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über Iringa nach Mikumi

15.06.2006 von Kisolanza nach Mukumi

Wir verlassen die Farm und das Camp sehr zeitig. Wir wollen uns in etwa 20 km die „Isimilia Stone Age Site“ ansehen. Erstens ist in der Karte ein Hinweis darauf und zweitens habe ich im Internet davon gelesen. Es soll ein beeindruckendes Naturdenkmal sein mit 15 m hohen Steinsäulen in der Isamilia-Schlucht. Hier sind die vermutlich ältesten Steinzeitfunde freigelegt worden. Sie stammen aus einer Zeit, als Teile Europas noch unter einer Eisdecke schlummerten. Nach etwa 20 km immer noch kein Hinweis und wir sind schon ein wenig enttäuscht. Aber wenige Kilometer weiter dann doch ein Hinweisschild. Wir fahren auf den wie immer unbefestigten und etwas schwierig aber doch befahrbaren Weg. Wir kommen etwa 100m voran, dann bremst uns ein etwa 15 m langes Stück loser Sand völlig aus. Festgefahren. Sehr tief sitzen wir noch nicht drin und auch nur mit dem rechten Vorderrad. Eine junge Frau aus dem benachbarten Lehmhaus kommt freundlich auf uns zu und ruft ihren Jungen, der mit einer Schaufel kommt. Ich mache das Vorderrad etwas frei, lege meine Sandplatten unter und mit der vereinten Kraft von der jungen Frau und Astrid schieben sie mich rückwärts wieder aus dem Sandstück heraus. Die junge Frau meint, wir könnten direkt an ihrem Haus vorbeifahren, dann könnten wir das Sandstück umgehen. Wir bedanken uns zunächst mit ein paar Scheinen die sie dankbar annimmt und nehmen die andere Strecke. Nur etwa 100 m weiter steht ein kleines Häuschen und ein junger Mann. Die Fahrbahn verschlechtert sich zusehends und wir erkundigen uns nach der Weiterfahrt. Nur zwei Minuten mit dem Auto meint er, und ja, mit unserem Auto sei dies kein Problem. Nach 20 m ist allerdings Schluss. Tiefe Längsrillen verhindern ein Vorwärtskommen. Rückwärts und ohne die Sehenswürdigkeit nur erahnt zu haben geht es wieder hinaus. Astrid ist geladen und stinksauer auf mich, weil ich nun zum wiederholten Male versucht habe die Grenzen unseres Womo’s auszuloten. Es ist für solche Strecken einfach nicht geeignet. Brauchen wir wohl ein anderes, falls wir wieder einmal eine solche Reise unternehmen wollen. Schaun wir mal.

Nach weiteren 20 km erreichen wir Iringa auf einem Felsplateau mit Blick auf die Tabak- und Maisfelder gelegen. Die Straße hinauf ist von Hump’s nur so voll gepflastert.

Mit der Errichtung eines Forts in der Nähe legten die Deutschen 1896 hier damit den Grundstein für die Stadt, die an der einen oder anderen Stelle noch Relikte aus der Kolonialzeit aufweist. Die Markthalle und andere Gebäude an der belebten Einkaufsstraße stammen noch aus dieser Zeit.

alte Markthalle
alte Markthalle
Markthalle im Inneren
Markthalle im Inneren

k-20160615_100504k-20160615_100439k-20160615_105637Wir fahren erst einmal eine nicht gekennzeichnete Einbahnstraße verkehrt herum hinein, bis wir lautstark darauf aufmerksam gemacht werden, tanken dann und suchen uns einen Parkplatz in der Uhuru-Road. Zu Fuß nehmen wir die Suche nach der Markthalle auf und durchstreifen verwinkelte Gassen, in denen Handwerker und Händler ihrem Gewerbe nachgehen. In einer Straße stehen fast vor jedem Haus Nähmaschinen an denen gearbeitet wird. Ein richtig quirliges Treiben hier.k-20160615_095830 Über den großen Kreisel hinaus suchen wir das Cafè, welches uns zum Frühstück empfohlen war. Es ist nicht zu finden und Passanten die wir ansprechen, zucken nur mit den Schultern. Überhaupt scheinen die Tansanier eine andere Mentalität zu besitzen als die Menschen in den bereits besuchten Ländern. Sie sind meist nicht so offen und freundlich haben wir den Eindruck. Und wegen der Erlebnisse bisher, muss sich Tansania schon noch anstrengen um auf unserer Rankingliste der Länder die wir bisher auf unserer Tour besucht haben, nach vorn zu rutschen.

Wir finden dann in einer Seitengasse ein vielversprechendes Schild mit der Aufschrift „BBQ & Restaurant“ und starten hier einen Versuch unser Frühstück nachzuholen. Drinnen wenig einladend. Unter einem Strohdach einfache lange Tische mit Plastikstühlen, was weiter kein Problem darstellt. Auch eine Speisekarte gibt es, auf der auch Kaffee angeboten wird. Wir bestellen zwei Omelettes und Kaffee. Die Omelettes sind ganz ordentlich, aber als es an den Kaffee gehen sollen streiken wir nachdem uns zwei Töpfe auf unsauberen Untertellern und später eine Büchse mit Nescafè und Zucker hingestellt werden. Bevor vielleicht noch heißes Wasser kommt geben wir unseren Verzicht bekannt.k-20160615_104725

Zurück zum Womo wollen wir noch in dem kleinen Minimarkt nebenan einkaufen, aber außer ein paar Keksen ist für uns nichts zu holen.

Weiter geht die Fahrt dann durch schöne Landschaft, begleitet von vielen Baobab-Bäumen von 1600 m hinunter auf 450 m.k-S2820002 Dabei wird es immer wärmer und als wir am Camp ankommen zeigt das Thermometer 30°. Auf der Tan-Swiss-Lodge nehmen wir Quartier.