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Auf nach Montenegro

09.09.

Unsere Toilette hat mir in der Nacht noch keine Ruhe gelassen. Mich macht es immer ziemlich gribbelig, wenn ich zwar den Schaden beseitigt, aber die wirkliche Ursache nicht gefunden habe. So auch bei unserer Toilette. Die Kassette ist dicht, alle Dichtungen sind in Ordnung, sodass ich die Vermutung habe, dass eventuell die nach außen führende Entlüftung zugesetzt ist und der in der Kassette entstehende Überdruck zu dem Problem führt. Da kommt mir mein Kompressor aus meinem Smart zu Hilfe, den ich mitgenommen habe. Mit diesem blase ich die Leitung durch und unser Problem scheint gelöst. Zuhause werde ich mal untersuchen müssen, wie das außen liegende Schlauchende besser gegen eindringende Verunreinigung geschützt werden kann. Solche Vorkommnisse beeinträchtigen, entgegen eventueller Annahmen einzelner Kommentatoren unseres Blogs, unser Urlaubserlebnis und unsere Freude am Reisen nicht. Erstens ist alles zu beheben und zweitens lernt man das Fahrzeug und das gesamte Drumherum immer besser kennen. Schließlich sind wir nicht nur mit Auto, sondern gleichzeitig mit einer fahrbaren zugegebenermaßen kleinen Zweizimmerwohnung mit Küche und Bad unterwegs und dies mittlerweile schon auf fast 60.000 km. Gleichwohl hatte ich mir vorsorglich im Internet einen kroatischen Dometic-Service-Partner herausgesucht, den wir etwa 25 km von unserem Standort entfernt aufsuchen wollen um sicher zu gehen oder ggf. Dichtungen wechseln zu lassen. Zuvor verabschieden wir uns sehr herzlich von unseren Mädels die sich heute Dubrovnik ansehen wollen, bevor sie dann ausgestattet mit unserem Womoführer für Kroatien das Land von hinten aufrollen werden. Wir wünschen uns gegenseitig eine gute Zeit und freuen und schon auf ein Wiedersehen  2015 wenn wir ihnen den Osten Deutschlands näher bringen wollen. Die Adresse des Service-Partners ist nicht leicht zu finden, zumal angesprochene Passanten in dem Ort uns einmal in die eine und andermal in die entgegen gesetzte Richtung weisen. Einen halben Kilometer weiter, nachdem ich bereits zu Fuß auf Suche war, entdecken wir die Firma. Aber auch hier das Problem wie häufig auch in Deutschland. Der eine Partner macht nur Kühlschränke, der andere Klimaanlagen und der nächste evtl. Toiletten von Dometic. Hier fühlt man sich jedenfalls für Toiletten nicht zuständig. Wir nehmen deshalb die letzten Kilometer kroatischen Bodens in Angriff, kaufen noch eine Kleinigkeit und nehmen einen Espresso und sind schon an der Grenze zu Montenegro. Zuvor hatte ich wieder einmal ergebnislos auch nach der Währung Montenegros in meinem Smartphone gesucht. Auch Montenegro findet sich nicht in der Währungsrechner-App. Der Grund: Montenegro hat sich eigenständig den Euro zur Landeswährung gemacht ohne Mitglied der EU zu sein. Die EU hatte zwar interveniert, aber da Montenegro zwischenzeitlich Aufnahmekandidat zur EU ist, wird das Verhalten stillschweigend toleriert. Gut für uns. Der kroatische Grenzbeamte verabschiedet uns mit „Danke und gute Fahrt“ nachdem wir ihm die Pässe gereicht hatten und der montenegrinische möchte noch zusätzlich die grüne Versicherungskarte sehen. Montenegro wirkt auf den ersten Blick ohne Unterschied zu Kroatien. Was aber auffällt sind häufige Hinweisschilder und Werbetafeln in kyrillischen Buchstaben. Nach wenigen Kilometern erreichen wir „Herceg Novi“, direkt an der Küste gelegen. Ich rangiere uns auf einen ziemlich engen PKW-Parkplatz, der zwar mit Schranken ausgestattet, aber für uns kostenlos bleibt, da die Schranken dauerhaft geöffnet sind. Herceg Novi (2)Hier probieren wir gleich einmal aus ob das mit dem Euro zutrifft. Es trifft, wie wir beim Einkauf feststellen. Wir erkunden eine vermutlich mittelalterliche Anlage mit einem Theaterrondell in der Mitte, wo heute Konzerte stattfinden, wie wir den Plakaten entnehmen können.

