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Ankunft in Venedig

29.10.
Bereits gegen sechs Uhr macht sich Unruhe breit und wir sind auch schon wach. Draußen dämmert es schon ein wenig, aber erst ist Frühstück dran und zwar ordentlich, mit einem Ei. Im Womo zeigt mittlerweile fast jede Uhr eine andere Zeit an. Erst nach Griechenland eine Stunde vorgestellt, jetzt auf dem Schiff wieder zurück auf mitteleuropäische Zeit und dazwischen lag am Wochenende auch noch die Umstellung auf die Winterzeit. Kein Wunder wenn man durcheinander kommt. Und dazu sind wir nicht sicher ob die Handys sich die Zeit aus dem Netz automatisch geholt haben und wenn ja welche. Wir sind schließlich auf einem griechischen Schiff, aber näher an Italien als an Griechenland und meist haben wir auf dem Schiff überhaupt kein Netz. Also ziemlich verwirrend. Aber wir liegen gut im Rennen, verfolgen die Bewegungen auf dem Schiff und registrieren auch, als uns das Bordpersonal vom Strom getrennt hat. Der Blick nach draußen gibt nicht wirklich Aufschluss. Das Ufer liegt im Nebel.

Als wir aber Venedig näher kommen klart es doch noch etwas auf und wir verfolgen die Drehung der Fähre auf der Stelle, damit sie mit dem Heck anlegen kann. Wir nutzen die Zeit um uns von den Mitreisenden herzlich zu verabschieden. Ein großer Teil bleibt uns aber noch erhalten, da sie wie wir noch Venedig einen Besuch abstatten wollen und deshalb auch den Campingplatz Venezia in Mestre anlaufen. Diesen Platz kennen wir schon von unserer letztjährigen Italientour. Die Anfahrt gestaltet sich nur diesmal etwas komplizierter, da die direkte Strecke gesperrt ist. Wir finden aber hin, haben einen schönen Platz und vernünftigen WLAN-Zugang. Nach einem Espresso in der Cafeteria fahren wir mit dem Bus die 8 km in die Stadt, direkt zum Piazzale Roma. Da wir Venedig im vergangenen Jahr ausgiebig erkundet hatten, beschränken wir uns auf die Insel Murano und die Isola di St. Michele, die Friedhofsinsel, die wir letztes Jahr ausgelassen hatten. Wir erreichen sie mit dem Boot. Erst nach Murano, wo das berühmte Glas herkommt. Am Anleger Colonna steigen wir aus und pilgern an den unzähligen Glasgeschäften und Manufakturen entlang.

Am Bankomat überrascht uns ein Regenschauer mit Gewitter und wir flüchten zunächst in eine Pizzeria, nachdem mir Astrid ohnehin schon die Ohren vollgejammert hatte, sie habe sooo einen Hunger. Satt bis zum Übermaß, zum Glück hatten wir auf eine Vorspeise verzichtet, verlassen wir das Lokal. Der Regen hat auch aufgehört. Inzwischen ist es 14.30 und wir suchen uns den naheliegenden Anleger und setzen zur Friedhofsinsel über. Eine sehr gepflegte und riesige Friedhofsanlage mit alten und neuen Gräbern erwartet uns. Viel Blumenschmuck auf den Gräbern. Die meisten Gräber sind aufwändig gestaltet, aber auch einfache Grabplatten, die in die Wände eingelassen wurden, sind zu finden.

Nach einem ausgiebigen Rundgang, Astrid hat mittlerweile Schmerzen vermutlich an der Achillessehne und kann kaum laufen, verlassen wir die Insel. Das Boot ist sehr voll wie auch der Bus zum Campingplatz auf den wir ewig warten müssen. Nachdem wir uns vor Abfahrt noch ein Eis gegönnt haben, fällt Abendbrot heute aus.