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vom Karoo-NP zum Gariep Dam

06.05.2016 vom Karoo-NP zum Gariep Dam

Über Nacht ist es merklich abgekühlt. Im Wohnbereich zeigt unser Thermometer gerade mal 9°. Wir stellen deshalb unseren Tagesablauf heute um und werden dies auch wohl so beibehalten. Zum Frühstück im Womo ist es einfach zu kalt, von draußen ganz zu schweigen. Und extra deshalb die Raumheizung anzuwerfen macht auch nicht wirklich Sinn. Wir starten deshalb als Erste, fahren etwa 1 ½ Stunden und legen dann unsere Frühstückspause ein. Dann steht die Sonne einigermaßen hoch, das Womo ist warm und wir lassen es uns schmecken. Und, wir haben einen Teil der Strecke bereits absolviert.

Heute sind es „nur“ 390 km und damit ca. 100 weniger als gestern.

Wir verlassen den jetzt noch sehr ruhigen NP und bekommen noch einen Teil der hier lebenden Tiere zu Gesicht.

An der Ausfahrt dann noch einmal einen Blick zurück.k-S2450010k-S2450012

Wir sind wieder auf der N1. Links und rechts Steppen- bzw. Savannenlandschaft und am Horizont immer wieder Berge. Bei den Three Sisters machen wir auf einem Rastplatz halt und nehmen unser Frühstück.

The Three Sisters
The Three Sisters

Und weiter geht die Fahrt. Für Abwechslung sorgen allenthalben die gegenseitigen Überholmanöver. Die Straßen sind zwar meist nur zweispurig und alle paar Kilometer wechselseitig doppelspurig um Überholvorgänge besonders an Steigungen zu ermöglichen, aber überholen ist auch sonst möglich, denn neben den Spuren sind sehr breite Randstreifen. Wir haben uns das Verhalten der meisten Südafrikaner zu eigen gemacht. Dies besteht darin, dass, wenn man ein schnelleres Fahrzeug hinter sich hat den Randstreifen nutzt, um dem anderen das Überholen möglich zu machen. Ist dieser vorbei, bedankt er sich mit der Warnblinkanlage und erhält dafür ein Zeichen mit der Lichthupe. Ganz schön viel Text merke ich gerade, für solch eine eher banale, aber willkommene Abwechslung.

Die Straßen sind hier übrigens vorzüglich in Schuss. Die Randstreifen werden gemäht und Baustellen werden bereits eingerichtet um Schäden zu beseitigen, die bei uns noch nicht einmal auf der Liste der notwendigen Ausbesserungen landen würden.

Da wir aber durchaus noch eine weitere Abwechslung verkraften können, machen wir Station in Hanover. Der Name geht auf das deutsche Hannover zurück, wird aber hier ohne Doppelbuchstaben geschrieben. Auch Beate und Klaus halten hier. Es ist gerade Schulschluss und wir werden von Schülern aller Altersgruppen sofort umringt. Die Großen sind sehr wissbegierig und studieren unsere Karte am Womo und stellen Fragen nach dem Woher und Wohin.k-20160506_121704k-20160506_122023

Astrid hat den richtigen Riecher. Sieh geht in einen Friseurladen. Styling Cut für 20 Rd, etwa 1,20 €. Rasta-Zöpfe wie geplant, lässt sie sich aber doch nicht machen. Ich hätte sie morgen wieder abgeholt. Aber ein Foto darf ich noch machen.k-20160506_121815

Dann gehen wir aber erst einmal in das Kaffee am Eck. Sieht sehr urig aus hier. Der Wirt ist offensichtlich der einzige Weiße hier im Ort, denn der Ort liegt abseits der Hauptstraße.

Als wir wieder zum Auto kommen, nach Besuch des örtlichen Supermarktes, werden wir von Kindern umringt die alle garantiert auf unser Womo aufgepasst haben. Alle halten ihre Hände auf und wir verteilen Kleingeld, zum letzten mal wie wir uns danach vorgenommen haben. Wir werden besser ein paar Kleinigkeiten einkaufen zum Verteilen. Geld macht die Kinder eher zu Bettlern.

Zurück auf der N1 trennen uns nur noch knapp 100 km von Gariep Dam, dem größten Staudamm Südafrikas mit einer über 900m langen Staumauer, der zweitlängsten in Afrika, sie staut den Oranje-River.

Eine Runde über die obere und die untere Staumauer lassen wir uns nicht entgehen,bevor wir das Camp „Gariep A Forever Resort“ ansteuern.k-S2450026

Nachtrag zu den letzten Kommentaren:

Nein liebe Grit, die Polizei hat sich noch nicht für unsere gesprungene Frontscheibe interessiert und wir hoffen, dass bleibt so, denn die Hoffnung auf Ersatz hält sich mittlerweile in Grenzen. Aber die Polizei ist hier sehr präsent und geblitzt wird auch sehr häufig. Die Promillegrenze in Südafrika liegt übrigens bei 0,5. Wir fahren der Gruppe nicht hinterher. Wir sind im Zeitplan, da ja die Reparatur ausgefallen ist.

Lieber Mario, was die Solarplatte angeht, sind wir mehr und mehr der Überzeugung, wir haben sie einfach glatt verloren. Bloß gut, dass sie offensichtlich kein Unheil angerichtet hat, sonst hätte man uns sicher gestoppt.