke. Der Wald wirkt eher jung. Mehr Strauchwerk und niedrige Bäume. Ich vermute, dass der ehemalige Wald wohl mal abgebrannt sein muss und sich jetzt wieder erholt.
In Alexandropolis stehen wir wieder direkt am Strand und können hier noch einmal ein richtiges Sonnenbad genießen. Am Abend ist gemeinsames Grillen angesagt. Jeder bringt was mit für das Buffet. Wir machen wieder unsere berühmte Gemüsepfanne, die wegen der verwendeten Wurst ordentlich scharf ausfällt. Deshalb muss hinterher gut getrunken werden und es wird ziemlich spät.

Platamon

25.10.
Heute fahren wir nur Autobahn. Über 390 km geht es vorbei an Thessaloniki, dann Richtung Athen bis Platamon am Fuße des Olymp. Der verhüllt sich allerdings in Wolken als wir ankommen. Der Platz ist direkt am Meer gelegen aber verwaist. Die vielen Dauercamper haben ihre Stellplätze bereits winterfest gemacht und die Versorgungseinrichtungen am Platz haben auch schon Winterpause. Wir haben alles und genießen deshalb die Ruhe am Strand. Mit der heutigen Etappe haben wir uns einen günstigen Ausgangspunkt geschaffen um noch die Meteora – Klöster zu besuchen, das letzte Highlight auf unserer Rundreise bevor wir am Montag nach Venedig übersetzen.

Meteora – Klöster

26.10.
Mit einem letzten Blick auf die naheliegende Kreuzfahrerburg und auf die Ägäis verabschieden wir uns vom Strand und fahren in das Landesinnere zu den Meteora – Klöstern.Kreuzfahrerburg

Wir wollen genau aufpassen, damit wir die neu angegebene Zufahrt in die Berge finden. Also war die Unterführung zur Autobahn zu passieren. Aber ob nun unten durch, oder daran vorbei, dass wusste ich nicht mehr so genau. Astrid hatte zwar den Plan in der Hand, aber die wesentliche Information deckte sie genau mit ihrem Daumen ab. Es kommt wie es kommen muss, wir fahren unten durch und landen auf der Autobahn und auch gleich an der Mautstelle. 5 € werden fällig. Nun will ich wenigstens die Gelegenheit nutzen um an der nächsten Tankstelle zu tanken, denn meine Tankanzeige leuchtet schon. Und so will ich nicht in die Berge fahren. Aber die Tankstelle hat geschlossen und wir fahren schleunigst von der Autobahn ab. Im letzten Ort vor den Bergen gab es auch keine Tankstelle. Also nochmals zurück Richtung Strand, dort tanken und dann endlich in die Berge. Auf schöner Strecke mit fantastischen Ausblicken schrauben wir uns auf knapp 1200m und passieren rechts von uns den Olymp der leider im Dunst verschwindet. Unterwegs halten wir noch an einer Apotheke um mich mit Mitteln gegen meine Erkältung zu versorgen. Vor der Apotheke steht ein Fahrzeug mit dem Kennzeichen von Dortmund-Unna. Ein älterer Herr in der Apotheke hilft uns dann mit seinen Deutschkenntnissen. Er gehört zu dem Auto. Ein Grieche, der seit 45 Jahren in Deutschland lebt. Später halten wir noch in einem Straßenrestaurant und essen hier gut zu Mittag. Griechischen Salat und Souflaki. Sehr lecker und ein Dessert gibt es gratis dazu.