Bei Kamenari überqueren wir mit einer kurzen Fährüberfahrt einen Adriafjord und ersparen uns so die Umfahrung. unterwegs zum Camp (2)Von Lepetani am anderen Ufer geht es auf der Adria-Magistrale weiter, bis uns das Navi unerklärlicherweise bergauf über Cetinje und wieder hinunter nach Budva an der Küste schickt. Eine schöne Serpentinenstrecke die aber auf dem letzten Stück nach Budva wegen zahlreicher Längsrillen, vermutlich sind hier alle Versorgungsleitungen extra verlegt worden, und mehrere Zentimeter herausragender Gullydeckel nahezu unbefahrbar ist. Budva erschlägt uns und stößt uns ab. Sicher ein herausragender montenegrinischer Urlaubsort, aber voller großer Hotelanlagen und Stränden, wo die Sonnenhungrigen wie Heringe liegen und der Strand mit Sonnenschirmen zugepflastert ist. Nichts für uns. In Ermangelung eines Reiseführers für Montenegro, bedienen wir uns der Hinweise des Autors des Albanien-Reiseführers der die diversen Anfahrtswege nach Albanien und naheliegende Campingmöglichkeiten beschreibt. Nach einem weiteren Fotostopp unterwegs zum Campfinden wir das beschriebene Camp. Im Reiseführer heißt es dazu: „deutlich unterhalb der Fernstraße gelegener und deshalb relativ ruhiger Platz, akzeptable Sanitäreinrichtungen“. Es geht tatsächlich steil hinab und die Ränder der schmalen Straße sind ziemlich brüchig und freigespült von vermutlich vor kurzem niedergegangenem starken Regen. Im Gebäude am Eingang, als Rezeption nicht wirklich erkennbar, sitzt eine ältere Dame und weist uns nach unten. Wir finden einen Platz, mit Stromanschluss, aber die Sanitäranlagen nebenan sind seit Jahren nicht mehr genutzt worden und in entsprechendem Zustand. Aber brauchen wir ja nicht.Camp Crvena Glavica Camp Crvena Glavica (2)Die etwas weiter gelegenen Anlagen, die ich am anderen Morgen aufsuche sind nicht besser. Nur Stehtoiletten in nicht sehr benutzerfreundlichem Zustand. Auch hier kehre ich unverrichteter Dinge zurück. Weiter runter zum Strand existieren Wegweiser nach rechts und links zu Strandrestaurants. Wir entscheiden uns für den kürzeren Weg nach rechts und haben einen bezaubernden Platz am Meer gefunden.

Es ist bereits dunkel als wir unser Womo erreichen und uns entschließen noch einen Tag hier zu bleiben und eine Pause einzulegen. So kann ich morgen auch die Aufzeichnungen vervollständigen. Und falls es morgen wieder so heiß wird, gehen wir an den Strand.

Hoffentlich sind die „duftenden“ Tage vorbei!!!! Ich kam mir schon wie eine Klofrau in einer nicht so sauberen Toilette vor ( wobei ich ehrlicher Weise sagen muss, dass Egon es war, der sich um die Unannehmlichkeiten kümmerte!!!!) Dieser Duft nach Pipi im ganzen Womo!!! Aber jetzt scheint wieder alles in Ordnung und nachdem ich das Womo von innen total gesäubert und mit der Hilfe von Spray gereinigt habe, sind wir wieder glücklich!!!