Wir kommen wieder als Letzte in Kalambaka, unserem heutigen Ziel, an. Wir fahren deshalb nicht auf den Platz, sondern wollen gleich heute noch einige der Meteora-Klöster besuchen. Auch ein Weltkulturerbe. Es ist ein außergewöhnlicher Ort und gehört zu den Meistbesuchten. Glatte hohe und steil aufragende Felsen, auf denen sich die Klöster befinden. Ursprünglich lebten hier im 11. Jh. Einsiedlermönche in Felshöhlen, bevor sie sich im 14. Jh. vor den türkischen Einfällen dadurch schützten, indem sie ihre Klöster auf den Felsen errichteten. Die Klöster sind zwar heute durch eine Straße gut erschlossen, aber um zu ihnen hinauf zu kommen, sind viele steile Treppen und Stufen zu überwinden. Die Klöster sind von Kastraki aus gut zu erreichen. Das Nächstliegende ist das Moni Agios Nikolaos Anapafsas was wir auch als erstes erklimmen. Es wurde im 15. Jh. erbaut und hat eindrucksvolle Fresken. Das einzige Nonnenkloster ist das Moni Agias Varvaras Roussanou und wird als nächstes bestiegen. Durch schöne Buntglasfenster ist die Kirche erleuchtet. Es ist eine sehr steile Anlage, die heute noch 15 Nonnen beherbergt. Eines geht noch sagen wir uns, und nehmen noch das große Meteora – Kloster, das Moni Megalo Meteoro in Angriff. Von weitem sieht es so aus, als könnte man mit dem Auto bis auf das Niveau des Klosters hinauf fahren. So ist es auch. Aber um zum Kloster zu gelangen, muss man hier erst tief hinab, eine Schlucht überqueren und an der anderen Seite wieder hoch hinauf. Das Kloster liegt mit 613m auf dem höchsten Felsen des Tales und wurde im 14. Jh. errichtet. Es ist das reichste und größte Kloster, weil der serbische Kaiser Symeon Uros dem Kloster seine Reichtümer vermachte und selbst Mönch wurde. Es ist der Höhepunkt unserer Klosterbesuche hier.
Am Abend findet ein letztes gemeinsames Essen im Restaurant am Platz statt und es macht sich etwas Wehmut breit weil sich unsere Reise nun unaufhaltsam dem Ende nähert.

nach Igoumenitsa

27.10.
Wir lassen uns Zeit, denn die drei Klöster gestern haben uns einen hinreichenden Eindruck vermittelt, sodass wir auf weitere Besuche verzichten. Wir frühstücken deshalb in aller Ruhe und Gelassenheit. Nur 180 km bis Igoumenitsa sind zu bewältigen und dazu fast nur Autobahn. Bis Katara folgen wir der kurvigen Landstraße und wollen hier den Pass nehmen um der Eintönigkeit der Autobahn zu entgehen. Wir richten uns nach dem Hinweisschild, biegen rechts den Berg hinauf und stehen vor einem Sperrschild. Es geht nicht weiter, der Pass ist nicht passierbar. Hätten sie auch an der Kreuzung bereits darauf hinweisen können. So müssen wir rückwärts wieder runter und dann doch unfreiwillig auf die Autobahn. Dreißig Kilometer vor Igoumenitsa verlassen wir sie noch einmal, aber eher unbeabsichtigt. Wir wollen auf einen Parkplatz und ich bin zu früh abgefahren. So kommen wir nicht zurück auf die Autobahn, aber können stattdessen über eine kurvenreiche Strecke hinab nochmals die schöne Landschaft genießen. Zurück auf der Autobahn geht es zur Bucht von Igoumenitsa und plötzlich öffnet sich bei der Bergabfahrt der Blick auf das Ionische Meer und in der Ferne die Insel Korfu. Nach der Autobahnabfahrt folgen wir der Küstenstraße 8 km Richtung Preveza und erreichen unser Camp in Igoumenitsa direkt am Meer. Es geht steil hinab zum Platz und obwohl wir fast die Letzten sind bekommen wir noch einen traumhaften Platz in erster Reihe. Das Wasser ist angenehm warm. Genau richtig für ein letztes Bad. Heute Morgen hatten wir die Uhr umgestellt und deshalb wird es früh dunkel. In kleiner Runde, die meisten Mitfahrer essen im Restaurant, verbringen wir den Abend bei Wein, Gebäck und angenehmer Unterhaltung. Danach heißt es Wecker stellen, denn morgen ist bereits um 6.30 Abfahrt zur Fähre.